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Rund um den Shichahai gibt es abends viel zu sehen und entdecken. Dabei geht es am Qianhai etwas ruhiger zu als am Houhai, wo im Barviertel das Leben tobt. 

Kurz zur Lage und Geschichte

Shichahai – das sind die “Drei hinteren Seen”. Der Vordere See (Qianhai) und der Hintere See (Houhai) sind durch die über 500 Jahre alte Yinding-Brücke voneinander getrennt (und die Ufer dadurch verbunden). Nordwestlich schließt sich der dritte See an: der Xihai (Westsee).

Man könnte das “shi” – anders geschrieben und ausgesprochen – auch auf die zehn Tempel beziehen, die rund um die Seen liegen.

Abendstimmung am Qianhai

Hier entstand schon während der Jin-Dynastie im 12. Jahrhundert ein florierendes Viertel. Während der Yuan-Dynastie (1271 – 1368) war hier einer der Endpunkte des Kaiserkanals (auch: Großer Kanal), der Peking mit Hangzhou verbunden hat. Damit wurde Shichahai einer der wichtigsten Handelsbezirke Pekings, über den Kaiserkanal wurde Peking fast 600 Jahre mit Reis (und vielem anderen) versorgt. Als die Wasserstraße an Bedeutung verlor (sich verändernde Flussläufe, Trockenheit in Nordostchina, die Konkurrenz durch die Eisenbahn) blieb die Lage dennoch attraktiv, nicht nur wegen der Nähe zum Palast, den Prinzenresidenzen und Tempeln. Gewässer sind rar in Peking, das macht die Seen hier so besonders. 

Heute ist Shichahai ein beliebtes Touristenziel, aber auch für die Naherholung der Pekinger sind die Seen samt Umgebung wichtig. Hier wird musiziert und getanzt, eine größere Gruppe trifft sich immer abends auf dem Platz in der Nähe des Lotosmarktes am Südüfer des Qianhai. Man sieht Angler, manchmal Schwimmer. Normalerweise kann man sich Boote mieten, jetzt im Corona-Jahr blieben die Boote des Qianhai im Winterquartier. Am Südwestufer des Qianhai wurde gerade erst die Restaurant”meile” renoviert, das sieht (wegen Corona?) noch relativ unfertig aus. Am See gibt es aber auch einige Pekinger Traditionsrestaurants. Mehr los – fast normaler Trubel, aktuell nur ohne ausländische Touristen – ist am Houhai. 

Fotogruppen-Ausflug

Gestern Abend war ich mit der Fotogruppe dort verabredet. Ich bin etwas früher von zuhause losgekommen, und habe noch ein bisschen Dämmerung mitbekommen.

Boot auf dem Qianhai

Wenn ich allein mit Stativ irgendwo in Peking herumstehe, werde ich immer angesprochen. 

Diesmal bekam ich den Tipp, die nächste Dämmerung vom Lotosmarkt aus einzufangen, dann wäre der See einzigartig blau. Das muss ich tatsächlich bald mal ausprobieren!

Aber so gefällt es mir dort auch echt gut.

Erst friedliche Abendstimmung…

Schließlich habe ich fix zusammengepackt und bin zum Treffpunkt der Gruppe hinübergegangen. Inzwischen war es dunkel. Wir sind zuerst noch mal zurück zum Qianhai. An “meinem” Platz hatte sich inzwischen ein Musikant eingefunden.

Musikant am Qianhai

Ein wirklich schöner Spätsommerabend. Nur die Mücken waren etwas nervig. Nachdem etliche Bilder im Kasten waren, sind wir weiter in Richtung Houhai gegangen. 

Die Yinding-Brücke

Yinding-Brücke

Die Yinding- (Silberbarren) Brücke hat ihren Namen nach den alten Silberbarren, die lokales, individuell gefertigtes Zahlungsmittel im kaiserlichen China seit der Qin-Dynastie waren. 

Die Brücke wurde 1984 restauriert und 2011 noch einmal verbreitert und ist sowohl schönes Motiv als auch Aussichtspunkt.

… dann quirliges Nachtleben

Es geht los mit Restaurants und Souvenir-Läden (von denen es in den Seitenstraßen noch viel mehr gibt, und durch die man auch unbedingt durchspazieren sollte).

In den klitzekleinen Bars, die sich dicht an dicht am Seeufer drängen, gibt es leicht überteuertes Bier, überall stehen Livebands auf der Bühne.

Wir bummeln schließlich durch eine der Seitengassen, an der historischen kaiserlichen Post vorbei – ein kleines Museum und Laden, den man auch besichtigen könnte. Aber wir wollen noch weiter ins Café Zarah zur Vernissage von “Time Capsule” von Mica

Ein letztes Bild schieße ich noch.

Im Zarah gibt uns Mica eine Einführung zu seinen Bildern und beantwortet geduldig alle Fragen. Bei leckeren Caipis lassen wir einen wundervollen Sommerabend ausklingen.

Alltagsbeobachtungen, Anekdoten, die in wenigen Zeilen erzählt sind oder mit einem Bild ausgedrückt werden können – das sind meine “Schnipsel”. Dieses Mal: Schönwetterflash, Ferien in Sicht, Corona…

Schönwetterflash

Im September ist es in Peking ja immer besonders schön. Es ist noch sommerlich-warm, aber die brütende Hitze mit an die 40 Grad ist überstanden, die Regenzeit ist vorbei. Da macht es noch viel mehr Spaß, draußen unterwegs zu sein. Und dann kam in den letzten Tagen auch noch supergute Luft dazu. Ich war die Woche nur so viel verabredet, so dass ich es nicht in Richtung Berge oder an einen der Seen geschafft habe. War trotzdem schön und hat gut getan. 

Mittwoch ging es zu den Weihnachtsengeln – da fahre ich immer hier (Kreuzung von Airport Expressway und 4. Ring) entlang und finde diesen über mehrere Etagen gestapelten Verkehr höchst faszinierend.

Hier treffen der 4. Ring und der Airport Expressway aufeinander.

Am Donnerstag konnte ich die Sonne, die einem jetzt nicht mehr das Hirn wegbrennt, beim Brunch auf der Dachterrasse des MaiFresh mitten in den Hutongs zwischen Glockenturm und Konfuziustempel genießen. Tolle Location, leckeres Essen (auch “instagrammable”), nette Gesellschaft und gute Gespräche – sehr, sehr schön, da lohnt sich auch das Warten (der Service ist nicht so schnell, aber sehr reizend).

Abends leider auch weder irgendwo herumgetuckert, noch nett draußen gesessen, sondern in der Schule am Elternabend teilgenommen. Der war zum Glück kurz und schmerzlos.

Am Freitag bin ich mit der Strickgruppe zum Wollmarkt gefahren. Diesmal hatte ich nicht so hochfliegende Erwartungen und keine deutschen Geschäfte mit handgefärbten Strängen in allen denkbaren Qualitäten vor Augen – und tatsächlich lohnt sich ein Besuch dort doch. Ich selbst habe zwar nur ein paar Knöpfe erworben, aber alle anderen haben gut zugeschlagen – unser kleiner Beitrag zur Standortsicherung. ;) 

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch diesen Mann gesehen:

Stylisher Cruiser auf der G110 in Peking

Der war so lässig! Kommt auf dem Foto leider nicht raus – schicke Federn am Hut. Der wusste jedenfalls, wie man so einen schönen Sonnentag genießen kann.

Gestern habe ich geschwächelt, heute hatten wir Besuch – schön war’s. 

Ferien, Mondfest und Golden Week in Sicht

Die kommende Woche ist auch noch mal so vollgepackt. Ich bin wieder jeden Tag verabredet, die Jungs schreiben Klausuren, aber am Freitag ist der letzte Schultag und dann sind Ferien: Golden Week. Dabei sind die Sommerferien doch gerade erst rum! Jedenfalls ist dann auch wieder Zeit für spontanes Rumstromern. Ich weiß, der “Freizeitstress” ist selbstgemacht, aber nach der langen Zeit ohne soziale Kontakte außerhalb der Familie gab es auch ein gewisses Nachholbedürfnis, und das war jetzt eher zufällig, dass es sich so geballt hat.

Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr in Peking sein wird. Sonst sind zur Golden Week die Straßen leer, dafür ballt es sich bei den Sehenswürdigkeiten. Das schau ich mir auf jeden Fall an.

Herbstlich ist es ja schon – in der Vegetation: es ist Erntezeit, vieles ist verblüht, die ersten Blätter fallen… Nur die Temperaturen sind noch sommerlich. Aber 28 Grad gelten hier nicht mehr als sommerlich genug, morgen wird die Klimaanlage abgeschaltet.

Der Vermieter hat uns gestern Mondkuchen geschenkt. Dieses Jahr ist das Mondfest relativ spät und fällt mit dem Nationalfeiertag am 1.10. auf den selben Tag.

Corona

Gestern ist es passiert: es wurde eine Corona-Infektion in Peking gemeldet, und das nach 43 Tagen ohne. Zwar “nur” importiert, d.h. das Risiko für uns Pekinger dürfte nicht größer geworden sein, da direkt am Flughafen abgefangen und isoliert, Mitpassagiere in Quarantäne… Trotzdem mahnt es einen, nicht leichtsinnig zu werden, das Virus ist nicht weg. 

Ansonsten bin ich weiterhin froh, hier zu sein. Unser Leben ist derzeit halbwegs normal, zwar mit Maske und App – aber das kann man dafür dann schon in Kauf nehmen. Beatmung wäre schlimmer. Wieder niemanden treffen zu können, wäre schlimmer. Wieder Schulschließung wäre schlimmer – wobei die Jungs ja sehr gut mit dem Online-Unterricht zurechtgekommen sind, und zumindest teilweise konzentrierter und effektiver lernen konnten. Aber ich habe kein Ambitionen, wieder als Mathelehrerin einzuspringen. ;) Und ihre Kumpel und die Pausen haben die Kerle ja auch vermisst.

Da keiner weiß, wie sich die Corona-Lage während des Winters entwickeln wird, aber durchaus befürchtet wird, dass es dann (auch hier in Peking/China) wieder mehr Krankheitsfälle geben könnte, will ich noch möglichst viel unternehmen, solange es geht.

Nächste Woche steht noch einmal einiges an Gruppenaktivitäten an, unter anderem ein Ausflug mit der Fotogruppe, in der Golden Week dann mehr solo und spontan.

Welche Schule?

Wenn man mit schulpflichtigen Kindern ins Ausland geht, ist die Frage „welche Schule“ eine der wichtigsten. Wir haben uns vor vier Jahren Gedanken dazu machen müssen. Nachdem ich gelesen hatte, dass es eine deutsche Schule in Peking gibt, habe ich mich damals gar nicht weiter um die anderen internationalen Schulen hier gekümmert. Der Schritt von Hamburg nach Peking ist groß genug, da muss man es Kindern mit zum damaligen Zeitpunkt nur mäßigen Englisch nicht unnötig schwer machen, dachte ich damals und denke ich heute noch. Ich hab es so nicht erwartet, aber in dem internationalen Umfeld hier verbessert sich das Englisch sowieso ganz von selbst.

Das Ankommen in der Schule ist meinen Söhnen leicht gefallen. Etwas, woran ich vor China gar nicht gedacht habe: hier sind alle neu oder waren es noch vor ganz kurzer Zeit. Die Kinder helfen sich gegenseitig und kümmern sich umeinander. Zumindest in den Klassen meiner Jungs war und ist das so.

Schulwechsel und Anerkennung von Abschlüssen

Auch ein anderer Vorteil ist nicht von der Hand zu weisen: Da es sich hier um eine anerkannte deutsche Auslandsschule handelt, ist es für die Kinder einfacher, zurück in Deutschland wieder in der Schule anzukommen – und auch der Zugang zu deutschen Unis sollte problemlos klappen. Mit einem internationalen Schulabschluss kann es Probleme geben, wenn die Fächerkombi nicht stimmt oder bestimmte Stundenumfänge nicht erreicht werden. Man muss da jedenfalls sehr darauf achten.

Ganz so schwierig ist es bei einer deutschen Schule nicht. Wenn man allerdings weiß, wohin man in zwei, drei Jahren (zurück-)geht und vielleicht sogar weiß, welche Schule es dann werden soll, dann sollte man ein Auge auf Fächerkombinationen haben. Latein wird an der DSP derzeit nicht als weitere Fremdsprache angeboten, auch nicht als AG – betroffene Familien haben das jetzt privat organisieren müssen, damit ihre Kinder im kommenden Schuljahr in Deutschland an ihr Wunschgymnasium gehen können.

Alternativen?!

Wenn man so wie wir „draußen“ in Shunyi wohnt, werden viele der internationalen Schulen – BSB, ISB, WAB, Dulwich und wie sie alle heißen – interessant, weil sie dichter dran sind. Für die ganz Kleinen gibt es da zum Teil einen deutschen Zweig. Die Rückmeldungen aus dem Bekanntenkreis, die ich bisher aufgeschnappt haben, verleiten mich zu der Einschätzung: Für jüngere Kinder bis zum Ende der Grundschule super, weiterführende Schule eher durchwachsen, hängt extrem an der konkreten Lehrkraft. 

Es ist aber auch immer alles eine Frage des persönlichen Geschmacks und des eigenen Lebensstils. Was ich über den Compound-Chat z.B. mitbekomme über Parents Association und allerlei Events – es ist mir von allem zu viel und in mir wächst das dringenden Bedürfnis „Bad Moms“ fünfmal nacheinander zu sehen. ;)

Aber das bin ich, andere Eltern sind gut zufrieden. Und das ist doch auch schön, dass es eine gewisse Auswahlmöglichkeit von Schulen gibt, selbst Tausende Kilometer von Deutschland entfernt.

Die DSP – Deutsche Botschaftsschule Peking

Deutsche Botschaftsschule Peking

DSP – Deutsche Botschaftsschule Peking

Weg vom Hörensagen, hin zu dem, was ich kenne: Meine Jungs gehen gerne zur DSP. Das finde ich mit 12 und 14 Jahren wirklich positiv. Wäre die Schule schrecklich, wäre das mit Sicherheit anders. Als wir uns vor fast vier Jahren die Schule das erste Mal angesehen habe, waren wir direkt vom Gebäude, der Ausstattung und der Sauberkeit beeindruckt. Okay, es ist halt auch eine Privatschule und da wir hier in China sind, ist es eben möglich, dass Putzkräfte den ganzen Schultag über für Sauberkeit sorgen.

Die Schulbüchereien (!) – eine für die Kleinen, eine für Sekundarstufe und Erwachsene – bieten viel und gut sortierten Lesestoff. Soweit ich das beurteilen kann, sind auch die Fachräume gut ausgestattet für naturwissenschaftliche Experimente, Kunst und Musik. Die Klassenräume sind mit Smartboards ausgestattet, mit denen auch die Kinder ganz selbstverständlich und souverän z.B. im Rahmen von Projektpräsentationen umgehen. 

Die Mensa bietet täglich drei verschiedene Essen („treudeutsch“/westlich, chinesisch, vegetarisch), Salatbuffet ab Klasse 7, fertig zusammengestellte Salate für die Jüngeren, Tagessuppe und Nachtisch. Ein Hauptgericht kostet derzeit 20 oder 25 RMB, d.h. ca. 2,50/3,20 Euro. Das Essen wird frisch in der Schule gekocht. Außer der Mensa gibt es auch ein Bistro, in dem Brezeln, Wraps, belegte Brötchen und auch Muffins, Joghurt und Obst verkauft werden.

Es gibt einen Schulshop, in dem man benötigte Schulmaterialien wie Stifte, Hefte und Mappen kaufen kann, aber auch jahreszeitliche Kleinigkeiten (Osterdeko, Adventskalender…), Bastelmaterialien, Schlampermäppchen, Becher, Shirts u.a. mit dem Schullogo – und Bücher (nicht nur für Kinder).

Foyer - Deutsche Botschaftsschule Peking

Deutsche Botschaftsschule Peking – Foyer

Das Schulleben/Extras ist bunt und bietet außer den AGs viel Abwechslung und Veranstaltungen. Eine Wanderarbeiterschule wird unterstützt, es gibt Adventskalender- und Nikolausaktionen, Vorlese- und Mathewettbewerb, Beteiligung an aus Deutschland bekannten Aktionen (Vorlesetag, Känguru-Wettbewerb).

