Ich glaube, ich hab noch nicht ausreichend viel über die lange Phase schlechter Luft gejammert. Höhepunkt (und hoffentlich auch erstmal Schluss) war am Montag der heftigste Sandsturm, den Peking in den letzten 10 Jahren gesehen haben soll. Ich hab in WeChat-Momenten und Co. viele eindrucksvolle Bilder gesehen. Ich hingegen hab nur mal fix aus dem Fenster geknipst, die nächste Kopfschmerztablette gegessen und gehofft, dass es bald überstanden ist. An Rausgehen jedenfalls nicht zu denken.

Unweigerlich musste ich mal wieder an den Film Interstellar denken… Fiktion, ich weiß. Doch das weltweite Corona-Desaster macht nicht gerade Hoffnung, dass die Menschheit den Klimawandel noch rechtzeitig abmildern kann. Trübe Sicht macht trübe Gedanken.

Nichts wie raus

Gestern war der Spuk überstanden, nichts wie raus. Erst hab ich an den Jingshan-Park gedacht, aber als ich am Shichahai vorbei kam, hat mich nichts mehr gehalten: runter vom Scooter und loslaufen. Jingshan läuft nicht weg, wird in gut zwei Wochen mit der Pfingstrosenblüte eh noch interessanter.

In der Stadt ist jedenfalls viel los, nach dem Sandsturm zieht es wohl alle raus. Auch am See ist noch mehr los als vor drei Wochen. Die ersten Boote liegen bereits am Steg, und es sind viel mehr Rikschas unterwegs.

Rikschas am Pekinger Shichahai

Warten auf Kundschaft

Oh Schreck, ein Unfall

Ich laufe am Ostufer entlang. Als ich kurz vor der Brücke bin, die den Shichahai vom Houhai trennt, kracht es, lautes Schimpfen. Puh, Schimpfen ist immer besser als Schreien oder Weinen. Eine Radlerin ist mit einem Kuaidi-Scooter (kuàidì – 快递 – Expresslieferung) zusammengestoßen, der Scooterfahrer liegt am Boden, ist aber im Begriff aufzustehen und schimpft dabei wie ein Rohrspatz. Ich geh’ zügig weiter und hoffe, dass auch der Scooter heilgeblieben ist. Hat mir schon einen Schrecken eingejagt. Ich wäre ja durchaus in der Lage, vernünftig Erste Hilfe zu leisten, aber es wurde immer davon abgeraten, sich als Ausländerin irgendwo involvieren zu lassen, weil man am Ende haftungspflichtig werden könnte. Zum Glück musste ich mich einem solchen moralischen Dilemma hier noch nicht stellen, habe mir aber vorgenommen, die aktuelle Lage herauszufinden; es hieß vor einiger Zeit, das entsprechende Gesetz solle geändert werden.

Ich setze meinen Spaziergang fort. Am Houhai ist die Stimmung friedlich und fröhlich, so dass der Unfall schnell aus meinen Gedanken verschwindet. Zu sehen gibt es jedenfalls mehr als genug.

Neu renovierte Häuser …

Neu renoviertes Haus mit Holztüren und Rahmen am Pekinger Houhai.

Also, ich würde einziehen…

… und vernachlässigte Bruchbuden.

Vernachlässigtes Haus mit kaputten Scheiben am Houhai in Peking.

… hier auch. Aber erst nach der Renovierung. ;)

Nun bin ich an dem kleinen Parkabschnitt am Wanghai Tower, der nur tagsüber geöffnet ist.

Rosa Blüten vor dem Wanghai Tower am Pekinger Houhai

Hach ja: Frühling!

Die Pekinger Schwimmer

Von hier aus kann ich schon die mutigen? verrückten? definitiv sportlichen Männer sehen, die im See schwimmen gehen.

Drei Männer trotzen der Kälte und dem dreckigen Wasser und gehen im Houhai schwimmen.

Die Pekinger Schwimmer!

Egal wie heiß (dafür hätte ich mehr Verständnis) oder kalt es ist: sie gehen das ganze Jahr über schwimmen. Das Wasser sieht relativ klar aus, aber es schwimmt jede Menge Müll drin herum. Durch die Absperrung (hinter der weißen Balustrade) lassen sie sich auch nicht abhalten. Die Schilder “no swimming” sind ebenfalls nur nutzlose Deko. Später auf meinem Rückweg spielen die Schwimmer – immer noch nur in Badehose – Fuß-Federball. Wir haben “mollige” 15 Grad (angenehm nach dem langen kalten Winter, aber definitiv kein Badehosenwetter!).

Ich entdecke noch einen anderen Schwimmer…

Warzenkröte schwimmt im Houhai

Kröte? Unke? Hat sich nicht umgedreht, um mir den Bauch zu zeigen…

Garten in Song Qinglings Residenz

Garten in Song Qinglings Residenz

Eigentlich hatte ich vor, mindestens den Houhai, vielleicht aber auch noch den anschließenden Xihai zu umrunden.

Aber dann stehe ich vor einer Sehenswürdigkeit. Offenes Tor, Garten, ein Wandelgang. Erst als ich das Ticket gekauft habe, weiß ich: das ist die Residenz von Song Qingling.

Die besichtige ich dann auch ausgiebig, davon erzählen werde ich aber erst morgen. :)

Update am 18.3.2021:
Gesagt, getan: Hier geht es zur Residenz von Song Qingling.

Fotos

 

 

Vergangene Nacht hatten wir die – hoffentlich – letzte Frostnacht. Wird auch Zeit, nächste Woche endet die Heizperiode! Tagsüber sollen die Temperaturen ab morgen durchgängig zweistellig bleiben – endlich verabschiedet sich der Winter. Jetzt muss nur noch mal einer an der Luft schrauben. Eine so lange miese Phase, zwischendrin mit yellow alert, hatten wir lange nicht mehr. Im Vergleich zu früher ist das zwar immer noch viel besser, aber mit dem Wissen, dass auch hier in Peking gute Luft möglich ist, nervt mich das sehr. Abgesehen davon krieg ich vom Smog immer noch Kopfschmerzen und Atemwegsprobleme. Auch heute waren die Werte nicht gut, aber ich musste doch mal wieder eine Runde drehen.

Als Ziel hatte ich mir insgesamt mal die Ecke südwestlich der Verbotenen Stadt ausgeguckt und konkret zunächst den Fayuan Tempel, aber der Routenplaner meldete “vorläufig geschlossen”. Vor verschlossenen Türen habe ich in letzter Zeit oft genug gestanden, also ist das erstmal verschoben. Die Ochsenstraßen-Moschee (Niujie Moschee) ist auch in der Ecke, Internet behauptet: täglich geöffnet, und auch der Routenplaner hatte nichts zu meckern. Also nichts wie los!

Ich fahre meine übliche Strecke Richtung Botschaft und Dongzhimen, dann weiter am 2. Ring entlang und biege dann auf die Pekinger Bahnhofsstraße ein (Beijing Station East/West Road).

Pekings Hauptbahnhof

Beijing Railway Station

Mehr oder weniger bepackte Fußgänger sind etliche unterwegs, auf der Straße ist gerade wenig los. Ich vermute, das hängt mit Straßensperrungen rund um den Tian’anmen zusammen, in der Großen Halle des Volkes herrscht ja gerade Hochbetrieb…

Pekinger Bahnhofsstraße mit nur wenig Verkehr, leere Fahrspuren

Hier stockt und staut es sich sonst ganz ordentlich…

Ich lasse das Bahnhofsviertel hinter mir und fahre dann ein Stückchen auf den Himmelstempel zu.

Qinian Street mit Blick auf Himmelstempel in Peking

Qinian Street – Blick auf Himmelstempel

Nun bin ich im ehemaligen Bezirk Xuanwu, der inzwischen Teil von Xicheng ist. In dieser Ecke bin ich bisher nicht oft unterwegs gewesen, deshalb gibt es hier noch viel für mich zu entdecken. Von uns aus ist alles östlich der Verbotenen Stadt/Tian’anmen halt deutlich näher als westlich davon. Sicher werde ich meine Lieblingsecken auch weiterhin regelmäßig aufsuchen, aber es wird auch Zeit, das Gebiet westlich mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Niujie-Moschee

Das Stadtbild ändert sich merklich: die Schrift auf vielen Ladenschildern ist anders, und hier überwiegt nicht mehr rot, sondern grün – die Farbe des Islam. Würziger Essensgeruch hängt in der Luft. Das ganze Umfeld wirkt ein bisschen, als wäre ich auch ein paar Jahre in der Zeit zurück gereist.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite verraten mir eine Mauer und die darüber hinaus ragenden Dächer, dass ich fast am Ziel bin. Ein letztes Mal biege ich ab und bin da. Oder? Sieht ziemlich geschlossen aus. Ein Schild verweist auf einen Scooter-Parkplatz ein paar Meter weiter, aber außer mir parkt hier keiner. Tja, ich hab eine Strähne: geschlossen! Ein Bauarbeiter öffnet ein Nebentor, aber er winkt ab, keine Chance.

Die älteste Moschee Pekings: die Ochsenstraßen-Moschee. Leider derzeit geschlossen.

Ochsenstraßen-Moschee: geschlossen.

Mal sehen, ob ich herausfinden kann, wann man die Moschee wieder besichtigen kann, das sieht schon interessant aus. In China habe ich bisher nur die Moscheen in Xi’an und in Datong besichtigt, in Peking weder die beiden bekannteren (Niujie und Dongsi) noch eine der anderen.

Haupttor der Niujie-Moschee

Haupttor der Niujie-Moschee

Gleich zwei (fast) leere Akkus

Ich hab wohl schon halb damit gerechnet, ich bin nicht enttäuscht, dass ich nicht hineinkomme. Die Strecke war ja auch schon ziemlich interessant. Zurück beim Scooter stelle ich fest, dass ich besser schon vorher mal einen Blick auf die Akkuanzeige hätte werfen sollen: das wird knapp. Also werfe ich wieder das Navi am Handy an, um mir die kürzeste Strecke anzeigen zu lassen. Eigentlich kein Problem: erst schnurgeradeaus nach Norden, dann schnurgeradeaus nach Osten und dann auf den letzten Metern noch ein bisschen im Zickzack nach Nordosten.

Blöderweise vergesse ich, dass das Navi eigentlich ein eigenes AKW für den Betrieb braucht und prompt wird das Display schwarz. Verfahren werde ich mich nicht, aber ohne Handy habe ich keine Health App und kann nicht bezahlen, also kein Zwischenstopp im Supermarkt. Aber solange es nur das Handy-Akku ist und nicht das des Scooters…  Naja, schlimmstenfalls etwas schieben, und damit schiebe ich diese Gedanken weg und schau mich lieber um. Immer wieder sind Sehenswürdigkeiten ausgeschildert, nicht weit entfernt sehe ich die Weiße Pagode des gleichnamigen Tempels – dahin möchte ich eine der nächsten Touren machen. Naja, falls geöffnet ist… Aber heute gibt mein Scooter den kleinen Umweg nicht mehr her.

Interessante Gebäude gibt es jedenfalls an fast jeder Ecke.

Kreuzung und modernes Gebäude in Peking

Hmm, Battleship? War of the Worlds? Independence Day-Saster? In welchem Film kamen noch mal diese Metallkugeln aus der Erde? ;)

Geheimtipp für Blinker-Schoner

Oh, und das wollte ich schon länger mal erzählen: Deutsche und Chinesen haben viel gemeinsam. Blinker schonen zum Beispiel. Darum fahren hier in den Bussen Bedienstete mit Fahne mit, die beim Abbiegen hektisch damit herumwedeln, damit es zu keinem unglücklichen Zusammentreffen von Bus und Mensch kommt.

Abbiegender Bus in Peking mit roter Fahne, die aus dem Fenster heraus gewedelt wird

Fahne statt Blinker!

Deko im Stadtbild

Ein Stück weiter kurz vor dem Shichahai fallen mir diese bunten Fische ins Auge. Hübsch, das ist mal eine Abwechslung!

Sonst dominiert ja rot. Außer den roten Glücksknoten und Lampions stehen derzeit auch noch Hunderte rote Sonnenschirme in der Stadt, dazu zwei oder mehr ältere Leute mit roten Armbinden. Hat wohl auch mit den Two Sessions zu tun. Polizei ist auch präsenter als sowieso schon.

Weihnachtsdeko sieht man hier vielerorts das ganze Jahr über.

… und wieder zurück

Etwa auf Höhe der Deutschen Botschaft schiele ich auf die Akku-Anzeige. Ups, das wird knapp. Das blöde beim Scooter-Schieben ist die krumme Haltung, aber so weit ist es zum Glück nicht mehr.

Vor der Klinik neben dem Sanyuanli-Markt steht eine lange Menschenschlange auf der Straße: hier wird geimpft. Mal sehen, wann es für uns soweit sein wird.

Der Scooter-Akku lässt mich nicht im Stich, ich komme ohne Schieben und verrenkten Rücken zuhause an – aber viel weiter wäre ich auch nicht mehr gekommen. Immerhin habe ich jetzt eine Orientierung, wie weit ich die Kiste ausreizen kann. Und das will ich auch nutzen, denn jetzt, wo es nicht mehr so eisig ist, macht es doch erheblich mehr Spaß, wieder auf Entdeckungstouren zu gehen.

Am Wochenende war ich mit einer Freundin verabredet. Wir wollten in den Himmelstempel und uns dort mal an Timelapse-Videos (aus Fotos, nicht “nur” ein schnell abgespielter Film) versuchen. Wir wollten das  – natürlich – auf dem großen Platz vor der ikonischen Halle der Ernte machen. Aber daraus wurde nichts.

Endlich! Frischer Kaffee im Himmelstempel

Wir hätten vielleicht schon am Eingang hellhörig werden können, denn es war nicht möglich, das “Through-Ticket” (Park und alle Gebäude) zu lösen, nur das normale Parkticket für 10 RMB. Aber noch haben wir uns nichts dabei gedacht, sondern erstmal den neuen Coffeeshop im Himmelstempel unter die Lupe genommen. Der Laden ist hell und freundlich, es dominiert rot und blau, und trotzdem wirkt es eher wie eine Imbissbude als wie ein Café. Aber der Kaffee schmeckt! Klasse, nun kann man erst recht ganze Tage im Himmelstempel verbringen.