Nicht zuletzt sieht sich die Schule auch als Anlaufpunkt für die Deutsche Community in Peking. Lesungen und Konzerte und Feste locken nicht nur Schüler und ihre Eltern. Viele Veranstaltungen der Patengruppe starten hier oder finden hier statt.

Die Schule bietet alle deutschen Schulabschlüsse bis zum Abitur an, auch ein Kindergarten und eine Vorschule gehören dazu.

Lange Schultage

Weil wir halt „draußen“ wohnen, ist der normale Schultag lang für die Jungs: Um 6:55 Uhr fährt der Schulbus am Compoundtor ab, gegen 16:30 Uhr trudeln die Jungs wieder ein. Haben sie AGs in der 9.+10. Stunde, wird es frühestens 18:15 Uhr, mit Pech – rush hour halt – später. Da kommt bei mir doch immer wieder die Überlegung auf, doch in Schulnähe umzuziehen. Noch lehnen die Kinder das aber vehement ab. Wir haben es mit unserer Nachbarschaft aber auch gut getroffen – so gut, dass sie lieber den langen Weg in Kauf nehmen als in die Stadt zu ziehen.

Update im Juni 2020: Wir sind jetzt “Städter”

Vor einem Jahr sind wir umgezogen und wohnen so nah an der Schule, dass die Jungs zu Fuß gehen können.

Das war für uns die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt.

Es ist nicht nur der Zeitgewinn, das Länger-schlafen-können und das Nicht-mehr-im-Stau-stecken, sondern die Jungs – inzwischen Teenager – sind hier unabhängiger, können sich leichter mit Freunden treffen und sind nicht mehr aufs Mama-Taxi angewiesen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Das schulische Lernen, die Inhalte und Methoden, am Ende die Abschlüsse – alles wie in Deutschland. Manche Lehrer werden lieber gemocht als andere, manche Fächer mag man dafür gar nicht, mit den Kumpeln Spaß zu haben und die Pausen sind am Wichtigsten – kennen wir alles aus Deutschland.

Freiwillige AGs kennen wir auch aus Deutschland, hier sind sie aber wichtiger, weil es nicht 50 verschiedene Vereine und Verbände, Musikschulen, Freizeitzentren gibt.

War es in Hamburg die Ausnahme, dass mal ein neues Kind in die Klasse kam, gilt hier, dass alle neu sind oder es vor kurzem noch waren. Das hilft beim Ankommen (siehe oben).

Smog

Gute Luft in Peking!

So gute Luft ist hier selten. Sehr selten.

In Deutschland wird inzwischen zwar auch über Feinstaubbelastung gesprochen, aber wir leben jetzt in Mega-Smog-City.  Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Schule. Die verfügt über eine gute Luftfilteranlage, die auch an richtig schlimmen Smog-Tagen für atembare Luft sorgt. Das Problem sind Pausen, Sportunterricht und AGs – alles, was nicht drinnen stattfindet. Bisher gab es die Regelung, dass ab einem AQI von 250 keiner mehr raus darf. In den Pausen wird die Sporthalle geöffnet, damit die Kinder sich dort austoben können. So riesig ist die Sporthalle leider nicht und dadurch an Smog-Tagen ziemlich überfüllt. AQI 250 ist der höchste Grenzwert im Vergleich der internationalen Schulen, bei allen anderen liegt es drunter.

Die Luft in Peking ist zwar immer noch oft übel – aber es wird doch von Jahr zu Jahr besser. Aktuell wird der Vorschlag in den Gremien diskutiert, diesen “Grenzwert” auf 200 abzusenken – den Wert, den die meisten anderen  internationalen Schulen auch haben – und der verglichen mit deutschen/europäischen Grenzwerten immer noch absurd hoch ist.

Update

Inzwischen wurde der Grenzwert auf 200 abgesenkt!

Fazit

Wenn Schulen sich präsentieren, zeigen sie gerne nur die Sonnenseite. Wenn man an einem Punkt nicht ganz überzeugt ist: nachhaken. Noch besser ist es natürlich, wenn man Bekannte hat, die man fragen kann. Bei den großen Arbeitgebern sollte das möglich sein. Dabei nicht vergessen: Meinungen und Geschmäcker sind verschieden, so findet sich hier im Blog natürlich mein Geschmack und meine Meinung.

Und welche Schule soll man denn nun wählen, wenn alles mit den Fremdsprachen machbar ist, die Fahrzeit in Ordnung geht und Übergänge problemlos laufen sollten? Wenn man alle Sachargumente gegeneinander abgewogen hat und auch dann noch zu keiner Entscheidung kommt? Wenn der Kostenfaktor nicht ausschlaggebend ist? Dann könnte man doch auch ein bisschen auf sein Gefühl hören.

Wir haben bei unserem Peking-Kennenlern-Trip die Schule besichtigt. Mir haben die Räumlichkeiten und die Atmosphäre auf Anhieb gefallen und noch wichtiger: auch die Kinder haben sich wohl gefühlt. Das gute Gefühl hat uns bislang nicht getrogen, die Kinder sind gut aufgehoben an der Schule und werden gefördert und gefordert. Natürlich gibt es auch mal doofe Schultage, ungerechte Lehrer und organisatorische Schwierigkeiten. Aber wo gibt es das nicht? Solange es die Ausnahme bleibt: alles ok. Wir würden uns jedenfalls auch aus heutiger Sicht wieder für die DSP entscheiden.

Weitere Informationen über die Deutsche Botschaftsschule auf der Schulwebseite!

Webseite von Schülerinnen für Schüler: dieschuelerpekings.com

Hier gibt es eine durchsuchbare Übersicht über alle (?) internationalen Schulen in Peking.

Und auch bei Beijing Kids findet sich ein “School Choice Guide“. Leider fehlt hier die Deutsche Schule, liegt wohl daran, dass es keinen englischsprachigen Zweig gibt (auch wenn einzelne Fächer auf Englisch unterrichtet werden, bei meinen Jungs Erdkunde ab Klasse 7).

Hinweis

Beitrag aktualisiert im Juni 2020!

 

Ein Highlight in China ist sicherlich die chinesische Küche, wobei es in Wahrheit nicht „die“ chinesische Küche gibt, sondern eine unglaubliche Vielfalt aus den verschiedenen Regionen. Wer mehr darüber lernen und erfahren möchte, dem möchte ich zum einen ein Buch: Culinaria China, zum anderen die Kochworkshops im „The Hutong“ ans Herz legen. Eine leckere Möglichkeit, sich dem Reich der Mitte über die Esskultur anzunähern!

Culinaria China – wer es bekommt, sollte die alte Hardcoverausgabe bevorzugen, inhaltlich nur minimal abgespeckt die neue broschierte Ausgabe. Mit diesem Buch kann man sich auf eine Reise durch China machen und lernt etwas über die jeweiligen Regionen und deren Küche. Umfangreiches Sach- und Rezeptregister machen das Wiederfinden von Rezepten leicht. Von meinen chinesischen Bekannten werden die Rezepte als authentisch eingestuft und natürlich kann man sich, wie bei jedem anderen Kochbuch auch, inspirieren lassen, variieren und dem eigenen Geschmack folgen.

Tolle Kochworkshops!

Für die Kochworkshops im The Hutong muss man nicht in Peking leben, man kann sie man auch bei einem kurzen Pekingaufenthalt gut einbauen, vielleicht anstatt Mittagessen zu gehen: das Essen selbst zubereiten und dann genießen. Man könnte zum Beispiel gleich morgens um 9 Uhr den ganz in der Nähe gelegenen Lama-Tempel besichtigen (auch wenn man dann nur eine Stunde Zeit dafür hat, mehr Zeit hat man bei organisierten Pekingreisen aber auch nicht), dann die Yonghegong Street Richtung Süden zur Dongsi North Street entlang spazieren, die große Kreuzung überqueren und ganz kurz danach vor der Post links in den Shique Hutong einbiegen. Oder gleich mit der U-Bahn bis zur Station Beixinqiao fahren.

Dann wird es etwas kniffelig, aber wenn man sich für einen Workshop angemeldet hat, bekommt man mit der Bestätigungsmail eine idiotensichere Wegbeschreibung (ich weiß das, mein Orientierungsvermögen ist armselig). Um 10:30 Uhr beginnen die Vormittags-Workshops, weitere gibt es nachmittags und abends, aktuell kostet ein Workshop ohne Ermässigung 300 RMB.

Ich habe inzwischen 5 Kurse dort besucht, zufällig alle bei Sophia. Sie stammt aus der Inneren Mongolei, und ist quirlig, engagiert, dynamisch, mitreißend! Sie spricht hervorragend Englisch – und sagt immer, sie sei nicht wegen ihrer Kochfähigkeiten, sondern wegen ihres Sprachvermögens dort beschäftigt. Ersteres ist definitiv tiefgestapelt! Sophia beginnt die Kurse stets mit einer kurzen (!) Vorstellungsrunde – mag nur ein Nebenaspekt sein, aber oft befindet man sich dort in internationaler Runde mit Menschen von allen Kontinenten, was absolut positiv für die Atmosphäre ist. Die Teilnehmerzahl bewegt sich zwischen 5 und 16-20 (?) Personen, wobei größere Gruppen dann einen zweiten Chief bekommen und auf zwei Küchen verteilt werden – die Gruppe bleibt also klein genug für individuelles Lernen. Bei der Vorstellungsrunde wird klar, ob Teilnehmer zum ersten Mal dabei sind, dann gibt es eine ausführliche Einführung in die regionalen Chinesischen Küchen und deren Besonderheiten; sind nur Wiederholungstäter da, wird das etwas abgekürzt.

Im Norden sind Nudeln und Nudelgerichte zuhause, die im Süden nicht gegessen werden, dort wird Reis bevorzugt. Im Norden ist die Küche generell etwas milder als im Süden, wo die schweißtreibende scharfe Küche bevorzugt wird, das Schwitzen sorgt für Abkühlung…

Input!

Gewürze

Dann werden die wichtigsten Gewürze vorgestellt, wer mag kann auch probieren: neben Salz und weißem Pfeffer sind dies helle und dunkle Sojasoße, Reiswein, Reisessig, Sesamöl, Chili, Ingwer, Knoblauch und Zucker, sowie – Sichuanküche! – Sichuanpfeffer. Je nach Rezept kommen weitere Gewürze hinzu, nicht alles wird immer verwendet, dafür kommen andere würzende Zutaten wie eingelegte Gemüse, Bohnenpaste, Chiliöl oder oder oder hinzu. Anschließend stellt Sophia die Rezepte des Tages vor, in der Regel sind es drei Gerichte, die gekocht werden. Sie erläutert die Herkunft, die Besonderheiten, spezielle Zutaten und den Umgang damit. Die eher langweilig-mühseligen Vorbereitungsarbeiten (rohes Fleisch vom Knochen lösen, Gemüse waschen…) werden vorab von Ayis erledigt, eine ist auch während des Workshops dabei und achtet darauf, dass reichlich Tee und Wasser fließt, kocht Reis, räumt Abfälle direkt weg. Das ist nicht nur ein bisschen Luxus, man kann sich dann auch besser auf das Wesentliche konzentrieren.

The Hutong - Küche

The Hutong-Küche

Das war dann auch genug Theorie, dann wird geschnippelt. Halt – doch noch etwas Theorie: knife skills! Gearbeitet wird mit einem großen chinesischen Messer, mörderisch scharf, und bevor man sich damit die Finger absäbelt, bringt Sophia (oder andere chiefs) einem zunächst den richtigen Umgang damit bei: wie fasst man es an, wie schneidet man dieses oder jenes Gemüse am besten? Meine Knoblauchpresse liegt seit dem ersten Kurs übrigens in der Ecke, mir gefällt die chinesische Methode: Ende abschneiden, Knoblauchzehe mit herzhaftem Bums aufs Messer plattklopfen, Haut einfach abziehen, fix kleinhacken, fertig. Geht viel schneller als die Hautabpfriemelei…

Push! Turnover! Quick!

Dann werden alle Zutaten vorbereitet, jeder muss ran, jeder bekommt ein bisschen Ingwer, Knofi, Gemüse und muss das Gelernte umsetzen und erst wenn alles fertig vorbereitet, gegebenenfalls mariniert ist, geht es an den Gasherd. Jeweils zwei Leute müssen ran und unter Sophias strenger Aufsicht pfannenrühren, weitere reichen andere Zutaten an, fügen Gewürze hinzu etc. Jeder kommt dran, drücken geht nicht – aber so lernt man alles. Push! Turnover! Quick! Quicker! Stehen eher scharfe Rezepte auf dem Speiseplan, wird abgefragt, wer scharf und wer lieber weniger scharf ist, dann werden gegebenenfalls zwei Varianten zubereitet. Spätestens jetzt ist Zeit für das erste Tsingtao! :)

Dank Ayi ist der große Tisch inzwischen freigeräumt und gedeckt und dann können die selbstgebrutzelten Köstlichkeiten genossen werden, Zeit für Fragen und Antworten, für Smalltalk – was unterscheidet eigentlich südamerikanische Schärfe von chinesischer? Ulkig, Fleischklößchen gibt es offensichtlich überall auf der Welt. Oh, und Teigtaschen wohl auch! Man entdeckt Unterschiede und Gemeinsamkeiten…

The Hutong

So ein Workshop ist definitiv ein Erlebnis und selbst am Ergebnis beteiligt zu sein: dann schmeckt es nochmal so gut. Den jeweils aktuellen Plan findet man hier auf der Webseite unter Calendar, der Anmeldeprozess ist ganz einfach. Ich habe bisher die Kurse Tastes of China B, Streetfood A, Sichuan B, Saisonales Gemüse/Februar und Neujahrsspezialitäten besucht – und habe mir fest vorgenommen, weiterhin etwa einmal im Monat einen Workshop zu besuchen. Gerne würde ich auch die anderen Angebote (Marktbesuche, Vorträge, Stadtteilspaziergänge, Ausflüge oder sogar Reisen) einmal wahrnehmen, das ist sich bislang terminlich nicht ausgegangen.

Meine Männer sind ja leider eher von der deutschen Schnitzelmafia. Nichtsdestotrotz mögen zumindest die beiden Kurzen inzwischen zum Beispiel Gong Bao Ji Ding: Hühnchen mit Erdnüssen und Sichuanpfeffer – wenn es ein chinesisches Nationalgericht gibt, dann ist es vielleicht dieses traditionelle aus der Sichuanküche stammende Gericht. Es gibt unzählige Varianten, auch vegetarisch – nur ohne Erdnüsse und Sichuanpfeffer ist es kein Gong Bao mehr!

Überhaupt essen wir inzwischen auch von mir gekochtes wesentlich schärfer als noch vor zwei Jahren, treudeutsche Küche kommt uns jetzt oft einfach zu fad vor! Allerdings – während ich dies geschrieben habe, steht Männe in der Küche und kocht Omas Tomatensuppe…

Käsekuchen ohne Boden

KOB in China

Dieses usselige Stück Kuchen ist vielleicht nicht schön, aber lecker, heiß erseht und eine Premiere: Käsekuchen ohne Boden – vielen auch bekannt als KOB ;) – hergestellt mit chinesischen Bordmitteln. Wie ich sicher schon mal beklagt habe, ist Quark hier Mangelware und im Supermarkt vor Ort nur ganz selten zu haben. Bei einer Stunde Fahrzeit und über 30°C ist mitbringen aus der Stadt (wenn dort überhaupt im April Gourmet erhältlich) auch keine Alternative. Und über den kläglich gescheiterten Versuch, selber Quark herzustellen, möchte ich nicht schreiben…

Heute habe ich dann den Tipp einer Freundin, Joghurt und Philadelphia zu mixen, ausprobiert und: tadaaa, es gibt eine Lösung für unser KOB-Problem! Sie macht allerdings KMB – also nur 750 g “Quark”masse – mit Boden, d.h. ich musste mit den Mengen tüfteln.)