Nun stürmen wir aber auf die Halle der Ernte zu, ich stell mich am Ticketschalter an, aber als ich dran komme, werde ich lediglich auf einen QR-Code verwiesen – den es auch auf einigen Schildern rundherum gibt. Das geht den Leuten vor und nach mir in der Schlange aber genauso, man schüttelt ein bisschen den Kopf. Mit dem QR-Code öffnet sich nicht die App, die von vielen anderen Sehenswürdigkeiten genutzt wird. Nein, der Himmelstempel hat seine eigene App, wir wursteln uns mit unseren ausbaufähigen Chinesischkenntnissen so durch, aber: heute kein Ticket für uns. Ob man – wie am Konfuziustempel – mindestens einen Tag vorher buchen muss oder ob das Besucherlimit für den Tag erreicht ist, finden wir nicht heraus. Anders als bei den viel kleineren und nicht ganz so bedeutenden Tempeln wie dem Zhihua- oder dem Dongyue-Tempel ist hier auch niemand, der uns helfen könnte.

Frust …

Das ist echt ärgerlich. Wir wollen nur hoffen, dass dieses Verfahren nach “dem Ende von Corona” (wann auch immer das ist und wie auch immer das aussieht) wieder eingestampft wird. Oder dass die Apps zumindest eine englische Version anbieten und dass es eine zentrale Übersicht gibt, wie man wo hineinkommt. Besonders lästig ist aber wirklich, dass es nicht eine App und eine Regelung für alle Sehenswürdigkeiten gibt, sondern dass es so viele Ausnahmen gibt. Aktuell kommen ja keine ausländischen Touristen ins Land und für die Handvoll Ausländer, die hier lebt, ist eine englische Version wohl nicht nötig.

Ein bisschen Frust macht sich schon breit, aber es nutzt ja nichts, wir spazieren weiter und bauen uns dann am Nordeingang auf.

… und Lust

Das Wetter ist viel zu schön, um sich lange zu ärgern. Mit unserem alternativen Standort sind wir dann auch zufrieden und toben uns mit unseren Kameras aus. Dafür, dass ich das zum ersten Mal gemacht habe, bin ich am Ende ganz zufrieden!

Wir spazieren dann noch kreuz und quer durch den Park.

Eichhörnchen am Boden

Wildlife ;)

Wenn man im Himmelstempel gen Himmel schaut, dann kann man auch mal den Mond sehen.

Halbmond am Nachmittag

Halbmond

Wie in so vielen chinesischen Parks wird auch hier gesungen und gesportelt. Auch hier stehen mehrere singende Gruppen und Grüppchen dicht an dicht, dabei ist noch soviel Platz im Park. Ob ich das wohl mal herausfinde, warum das so ist oder ob sie sich gar nicht gegenseitig gestört fühlen sondern angespornt?

Den beiden ausländischen Frauen mit den Kameras wird dann auch direkt demonstriert, wie stark, beweglich, sportlich man ist.

Turnerin und Trainer im Park

Ganz schön beweglich

So langsam wird es spät, wir gehen in Richtung Ausgang, nicht ohne noch einmal zurückzublicken.

Halle der Ernte im Gegenlicht

Halle der Ernte

Schön war es.

Auf der Rückfahrt fühlt sich Peking auf einmal richtig normal an: Stau! Und wir denken, wir müssten hier mal zum Fotografieren auf den Mittelstreifen.

Foto aus dem Auto auf dem 3. Ring Ost in Peking

Hier mal zu Fuß hin!

Okay, lieber nicht, da würden wir wohl schnell eingesammelt werden, aber wir können ja doch noch mal in der Nähe gucken.

Ich plane gerade Aktivitäten für die Fotogruppe. Als Thema für den März habe ich mir “Gegensätze” überlegt, nicht zum ersten Mal, ist hier aber wirklich unerschöpflich. Starten will ich im Zhihua-Tempel und dann zum Galaxy Soho hinüber spazieren. Die Ecke kenne ich einigermaßen gut, eigentlich keine neue Erkundung vor Ort nötig. Aber um auszuschließen, dass gerade gebaut wird oder warum auch immer geschlossen ist, habe ich mich vorhin zum Zhihua-Tempel aufgemacht. Dass sich in China (und wegen der Pandemie erst Recht) plötzlich etwas ändern kann, ist halt so, aber ich will halt doch im Rahmen der Möglichkeiten sorgfältig vorbereiten.

Am Galaxy Soho stoppe ich nur kurz. Hier herrscht reges Kommen und Gehen, außer dem allgegenwärtigen Health Check gibt es hier keine Einschränkungen.

Health Check Station vor dem Galaxy Soho in Peking.

Health Check

Ich tuckere weiter, nur noch ein kurzes Stück am 2. Ring entlang, dann biege ich in die Hutongs ab, noch einmal abbiegen und schon steh ich vor dem Tempel. Sehr gut, er ist geöffnet. Ticketpreis ist unverändert, Öffnungszeiten auch. Keine Bauarbeiten. Eigentlich könnte ich wieder umdrehen, aber das Wetter ist so schön, also löse ich ein Ticket und drehe eine kurze Runde durch den Tempel.

Galaxy Soho vom Zhihua-Tempel aus gesehen.

Alte Hütte, neue Hütte…

Ja, zu gucken und zu fotografieren gibt es hier mehr als genug.

Die Tempel Fairs sind ja alle abgesagt. Aber Wunschkarten aufhängen, das geht.

Eine Frau hängt Wunschkarten an einen Baum im Zhihua-Tempel

Wunsch-Karten

Ich werfe noch einen Blick zurück und mache mich dann wieder auf den Weg.

Links Dachreiter und rechts kahler Winterbaum

Dachreiter

Im Hutong ist deutlich mehr los als im Tempel. Hunde rennen über die Straße, überall stehen oder sitzen Leute und unterhalten sich, ein bisschen Verkehr ist auch.

Im Lumicang-Hutong

Lumicang Hutong

Das war jetzt eine nette Runde, hat Lust auf mehr gemacht.

Und sonst?

Das Jahr des Ochsen hat begonnen, die TV-Gala war “wie immer” und auch wieder nicht, die Schalten zu den Provinzen haben doch gefehlt, die machten das immer noch bunter.  Die staatlichen Neujahrsferien sind seit heute zu Ende, die Stadt scheint trotzdem noch stillzustehen, viele Firmen fangen wohl erst Montag wieder mit der Arbeit an. Peking hat inzwischen 19 Tage lang keine lokale Corona-Neuinfektion gemeldet. Wäre schön, wenn das noch lange so bleibt.

Fotos

Wir haben Besuch und sind am Sonntag zusammen in den Art District 798 gefahren. Da gefällt es mir immer wieder gut. Nicht nur wegen der vielen wechselnden Ausstellungen entdecke ich jedesmal etwas Neues. Am Sonntag kam noch das wunderbare Frühlingswetter und halbwegs brauchbare Luft dazu, und wir haben uns stundenlang da durchtreiben lassen.

Auch Yoko Onos “Golden Ladders” haben wir uns angesehen, gleich hinter dem Goethe-Institut in der Faurschou Foundation Gallery. Zusammenfassung: 3 Räume: Wassergläser, Bäumchen, Leitern, Treppe. Mit tiefsinniger Bedeutung. ;) Ich fürchte, ich bin und bleibe Banause. Aber hey, wie cool: ich habe eine Yoko-Ono-Ausstellung gesehen! :D Wer auch noch möchte: läuft noch bis zum 3. Juli 2016.

Als nächstes möchte ich nun noch herausfinden, wie lange die “Of Sharks And Humanity”-Ausstellung noch läuft…

 

Mit unseren Besuchern sind wir im Anschluss an den Spaziergang durch den Art District 798 nach Sanlitun gefahren, Büro samt Dach herzeigen. Oben auf dem Dach war es lauter als unten im Gewusel…

Und so wenig schnieke sieht das sonst ja sehr schicke Taikoo Li (Sanlitun Village) von oben aus.

Und auch das Intercontinental versteckt sich hinter ganz normalen Pekinger Wohnhäusern.

Was für ein Unterschied zu dem Anblick, der sich hier nachts bietet!

 

 

Dass es tagsüber nicht mehr so eiskalt ist, weckt meine Lebensgeister. Endlich habe ich wieder mehr Spaß daran, lange draußen unterwegs zu sein. Gestern habe ich einen langen Spaziergang durch zwei von Pekings bekannteren Hutongs gemacht: dem Wudaoying-Hutong und der Guozijian Jie.

 

Blick auf den Lamatempel vom Wudaoying-Hutong in Peking aus

Blick auf den Lamatempel

Der Wudaoying-Hutong

Lange Zeit wurden viele Hutongs abgerissen und durch moderne, höhere Bauten und breitere Straßen ersetzt.

Inzwischen ist man in Peking dazu übergegangen, die verbliebenen Hutongs zu erhalten, die Welle des Plattmachens ist gestoppt. 1949 sollen es noch 3250 Hutongs gewesen sein, heute sind keine 1000 übrig geblieben.

Der Wudaoying-Hutong ist einer der Hutongs in Peking, die schon früh renoviert wurden. Heute gilt er als “hip + cool”, zieht vermögende Chinesen und Touristen aus aller Welt an. Die Metrostation Lama-Tempel ist quasi direkt vor der Tür, der Ditan-Park liegt auch nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt auf der anderen Seite des 3. Rings. Vor der Corona-Pandemie gehörte ein Spaziergang durch diesen Hutong nach der Besichtigung von Lama- und/oder Konfuziustempel zum Programm vieler Reisegruppen.

Diese großen Scharen von Menschen waren gestern natürlich nicht unterwegs, das hatte auch etwas für sich.

Weihnachtsbaum und chinesische Neujahrsdeko im Wudaoying-Hutong

Weihnachtsbaum und Neujahrsdeko

Im Wudaoying-Hutong finden sich Cafés, Restaurants und Bars, diverse Geschäfte – bei allen bezahlt man die Lage ein bisschen mit. Aber hier an Sommerabenden draußen oder auf einer der Dachterrassen zu sitzen, das ist schon besonders schön.

Im Wudaoying-Hutong, Altstadtgasse in Peking

Wudaoying-Hutong

Hier wird aber auch gewohnt und es gibt kleine chinesische Nachbarschaftsshops, da hängt dann oft an den Pforten ein “No photo!”-Schild.

Jetzt unmittelbar vor dem Neujahrsfest sieht man überall in der Stadt die rote Neujahrsdeko. Ausnahmsweise aber tatsächlich auch mal in Gold wie hier zu sehen.

Goldene Neujahrsdeko an der Glastür eines Geschäfts im Pekinger Wudaoying-Hutong

Gold statt rot – Neujahrsdeko

Jedesmal, wenn ich hier bin, entdecke ich etwas Neues – und manchmal stelle ich fest, dass etwas anderes weg ist. Diesmal bin ich mir nicht sicher: ist das Katzencafé ganz weg oder macht es nur Neujahrsferien?

Guozijian Straße

Nachdem ich den Wudaoying-Hutong ganz durchquert habe, biege ich links ab und gehe ein Stück die Andingmen Inner Street entlang, eine breite Hauptstraße mit vielen Restaurants und Läden. Würde ich ihr weiter nach Süden folgen, käme ich in Richtung Trommelturm und Verbotene Stadt.

Bushaltestelle mit Helfern in gelben Jacken in der Andingmen Inner Street in Peking

Bushaltestelle

Während der Rush Hours findet man diese Helfer an den Bushaltestellen, die die oft gleichzeitig ankommenden Busse und Fahrgäste effektiv dirigieren.

Kurz hinter dieser Bushaltestelle liegt der Eingang zur Guozijian Straße, ein etwas breiterer Hutong mit nur wenig Autoverkehr. Hier liegt der Konfuziustempel mit der Kaiserlichen Akademie.

Straßenschild: Guozijian Jie in Peking, eingerahmt vom Torbogen

Guozijian Straße

Auf dem Torbogen am Eingang tummeln sich lauter Vögel, die tiefstehende Sonne wirft ein schönes Licht, hier bleibe ich ein bisschen hängen.

Tor am Eingang der Guozijian Jie in Peking

Torbogen Guozijian Jie

In der Guozijian Jie gibt es Torbögen nicht nur am Anfang und Ende der Straße, sondern auch mittendrin – das ist schon besonders. Jetzt zum Neujahrsfest sind sie zusätzlich mit großen roten Glücksknoten geschmückt.

Torbögen und Neujahrsdeko in Pekings Guozijian Straße

Torbögen und Neujahrsdeko

Es gibt so viel zu sehen, zum Beispiel diese kleine Fahrradwerkstatt.

Fahrradwerkstatt im Hutong

Fahrradwerkstatt

Der Konfuziustempel hat gerade geschlossen, nach und nach kommen die letzten Besucher raus.

Passanten am Ausgang des Konfuzius-Tempels

Am Ausgang des Konfuzius-Tempels

Ein paar Schritte weiter ist dann auch schon das Ende der Guozijian Jie erreicht, genau gegenüber vom Eingang des Lama-Tempels kommt man hier raus. Ich biege wieder links ab und folge der Yonghegong-Straße bis fast zur Ecke, wo ich meinen Scooter abgestellt habe und werfe mich ins Getümmel auf den Rückweg. Schön war’s, muss ich bald wiederholen. Mal sehen, in welchen Hutong es mich dann treibt.

Wenn Du Peking schon kennst – hast Du einen Lieblingshutong?

Fotos

 

 

Alltagsbeobachtungen, Anekdoten, Gedanken, die in wenigen Zeilen erzählt sind oder mit einem Bild ausgedrückt werden können – das sind meine “Schnipsel”.

1 von 12 geschafft

Ich muss zugeben, dass ich nicht so irre optimistisch bin, was das baldige Besiegen der Pandemie angeht und die damit verbundene Normalisierung des Lebens. Ich will mich nicht beklagen, im Vergleich zu vielen anderen Orten auf der Welt geht es uns hier weiterhin wirklich gut. Der Alltag ist hier – zwar derzeit noch mit Online-Schule etc. – relativ normal. Zu schaffen macht mir, dass der deutsche Teil der Familie nun gefühlt viel weiter weg ist. Derzeit ist es undenkbar, wie vor zweieinhalb Jahren praktisch von jetzt auf gleich nach Deutschland und wieder zurück fliegen zu können. Blöder Gedanke, meine großen Kinder vermutlich auch im vor uns liegenden Sommer nicht umarmen zu können.