Hier nun das Rezept zum Nachmachen für alle anderen in China gestrandeten KOB-Süchtigen:

200 g ungesalzene Butter
250 g weißen Zucker
5 mittelgroße Eier (mit Quark in Deutschland nimmt man 6, aber der Teig wird sonst zu flüssig)
500 g möglichst festen Joghurt (meiner kam aus der Flasche und war etwas dickflüssiger als Buttermilch)
500 g Philadelphia (den steinharten amerikanischen Import aus den 250g Alupäckchen mit Kartonumverpackung, gibt es immer bei Jenny Wang)
1-2 TL abgeriebene Zitronenschale (oder wenn man den gewachsten, gespritzten, gepimpten Zitronen hier nicht traut: 1 TL Zitronenessenz, gibt’s bei Jenny)
1 Päckchen Vanillezucker (aus Deutschland mitgebracht, sonst 1 guter EL selbstgemachten Vanillezucker: pro 100 g Zucker eine Vanillestange aufschlitzen und 14 Tage im verschlossenen Glas stehen lassen, gelegentlich schütteln).
2 Päckchen Vanillepuddingpulver (aus Deutschland mitgebracht – sonst 80 g Stärke plus 2 EL Vanillezucker)

Butter schaumig rühren, Vanillezucker, Zitrone und Zucker zufügen, danach die Eier. Joghurt und Philadelphia zugeben, dann Puddingpulver. In gefettete Springform 26 cm Ø füllen, ab in den Ofen.

In Deutschland würde so gebacken: 165° C Umluft mind. 50 min. backen, bis oben goldgelb, Kuchen im Ofen auskühlen lassen. Mit chinesischem Gasofen: 210°, leeres Backblech auf die unterste Schiene, Kuchenform auf den Rost/mittlere Schiene stellen, eineinhalb Stunden backen, nach 50 Minuten alle 10 Minuten nachsehen und neu einschätzen…

Beim nächsten Mal werde ich die Eier trennen und den Eischnee zum Schluss unterheben, außerdem den Philadelphia zuerst weich rühren und dann mit dem Joghurt mischen und dann zur Butter-Eigelb-Masse hinzufügen. Fürs Backen hab ich noch keine bessere Lösung.

Aber: es ist ein KOB und er schmeckt! :) Wir sind gerüstet für die kommenden Geburtstagsfeiern! :)

Meine Tochter und ich sind in der Unterzahl, in unserer Familie steht es 2:5. Hier in Peking steht es sogar nur 1:3. Verflixte Männerübermacht, die – Achtung, ein Klischee – eine Vorliebe für Schnitzel hat. Ich weniger. Also hat Männe lange Jahre probiert und experimentiert und es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht. Mit seinen Suppen muss er noch üben, aber bei den Schnitzeln gibt es nichts mehr zu meckern. Für unsere mäkeligen Kurzen ist das sogar das Lieblingsessen.

Als dann kürzlich Nummer 4 in der Schule gefragt wurde, ob und was die Kinder an Essbarem zum Schulflohmarkt für den guten Zweck beitragen – es wird mit dem Projekt Candlelight eine Wanderarbeiterschule unterstützt, mehr Informationen auf der Schulwebseite – war es für den Junior klar: wieder Schnitzel. Das haben er und Männe schon beim letzten Flohmarkt angeboten und es lief super. Junior hatte dann auch schon alles klargezogen, und uns danach erst informiert – da hat er Glück gehabt, dass Männe tatsächlich Zeit hat.

Normalerweise kaufen wir Fleisch hier draußen bei uns im auf Westler ausgerichteten Supermarkt. Aber für so eine Aktion braucht man ja ein paar Grämmchen mehr, also habe ich eine Freundin gefragt, ob sie nicht zufällig was vom Sanyuanli-Markt braucht – Glück gehabt, sie brauchte. Zu zweit ist es ja doch netter, den weiten Weg in die Stadt hineinzufahren, wobei wir Glück gehabt haben, und es zwar Stockungen aber keinen Stillstand gab. Einen Parkplatz gab es auch genau gegenüber vom Markt, alles perfekt.

Der Sanyuanli-Markt

Der Sanyuanli-Markt ist eine Pekinger Institution. Hier kaufen Restaurantschefs und Hobbyköche, aber auch Otto Normalchinese. Es gibt einfach alles, was man in der Küche brauchen könnte. Ich bin eine Weile nicht dort gewesen, konnte es anfangs nicht so richtig greifen, aber etwas war anders. Der Bäcker gleich vorne an ist neu, da war vorher ein Obststand, aber das war es nicht. Dann sah ich eine Frau mit Besen und der Groschen fiel: Es wirkte alles deutlich aufgeräumter und sauberer, der Gang war frei – der Markt befindet sich in einem langgezogenem Gebäude, ein Gang in der Mitte und links und rechts die kleinen Verkaufsstände. Auch alles schön sortiert: Vorne an finden sich jetzt Backwaren, dann haltbare Importware wie Kaffee, Kakao, Konserven, dann Obst, später folgen Geflügel, Schwein, Rind und Schaf, dann gibt es Gemüse, dann Fisch und Meeresfrüchte…

Und es riecht natürlich immer entsprechend! Als wir an den Fischständen vorbeigegangen sind, musste ich an den Markt in Liuku denken, wo es noch intensiver gerochen hat, wo die Gänge kreuz und quer gingen, es noch bunter und viel chaotischer war, wo mir dann ein Fisch vor die Füße gesprungen ist und es doch einen Moment gruselig war. Aber heute blieben alle Fische brav (und tot) auf den Tischen liegen, auch aus den Bottichen und Tüten (ja, Fische in wassergefüllten Tüten) ist nichts herausgesprungen – puh.

Fertig?

Wir haben unsere Einkäufe erledigt: Reichlich Schnitzelfleisch für den Schulflohmarkt, dann Geflügel zum Einfrieren für uns privat, dazu etwas Gemüse – am Ende waren wir schon ordentlich bepackt und sind umgedreht, den langen Gang zurück zum Ausgang.

Wir waren gerade wieder beim Fleisch angekommen, da höre ich das Klicken einer Kamera und sehe hoch und in ein großes Objektiv hinein. Ja klar, der Markt ist wirklich ein beliebtes Ziel für Fotografen. Es war allerdings nicht nur ein Fotograf, sondern es war eine Gruppe Japaner, alle mit Kameras bewaffnet – und alle konnten sich nicht über die beiden Langnasen einkriegen, die einen Großeinkauf auf einem chinesischen Markt getätigt haben. Man hat sich gegenseitig zugerufen und die Gruppe (samt Hocker für die bessere Perspektive von oben) zusammen getrommelt, nein, wie unfassbar exotisch, kicher, gacker, kreisch. Ich guck meine Freundin an – sie grinst, ich grinse, die Verkäuferinnen und Verkäufer an den Seiten grinsen und irgendjemand lacht los und irgendwann lachen wir alle, der ganze Markt. Der Wahnsinn.

Irgendwann können wir uns lösen, kommen noch an ein paar japanischen Nachzüglern dabei, müssen immer wieder kurz stehen bleiben und uns ablichten lassen. Gerne hätte ich zurückfotografiert, aber ich war zu schwer bepackt, keine Chance. Endlich kommen wir zum Auto und können fahren.

Für mich war das jedenfalls der lustigste Marktbesuch überhaupt – und auf dem Flohmarkt gibt es dann morgen sicher die fröhlichsten Schnitzel der Welt.

Pekings Strassen sind leer gefegt. Das ist jedes Jahr zum Chinesischen Neujahr so, aber dieses Jahr kommt das Corona-Virus erschwerend hinzu. Hier will ich erzählen, wie es für mich aktuell in Peking ist.

Am Ende dieses Blogbeitrags werde ich aktuelle Schließungen etc. auflisten und in der nächsten Zeit regelmäßig aktualisieren.

Was wir (nicht) wissen

Es heißt, das Coronavirus sei weniger ansteckend als die Grippe (Influenza) und weniger tödlich – scheinbar im Widerspruch stehen dazu die teils sehr drastischen Maßnahmen.
Wenn sich das Virus aber weiter ausbreitet, erhöht sich die Möglichkeit von Mutationen, die es gefährlicher machen könnten – und das erklärt wohl auch die teils drastischen Maßnahmen: Millionenstädte unter Quarantäne, aus dem Boden stampfen von Krankenhäusern mit über 1000 Betten… Hier in Peking Absage aller Temple Fairs und Kinopremieren. Schließung von stark frequentierten Mauerabschnitten, Vergnügungsparks und Sehenswürdigkeiten, allen voran die Verbotene Stadt und Lama- und Konfuziustempel.

Vielleicht ist es nicht nur Notwendigkeit, sondern auch ein wenig “Sicherheitsaktivismus”: zeigen, dass man aus dem Umgang mit SARS gelernt hat? 

Wuhan ist weit weg, aber inzwischen gibt es offiziell 41 Erkrankte in Peking, zwei inzwischen erholt (Stand heute 25.1.2020, 23 Uhr ).

Info-Mails von Schule und Botschaft

Von der Deutschen Botschaftsschule kam folgende Info:

Wir stimmen unser Vorgehen in dieser Angelegenheit eng mit der Botschaft und dem Botschaftsarzt ab:

Bitte erwarten Sie in den nächsten Tagen ausführlichere Informationen sowohl von der Schule als auch vom Botschaftsarzt. Heute, an unserem letzten Unterrichtstag vor den Ferien zum chinesischen Neujahrsfest, möchten wir Ihnen versichern, dass wir alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um Ihren Kindern nach den Ferien einen geregelten und sicheren Schulalltag zu bieten.

Folgende Maßnahmen möchten wir Ihnen im Vorfeld empfehlen:

  • Fahren Sie nicht nach Wuhan
  • Erholen Sie sich eher in Peking als an anderen Orten
  • Waschen Sie Ihre Hände regelmäßiger als sonst mit Seife
  • Meiden Sie offensichtlich erkrankte Personen
  • Tragen Sie auf Bahnhöfen und Flughäfen eine Feinstaubmaske, diese reduziert Tröpfcheninfektion
  • Wenn Sie mit hohem Fieber erkranken, lassen Sie sich untersuchen

Innerhalb der Schule ergreifen wir in den Ferien präventiv unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Intensive Grundreinigung aller Räume und Toiletten
  • Desinfektion aller Oberflächen und Griffe und Spielzeuge
  • Intensivierung der Kommunikation und Zusammenarbeit sowohl mit chinesischen Behörden als auch der Botschaft im speziellen unseres Botschaftsarztes

Von der Botschaft kam folgende Mail:

Nachfolgend konsularischer Hinweis der deutschen Botschaft Peking zur Entwicklung der sog. nCOV-Gefährdungslage in China, Stand 23.01.2020, 12:00 Uhr:

Allen Deutschen in China wird nach wie vor empfohlen, die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu China regelmäßig zu verfolgen. Diese werden anlassbezogen auch kurzfristig laufend aktualisiert. Die Websites der deutschen Auslandsvertretungen in China verweisen auf diese zentralen Informationen in diesen Reise-und Sicherheitshinweisen und deren weiterführenden Links.

Die WHO hat bisher keine Entscheidung über die Ausrufung eines Internationalen Gesundheitsnotstands getroffen.

Seit dem 23. Januar 2020, 10:00 Uhr, ist eine Ausreise aus Wuhan mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Zug, Flug, Bus, Fähre) bis auf weiteres nicht mehr möglich. Unklar ist, ob die Ausreisesperre auch für private Beförderungsmittel gilt. Deutschen Staatsangehörigen in Wuhan wird nahegelegt, sich an die Anweisungen der lokalen Behörden zu halten und bei Bedarf den Bereitschaftsdienst der deutschen Botschaft unter der Nummer +86 10 8532 9202 zu kontaktieren.

Die deutschen Auslandsvertretungen in China empfehlen darüber hinaus:

• Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste unter elefand.diplo.de
• Beachten Sie die Informationen im Merkblatt nCoV sowie auf den Seiten der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Robert-Koch-Instituts RKI.

Die Reise- und Sicherheitshinweise zu China, die regelmäßig aktualisiert werden und einen Link zum erwähnten Merkblatt enthalten, finden Sie über:
https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/china-node/chinasicherheit/200466?isLocal=false&isPreview=false

Auch China-Reisende sollten sich aktuell auf der Krisenvorsorgeliste eintragen.

Besuch muss Masken aus Deutschland mitbringen

N95-Masken waren in den Geschäften, in denen ich es versucht habe, überall ausverkauft.  Unser Mittlerer, der ab Montag mit seiner Freundin zu Besuch kommt, wird nun welche mitbringen. Allerdings nur drei, auch in Deutschland gab es Lieferengpässe… Nein, wir haben ihm nicht davon abgeraten zu kommen. Für ihn ist es ja auch Familienbesuch. Blöd ist es für Leute, die gerade jetzt eine “Once-in-a-Lifetime”-Reise antreten wollen – und dann sind wichtige Abschnitte der Großen Mauer, die Verbotene Stadt und viele andere Sehenswürdigkeiten geschlossen. Das ist super ärgerlich, ich hoffe, für solche Fälle gibt es vernünftige Stornomöglichkeiten.

Leere Strassen – zwischen “genial” und “gespenstisch”

Ich würde ja gerne mal mit dem Scooter über den Tian’anmen sausen, was normalerweise verboten ist. Gestern am Spätnachmittag hab ich es mal wieder versucht – vielleicht eine Chance angesichts des Feiertags?

Ich bin überall brav auf dem Bike-Streifen geblieben, aber ich hätte locker Slalom über 8 Spuren fahren können. Nichts los! 

Nordost-Ecke Verbotene Stadt

An der Ecke direkt am Graben standen ein paar wenige Fotografen. Aber auf der Straße: nichts. Und hier steppt sonst freitagabends der Bär! Ich bin dann an der Ostseite der Verbotenen Stadt entlang gefahren, aber nein, am Ende kein Durchkommen: streng wie immer, keine Chance mich an den Wächtern vorbeizumogeln. Und da ich selbst entscheiden möchte, wann ich China verlasse und nicht rausgeworfen werden will, bin ich dann doch lieber vernünftig… Außerdem saugt die Kälte das Scooterakku verflixt schnell leer, so dass ich lieber zurückgefahren bin.

Es ist jedenfalls schon ein komisches Gefühl, wenn die ansonsten belebten und übervollen Straßen so leer sind. Auch wenn dafür sicher vor allem die Neujahrsferien ursächlich sind, wenn die wenigen Menschen, die man unterwegs sieht, zum Großteil Masken tragen, ist es halt doch weit entfernt von normal.

Chunwan – das größte Fernsehereignis der Welt

Wieder zuhause war es Zeit, die Glotze anzuwerfen, diese chinesische Tradition machen wir mit und schauen uns die Neujahrsgala an. Dieses Jahr besonders augenkrebsverdächtig (Hauptsache quietschbunt!) – und nicht so überwältigend wie letztes Jahr. Okay, die vom letzten Jahr war wohl auch wegen der anstehenden 70-Jahr-Feierlichkeiten besonders opulent. Was es dies Jahr gar nicht gab: Feuerwerksbilder und Beiträge aus allen Provinzen (nur einige wenige). Ja, da war es dann auch wieder das Virus: offenbar sind da auch Veranstaltungen abgesagt worden. Bemerkenswert, dass es schon ziemlich zu Anfang der Show einen Beitrag zum Virus gab, im Gedächtnis geblieben ist mir davon vor allem der Dank an das medizinische Personal. 

CCTV-Neujahrsgala

WeChat ist wie jedes Jahr voller Neujahrswünsche – vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber ich habe schon den Eindruck, dass deutlich mehr Gesundheit als Wohlstand und Reichtum (was sonst eine der gängigen Grußformeln ist) gewünscht wird.

Gerüchte und Verschwörungstheorien

Wenn man auf Twitter nach #coronavirus schaut, dann findet man zwar durchaus auch seriöse Nachrichten – aber auch widerliche Äußerungen wie “Mistland nuklear dem Erdboden gleichmachen” (gemeldet). Nein, ich glaube nicht, dass das Virus eine aus einem Geheimlabor entwichene Biowaffe ist. Nein, ich glaube nicht, dass heute Nachmittag in Peking Chemtrails Desinfektonsflieger gesprüht haben. Nein, die Straßen von und nach Peking sind nicht geschlossen. Nein, wir haben keine Aluhüte auf, aber ich hab vorhin unterwegs dann doch meine Maske getragen, denn im Gegensatz zu dem ganzen anderen Unfug ist das eine sinnvolle Maßnahme.