Was das Impfen angeht, fallen wir hier (noch?) durch alle Raster – weder China noch Deutschland sind für uns zuständig. Immerhin, heute ist der achte Tag ohne lokale Neuinfektion in Peking.

Mit dem Januar liegt der kälteste Wintermonat hinter uns, und die zwei Tage mit zweistelligen (Plus!) Temperaturen diese Woche haben echt gut getan, das Ende des Winters ist endlich in Sicht.

Neujahrsfest und Two Sessions

Das chinesisches Neujahrsfest steht vor der Tür. Mittwoch ist der letzte (Online-)Schultag, dann sind zehn Tage Ferien. Gefühlt gibt es fast jeden Tag neue Regeln, die in Peking  oft auch noch strenger sind als im Rest Chinas – Hauptstadt halt. Während der offiziellen chinesischen Neujahrferien sind nun Zusammenkünfte von mehr als 10 Personen verboten, und dann bitte auch nicht länger als zwei Stunden. Vom Reisen wird abgeraten, sofern es nicht unbedingt sein muss – normalerweise findet zum Neujahrsfest eine Völkerwanderung statt…

Wenn man von außerhalb nach Peking einreisen will, sind inzwischen zwei Wochen Hotelquarantäne, eine Woche Heimquarantäne und eine Woche “Gesundheitsmonitoring” (mehrmals täglich Temperatur melden) obligatorisch.

Anfang März finden auch noch die Two Sessions statt, von daher rechne ich eher mit weiteren Vorsichtsmaßnahmen statt mit Lockerungen.

Die – zugegebenermaßen wenigen – chinesischen Familien in meinem Umfeld bleiben alle in Peking. Die Erinnerung, dass man letztes Jahr wochenlang nicht zurück nach Peking konnte und die Probleme, die das mit sich brachte, sind noch frisch, das will keiner erneut riskieren.

Abends am 3. Ring

Diese Woche habe ich einen abendlichen Fotospaziergang ein Stück am östlichen 3. Ring entlang gemacht und bei der Gelegenheit das Malen mit Licht (Handytaschenlampe) ausprobiert.

I love Beijing mit Licht gemalt vor Pekings 3. Ring

I <3 Beijing

Arbeiten am Blog: Im Schnelldurchlauf durch die letzten Jahre

In den letzten Wochen habe ich hinter den Kulissen viel am Blog geschraubt. So habe ich nicht mehr notwendige und veraltete Plugins deinstalliert. Unter anderem brauche ich mein altes Galerie-Plugin nicht mehr. Leider musste ich sämtliche alten Galerien händisch übertragen, weil es kein zuverlässiges Script oder Plugin dafür gibt.

Das war eine Menge Arbeit (alle alten Galerien per FTP herunterladen und hunderte Bilder wieder hochladen und in die jeweiligen Blogartikel einfügen…), die allerdings auch einen netten Nebeneffekt hatte: Ich bin quasi im Schnelldurchlauf durch die letzten Jahre gereist. Wie aufgeregt, beinah ängstlich und ahnungslos ich war, bevor es nach Peking ging! Was ich all den Jahren dazugelernt und kennengelernt habe! Wie dankbar ich für die tollen Reisen bin, die ich machen konnte.

Also, selbst wenn ich irgendwann keine Leser*innen außer mir selbst mehr haben sollte: So ein Blog ist eine tolle Erinnerung.

 

Nach ein paar sehr grauen Tagen war es gestern richtig schön, also nichts wie raus. Ich bin noch nicht ganz entschieden, wohin es gehen soll. Also fahre ich erst einmal in Richtung Zentrum. Ich mag diese Strecke. Von der Deutschen Botschaft aus geht es 5 Kilometer schnurgeradeaus. Klingt langweilig? Ist es aber nicht! Im Verlauf geht es vom moderneren ins alte Peking. Markante Hochhäuser werden durch die Hutongs abgelöst. Und auf Pekings Straßen gibt es eh immer was zu sehen!

Ein alter Mann fährt mit einem Dreirad mit Fahrgastkabine über die Kreuzung vor der Ghost Street in Peking.

Kreuzung vor der Ghost Street

Der Trommelturm kommt in Sicht. Da gehe ich aber demnächst mit der Fotogruppe hin, also entscheide ich mich für einen Spaziergang um den Shichahai und will an der Südseite starten. Dort ist aber nicht nur seit den neu aufgetretenen Corona-Fällen das “Eisvergnügen” stillgelegt, sondern auch die Wege links und rechts des Sees.

Eisbedeckter Shichahai in Peking mit dem Trommelturm im Hintergrund

Blick über den Shichahai zum Trommelturm

Also genieße ich nur kurz den Blick und schwinge mich  wieder auf den Scooter und fahre weiter zum Jingshan-Park. Unterwegs fällt mir ein, dass das im letzten Frühjahr so ähnlich war, da war der östliche Zugang zum See gesperrt, und ich bin zum Jingshan weitergefahren.

Im Jingshan-Park

Der Jingshan-Park gehört zu meinen Lieblingsparks in Peking. Das hat natürlich vor allem mit dem Kohlehügel zu tun, von dem man in alle Himmelsrichtungen eine tolle Aussicht hat, allem voran natürlich die Aussicht auf die Verbotene Stadt.

Die Verbotene Stadt vom Kohlehügel aus gesehen.

Forbidden City

Der Wanchun Pavillon (Pavillon des immerwährenden Frühling) ist weiterhin abgesperrt.

Aber auch davor ist vergleichsweise wenig los. Man merkt schon, dass überhaupt keine ausländischen Touristen und auch kaum inländische in Peking sind. Mal sehen, wie das während der Neujahrsferien wird und inwieweit Appelle und Quarantäne- und Testregelungen sich auswirken werden.

Plattform vor dem Wanchun-Pavillon im Jingshan-Park, nur wenige Besucher genießen blauen Himmel und Blick auf den CBD

Vergleichsweise wenig los

So langsam wird mir kalt, also laufe ich noch eine Weile kreuz und quer durch den Park, bis mir wieder warm ist. Dann werfe ich einen letzten Blick zurück hoch zum Pavillon auf dem Hügel und mache mich auf den Heimweg.

Gegenlicht Aufnahme: Pavillon auf dem Kohlehügel von unten durch die mit roten Laternen geschmückten Zweige eines Baums gesehen.

Blick zurück im Gegenlicht

Auch der Rückweg ist wieder schön. Erst fahre ich auf den Trommelturm zu.

Trommelturm in Peking von Süden aus gesehen

Trommelturm

Und dann lasse ich den Trommelturm hinter mir.

Blick in einen runden Scooterrückspiegel: Pekings Trommelturm mit Taxi, Scooter und Bäumen davor.

Blick zurück

Der kleine Ausflug hat mir gut getan. Die schlimmste Kälte – für die ich einfach nichts übrig habe – ist hoffentlich überstanden. Da werde ich jetzt wohl auch wieder mehr unterwegs und länger draußen sein können.

Fotos

Ich hab’s versucht und bin morgens aufgestanden – nur eine Stunde später hab ich wieder fest geschlafen. Auch die Jungs waren “unweckbar”. Losgetuckert sind wir dann gegen 14 Uhr… Wie man weiter unten bei den Bildern sehen kann: Traumwetter!