Befindlichkeit…

Aktuell mache ich mir keine Sorgen um uns. Kalt lässt uns das ganze trotzdem nicht – es sind ja teils extrem drastische Maßnahmen (die Quarantäne von Millionen Menschen!). Panik und Hysterie ist aber auch nicht angebracht. Wir werden die Nachrichten weiter aufmerksam verfolgen, uns an die Ratschläge halten (nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, keine Menschenansammlungen aufsuchen, ganz oft Hände waschen und desinfizieren).

Als die Stadt am Mittwoch noch nicht ganz so leer war, war es schon auffällig, dass unter den Wartenden an Bushaltestellen wenn überhaupt mal einer ohne Maske war – das Verhältnis ist sonst umgekehrt! Heute waren die Straßen noch leerer als gestern, die wenigen Menschen, die ich gesehen hab, trugen bis auf wenige Ausnahmen Masken. Es ist tatsächlich ein bisschen so wie zu Beginn eines Katastrophenfilms (wer mich näher kennt, weiß um meine Vorliebe für Katastrophenfilme aller Art): Erste Meldungen in den Nachrichten, aber man führt sein Leben halbwegs normal weiter und dann… Ich hoffe sehr, dass der Spuk schnell wieder vorbei ist, aber vermutlich wird uns das wohl doch mindestens in den nächsten Wochen begleiten.

Zahlen, Schließungen und Maßnahmen

Stand: 25.1.2020 – 23 Uhr Pekingzeit
Update: 26.1.2020 – 13 Uhr Pekingzeit
Update: 27.1.2020 – 8 Uhr Pekingzeit

Hier liste ich wie angekündigt die mir bekannten Erkrankungszahlen, Schließungen und Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Virus auf. Quellen: The Beijinger, China Daily, That’s Beijing. 

China gesamt:

Um die Entwicklung verfolgen zu können, Zahlen vom 25.1.2020:

  • 1,369 bestätigt
  • 1,983 Verdachtsfälle
  • 40 erholt
  • 41 gestorben

Zahlen am 26.1.2020

  • 1,975 bestätigt
  • 2,684 Verdachtsfälle
  • 49 erholt
  • 56 gestorben

Zahlen am 27.1.2020, 8 Uhr:

  • 2,762 bestätigt
  • 5,794 Verdachtsfälle
  • 51 erholt
  • 80 gestorben

Peking

41 bestätigt, 2 erholt(25.1.2020)

51 bestätigt, 2 erholt (26.1.2020)

63 bestätigt, 2 erholt (26.1.2020, 20 Uhr)

68 bestätigt, 2 erholt (27.1.2020, 8 Uhr)

Auswirkungen in Peking:

  • Absage aller Temple Fairs
  • Ab morgen (Sonntag, 26.1.2020) fahren keine Long-Distance-Busse mehr.
  • Temperaturkontrollen in mindestens 35 Metrostationen
  • An den Pekinger Flughäfen Temperaturkontrollen aller Ankommenden
  • internationale katholische und muslimische “Services” abgesagt (was die beiden deutschsprachigen christlichen Gemeinden machen, ist mir aktuell noch nicht bekannt)
  • Filmstarts abgesagt (zum Neujahrsfest eigentlich ein Megageschäft), mehrere Kinoketten schließen für unbestimmte Zeit
  • Yew Chung International School hat die Ferien vorerst um zwei Wochen bis zum 17.2.2020 verlängert, die Kaiwen Academy hat um eine Woche verlängert.
  • Manche Dörfer rund um Peking verordnen sich selbst Quarantäne, keiner kommt rein, keiner raus – z.B. Xianrendong Village in Changping. (Das hat es wohl während der SARS-Krise 2003 auch schon gegeben.)

Geschlossen:

  • Verbotene Stadt
  • Lamatempel
  • Konfuziustempel
  • Mauer bei Badaling
  • Mauer bei Juyongguan
  • Ming Gräber
  • Happy Valley (Vergnügungspark)
  • viele Theater, Kinos
  • Beijing Zoo

Derzeit (noch?) geöffnete Parks:

  • Ritan Park
  • Tuanjiehu Park
  • Rending Hu Park
  • Beihai Park
  • Zhongshan Park
  • Chaoyang Park
  • Qingnianhu Park
  • Temple of Heaven

Update 26.1.2020, 13 Uhr

  • DiDi fährt nur noch innerhalb der Stadt. Fahrer müssen Masken tragen.
  • Eisvergnügen auf dem Houhai-See ist bis auf Weiteres geschlossen.
  • Outlet Malls in Fengtai bis auf Weiteres geschlossen
  • geöffnet: Solana, Indigo

Update 26.1.2020, 20:30 Uhr

  • Nanshan-Ski-Resort bis auf Weiteres geschlossen (Mitteilung über die APP des Resorts)
  • Alle städtischen Pekinger Schulen verlängern ihre Ferien bis (mindestens) zum 17.2.2020. Inwieweit dies die privaten internationalen Schule verpflichtet, ist noch nicht ganz klar. Achtung, Spekulation: auch die internationalen Schulen werden verlängern müssen, würde mich überraschen, wenn da Ausnahmen gemacht werden.

Update 27.1.2020, 13:30 Uhr

  • Haidilao, die größte Hotpot-Kette, hat landesweit alle Filialen geschlossen – erstmal bis zum 31.1.2020
  • Chinesische Gruppenreisen (sowohl innerhalb Chinas als auch ins Ausland) bis auf weiteres unterbrochen, chinesische Agenturen und Reisebüros dürfen keine Gruppenreisen verkaufen. Nur bereits begonnene Reisen dürfen zuende gebracht werden. Individualreisen nicht davon betroffen.
  • Pangu 7 Star Hotel hat bis auf weiteres geschlossen.
  • Die offiziellen Neujahrsferien wurden um 2 Tage bis zum 2. Februar verlängert.

Erneut Mail vom Auswärtigen Amt (26.1.2020, 22:08 Uhr:

Liebe Landsleute,

die chinesischen Behörden haben mittlerweile weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus getroffen und u.a. den privaten Autoverkehr in einigen Städten der Provinz Hubei weitgehend untersagt. Dies ist für alle Betroffenen mit großen Einschränkungen verbunden. Die Bundesregierung steht im engen Kontakt mit den chinesischen Behörden und Partnerstaaten und prüft intensiv Möglichkeiten der Unterstützung für die Deutschen, die sich derzeit in der Provinz aufhalten. Wenn sich eine Möglichkeit zur Ausreise ergibt, werden wir Sie umgehend informieren.
Bitte beachten Sie, dass die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu China angesichts der aktuellen Entwicklungen um den neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) aktualisiert wurden (https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/china-node/chinasicherheit/200466). Diese Hinweise werden anlassbezogen laufend aktualisiert und sollten daher auch weiterhin aufmerksam verfolgt werden.
Die deutschen Auslandsvertretungen in China empfehlen:

– Halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Sicherheitsbehörden.
– Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste unter elefand.diplo.de und bitten Sie auch andere Deutsche, die dies noch nicht getan haben, um Registrierung.
– Kontaktieren Sie in Notfällen den Bereitschaftsdienst der Deutschen Botschaft unter der Nummer +86 10 8532 9202.

Ihre deutschen Auslandsvertretungen in China

Unter dem genannten Link zur Sicherheit in China findet sich Folgendes:

Seit Dezember 2019 sind in der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei Fälle einer Lungenerkrankung aufgetreten, die wahrscheinlich mit dem Besuch eines lokalen Geflügel- und Fischmarkts in Verbindung stehen. Im Verlauf wurde eine Infektion mit einem neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) nachgewiesen. Aktuell steigen die Fallzahlen weiter deutlich an und es sind Todesfälle aufgetreten. Die Erkrankung breitet sich in China weiter aus. Die Quelle und Übertragungswege der Infektion sind nicht abschließend geklärt, die Übertragung von Mensch zu Mensch ist aber inzwischen wissenschaftlich gesichert. Das Risiko für deutsche Reisende in Wuhan wird als moderat eingeschätzt.

Die chinesischen Behörden haben seit 23. Januar 2020 Reisebeschränkungen in die Stadt Wuhan und andere Städte der Provinz Hubei erlassen. Eine Ausreise mit Zug, Flug, Bus, Fähre ist derzeit nicht möglich. Auch andere Provinzen Chinas haben Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit unterschiedlichen Ausmaßes verhängt. Davon kann zunehmend auch der Fernreiseverkehr betroffen sein. Allgemein ist derzeit mit erheblichen Einschränkungen der Mobilität innerhalb Chinas zu rechnen.

Durch die enorme Beanspruchung des Gesundheitssystems kann es zu Einschränkungen bei der allgemeinmedizinischen Versorgung kommen.

  • Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste
  • Von Reisen in die Provinz Hubei wird derzeit abgeraten.
  • Beziehen Sie die genannten Einschränkungen in Ihre Reiseplanung ein.
  • Erwägen Sie, nicht zwingende Reisen nach China auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
  • Halten Sie sich an die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte.
  • Beachten Sie die Informationen im Merkblatt nCoV sowie auf den Seiten der Weltgesundheitsorganisation WHO und des Robert-Koch-Instituts RKI.

 

 

Ich fahre jetzt Scooter!

Vor dem Umzug habe ich mich schweren Herzens von meinem Tuktuk getrennt. Trotz überall vorhandener Delivery-Services fand ich es oft auch gut, zumindest die Kühlware selbst mit nach Hause nehmen zu können. Abgesehen davon, dass so ein Tuktuk wirklich ein praktische Gefährt ist, hat es auch viel Spaß gemacht damit zu fahren. Aber hier in der Stadt hätte ich weder Abstellplatz noch Lademöglichkeit, mal abgesehen davon, dass die für die Stadt auch gar nicht zugelassen sind.

Mein altes Tuktuk

Mein altes Tuktuk

Ersatz musste sein

Jetzt habe ich einen Scooter. Und nein, unter Scooter versteht man nicht nur die in Deutschland gerade heiß diskutierten e-Tretroller, sondern auch (e-)Motorroller. 

Lange habe ich geguckt und recherchiert, bin zu verschiedenen Händlern gefahren und habe diverse Modelle diverser Marken Probe gefahren. Dabei wurden schnell große Qualitätsunterschiede deutlich. Wenn man bei einem funkelnagelneuen Modell das Gefühl hat, die Bedienungsknöpfe fallen gleich ab, ist das nicht sehr vertrauenerweckend.

Außerdem habe ich lernen müssen, dass das, was mir gut gefallen hätte, nicht unbedingt erlaubt ist. Also lieber nicht. So ist es dann ein Modell der U-Serie von Niu geworden (die gibt es auch in Deutschland und Europa). Auf die schicke Original-Box habe ich verzichtet und mir lieber ein großes Modell anbauen lassen, außerdem auch Rückspiegel. Wenn es Ende Oktober kalt wird, werde ich noch “Winterausrüstung” ergänzen -Handwärmer/Decke, vielleicht nicht unbedingt im “Hello Kitty”-Design… ;)

Scooter-Registrierung

Scooter müssen registriert werden und brauchen ein Nummernschild. Manche Händler können das für einen erledigen, ich musste selbst ran. Immerhin wurde mir der Weg ganz genau erklärt – und ohne diese Erklärung würde ich jetzt immer noch durch Peking irren… Aber es war auch so noch abenteuerlich genug, unterhalb des Dritten Rings am Parkplatz vorbei in falscher (!) Fahrtrichtung über die Abbiegerspur zur Verkehrspolizei (!) zu kommen.

Im Gebäude drinnen war ich zunächst leicht überfordert, habe dann aber einen Schalter ohne Schlange davor entdeckt, wo auch noch ein kleines Schild “Registration” angebracht war. Und dann ging es tatsächlich ganz fix. Fapiao (die chinesische Rechnung mit dem roten Stempel) und Fahrzeugdatenzettel über den Schalter gereicht und dann mit der Mitarbeiterin raus vor die Tür, die meinen funkelnagelneuen Scooter kurz in Augenschein genommen hat. Wieder rein und nach insgesamt nur zehn Minuten hatte ich meine Registrierungskarte und mein Nummernschild.

Scooter

Mein Scooter

Früher undenkbar, heute großer Spaß

Ich weiß noch, wie ich beim ersten Peking-Besuch an der Kreuzung vor dem Sanlitun Village stand und mich gefürchtet habe: Wie soll man hier nur heil rüber kommen? Und jetzt schlängel ich mich mit meinem Scooter zwischen den Menschen durch über die Kreuzung…
Natürlich fahre ich nur mit Helm. In den ersten Tagen hatte ich allerdings schon großen Respekt, fast etwas Bammel – aber inzwischen macht es mir wirklich Spaß. Aber schon interessant zu sehen, wie sich da Einstellungen und das, was man sich zutraut, über die Jahre hin verschiebt.

Es ist jedenfalls klasse, wie sich mein Radius erweitert hat, wie ich unabhängig und bequem mitten in Peking unterwegs sein kann. Nun entdecke ich Peking aus einer neuen Perspektive!

 

 

Nachdem wir neulich eine Gemüsefarm besichtigen konnten, waren wir am Wochenende wieder mit unseren chinesischen Bekannten unterwegs, diesmal um Pfirsiche in Pinggu anzusehen.

Über Pinggu und Pfirsiche

Pinggu ist der nordöstlichste Bezirk Pekings. Der Ort Pinggu hat gut 300.000 Einwohner, ist nach chinesischen Maßstäben also ein Dorf. Der Distrikt Pinggu ist größer als ganz Berlin, insgesamt leben hier ca. 440.000 Menschen. Hier befindet sich nicht nur Shilinxia mit dem Flying Saucer, viel berühmter ist Pinggu dafür, dass sich hier das größte Pfirsichanbaugebiet der Welt befindet. Überhaupt: Mit Abstand die meisten Pfirsiche weltweit wachsen in China.

Mir wird erklärt, dass in der Nähe der Farm, die wir besuchen werden, ein erloschener Vulkan liegt. Die Pfirsiche hier in den Bergen seien besonders süß. Das liege an der Höhe, dem Unterschied von Tag- und Nachttemperaturen und dem vulkanischen Gestein. Aufgrund der Lage hier reifen die Pfirsiche relativ spät.

Eine andere Welt

Wir fahren über den Jingping Expressway aus Peking raus. In Pinggu geht es auf immer schmaler werdenden Landstraßen weiter, durch kleine wuselige Dörfer. Wir sind gerade eineinhalb Stunden unterwegs und doch in einer ganz anderen Welt. Überall an den Straßen werden Früchte verkauft, was mich ein bisschen an die Apfelbauern im Alten Land erinnert. Dann wird es hügeliger und wir erreichen die Berge. Wir biegen ab und halten am Ortseingang von Suziyucun, stellen das Auto im Schatten ab und werden von der Farmerin begrüßt. 

Die Farmerin

Bevor ich Interesse für die Pfirsiche aufbringen kann, muss ich erstmal die Aussicht genießen. Das dichte Grün, ringsum Berge – das ist wirklich schön. Es ist allerdings auch wieder sehr heiß und extrem schwül. Jetzt folgen wir der Farmerin in den Pfirsichhain. Zuerst kommen wir allerdings an Walnuss- und Birnbäumen vorbei. 

Pfirsichhain oder Pfirsichdschungel?

Wir verlassen den Hauptweg und landen auf einem schmalen feuchten Pfad. Der Lärm der Zikaden ist ohrenbetäubend. Ich gucke sehr genau, wo ich hintrete, denn ich hab keine Lust, über Schlangen oder ähnliches Gewürm zu stolpern. Es fühlt sich nicht wie ein Pfirsichhain, viel mehr wie ein Pfirsichdschungel an.

Auf der Pfirsichfarm

Wir stromern kreuz und quer zwischen den Pfirsichbäumen herum. Es gibt Plattpfirsiche und runde Pfirsiche, gelbe,  weiße und rote. 

An vielen Bäumen sind Papiertüten über die Früchte gestülpt: Das ist eine Auflage der Behörden, damit die Pfirsiche vor Pestiziden geschützt werden. Ganz ohne zu Sprühen gehe es nicht, denn die Pfirsiche seien sehr krankheitsanfällig.

Pfirsich-Tüten-Baum

Kurz vor der Ernte werden die Papiertüten abgestreift (und liegen dann auf dem Boden herum, wo sie mit der Zeit aufweichen). Künstlicher Dünger ist verboten – es riecht aber intensiv nach Stall…

Beijing’s most beautiful village

Nachdem wir uns von Moskitos aus dem Pfirsichhain haben vertreiben lassen und uns von der Farmerin verabschiedet haben, spazieren wir noch durch das Dorf. Gleich am Ortseingang fallen Unmengen von Ziegelsteinen ins Auge: hier wird gebaut. Ein großes Holzschild verkündet, dass Suziyu “Beijing’s most beautiful village” sei. Ob das so ist? Schön gelegen ist es alle mal. Es gibt ein Regierungsprogramm, durch das die Dörfer rings um Peking renoviert, restauriert und aufgewertet werden sollen. Zum Einen soll damit der Tourismus/Naherholung/Kurzurlaub gefördert werden, dadurch kann zum Anderen das Einkommen der Dorfbewohner steigen. Und mit der Winterolympiade 2022 hat es wohl auch zu tun.

Wir schlendern durchs Dorf. Plötzlich ohrenbetäubender Lärm: eine Lautsprecherdurchsage. Wahnsinn, das muss eine super leistungsfähige Anlage sein. Inhalt der Mitteilung war, dass man jetzt neue Kisten für die Pfirsiche im Zentrum abholen könnte. Ein paar Minuten später kamen uns dann auch lauter TukTuks entgegen.

Affen und Pfirsiche?

Überall unterwegs sehen wir Plastiken übergroßer Pfirsiche, vor denen ein Affe steht oder sitzt. Auch hier in Suziyu findet sich so eine Figur. Was es damit auf sich hat? In einem der vier klassischen chinesischen Romane “Die Reise in den Westen*” probiert der Affenkönig Sun Wukong im Garten der (daoistischen) Göttin Xiwangmu von einem Pfirsich und wird dadurch unsterblich.

Pfirsich und Affe - geht auf eine Legende zurück

Oh, Kinder aufgepasst: Euer Spiel Dragon Ball basiert lose auf Sun Wukongs (japanisch: Son Goku) Abenteuern!

Wir schließen den Ausflug mit einem Essen in einem urigen chinesischen Ausflugslokal an einem Stausee ab, bevor wir uns auf den Rückweg nach Peking machen. Der Tag im Grünen hat jedenfalls richtig gut getan – und unser kleiner Vorrat von frischen Pfirsichen ist auch schon fast aufgefuttert.

Fotos

 

 

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Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provisions-Links. Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht. 

 

 

Verbotene StadtAusflugstipps für Peking und Umgebung? Wenn man als Tourist nach Peking kommt und nur begrenzt Zeit hat, dann ist man mit den Top-10-Listen aus Reiseführern und/oder dem Angebot der Reiseveranstalter sicher auf der richtigen Seite und wird vermutlich feststellen, dass ein paar Tage für Peking einfach nicht reichen.

Aber wenn man mehr Zeit in Peking hat, gibt es so viel mehr zu entdecken, mehr als selbst der dickste Reiseführer zu bieten hat. Doch wie kommt man an Ausflugsideen, woher weiß man, wohin man sich mal aufmachen könnte? Sicher gibt es bei den internationalen Peking-Magazinen wie beijing kids  usw. auch immer wieder mal Tipps.

Leider inzwischen offline: Inside Beijing

Aber meine Lieblingsquelle für Ausflugstipps war Inside Beijing. Hier fanden sich 169 (!) Ziele, sortiert nach Stadtbezirken, alphabetisch oder thematisch:

  • Berge und andere Natursehenswürdigkeiten
  • Historische Sehenswürdigkeiten (Kaiserliches Peking)
  • Kirchen, Kathedralen und Moscheen
  • Klöster und Tempel
  • Kunstmuseen und -galerien
  • Museen zu Geschichte und Kultur
  • Naturwissenschaftliche und Technische Museen
  • Straßen, Plätze und Märkte
  • Zoos, Gärten und Parks

Neben einer Beschreibung finden sich jeweils die konkrete Adresse (deutsch und chinesisch), weiterführende Links (sofern vorhanden), Empfehlungen zu Zielen in der Nähe, Informationen zu Eintrittspreisen und Öffnungszeiten sowie Anreisetipps mit Bus und Bahn, bei denen allerdings darauf hingewiesen wird, dass sie zuletzt 2013 vollständig überprüft wurden. Das sollte allerdings nur für Busverbindungen problematisch sein, mit dem Taxi eh kein Problem. 

Andere Inspirationsquellen:

Viele Tipps finden sich auf “Travelchinaguide“. Hier finden sich auch praktische, aktuelle Informationen zur Anreise und Eintrittspreisen.

Ich lasse mich gerne von Reiseberichten auf vielen Blogs inspirieren. Ein bisschen kritisch kann man das immer sehen, wenn Reisende, die gerade mal 3 Tage in Peking waren, plötzlich wissen, was “das Beste in Peking” ist und mit Geheimtipps um sich werfen, oder schlimmer noch: wenn die Informationen nicht stimmen oder veraltet sind. Trotzdem kann man sich mit den vielen verschiedenen Eindrücken und Fotos inspirieren lassen. 

Deshalb hier noch mal mein persönlicher Disclaimer für meine Tipps: Ich berichte von meinen Eindrücken, schildere meine Wahrnehmung – was mir gefällt, muss anderen nicht gefallen und umgekehrt.  Was ich aber ganz sicher weiß: ich werde mich in Peking sicher nicht langweilen, und es gibt immer noch wahnsinnig viel zu entdecken.

 

Unser 5. Jahr in Peking hat begonnen. Im Folgenden blicke ich zurück, um mich am Ende auf das Kommende zu freuen!

Damals und heute

Den Kopf voller Ängste und Unsicherheiten und unglaublich aufgeregt sind wir in Peking angekommen. Die Jungs noch im Grundschulalter bzw. gerade aufs Gymnasium versetzt, noch traurig vom Abschied von Geschwistern, Familie und Freunden. Als ob so ein Umzug von einem Kontinent auf den anderen nicht schon aufregend genug wäre, mussten wir ja in Amsterdam auch noch den Flieger verlassen und auf eine Ersatzmaschine warten –  leider ist der Flieger während des Beladens beschädigt worden. Zum Glück wurde das noch am Boden, nicht erst in der Luft bemerkt. Diese extra Aufregung hat aber tatsächlich den Kummer etwas in den Hintergrund gedrängt. Wie meine Freundin immer sagt:

Nichts ist so schlecht, dass es nicht doch noch für irgendetwas gut ist.

In Peking angekommen haben die meisten Befürchtungen sich nicht bestätigt, dafür sind andere Probleme aufgetreten, die ich vorher gar nicht auf dem Zettel hatte.

Die Angst, keine Freunde zu finden, hätten wir alle nicht haben müssen. Und wir haben sogar das Glück, nicht nur “temporäre” Freunde für die Pekingzeit gefunden zu haben, sondern darüberhinaus haben wir auch neue Freunde fürs Leben gefunden.

Mehr Goodbyes als erwartet

Aber das “temporär” deutet es schon an: Kein Ausländer ist für immer in Peking, wir sind alle nur begrenzte Zeit hier, früher oder später ist Schluss. Bei den meisten früher, d.h. nach zwei, drei Jahren heißt es Abschied nehmen. Damit hatten wir nun überhaupt nicht gerechnet. Wenn wir an Abschied gedacht haben, war das immer auf Hamburg und Deutschland und die Familie und Freunde dort bezogen. Jetzt ist Juni nicht nur fröhlich, Sommer, Ferienvorfreude – sondern eben auch “Goodbye Season”.

Die Sprache

Ich hatte große Angst, mit meinem erbärmlichen Chinesisch aufgeschmissen zu sein. Was ich nicht erwartet habe: Englisch ist fast noch wichtiger. Zumindest in unserem internationalen Compound und dem auf uns Ausländer eingestellten Umfeld (Supermarkt, Klinik, Restaurants…) war das so. Deutsches Fernsehen? Fehlanzeige. Deutschsprachige DVDs? Nur im Ausnahmefall. Streaming? Funktionierte nach kurzer Zeit nur noch mit neuen, amerikanischen Accounts. Das unerwartete Ergebnis: unser aller Englisch hat sich deutlich verbessert. Die Fortschritte im Chinesischen sind glücklicherweise auch da, aber es lernt sich einfach nicht so leicht wie dem Deutschen verwandtere Sprachen. Was mir aber auch deutlich geworden ist: es ist so wichtig, sich auch mal in der Muttersprache unterhalten zu können, ohne nach Worten suchen zu müssen. Gespräche, in denen man auch zwischen den Zeilen kommunizieren kann, Wortspiele und Doppeldeutigkeiten nutzen (was mir auf Englisch nicht so leicht fällt, auf Chinesisch Fehlanzeige).

Geduld, Gewöhnung, Gelassenheit

Ich hätte nicht erwartet, dass ganz normaler Alltag so zeit- und kraftraubend sein kann.

Es sind nicht nur die weiten Wege, es ist nicht nur, dass man sich oft nur unzulänglich verständigen kann (mit Handwerkern, beim Einkauf…) – vieles ist einfach so komplett anders.

Dass es viele Produkte gar nicht, nicht in der gewünschten Qualität oder nur zu Phantasiepreisen gibt (Milch- und Milchprodukte z.B.) – daran gewöhnt man sich mit der Zeit, findet Alternativen (zum Quark z.B.).

Bei notwendigen Reparaturen wurde oft nicht einfach fix gemacht, sondern erst überlegt, mit weiteren Workern diskutiert, x-mal Rücksprache gehalten und dann wurde im dritten Anlauf erst die Leiter geholt, die man beim ersten Anruf schon angefordert hatte… Drüber aufregen? Wozu? Macht nur vorzeitig Runzeln und ändert eh nichts.

Gut, so manches ist auch komfortabler: Delivery services sind selbstverständlich, sei es im Supermarkt oder von Restaurants. Bezahlbares Taxifahren. Und diese – Didi – per App bestellen zu können, das erspart das Hantieren mit Visitenkarten, wenn das eigentlich inzwischen brauchbare Chinesisch vom Fahrer partout nicht verstanden wird.

Der Verkehr

Ich weiß noch, wie ich bei unserem ersten Besuch in Peking im Februar 2014 an der Kreuzung vorm Sanlitun Village gestanden und mich gefürchtet habe. Heute stehe ich mit meinem Scooter an deutlich größeren Kreuzungen und bin selbstverständlicher Teil vom Gewusel. Das hat aber tatsächlich Jahre der Gewöhnung gebraucht. Für den Einstieg hatte sich die Regel bewährt:

Vergiss die Ampelfarben. Wir warten bis wir viele sind und schwimmen dann mit dem Pulk.

Mein Gefühl mag mich täuschen, vielleicht hängt es auch mit der Gewöhnung zusammen, aber der Verkehr scheint mir heute weniger chaotisch und weniger laut als vor vier Jahren. Gehupt wird tatsächlich weniger.

Smog

Woran erkennt man in Peking die Neuankömmlinge?

An den Masken.

Bevor wir herkamen, war eine meiner größten Sorgen der Smog. Der Kinder wegen und wegen meines eigenen Hangs zu Atemwegserkrankungen. Die Luftbelastung ist immer noch unanständig hoch, aber meistens hat es für uns keinen Einfluss mehr auf den Alltag. Drinnen sind wir gut mit Luftfiltern ausgestattet. (Allerdings können die auch nerven – wirklich lautlos funktionieren die nicht.)

Und wenn die Werte über 300 steigen, bleiben wir bis auf absolut unvermeidliche Wege drinnen – wenn wir dann doch rausmüssen, tatsächlich nur mit Maske. Die Dinger sind aber so unbequem und lästig, dass wir die bei weniger üblen Werten weglassen. Die Smog-Nebenwirkungen wie Kopfweh, Halsschmerzen… erwischen einen auch mit Maske, so toll ist der Schutz dadurch nämlich auch nicht. Die meisten Leute, die wir kennen, handhaben das ähnlich – jeder findet hier seine persönliche Schwelle, ab wann der Smog einen selbst so belastet, dass man besser drinnen bleibt. Denn das schützt besser als jede Maske.

Tatsächlich ist die Belastung – obwohl immer noch vorhanden – von Jahr zu Jahr weniger geworden. Es gibt immer mehr und öfter Tage, an denen die Luft nicht schlechter als in Deutschland ist (manchmal sogar besser!) Wäre schön, wenn sich das so weiter fortsetzt.

Trotzdem gibt es diese Tage, an denen man aus dem Fenster guckt und sich am liebsten wieder im Bett verkriechen möchte, wenn man kaum bis zur gegenüberliegenden Straßenseite gucken kann und alles in einer grau-braun-gelben Suppe erstickt. Die Auswirkungen auf die physische Gesundheit ist das eine – der Smog kann einen aber auch wirklich trübsinnig werden lassen.

Drinnen und draußen

Seit knapp zwei Monaten leben wir jetzt “drinnen”, mitten in Chaoyang. Von unserem TukTuk haben wir uns trennen müssen, dafür habe ich jetzt einen Scooter (anders als in Deutschland ist das kein eTretroller, sondern ein “eMopped”). Auch wenn mir manchmal der alte Supermarkt am Pinnacle Plaza in Shunyi fehlt, weiß ich inzwischen die Vorteile der vielen verschiedenen Supermärkte, Märkte, kleinen Läden rings um uns herum zu schätzen.  Es ist halt auch wieder ein bisschen (zeit-)aufwendiger, nicht alles an einem Ort erledigen zu können. Jetzt lohnt es sich tatsächlich auch, “mal kurz” irgendwohin zu gehen/zu fahren, einfach weil die Wege nicht mehr so unangemessen weit sind.

Die Jungs

Ob es am Alter liegt oder am Wohnort: die Jungs sind hier leichter zum Mitkommen zu animieren. Was das ausmacht, dass die lange Fahrt über den Airport Expressway nicht mehr nötig ist!

Ich musste mir abgewöhnen, von “meinen Minis” zu sprechen. An den beiden ist gar nichts mehr mini, das sind (fast) ausgewachsene Teenager, die es genießen, dass ihr Radius, in dem sie alleine unterwegs sein können, sich deutlich erweitert hat.

Eigentlich sollte man meinen, dass Erziehung/Alltag beim vierten und fünften Kind ein Selbstgänger ist, vor allem, wenn die drei Großen so toll geraten sind (ob nun trotz oder wegen unseres Zutuns). Aber auch ohne Ortswechsel: Jedes Kind ist anders. Und durch das Leben in China gibt es neue und andere Herausforderungen: Das stetige Kommen und Gehen. Wie kann man so tragfähige, langfristige Beziehungen entwickeln? Das chinesische Umfeld – wie lang/wie kurz darf und muss die elterliche Leine sein, wo kann man gefahrlos Freiräume gewähren, wo nicht? Wie beruhigend, dass es auch die gewohnten Themen gibt (z.B. Hausaufgaben)…

Heimweh?

Ich hätte gedacht, dass Heimweh ein größeres Problem für uns wird. Tatsächlich kommt es immer mal wieder vor, und nicht jeder von uns hat es zur selben Zeit. Aber es kommt – und geht dann auch wieder. Manchmal erwischt es einen ganz unvermittelt – so wie mich neulich, als wir hier beim Griechen waren (der vom Interieur auch ein beliebiger Grieche in Hamburg hätte sein können). Das ist fies, wenn einen die Sehnsucht so hinterrücks überfällt. Manchmal baut sich Heimweh häppchenweise auf, bei mir z.B. wenn sich lästige Dinge summieren: morgens noch vor dem erste Kaffee den Trinkwasserkübel wechseln müssen, wenn das Internet dann nur “Du kommst hier nicht rein” (bzw. raus…) meldet, ein Shop/Restaurant, wo man gerne hingegangen ist, plötzlich geschlossen ist, Dein Lieblingsmüsli im Supermarkt nicht mehr zu haben ist… Für mich ist es dann auch okay, mich mal ein, zwei Tage zu verkriechen, aber spätestens am dritten Tag etwas schönes zu unternehmen.

Das neue Peking-Jahr

Jetzt steht das neue Peking-Jahr vor der Tür. Für die meisten, zumindest die Familien mit schulpflichtigen Kindern, beginnt es im Sommer, kurz vor dem Ferienende. In ein paar Tagen ist der erste Schultag, und der Alltag wird uns wieder einholen.  Was anders wird als vor den Ferien: wir können morgens länger schlafen, und nachmittags ist mehr Freizeit, weil der Schulweg sich so drastisch verkürzt hat. An Tagen mit 9. und 10. Stunde sind die Kinder nicht mehr gut 12 Stunden aus dem Haus. 