Mit der U-Bahn zum Tienanmen-Platz. Das war schon ein Erlebnis, Sicherheitskontrolle am U-Bahn-Eingang nur unwesentlich weniger aufwändig als am Flughafen. Nur ein paar Stationen, einmal umsteigen und schon waren wir Tienanmen-East. Man kommt aus der U-Bahn-Station hoch und ist erstmal erschlagen – so bombastisch ist alles. Die Straße hat so viele Spuren, soweit kann ich gar nicht zählen… ;)

Am Zugang zum Tienanmen ist erneut eine Sicherheitskontrolle, die Schlange ist überschaubar, und da es so viel zu sehen gibt, wird das Warten auch kein bischen langweilig. Viele Chinesen haben Snacks in Plastiktüten dabei – sieht alles sehr interessant aus… Der Platz ist groß. Ok, das beeindruckt schon, aber uns zieht es in die Verbotene Stadt. Für “drinnen” will ich mehr Zeit haben, also spazieren wir nur so dadurch – und es gefällt uns, auch den Minis. Letztere rennen und hüpfen und spielen, ab und zu werden wir gefragt, ob man sie fotografieren darf – gerne. Die beiden hüpfen eine Mauer entlang, krakeelen vor sich hin und schwupps, hüpft ein chinesischer Junge hinterher. <3

Dann bummeln wir durch Seitenstraßen und landen in einer großen Einkaufsstraße. In den Seitenstraßen stürmen wieder Hunderte Gerüche auf uns ein, soviele Shops, soviel essen, da gibt es Teigtaschen, da Fritiertes, da Undefinierbares, es riecht lecker, interessant und auch mal bäh; überall fahren Mofas mit kandierten Früchten auf Spiessen – die müssen wir morgen mal probieren, heute war unser kulinarisches Experiment “Tee-Eis”. Für Justus und mich war es nix (Erbseneis!), Rasmus fand’s ok, Thomas – ist ja nun schon länger hier – hat unsere Reste aufgefuttert. Dann entdeckte Jussi ein KFC und war nicht mehr zu halten – also bekamen die Kids ihr Abendessen da. Merke, lieber deutscher Touri: das deutsche Handzeichen für “2” heisst auf chinesisch “8” und auch zwischen 10 Wings und 10 Portionen ist ein kleiner Unterschied – entsprechend irritiert war die Mitarbeiterin, klärte sich glücklicherweise alles auf und Jungs waren happy. Dann sind wir noch ein bischen weitergebummelt, und waren dann aber auch platt und sind mit dem Taxi wieder nach Hause gefahren: vorbei an Luxus-Prachtbauten und heruntergekommenen Hochhäusern, alles bunt beleuchtet, trubelig, lebendig.

Heute Abend haben wir dann mal gefragt, wie es den Jungs gefällt: sie finden es großartig hier – puh, das ist so beruhigend! Hauptsache, das bleibt so. Morgen wollen wir dann zu dritt in den Zoo, wenn das Wetter wieder halbwegs so wie heute ist.

Jetzt ist es 22 Uhr hier und ich werde mich mal trauen, alleine in den Supermarkt zu gehen, ich brauche ne Gesichtscreme… Die Luft ist so trocken hier, das gibt’s gar nicht. Mal gucken, ob ich erfolgreich bin…

 

Nachdem wir einige Tage den immer gleichen Blick auf Peking hatten, z.B. auch auf den CCTV-Tower, entlässt die blöde Grippe uns allmählich aus ihren Klauen und wir kriegen doch endlich mehr zu sehen.

Erst sind wir heute kreuz und quer durch kleinere und größere Straßen geschlendert, haben uns eine ziemlich gigantische, ziemlich luxuriöse Shoppingmall von innen angesehen und die Jungs anschließend bei Annie’s  mit Pizza bzw. Spaghetti Bolo abgefüttert. Den Rest des Tages haben wir schönes Wetter und relativ gute Luft im Ritanpark genossen.

 

Heute ein paar Impressionen vom derzeitigen Wohnumfeld. Ich bin nach wie vor total fasziniert vom unmittelbaren Nebeneinander von alt und neu, modern und traditionell, arm und reich… Wobei ich ganz sicher Armut nicht schönreden werde! Trotzdem, die krassen Gegensätze machen sicher einen Teil der Faszination dieser Stadt aus.

Wie man sieht: strahlend blauer Himmel, gute Weitsicht, d.h. auch relativ “gute” Luftwerte.

 

Gestern war ich mit der Patengruppen-Fotogruppe im Red Brick Art Museum. Die Ausstellung, die eigentlich Anlass für den Besuch dort war, war nur leider schon beendet – 10 Tage vor dem offiziellen, überall plakatierten und veröffentlichtem Termin. That’s China. ;)

Da das Internet hier gerade mal wieder nicht so will wie ich das gern hätte, nur einige wenige Bildchen.

 

Vom 1.-3. Oktober ist Chinesischer Nationalfeiertag (die Deutsche Botschaft hat höflichkeitshalber die Deutsche Einheit darum schon letzte Woche begangen), zusätzlich gibt es staatlich verordnete arbeitsfreie Tage, alles zusammen: Goldene Woche. Zum Neujahrsfest gibt es eine weitere Golden Week. Gearbeitet wird vielfach trotzdem: Sehenswürdigkeiten, viele Restaurants und Geschäfte sind geöffnet (und müssen dann einen dreifachen Lohn zahlen). Der Busshuttle des Compounds fährt nicht, hier draußen ein Taxi zu bekommen dauert noch länger als sonst. Trotzdem, Traumwetter gestern: warm, nicht zu heiß und ein frischer Wind, Top-Luftwerte, klare, weite Sicht: Ausflugswetter! Nachdem wir dann tatsächlich doch noch ein Taxi bekommen haben, ging es dann zum Sommerpalast: einmal quer durch Peking – und das bei freier Fahrt! So leer waren die Straßen nicht mal anlässlich der Parade vor ein paar Wochen!

Der Sommerpalast war dann allerdings alles andere als leer… Ein riesiges Gartengelände am Kunming-See, dahinter Berge, wirklich wunderschön gelegen (schon auf der Fahrt vom Highway aus die Sicht genossen). Der See war dank des Windes etwas aufgewühlt: Bootfahren nicht erlaubt. Also spazieren gehen, wobei die Jungs mal wieder kurz vorm Verhungern standen und zielsicher die erste Imbissbude ansteuerten. Jussi hat es richtig gemacht und sich ein paniertes Hühnerbein ausgesucht – Thomas und Rasmus haben sich für den absolut unappetitlichsten Hotdog ever entschieden. Fehler: imitiertes westliches Essen ist meistens bäh, dafür gibt es einfache, chinesische Alternativen, die meist sehr gut sind.