Wir freuen uns darauf, bekannte Gesichter wieder zu treffen und neue kennen zu lernen. Ich freue mich auf viele Ausflüge, ob nun solo oder mit Foto- oder Patengruppe. Es gibt so vieles, wo ich wieder hin möchte, und vieles, wo ich noch nicht war. Ich freue mich, auch abends öfter unterwegs zu sein (weil der Grund “eine Stunde Rückfahrt” weggefallen ist). Wehmütig bin ich, weil es nun schon das dritte Jahr ohne N. und das erste Jahr ohne L. sein wird. Ihr fehlt!

Auftakt: Snow Patrol

Ein erstes Highlight hatte dieses neue Peking-Jahr schon für mich: Snow Patrol haben im Tango gespielt. Eine Location, die hier zwischen Ditanpark und Lama-Tempel liegt, so ähnlich aber auch in Hamburg an der Großen Freiheit zu finden sein könnte.

Snow Patrol in Peking

Gary Lightbody

Das war ein toller Abend, vor allem weil deutlich spürbar war, dass die Jungs auf der Bühne mindestens genauso viel Spaß hatten wie die Leute davor.

Das war ein prima Auftakt für mein neues Peking-Jahr – ich bin gespannt, was noch vor mir liegt.

ombidombi goes Forum: Ich habe ein Peking-Forum eingerichtet!

Seit fünf Jahren blogge ich auf ombidombi.de über unsere Entscheidung nach Peking zu ziehen und über unser Leben hier. Seit Langem erreichen mich regelmäßig Mails, oft mit genau den gleichen Fragen, die ich mir damals auch gestellt hab. Fragen, die sich wohl so oder ähnlich fast jeder stellen wird, der vor der Entscheidung “Peking oder nicht” steht. Ob die Übersiedlung kurz bevor steht oder man ist neu in Peking: da sind ganz viele Fragen – und oft hat man noch keine Kontakte, kennt die neuen Nachbarn noch nicht.

Sicher gibt es inzwischen einige Angebote, Blogs, Gruppen in sozialen Netzwerken etc. – aber die muss man erstmal finden und zusammentragen. Und die Gruppen auf Facebook z.B. haben einen klaren Nachteil, denn sie sind unübersichtlich, der Facebook-Algorithmus – und damit was man zu Gesicht kriegt und was nicht – ist und bleibt ein Mysterium (und dann mal davon abgesehen, dass FB von China aus eh ein funktionierendes VPN voraussetzt).

Ich hätte damals gerne ein Forum gehabt – und auch heute noch. In Peking ändert sich alles so schnell (das einzige Konstante hier ist der ständige Wechsel, um mich mal selbst zu zitieren). Da es bis jetzt kein passendes Forum gibt, habe ich nun selbst ein ein Forum eingerichtet:

 

 

Informationen und gegenseitige Unterstützung für Deutsche in Peking 

Meine Idee ist deshalb, mit diesem Forum eine Anlaufstelle im Netz zu schaffen, die offen für alle Interessierten ist, altersunabhängig, nicht auf bestimmte Arbeitgeber beschränkt. Es soll übersichtlich und gut durchsuchbar sein. Sowohl als Peking-Neuling als auch als “Alteingesessene” soll man Informationen und Austausch finden können.

Ich merke ja schon nach dem Umzug von einem Stadtteil in den anderen, wie unterschiedlich die Infrastruktur und die Nahversorgung ist. Hier tun sich also immer neue Fragen auf.

Beim Bloggen sind es nur meine persönlichen Erfahrungen – in einem Forum lassen sich die Erfahrungen und unterschiedlichen Perspektiven von vielen zusammentragen, mit dem Ziel gegenseitiger Hilfe und Unterstützung.

Auch für China- und Peking-Reisende interessant 

Die Unterforen für Sightseeing in Peking und China sind mit Sicherheit auch für Reisende, nicht nur für in Peking Lebende, interessant. Hier werden sich mit der Zeit bestimmt viele Tipps rund um Peking und China finden, die es so nicht in den gängigen Reiseführern gibt – und wie man Peking und China auch abseits der Touristenpfade erkunden kann.

Ich bin sehr gespannt, ob und wie dieses Peking-Forum angenommen werden wird!

Noch steht das Forum ganz am Anfang, gerade ein paar Stunden alt. Ich hoffe, es wird sich mit der Zeit mit Leben füllen: mit Mitgliedern und Beiträgen. Es ist ein Experiment, denn ein Forum lebt vom Mitmachen. Da es viel einfacher ist, ein paar Zeilen in einem Forum zu schreiben als ein eigenes Blog zu betreiben, hoffe ich, dass sich der eine oder die andere angesprochen fühlt!

Das Peking-Forum braucht vermutlich ein bisschen Anlaufzeit. In einem Jahr will ich ein vorläufiges Fazit ziehen.

Kurz nach der Ankunft in Peking hatten wir Probleme mit der Spülmaschine, die mit Klebeband (vorläufig) behoben wurden. Überhaupt begegnete mir eine Zeit lang überall Klebeband, Klebeband ist die Lösung für alles. Ich war von Klebeband umzingelt, habe wohl auch zu oft darüber geschrieben (z.B.

Men. The only thing duct tape can't fix!

I love Klebeband

“Glückskeks” für die Expatmamas oder Dishwasher-Drama) und geredet. Meine Freundin hat mir sogar einen passenden Kühlschrankmagneten geschenkt. Im Laufe der Zeit habe ich mich an das allgegenwärtige Klebeband gewöhnt und es gar nicht mehr so wahrgenommen – bis jetzt zum Umzug.

Umzugskartons

Das Elend nahm seinen Lauf mit den Umzugskartons. Die erste Fuhre waren kleine Kartons, die mit viel Wohlwollen noch als Bücherkartons durchgehen konnten. Okay, also nicht komplett nutzlos. Irgendwas war trotzdem komisch, aber was, das ging mir erst bei der zweiten Fuhre Kartons auf. Immerhin fast so groß wie die aus Deutschland gewohnten Kartons. Aber: kein praktisches Faltpatent. Die Dinger mussten zusammengeklebt werden. Und so bekam ich endlich meinen eigenen Klebebandabroller. 

Anfänglich hatte ich meine Zweifel, ob der dünne, leicht reißende Film tatsächlich eine volle Bücherkiste zusammenhalten könnte. Anfangs klebten kleine Stückchen Klebeband überall: Haare, Finger, Kleidung – nur nicht da, wo ich es haben wollte. Ich hatte Horrorvisionen davon, wie meine Habseligkeiten aus den Kartons fallen und in den Straßen Pekings verschwinden würden. Doch das Klebeband hielt, alles ist heil und vollständig in der neuen Wohnung angekommen. Okay, fast alles, wir beklagen das Ableben einer Tasse, eines Glases und eines Tellers.

Und des Wasserspenders, der nach dem Umzug undicht war – und wo ich vehement die Klebebandreparatur verweigert habe.

Umzug auf Chinesisch

Umzug ist kein Erholungsurlaub, innerhalb Deutschlands schon nicht, aber innerhalb Pekings kam noch die Sprachbarriere dazu. Bis etwas geklappt hatte, immer ein nagender Zweifel im Hinterkopf: habe ich das jetzt richtig beschrieben, wurde ich verstanden? Fast alles auf Chinesisch abzuwickeln war anstrengender als Ein- und Auszupacken. Da hätte ich Klebeband für meine Nerven brauchen können. Aber alles ist angekommen, alles steht am richtigen Platz. Wir haben Gas, Wasser, Internet und Strom (äh, ja…) und ab Montag hoffentlich auch wieder CNN. 

Und dann saßen wir im Dunkeln…

Donnerstagabend ist hier allmählich Ruhe eingekehrt, wir sitzen gemütlich im Wohnzimmer, da macht es “plupp” und wir sitzen im Dunkeln. Nein, es war nicht die Sicherung, die rausgeflogen ist. Bisher haben wir jeden Monat eine Rechnung für Strom, Wasser und Gas bekommen und bequem im River Garden Clubhaus bezahlt. Doch jetzt haben wir ein Prepaid-System. Ich habe ein Chipkarte, und bin damit ins Service Center im Foyer, in der Hoffnung, dass es abends noch geöffnet ist. War es zum Glück. Ich habe Strom gekauft, eine Quittung bekommen und sollte dann zurück in die Wohnung, um auf einen Worker zu warten. Der kam dann auch, verschwand mit der Chipkarte in einem Raum hinter den Aufzügen und tadaa, das Licht ging wieder an. Wenn unser Strom verbraucht ist, wird ein Erinnerungs-Zettel an die Wohnungstür gehängt. Natürlich mit Klebeband befestigt. 

Déjà vu und noch mehr Wasser

Am Montagabend habe ich unsere neue Mini-Spülmaschine angeworfen. Kurz darauf höre ich ein Plätschern. Oh nein, der Ablauf war undicht. Abgestellt, Handtücher hingeworfen, Vermieter informiert, der alsbald mit einem Worker kam – und mit Klebeband. Ich bin fast zusammengebrochen vor Lachen und konnte nur mit großer Anstrengung einigermaßen seriös gucken… Zum Glück wurde ein Testlauf gemacht, den das Klebeband nicht bestanden hat, also wurde ein richtiges, echtes Ersatzteil verwendet – und es hält.

In einem der Kinderzimmer war die Leistung der Klimaanlage eher mau, also kam am Dienstag ein Klimaanlagen-Worker. Er baute einen neuen Schlauch ein – und befestigte den mit Klebeband. Ich musste doch ein bisschen kichern, aber da ahnte ich auch noch nicht, dass Stunden später an dieser Stelle ein Wasserfall von der Decke strömen würde. In der Rumpelkammer. Zum Glück sind Staubsauger und Co. heile geblieben, nur die Weihnachtsdeko musste aus einem Haufen Pappmaché gepfriemelt und ein neues Behältnis umgepackt werden. Der Wasserfall wurde repariert, doch am nächsten Morgen tropfte es immer noch aus der Decke. Der Worker kam noch mal, diesmal mit richtigen Ersatzteilen und Dichtungsmasse. Und nun hält es auch dicht.

Jedenfalls war ich froh, dass die Worker, die mir geholfen haben, Bilder und Regale an den Wänden anzubringen, mit der Bohrmaschine kamen – und nicht mit Klebeband.

 

 

In den letzten Wochen bin ich nicht zum Bloggen gekommen. Liebe Freunde aus Hamburg waren zu Besuch, danach Männes weltreisender Neffe samt Freundin, und schließlich sind die Jungs und ich selbst auch noch gereist, nach Bayern zum 80. Geburtstag meiner Mutter.

Besuch von Freunden

Da wartet man ewig auf den großen Tag, an dem der Besuch endlich eintrifft – und dann rast die gemeinsame Zeit an einem vorbei. Aber wir haben sie gut gefüllt und jede Sekunde genossen. Natürlich ging es auch diesmal wieder zur Mauer.

Die chinesische Mauer bei Mutianyu

Die Chinesische Mauer bei Mutianyu

Und jetzt ist es schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her, dass alle Besucher ab- und weitergereist sind.
Die Hochgefühle beim Wiedersehen sind großartig, auf den Abschiedskummer könnte ich verzichten.

Unterm Strich bleibt aber das gute Gefühl, die tollsten Freunde der Welt zu haben. Wir können uns da wirklich sehr glücklich schätzen, dass schon so viele den weiten Weg auf sich genommen haben, teils schon mehrmals.

Besuch in Bayern

In der Himmelfahrtswoche waren wir in Bayern. Zum 80. der Oma wurden die Jungs fünf Tage von der Schule befreit, und wir haben uns zu Omas neuen Domizil in Bayern aufgemacht. Und wieder der bekannte Ablauf: zuerst die Wiedersehensfreude und viel zu schnell schon wieder Verabschieden müssen.

Wegen des großen Ereignisses war nicht viel Zeit für Ausflüge in die für uns doch ganz exotische Ecke… Immerhin, für einen verregneten Besuch in der “längsten Burg der Welt” in Burghausen haben wir uns die Zeit nehmen können. Da geht es beim nächsten Oma-Besuch auf jeden Fall wieder hin!

Burg zu Burghausen

Burg zu Burghausen

Es war eine schöne, intensive, aber viel zu kurze Zeit zusammen mit allen Söhnen und Geschwistern und natürlich der Oma, ein wunderbares Geburtstagsfest. Viel zu schnell hieß es schon wieder scheibchenweise Abschied nehmen: von meinem Bruder. Vom Großen und seiner Freundin. Und schließlich von meinen Schwestern.

Dann irgendwie besonders schwer: Abschied von meiner Mutter. 80 ist halt nicht mehr 30 oder 50 oder 70. Hier schwingt jetzt immer die Angst mit, dass es der letzte Abschied ist, und das tut weh. Das sagt man natürlich nicht, und versucht den Gedanken wegzuwischen oder sich daran festzuhalten, dass man bestimmt 100 wird, aber doch ist der Gedanke da. Als es ihr letztes Jahr nicht gut ging, hat es zwar „nur“ 36 Stunden vom Telefonat bis zu dem Zeitpunkt gedauert, bis ich im Flieger gesessen habe, aber das ist halt doch was anderes als sich in Deutschland ins Auto oder in den Zug zu setzen und in ein paar Stunden dort zu sein.

Die Tradition, dass der Mittlere uns zum Flughafen bringt (auch wenn es diesmal München und nicht Hamburg war), konnten wir aufrechterhalten. Dieser vorerst letzte Abschied ist zwar einerseits immer der schlimmste Abschied von allen, andererseits ist das trotz aller Tränen auch wichtig für uns, besonders die Jungs.

Zurück in Peking: noch mehr Abschiede

Zurück in Peking haben noch mehr Abschiede auf uns gewartet bzw. stehen in den nächsten Tagen an. Schuljahresende ist hier “Goodbye Season”. Einer der Junioren bangt noch, ob sein Freund nun nach den Sommerferien wiederkommt – die Familie selbst hat noch keine Klarheit. Und damit steht sie nicht alleine, ich kenne mehrere Familien, bei denen der nächste Einsatzort noch offen ist, obwohl die Peking-Zeit eigentlich zu Ende ist. Ich fürchte, ich werde jetzt am Wochenende, wenn meine Freundin nach Shanghai abfliegt, jede Menge Taschentücher vollheulen.

Oh, und wir selber haben uns auch verabschiedet: von River Garden und der Nachbarschaft dort – wir sind umgezogen. Dazu im nächsten Beitrag mehr.

Wir sind umgezogen. Von “Draussen” nach “Drinnen”. Wir hatten die lange Fahrerei mehr als satt, on top kam dann noch eine unangemessen drastische Mieterhöhung, und so haben wir das große Haus im – relativ – Grünen in Shunyi gegen eine kleinere Hochhauswohnung in Chaoyang getauscht (aber immer noch groß genug, um auch Besuch beherbergen zu können).

Aus unserer Ausländerblase mit dem auf Westler ausgerichteten Umfeld (Shops, Restaurant, fast alles überall englischsprachig) sind wir nun mitten in die Stadt gezogen, nur 10 Minuten Fußweg  von der Schule weg. Für Familien mit kleineren Kindern ist River Garden großartig, aber für meine Teenager-Jungs spielt sich das Leben nun doch mehr in der Stadt und rund um die Schule ab. Hier haben wir auf der einen Seite das Botschaftsviertel, auch hier gibt es auf Ausländer eingestellte Läden und Restaurants, auf der anderen Seite ist es “chinesischer” mit Nudelsuppenrestaurants, Jiaozi-Lädchen, 24-Stunden-Shops…

Und überhaupt ist nun alles viel dichter dran und leichter zu erreichen. Jeden Tag fast zwei Stunden Fahrzeit zu sparen ist doch ein erheblicher Gewinn an Lebensqualität vor allem für die drei Männer, aber auch für mich. Ich habe mich halt in den letzten Monaten immer häufiger gegen die lange Fahrt für ein-zwei Stunden Verabredung/Veranstaltung/… entschieden. Am Anfang, als alles in Peking noch neu war und ich die ganze Fahrt über mit der Nase an der Scheibe geklebt habe, kam mir die Fahrt noch nicht so endlos vor. Inzwischen ist es aber einfach nur noch lästig geworden.

Etwas Wehmut

Natürlich bin ich auch wehmütig, wir waren dort vier Jahre sehr glücklich, River Garden hat uns das Ankommen in China leichter gemacht (auch wenn es auf Westler ausgerichtet ist, es ist immer noch eine komplett andere Welt mit unzähligen Herausforderungen). Besonders auch die Menschen, die die Nachbarschaft ausmachen, werde ich vermissen (wobei wir/sie ja nicht aus der Welt sind, man lebt ja immer noch in der gleichen Stadt – nur das Spontane und Zufällige, das gibt es nun nicht mehr).

Als unsere finnischen Freunde vor zwei Jahren nach Helsinki zurückgekehrt sind, war es schon ein herber Einschnitt. Und jetzt zieht meine Freundin mit ihrer Familie nach Shanghai, dann ist es erst Recht nicht mehr das Gleiche.  Von daher war jetzt aus vielen Gründen der richtige Zeitpunkt.

Wenn ich jetzt aus den Fenstern sehe, ist es zwar nicht mehr so grün, aber in die eine Richtung können wir bei guter Luft die Berge sehen, und unter uns tobt das Stadtleben. Dabei ist es im alten Haus inzwischen auch nicht mehr so grün: “meine” Weide wurde gefällt, deren Äste stießen schon länger an die Dächer der umliegenden Häuser, und dann ist ein großer Dachziegel auf den Platz gefallen, auf dem ich immer draußen gesessen habe – hätte ich nicht gerade meinen Jetlag ausgeschlafen, wäre das übel ausgegangen. Warum man nicht einfach nur die jeweiligen Äste abgesägt hat, sondern gleich zwei komplette Bäume gefällt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, war mir angesichts des bevorstehenden Umzugs aber auch nicht mehr so wichtig.

Abenteuer Wohnungssuche

Die Wohnungssuche war abenteuerlich. Trotz klarer Ansage waren doch immer zu kleine Wohnungen dabei. Oder mir wird eine passende Wohnung im schönen Compound gezeigt – und plötzlich ist sie doppelt so teuer wie wir maximal zahlen wollten. Oder die Fotos sind nett – aber seit Jahren leerstehend und nach toter Katze stinkend. Oder eingerichtet wie ein Sperrmüll-Lager (oder einfach nicht unser Geschmack).

Eigentlich hätten wir gerne in einem Courtyard in einem Hutong gewohnt. Der erste, den wir uns angeschaut haben, war toll, da wäre ich sofort eingezogen, entzückender Innenhof und Dachterrasse – nur lag er auf der falschen Seite der Verbotenen Stadt und damit wieder weit weg von der Schule. Und wir wollten doch die Fahrzeit verkürzen! Leider blieb das der einzige Courtyard, der ausreichend groß war.

Ich wäre gerne in einen Compound südlich des Chaoyang-Parks eingezogen, direkt an der U-Bahn, sehr hübscher gepflegter Garten. Da war eine Wohnung mit großartigem Blick: auf der einen Seite über den Park, auf der anderen Seite Richtung CBD – leider wollte der Vermieter die ollen Möbel “Chinesisch-Barock” nicht austauschen, also wurde das nichts. Eine an sich tolle Wohnung wurde mir gezeigt, da hätte man einen Flügel mitmieten müssen. Dagegen hätten wir nix gehabt, nur gegen den restlichen Plüsch-Schnörkel-Möbelkram.

Ziel erreicht

Ich war schon ziemlich frustriert, als wir dann endlich “unsere” Wohnung gefunden haben. Gut gelegen, groß genug, ok, die Miniküche ist ein Kompromiss. Aber bei dieser Wohnung mussten wir die wenigsten Kompromisse machen. Unser Ziel, die Fahrzeit drastisch zu verkürzen, haben wir erreicht: die Jungs können zur Schule laufen, überhaupt ist vieles jetzt fußläufig erreichbar – oder in erheblich weniger Fahrzeit.  Jetzt am Montag sind wir eingezogen – und es gefällt uns jetzt schon sehr, obwohl es ein paar Start-Problemchen gab. Dazu im nächsten Beitrag mehr.

Es gibt etwas Tolles, Neues zum Thema Schule in Peking: eine Website, die von einer 9. Klasse der Deutschen Botschaftsschule erstellt wurde: dieschuelerpekings.com

Hier gibt es es einen guten Einblick in die Schule aus SchülerInnensicht, ein paar Erfahrungsberichte und viele Tipps und Infos zum Leben in Peking.
Lieblingsplätze, Freizeit- und Restauranttipps sind auch für Reisende interessant.

Ich finde das eine großartige Idee, super umgesetzt – und wünschte, dass hätte es schon vor ein paar Jahren gegeben!

Die Seite soll laufend aktualisiert und ausgebaut werden.

Mehr zur DSP:

Offizielle Schulwebseite

Schule(n) in Peking

Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Das haben wir jahrzehntelang in Deutschland zu hören bekommen, jetzt sollte es umgekehrt für uns gelten. Oder?

Wieviel Chinesisch braucht man im Expat-Alltag wirklich?

Natürlich macht es einem das Leben in China leichter, wenn man (etwas) Chinesisch versteht und spricht. Aber es geht auch ohne, zumindest mit dem Rundum-Sorglos-Expat-Paket.

Wir wohnen in Compounds mit englischsprachigem Management, unsere Kinder besuchen deutsche/internationale Schulen und werden mit dem Schulbus zur Schule und zurück transportiert. Es gibt in „unseren“ Wohnvierteln auf uns ausgerichtet Supermärkte, Restaurants, Kliniken (bzw. Ärztehäuser). Die Metro ist in der ganzen Stadt zweisprachig ausgeschildert, ebenso sind alle Durchsagen auf Chinesisch und Englisch. Sehenswürdigkeiten sind ebenfalls auf Englisch ausgeschildert und teils auch detaillierter erklärt. Ehrlich gesagt, ist das ein Umfeld, in dem man eher Englisch als Chinesisch braucht. Und wenn es doch mal hakt, gibt es Hilfe aus den Büros der Göttergatten.

In der Pekinger Expatbubble kommt man gut ohne Chinesisch klar. Vielleicht kann es einen auch beruhigen, dass viele Menschen nach und durch China reisen, ohne ein Wort Chinesisch zu verstehen oder zu sprechen. 

Und auf Reisen?

Wenn man nur kurze Zeit durch China reist, stellt sich die Frage, wie viel Zeit man vorab ins Sprachenlernen stecken kann, noch mehr. In den großen Städten, den vielen Touristenmagneten, geht es gut ohne Chinesisch, selbst wenn man keinen übersetzenden Guide dabei hat. Wenn man sich als Backpacker/Individualreisende auch abseits der Touristenpfade tummeln will, dann kann es einem schon passieren, dass man niemanden trifft, der Englisch sprechen kann (wobei das auch in Peking passieren kann). Aber mit App und/oder Wörterbuch, abfotografierten/ausgedruckten Adressen geht auch das und gehört zum Abenteuer China dazu.

Trotzdem: Sprachkenntnisse öffnen Türen

Viele Chinesen rechnen gar nicht damit, dass wir Langnasen Chinesisch können, und wenn wir dann doch immerhin ein paar Sätze herausbringen können, und sei die Aussprache noch so unterirdisch und die Grammatik sehr fantasievoll – ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Bemühungen anerkannt werden, die Leute reagieren (noch) freundlicher. Aber vor allem fühle ich mich sicherer und unabhängiger, auch wenn mein Chinesisch, um es mit den Worten meiner Jungs zu sagen „so mittel“ ist, was sich aber auch nur aufs Hörverstehen und Radebrechen bezieht, Lesen kann ich nur sehr wenig…

Raus aus der Expatbubble

Ich finde durchaus, dass unsere Blase Vorteile hat. Manchmal kann einen China pur und ungefiltert durchaus überfordern, und dann ist es gut, wenn man sich mit Menschen mit gleichen Erfahrungen in der Muttersprache (oder immerhin Englisch) austauschen kann. Aber wenn man schon in China ist, dann will man doch auch mehr über Land und Leute erfahren. Ich jedenfalls. Dazu ist es natürlich hilfreich, wenn man sich ein bisschen auf Chinesisch unterhalten kann. Ob man Hände, Füße oder Handy-Apps unterstützend verwendet, ist dabei gar nicht mehr so wichtig. Ich glaube, man traut sich einfach eher, wenn man schon ein paar Kursstunden hinter sich hat.

Im Sprachkurs lernt man mehr als nur die Vokabeln

Chinesischbücher

Pin mich!

In meinen Sprachkursen habe ich außer Vokabeln und Grammatik und die richtige Schreibreihenfolge und -richtung für die Radikale (die Bestandteile der Schriftzeichen) viel über Land und Leute gelernt, über Fettnäpfchen und Feiertage, Sitten und Gebräuche. Allein, dass es kein „richtiges“ Wort für „Nein“ gibt – das sagt doch schon viel, oder?

Ich würde jedem, der für mehr als ein paar Tage nach China geht, raten: Lerne Chinesisch. Guten Tag, Tschüss, Danke, Bitte – das kann jeder. Dazu Zahlen und: „Wie teuer?“, dass man aus Deutschland kommt – das ist immerhin ein guter Anfang.

Aber machen wir uns nichts vor, wenn wir über Anfängerniveau hinauskommen wollen, ist Chinesisch zu lernen wirklich fordernd. Mir fällt das Sprachen lernen an sich sehr leicht, das habe ich aber nur gedacht, bis es mit Chinesisch losging. Damit tue ich mich schwer, weil es so anders ist und weil ich es mit keiner der bisher erlernten Sprachen verknüpfen kann. Kathedrale: the Cathedral, la cathédrale, la catedral, katedralen… Auf Chinesisch: 大教堂 (dà jiàotáng).

Meine Aussprache ist und bleibt unterirdisch, es wird zwar etwas besser, wenn ich mir vorstelle, Sätze wie ein Lied mit bestimmter Betonung und Rhythmus zu singen, aber das Gefühl vom Knoten in der Zunge bleibt.

Damit es vorangeht, muss man wirklich viel Zeit investieren – neben dem normalen Alltag. Man lernt ja nicht einfach nur Vokabeln wie bei Deutsch-Schwedisch beispielsweise, sondern Pinyin (was die Aussprachehinweise enthält) und die Zeichen. Man muss es schon sehr wollen, um sich soviel Zeit freizuschaufeln und dran zu bleiben. Und wenn man wie so viele Expats dann doch nur 2-3 Jahre hier ist, dann finde ich es völlig in Ordnung, wenn man sich dagegen entscheidet, mehr als die Basics zu pauken. Bei schönem Wetter die Stadt zu erkunden, ist ja auch viel spannender als allein am Schreibtisch zu sitzen.

Fazit:

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich direkt nach unserer China-Entscheidung mit dem Chinesisch lernen angefangen habe. Und das würde ich auch jedem anderen raten, der  eine Zeit lang in China leben wird. Aber wenn es einem an Sprachbegabung und/oder Zeit zum Lernen fehlt: das ist kein Drama! Ich denke, es nimmt viel Druck von einem, wenn man weiß: es geht auch ohne.

 

Am Montag bin ich mit einer Freundin  zum Himmelstempel gefahren.  Wow, Weltkulturerbe! Von unserem Compound aus ist das schon eine halbe Weltreise, fast 1,5 Stunden. Wenn man mit der Metro anreisen möchte, die Linie 5 hält direkt am Osteingang (Tiantandongmen). Eintritt inklusive aller Gebäude (z.B. Halle des Erntegebets, Echomauer, Himmelsgewölbe) kostet 34 RMB. Im Park finden sich Kiosks und Imbissbuden, die Getränke, Souvenirs und Snacks anbieten, letztere sehen nicht wirklich appetitlich aus und die Preise sind 2-3mal höher als anderswo – Touristen-Hotspot halt. :)

Gleich am Eingang (wir sind am Nordeingang, der der Halle des Erntegebets am nächsten ist, angekommen) wurde getanzt – typisches Pekinger Parkleben. Ein breiter Weg führt direkt auf die Anlage mit der großen runden Halle zu, die von einer Mauer begrenzt wird. Und an dieser Mauer befindet sich ein riesiger LED-Bildschirm wie an Einkaufszentren auch und zeigt Werbefilmchen… Chinesische Kombination aus Weltkulturerbe und Gegenwart. :)

Gegensätze

Gegensätze

Ein paar Schritte weiter steht dann inmitten dieser riesigen Parkanlage also eine der bekanntesten Pekinger Sehenswürdigkeiten, die Halle des Erntegebets:

Himmelstempel: Halle des Erntegebets

Halle des Erntegebets

Wie nicht nur im Botanischen Garten zu sehen war: in China liebt man Blumen und insbesondere Rosen, kürzlich hat auch ein Rosen-Museum eröffnet. Blumen sind überall, nicht nur in Parks, sondern auch als “Straßenbegleitgrün”, was hier nicht möglichst preisgünstig und pflegeleicht angelegt wird, sondern üppig und repräsentativ. Und so sind nun auch rund um die Halle des Erntegebets und die Hallen drumherum reichlich Rosen arrangiert.

Rosen vor westlicher Halle

Rosen vor westlicher Halle

Natürlich sind auch die Mülleimer im Park der historisch-altehrwürdigen Umgebung angepasst:

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Überall wachen Drachen, nicht nur auf Hausdächern, sondern auch auf Mauern:

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Angesichts des nicht ganz so schönen Wetters (“nur” 24 Grad und angekündigter Regen) war der Park nicht überfüllt, aber doch voller Menschen. Neben einigen wenigen Langnasen-Touristen ganz viele chinesische Touristen, deren wartende Busse die umliegenden Straßen verstopfen, und dann natürlich viele Pekinger, die im Park nicht nur spazieren gehen, sondern tanzen, Karten und Fuß-Federball spielen oder wie dieser Mann musizieren (wobei er hier gerade eine Pause macht. ;) )

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Wir sind dann weiter zum ebenfalls runden “Himmelsgewölbe” spaziert. Dort ist nicht so viel Platz, also werden die Menschen im Gänsemarsch an der Tür vorbeigeschleust. Ein paar Jungen haben sich einen Spaß daraus gemacht, und sind schon auf dem Hof als Rucksackpolonaise losgewackelt. :)

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Und bevor man dann weitergedrängelt wird, sieht man diese Utensilien:

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In den rechteckigen Hallen rundherum finden sich Ausstellungen mit Informationen zum Bau der Anlage, Schautafeln und in einer Halle auch 2 große Modelle. Leider sind größtenteils nur die Überschriften auf Englisch, aber es reicht doch, um einen Eindruck zu gewinnen.

So weit, so gut…

Piepmatz geht Gassi

Piepmatz geht Gassi

Wären wir als Touristen unterwegs gewesen, hätten wir nun vermutlich direkt die nächste Sehenswürdigkeit angesteuert. Aber mit dem Luxus von viel Zeit, den wir hier genießen, konnten wir auch ein bisschen die weitere Umgebung erkunden. Hier ist es üblich, dass nicht nur Hunde, sondern auch Vögel mit nach draußen genommen werden – und wenn es die große Kreuzung um die Ecke ist. Wir sind dann nicht an der Straße neben den vielen Reisebussen, sondern am Fluss (genauer: dem South Moat) entlang spaziert. Auch hier alles hübsch angelegt, die Hänge an beiden Ufern sorgfältig bepflanzt. Zwischendrin immer wieder Gruppen von Säulen inmitten von Blumenbeeten.

Säulen am Süd-Graben

Säulen am Süd-Graben

Außer uns beiden Langnasen waren dort nur einige wenige Angler unterwegs und noch weniger Spaziergänger, zumeist mit kleinen Hunden, die aber für reichlich Hinterlassenschaften gesorgt haben… Und oben rauschte der Autoverkehr… Wir sind dann auf das Yongding-Tor (Yongdingmen) zugegangen, unten am Graben (eher ein Kanal) ging es in einer langen Unterführung unter den Straßen durch. Stockdunkel. Stinkend. Unheimlich. Glücklicherweise waren wir zu zweit und haben uns auch keine Horrorgeschichten von Pekinger Kampfratten erzählt, aber ich musste doch an Larry Underwood im Lincoln Tunnel* denken… ;) Über das Licht am Ende des Tunnels waren wir dann doch hocherfreut.