Wir haben uns dann mit den Massen den Weg am See entlang geschoben, sind dann – etwas weniger überlaufen – ein Stück einen Berg hoch, haben dann immerhin ein paar Meter des berühmten Wandelganges geschafft. So richtig viel Lust hatten die drei (!) Jungs nicht, Gebäude haben wir uns gar nicht angeguckt und der große Junge hat zielsicher einen Nebenausgang angesteuert – um dann festzustellen, wir sollten vielleicht doch besser den gleichen Weg wieder zurückgehen… *kicher* War halt auf einmal chinesisch-dörflich… „Hier finden wir nie ein Taxi!“ – „Na und, da vorne fährt der Bus!“ –„Neeeeinnnn!!!“ (ok, beim Busfahren kann man wirklich verloren gehen). Aber da war auch schon wieder der Haupteingang in Sicht, ein Taxi wurde herangewinkt und zur Erholung ging es dann zurück in des Mannes Komfortzone Sanlitun zu Schindlers…

Und wenn wieder Schule ist, werde ich noch mal alleine zum Sommerpalast fahren. Ich hab gestern ungefähr 200 mal gedacht: wie gut, dass ich ohne die drei in Shanghai war. ;)

 

Besuch aus Hamburg war da, da ist ein Mauerausflug natürlich “Pflichtprogramm”. Rasmus musste noch liegen, Justus blieb als Gesellschaft da, Thomas passte auf die beiden auf, so sind wir dann zu viert losgetuckert. Für die Hinfahrt wurde ein Taxi bestellt, zurück “stehen da ausreichend Taxis herum”. Traumhaftes Wetter mit quietschblauem Himmel, passable Luftwerte mit annehmbarer Sicht, Hinfahrt ausgesprochen entspannt, von uns aus ist es auch nur eine Dreiviertelstunde.

Great Wall

Für den Kartenkauf musste man sich zweimal anstellen, an einem Schalter gab es nur Eintritt, Bustickets und Kabinenbahn, für die Abfahrt mit der Sommerrodelbahn ging es an den zweiten Schalter. Mit dem Bus ging es dann ein gutes Stück bergauf, eine kurze Schlange an der Kabinenbahn und dann das erste “wow” – die Aussicht ist schon toll. Oben angekommen dann wieder dieses unwirkliche Gefühl “wow, wir sind tatsächlich hier!” Das größte Bauwerk der Welt. Uralt. Historisch und so. ;) Die Mauer ist einfach beeindruckend, selbst als Banause kann man sich dem nicht entziehen! Dazu die schöne Landschaft, es ist wirklich ein netter Spaziergang Richtung Osten zur Sommerrodelbahn (da, wo auch der klapprige Sessellift fährt), überwiegend bergab.

Es war voller als im März, aber von Gedrängel und Geschiebe konnte keine Rede sein, nur an Engpässen bei den Wachtürmen, wo immer nur einer treppauf oder treppab kann, staute es sich manchmal und mit ein bisschen Geduld hatten wir immer wieder auch mal einen Abschnitt ganz für uns. An der Sommerrodelbahn mussten wir ein bisschen warten, aber man hat soviel zu gucken und die Mitarbeiter dort hatten echt Spaß, haben herumgeblödelt, so dass wir auch Spaß hatten. Leiderleiderleider waren vor mir zwei chinesische Mütter mit kleinen Kinder, die im Schneckentempo runtergerutscht sind, also nix mit kleinem Geschwindigkeitsrausch über ‘m Abgrund, dafür ausreichend Zeit, die (relative) Stille und die Aussicht zu genießen. War sicher nicht das letzte Mal!

Taxi?

Als wir dann wieder unten im Tal waren, waren nicht viele Taxis zu sehen. Genaugenommen: keins. Wir sind weiter Richtung Straße gegangen, als mich ein Chinese ansprach. Puh, ein Taxifahrer. Wohoo, mein Chinesisch hat ausgereicht, dass er uns nicht nur nach Huairou zum Bus bringt, sondern nach Hause in Peking und auch den Preis konnte ich halbieren. Es war sonst aber weit uns breit kein anderes Taxi zu sehen, also blieb uns eh nichts anderes übrig. Das Auto war eine Klapperkiste mit zahlreichen Blechschäden, und der Fahrer schien durchaus suizidale Tendenzen zu haben. Immerhin, er fuhr die gleiche Abkürzung an Huairou vorbei, die wir auch im März genommen hatten, bis auf einer schmalen Landstraße nichts mehr ging: Stau.

Rauchen im Nirgendwo

Er bog dann in eine Gasse ein, wo zwischen Auto und Hauswänden gerade noch ein Zentimeter war. Oh nein, in der chinesischen Pampa entführt und ausgesetzt und im Nirgendwo stehengelassen? Nein, er bog noch zweimal um die Kurve, da war die Landstraße wieder und wir hatten sicher 500 m im Stau gutgemacht. Dann zündete er sich erstmal eine Zigarette an und bot uns auch welche an. Eigentlich zähle ich mich ja zur militanten Nichtraucherfraktion, uneigentlich habe ich gelernt, dass es grob unhöflich ist, eine angebotene Zigarette nicht anzunehmen. Um nicht wirklich mitten im Nirgendwo  zu landen, habe ich mich also höflich bedankt und nicht inhaliert… ;)

Inzwischen waren wir an einer Kreuzung (kleine Landstraße und Feldweg…) angekommen, dort wendete gerade ein Reisebus und bog dann in den Feldweg ein. Zahlreiche Chinesen standen dort herum, ich meine verstanden zu haben, dass es weiter vorne einen schlimmen Unfall gegeben habe und die Straßen gesperrt seien. Unser Fahrer fuhr dann ein Stück in den Feldweg und hielt an. Oh nein, er würde uns jetzt nicht doch am Ende der Welt rauslassen? Nein, er wollte nur mehr Geld, weil das nun ein großer Umweg sei. Zähneknirschend stimmte ich zu, aber immerhin, er ließ sich wieder runterhandeln.

Die weitere Fahrt verlief dann ohne weitere besondere Vorkommnisse, außer, dass der Fahrer gerne überholte und überhaupt wohl lieber links fuhr, auch in Kurven, außer dass ich immer wieder mal seine Hand von meinem Knie schubsen musste, dass ich noch zwei weitere Zigaretten paffen musste, dass er mir seine Telefonnummer aufgedrängt hat, falls wir in Mutianyu oder Huairou wieder mal einen Fahrer bräuchten… Die Kinder haben das Abenteuer glücklicherweise größtenteils verschlafen, und Michaela war sicher froh, dass nicht sie vorne saß …  Jedenfalls sind wir erschöpft, aber heil und ganz wieder zuhause angekommen. :)

Peking bietet unzählige Restaurants, für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei: alle nur denkbaren chinesischen Regional- und Spezialitätenküchen, internationale Restaurants, alle möglichen Fastfoodketten… Verhungern muss hier wirklich niemand. ;) Aber besonders interessant für uns sind dann doch immer wieder die exotischen Dinge, die es in Deutschland (so) nicht gibt, und die man dann doch nicht unbedingt probieren möchte (von den kandierten Obstspiessen mal abgesehen)… Angucken macht wirklich Spass! Aber seht selbst:

Heute war hier im Compound “Food Festival”. Seit Ende August lagen an der Rezeption Zettel aus, wo man sich eintragen konnte, wenn man sich mit einem Stand beteiligen wollte, um zum Sommer passende Lieblingsgerichte und -getränke aus dem jeweiligen Heimatland zu präsentieren. Die Resonanz der “Residents” hielt sich, wie man heute sah, in Grenzen, dafür beteiligten sich einige Restaurants aus der Umgebung und damit entstand dann doch ein buntes Bild: von russischen Blinis, “the best taiwan fried chicken”, über natürlich jede Menge Amerikanisches: Hotdogs, Burger, Donuts; Leckereien aus einer deutschen Bäckerei (der Lütte hat 2 Apfeltaschen inhaliert), kalte chinesische Sweet Soup,…
Wie man sieht: strahlend blauer Himmel, gute Luftwerte, 29 Grad, der perfekte Rahmen für ein nettes, buntes, unaufgeregtes Sommerevent.