Yongding-Tor

Yongdingmen

Der Tunnel des Grauens

Von der Uferpromenade – hinter dem Tunnel des Grauens wieder hübsch repräsentativ – führten einige Stufen den Uferhang hinauf, wir wollten uns ja das Tor ansehen. Bedauerlicherweise führte der Weg ins Nichts, hörte einfach vor einer hübsch verzierten Begrenzungsmauer auf. Aber zurück durch den potentiellen Drehort für Zombieapokalypse IV wollten wir auch nicht mehr, also sind wir lieber über die Mauer geklettert und fanden uns auf einer viel befahrenen Kreuzung wieder. Von unserer Seite aus keine Chance, heil die Fahrbahnen bis zum Tor zu überqueren, Fußweg überhaupt Fehlanzeige, also vorsichtig auf der Radspur über die Brücke hinüber und in die nächste Straße hinein, wo wir nicht nur von Rasensprengern, sondern auch stärker werdendem Regen gegossen wurden. Riesenglück gehabt, gleich das erste Taxi hatte Erbarmen mit uns und hat uns nach Sanlitun zu Mr. Shi und seinen Dumplings gebracht, die hatten wir uns nach dem Abenteuer auch verdient.

War jedenfalls ein toller Tag mit einigem, was das Leben hier so spannend macht: olle Geschichte und Massentourismus, ein bisschen abseits der ausgetretenen Pfade und lecker Essen.

 

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Leben im Ausland ist ja so toll. Das muss doch wie dauerhaft Urlaub sein? Nein, das Expatleben ist kein Dauerurlaub, auch nicht für das mitreisende Anhängsel. Ja, es hat auf jeden Fall seine tollen, aber  eben auch Schattenseiten. Wir leben hier unseren ganz normalen Alltag mit Arbeit und Schule, und der normale Peking-Alltag verschlingt doch deutlich mehr Energie. Ich versuche, das Positive zu sehen und das Beste aus unserer Zeit hier zu machen, und das gelingt meistens auch gut. Aber das heißt nicht, dass es manchmal nicht auch schwer ist.

Verzeihung, ich muss mal kurz jammern

Eine hartnäckige Erkältung hat mich eine Zeit lang aus dem Verkehr gezogen, auch die Jungs hatte es – zum Glück nicht so lang – erwischt.  Außer ein paar richtig schönen, wärmeren Sonnentagen mit brauchbarer Luft habe ich unter anderem einen Ausflug mit der Patengruppe zum Tempel der Roten Schnecke verpasst. Das werde ich nun hoffentlich bald auf eigene Faust in Angriff nehmen. Kranksein ist nirgends schön, aber hier stelle ich mir immer obendrein die Frage, welchen Anteil der Smog an Häufigkeit und Heftigkeit von Atemwegserkrankungen hat oder ob es doch “nur” die familiäre Vorbelastung ist.

Verpassen ist ein “gutes” Stichwort: Gerade ist mir die Einladung zur Jubiläumsfeier an meinem Gymnasium in die Mailbox geflattert – natürlich findet das außerhalb der Ferien statt, ist dadurch aber für mich nicht organisierbar. Schade, denn ich habe auch schon das 30-Jahre-Abi-Treffen versäumt. Das Jubiläum wäre Gelegenheit gewesen, auch Mitschüler aus den anderen Jahrgängen wiederzusehen, und vermutlich überhaupt viele Bekannte aus meiner Jugend. Schade, geht einfach nicht. Überhaupt läppern sich mit der Zeit doch ziemlich viele Anlässe zusammen, die jetzt außer Reichweite liegen. Leider kann ich nicht zu jedem runden Geburtstag und besonderen Ereignis “mal eben nach Europa düsen”. Eine Ausnahme ist in Sicht: der 80. meiner Mutter. 

Ja, natürlich gibt es auch hier in Peking viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. Man lernt viele neue nette Menschen kennen, kann sich oft verabreden – man muss sich schon sehr anstrengen, um allein zu bleiben. ;) Aber das ist halt doch anders, als wenn man alte Bekannte trifft. Irgendwas und irgendwen vermisst man hier fast immer. Das lässt sich auch nicht damit vergleichen, dass man sich im öden Alltag nach seinem Lieblingsurlaubsort sehnt – ich vermisse meine Vergangenheit, meine Wurzeln, meine Heimat. (Und trotzdem ahne ich inzwischen, dass eine Rückkehr sehr, sehr schwer werden würde.)

Alle Jahre wieder: Abschiede

Letzten Sommer sind wir ja ganz gut davongekommen, aber dieses Jahr wird es wieder schwer: enge Freunde gehen aus Peking weg. Und einer der Junioren hat erzählt, dass fast ein Drittel seiner Mitschüler gehen wird. Der Countdown läuft, nur noch 100 Tage bis Ende Juni – und da gehen u.a. auch noch die Osterferien von ab. Auch wenn man sich hier an vieles gewöhnen kann: das wird nicht leichter. Inzwischen habe ich u.a. von Tanya Crossman (nachzulesen z.B. in ihrem Buch Misunderstood*) gelernt, dass wir den Abschiedskummer zulassen und nicht wegwischen sollten. Aber im Kummer ertrinken wollen wir auch nicht, darum überlege ich schon jetzt, was wir in einem halben Jahr zum Beginn des neuen Schuljahrs machen könnten. Dass neue Leute ankommen werden, ist das eine (auch wenn die sich erfahrungsgemäß eher mit denen zusammentun, die zur gleichen Zeit eintreffen), aber das reicht nicht. 

Licht

Genug gejammert, Schluss mit der Peking-Variante des Winterblues’. Der Frühling ist in Peking angekommen, on top gibt es dazu gute Luft! Der Himmel strahlt in schönstem Blau, davor leuchtet die Weide vor meinem Fenster in hellem Grün. Es ist endlich warm genug, dass man nicht nach spätestens einer Stunde bis auf die Knochen durchgefroren ist (gegen den eisigen, fiesen Winterwind kommt die tollste Funktionskleidung nicht an).  Die Luftvorhersage für die nächsten Tage ist im gelb-grünen Bereich, die Temperaturen steigen auf über 20 Grad: nichts wie raus! Ich hab jedenfalls einiges auf dem Zettel: unter anderem wieder den Botanischer Garten, das Vogelnest auch mal von innen und oben besichtigen – und der x. Anlauf für Prinz Gong’s Mansion, das sollte doch jetzt mal klappen. :)

Oh, und nicht meinem Mann verraten: ich möchte ihn und die Jungs für ein Wochenende nach Chengde* schleppen – noch eine kaiserliche Sommerresidenz. Spätestens seit dem Besuch im Alten Sommerpalast interessiert mich das. Sollten meine drei Männer nicht wollen, bin ich aber auch nicht böse, wenn ich mir das ohne Sightseeingmuffel an meiner Seite ansehen kann. ;)

Auch auf die Osterferien freuen wir uns, wir bekommen wieder Besuch von Freunden aus Hamburg. Nur noch vier Wochen!  Sie kommen schon zum zweiten Mal hierher und ich freue mich jetzt schon auf Entdeckungstouren und lange, durchgequasselte Nächte!

 

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Warten auf den Schulbus am Compound-Eingang

Warten auf den Schulbus am Compound-Eingang

Jetzt, da wir schon über ein Jahr hier leben, kann ich zurückgucken und  sagen, dass Männe/wir eine echt gute Wahl getroffen haben. Eigentlich war das ja ein Sprung ins kalte Wasser : “Wohin ziehen wir?”. Uneigentlich haben wir aber echt das große Los gezogen. Inzwischen kenne ich hier ja doch ziemlich viele Leute und hab viele besucht. “Wie ist Euer Haus/Euer Apartment” und “wie ist Euer Compound” – das sind immer Themen! Und da wir “nur” einen Zweijahresvertrag haben (auf 1-2 Jahre begrenzte Verträge sind hier die Regel), kann das durchaus wieder Thema für uns werden, auch wenn wir hoffen, dass wir hier verlängern können.

Geschmäcker sind verschieden!

Vorausschicken muss ich auf jeden Fall, dass die Geschmäcker verschieden sind, und war mir gefällt, können andere schrecklich finden. Auch die Prioritäten unterscheiden sich: uns macht die lange Fahrzeit in die innere Stadt (meistens) nichts aus, wir haben aber auch in Hamburg am Stadtrand gewohnt. Andere mögen die lange Fahrzeit als verdaddelte Lebenszeit ansehen. ;).

Was mir an unserem Compound gut gefällt:

– relativ grüne, großzügige Anlage. Gerade weil Peking eben Peking ist, gefällt es mir gut, dass wir hier Platz haben.

– gutes, englischsprechendes Management, die Rezeption ist 24/7 mit Englisch sprechenden Angestellten besetzt (da hier ständig irgendwas zu regeln ist, ist das extrem hilfreich und nicht zu unterschätzen)

Wo wohnen in Peking?

Wo wohnen in Peking?

– sehr nette, durchlässige Community. Klar gibt es auch Cliquen, sei es, weil man Kinder im gleichen Alter hat (Kinderlose sind hier in der absoluten Unterzahl, wer keine Kinder hat, wohnt in der Regel nicht so weit draußen); weil die Kinder zur gleichen Schule gehen und man sich beim Warten auf den jeweiligen Schulbus näherkommt, sei es, weil man die gleiche Nationalität hat oder wie sich das halt sonst ergibt. Aber eben auch durchlässig und ohne Ausgrenzung. Hier überschlagen sich immer alle, Neuankömmlinge mit allem und jeden bekannt zu machen und zu integrieren, das ist wirklich einzigartig.

Für uns wichtig: Pool(s)!

– kleine, aber schöne, gepflegte Pools (Das hört sich jetzt sicher verwöhnter an, als es ist – denn es gibt hier keine (öffentlichen) Schwimmbäder wie in Deutschland. Ich glaube, in ganz Peking gibt es ein oder zwei große Spassbäder, die entsprechend überfüllt sind. An Bahnen ziehen ist da nicht zu denken. Ich habe Fotos gesehen, wo die Leute dicht an dicht mit Schwimmring um den Bauch im hüfthohen Wasser stehen oder eine Hunderte von Metern lange Schlange an einer Rutsche… Und da der Sommer hier ziemlich heiß wird und von Mai bis Oktober geht, wäre das ziemlich blöd ohne Schwimmgelegenheit.)

– viele Compound-Aktivitäten: Basare, Barbecues, Ausflüge, wöchentliches “Coffee Gathering”, es gibt viele Kurse im Gym. Das macht es auch Schüchternen leicht, hier mal unter Leute zu kommen und jemanden kennen zu lernen. Absolutes Highlight das Halloween-Event…

– wenn es mal Probleme in den Häusern gibt, werden die zeitnah gelöst (dauert zwar manchmal auch, und braucht fast immer mehrere Anläufe, aber man kümmert sich und es klappt).

Und noch mehr Pluspunkte

– die Kinder können sich im Compound frei bewegen, Radfahren, spielen, Freunde abholen/treffen ohne dass ich immer dabei sein muss. Gibt nur ganz wenig Anwohnerverkehr, fiese Bodenschwellen alle paar Meter, dass tatsächlich nur Schritttempo gefahren wird, an den meisten Kreuzungen stehen Wachmänner…

– Verschiedene Spielmöglichkeiten für Kinder: Es gibt zwei Spielplätze direkt am Clubhouse, davon ist einer für kleinere Kinder, der andere für etwas ältere gedacht, es gibt einen größeren mit Bolzplatz nur ein paar Meter weiter am Ende unserer Straße (Sackgasse); von der zweispurigen “Prachtzufahrtsstraße” ist eine Spur mit Gittern abgesperrt und von der anderen Spur durch einen Grünstreifen getrennt; da gibt es Basketballkörbe und man kann außer Ballzuspielen prima Radfahren, Skaten, Skateboarden etc. lernen und üben (ohne Bodenschwellen *g*). Im Clubhouse gibt es ein Spielzimmer für Kleinkinder.

Wichtig: Nahversorgung

– sehr gute Nahversorgung, es gibt nicht nur den kleinen Supermarkt, eine Apotheke und zwei Restaurants und ein Café im Clubhouse, ein Spa, ein Kosmetik-/Nagelstudio, einen Frisör, sondern fußläufig auch noch das Europlaza (nette, aber nicht überkandidelte Mall mit ‘nem “gehobeneren” Supermarkt, Banken, viele Restaurants, Kleinkinderindoorspielplatz) und den Pinnacle Plaza (pseudoamerikanisches Einkaufszentrum – kleine flache Bauten, mit viele verschiedenen Shops und Restaurants, könnte angeblich so auch in einer amerikanischen Kleinstadt stehen, inklusive Starbucks, Subway, Dominos (bäh, wir haben doch Annie’s), Dunkin Donut, ein netter Spielwarenladen, eine “französische” Bäckerei (wirkt nicht wirklich französisch, hat aber eine tolle Baguette-Auswahl). Auch die Yuyang Lu in die andere Richtung runter gibt es fußläufig einen deutschen Bäcker, Restaurants, Massagesalon, Wäscherei…

Jedenfalls fahren zum Pinnacle Plaza auch viele Leute aus den noch abgelegeneren Compounds wie Dragon Bay, Yosemite, Rose and Gingko, aber auch von Beijing Riviera aus (was ja von hier aus gesehen “viel zentraler” ist und auch viele Möglichkeiten vor Ort hat).

Zur Metro laufen wir hier etwa 25 Minuten, mit dem Fahrrad entsprechend kürzer. Zur Schule muss man allerdings zweimal umsteigen und ist selbst in den dicksten Stauzeiten deutlich länger unterwegs als mit dem Auto. Es ist trotzdem beruhigend, dass man aus der Stadt zurückkommen kann, wenn man wirklich mal kein Taxi bekommt. Das ist mir aber noch nicht passiert, dass ich mal länger warten musste schon, aber gar nicht gar nicht. ;)

Schattenseite: Fahrzeiten

Ein nicht zu leugnender Nachteil ist aber wirklich der weite Weg in die Stadt, manchmal ist es wirklich doof, wenn man für eine ein-zweistündige Verabredung insgesamt 3 Stunden Fahrtzeit hat. Ich versuche deshalb, gut zu planen und vieles miteinander zu verbinden (z.B. erst Chinesischkurs, dann Verabredung, Ausflug,… in der Stadt).

Trotzdem, ich krieg jedesmal, wenn ich in die Stadt hineinfahre und die ersten Hochhäuser aufragen sehe, noch Herzklopfen: wie aufregend, ich bin wirklich hier in Peking! Aber wenn ich zurückfahre und (bis auf die Kreuzungen) der Verkehr nachlässt und es dann über den Fluss geht, bei guten Luftwerten mit Blick auf Berge von der Flußbrücke aus, und die grüne Allee am Fluss entlang, das ist dann eben auch schön.

Versuch einer Zusammenfassung für die Compound-Wahl

Ja, also was die Compound-Wahl angeht, sollte man wohl überlegen:

– Haus oder Apartment? Stadt oder draußen?
– welche Fahrtzeiten sind wir bereit in Kauf zu nehmen? Arbeitsplatz, Schule, viele Veranstaltungen sind halt eher in der City als weiter draußen – da muss man Kompromisse finden.
– wie mobil sind wir, ist eine Metrostation in der Nähe wichtig?
– mir ist das englischsprachige Management wichtig. Hier ist ständig irgendwas: Klimaanlage, Wasser, kleine und größere Reparaturen … Und wenn man dann mit seinen begrenzten Chinesischkenntnissen nicht weiterkommt, wäre für mich Frust und Ärger vorprogrammiert.
– was kann ich zu Fuß/mit dem Fahrrad erreichen – Einkaufen, Restaurants… Was möchte ich in fußläufiger Umgebung haben?
– welche “Facilities” möchten wir haben – wenn man eh nicht schwimmen geht, braucht man auch nicht unbedingt nen Pool; wenn die Kinder nicht mehr so klein sind, braucht man kein Indoorspielzimmer etc.
– was die Anlage des Compounds angeht – das sind Geschmacksfragen. Ich mag unsere pseudoamerikanische Vorstadtanlage, anderen gefällt die pseudoeuropäische Anlage nebenan besser; die Frage, ob man zu Fuß fix noch was einkaufen kann, wird objektiv wichtiger und nachvollziehbarer sein.

Weitere Nachfragen beantworte ich gerne auch künftig per Mail oder Kommentar!