 

Justus hatte sehr klare Vorstellungen, wie wir das Neujahrsfest begehen sollten – den Chinatagen der Schule sei Dank: jeder müsse sein Lieblingsgericht bekommen, Jiaozi müssten auch unbedingt dabei sein, auch mit jedermanns Lieblingsfüllung und jeder müsse dann drei Stück davon essen. Punkt Mitternacht sei Beginn des Festmahls, alle sollen möglichst lang aufbleiben…. Wir haben uns dann auf unsere eigene, angepasste Version geeinigt. Immerhin, selbstgemachte Jiaozi, wenn auch nur mit Einheitsfüllung, standen mit auf dem Buffet.

IMG_4202Die Jungs haben das Interesse an der Fernsehpflichtveranstaltung, der großen Neujahrsgala, rasch verloren. Für mich und Thomas war es aber ein unterhaltsamer Abend, nachdem wir den ganzen Tag schon die Vorberichterstattung gesehen hatten, waren wir entsprechend angefixt. Quietschbunt, hoffnungslos überladen die allermeisten Nummern. Für jeden (nicht nur chinesischen) Geschmack etwas dabei: Traditionelles, Klassisches, Pop und Rock, Tanznummern, Akrobatisches, Komiker, eine Anspielung auf die große Militärparade im Sommer…  – über 4 Stunden lang! Ich muss mal googlen, ob es wirklich über 10.000 Mitwirkende auf der Hauptbühne waren (und wie viele noch dazu bei den Außenwetten, öh, Liveschaltungen in andere chinesische Städte.) Deutsche Shows sind dagegen langweilige Billigproduktionen. ;) Während der Fernsehshow wurden per wechat noch virtuelle Hongbaos (Hongbao = roter Umschlag für Geldgeschenke) ausgetauscht – in einem Gruppenchat habe ich aus Neugier auf einen geklickt und „musste“ dann meinerseits einen versenden.

Angestoßen haben wir um Mitternacht nicht mit Reisschnaps, sondern Sekt und sind dann doch raus vor die Tür. Auch wenn in unserem Compound Feuerwerk verboten war, ringsrum war die Hölle los – und das ging bis in den Morgen weiter. Danach flaute es ab, wurde mit Einbruch der Dunkelheit wieder etwas mehr, heute ist es bislang ganz ruhig, aber noch ist es ja auch hell.

Natürlich haben wir Türen und Fenster geöffnet und das Licht die ganze Nacht angelassen, damit das Glück zu uns findet. Und damit es dableibt, darf es die nächsten Tage auch nicht wieder zur Tür hinausgefegt werden.

Zum Frühstück haben wir dann eine ganz andere Richtung eingeschlagen:  Superbowl. War auch mal klasse, dabei nicht die ganze Zeit dabei gegen den Schlaf ankämpfen zu müssen. Gratulation, Peyton Manning und Broncos! Aber die Halbzeitshow (ich fand Coldplay gar nicht so übel wie viele Kritiker nun tun), ist doch kein Vergleich zur chinesischen Neujahrsshow… *grins*

Passend zum Frühlingsfest präsentierte sich gestern das Pekinger Wetter: 12 Grad, strahlendblauer Himmel, gute Luft und klare Sicht: nichts wie raus! Mit Tausenden anderen haben wir die Houhai-Seen umrundet. Nasse Füße wollten wir nicht bekommen und haben vom Gang aufs Eis abgesehen, und auch den Eisschwimmern haben wir uns nicht angeschlossen… Dann ein kurzer Blick auf Trommel- und Glockenturm und nochmal eintauchen in die Hutongs, wo vereinzelt ein paar Kinder geböllert haben und dann hat es unseren Kindern auch gereicht – hatten ja in der Nacht nicht zu viel Schlaf.

Letzte Woche war ich mit der Fotogruppe im NCPA. NCP-was? National Centre for the Performing Arts: ein riesiges Gebäude, in dem sich Opernhaus, Theater, Konzertsaal und „Multifunktionstheater“ sowie Cafés und Ausstellungsräume befinden. Mitten in Peking, unweit der Verbotenen Stadt gelegen.

Mir gefällt das Ei! Zunächst haben wir es umrundet, zusätzliches Augenfutter gab es durch die Fensterputzer, die sich ringsherum abseilten. Guckt man von der Längsseite, erkennt man durch die Spiegelung im Wasser das Yin und Yang Symbol. Insgesamt ist es ein sehr ruhiger Ort, trotz der zahlreichen Spaziergänger.

Für 30 RMB kann man das Gebäude auch von innen besichtigen. Der Eingangsbereich befindet sich tiefergelegt, unterhalb der Halle, unter der Wasserfläche. Je nach Blickwinkel, und abhängig von Sonne und Wolken schimmert das Licht und die Stahlkonstruktion und sieht das Wasser mal eher blau, mal grün aus.

Faszinierend auch, wie sich auch im Inneren das Oval als Motiv immer wieder findet, beispielsweise die Form eines Cafés oder die Anlage der Rolltreppen. Da es relativ leer war, wirkte das Gebäude vermutlich noch überwältigender als wenn dort viele Menschen gewesen wären. Aber das würde ich auch gerne mal erleben, dort möchte ich mir gern eine klassische Oper ansehen, die ausgestellten Kostüme und Bühnenbildelemente versprechen nichts vornehm reduziertes, sondern gewaltige Bilder. ;)

Ich bin mal gespannt, wie die Elbphilharmonie im Vergleich zu diesem wirklich spektakulären Bau sein wird. Lage und Blick dürfte Hamburg allerdings klar die Nase vorn haben!

 

Maquanying Village ist ein kleines Wohnviertel (eingezäunt und mit Schranken und Wachleuten an den Toren, das ist hier so üblich) nordöstlich des Pekinger Zentrums, wo weniger wohlhabende – um es mal so auszudrücken – Pekinger leben. An der Hauptzufahrtsstraße gibt es ein paar Marktstände, Restaurants und Geschäfte. Während dort viel Müll herumfliegt, sind die allermeisten Gassen bunt und sauber. Einige wenige andere Gassen sind noch nicht renoviert, finster und dunkel. In der einen Gasse riecht es so lecker, dass man sich am liebsten selbst zum Essen einladen möchte, in der nächsten stinkt es bestialisch. Draußen lüften schon mal die Schuhe direkt neben Lebensmitteln. Jemand hat wohl vom Neujahrsfest daheim in der Provinz ein Huhn mitgebracht, nun trocknet es auch draußen.

In unmittelbarer Nähe dieses Viertels befindet sich eine Outlet Mall – von Armani bis Zegna alles dabei, “located within the prestigious villa area of xianjiang north road” (zitiert nach synotrip.com). Habe ich ja schon ein paar Mal erwähnt, wie krass die Gegensätze hier sind…