Pekings Stadtmauer steht in den Reiseführern oft ziemlich weit hinten, anders als es bei den Stadtmauern von z.B. Xi’an oder Datong der Fall ist. Bei “Mauer” denkt man in Peking natürlich auch an die Große Mauer und nicht an die wenigen Überreste der Stadtmauer. So hat es denn auch bis zu diesem Osterwochenende gedauert, bis ich mir das mal näher angeschaut habe. Dafür war ich dann aber auch gleich zweimal dort. Daran vorbeigefahren bin ich schon oft, der Wachturm an der Ecke, auch Fox Tower genannt, liegt unübersehbar direkt am 2. Ring. Abends ist die Ecke hübsch beleuchtet.

Der Stadtmauerpark – Ming City Wall Relics Park

Der Park ist verglichen mit anderen Pekinger Parks recht klein, dazu verkehrsgünstig gelegen: eigentlich nur ein 1,5 Kilometer langer, sehr breiter Grünstreifen zwischen der vielspurigen Chongwenmen East Street und den Resten der Stadtmauer. Auf der anderen Seite der Mauer schließt sich direkt das Bahngelände an, der Hauptbahnhof ist nicht weit.

Blick vom Foxtower auf den schmalen Stadtmauerpark

Kaum mehr als ein sehr breiter Grünstreifen: der Stadtmauerpark

Aber vom Verkehr hört man überraschend wenig, dazu ist der Park ist hübsch angelegt. Besonders zur Frühlingsblüte ist er ein regelrechter Hotspot, weil hier Magnolien, Pflaumen, Pfirsiche, Kirschen und Forsythien und einiges mehr gleichzeitig blühen. An vielen Bäumen sind Schilder mit QR-Codes angebracht, wenn man es genauer wissen will (man sollte aber Chinesisch lesen können).

Kleinkind be-greift Magnolienblüten

Früh übt sich!

Am Ostersonnabend mache ich mich nachmittags auf in den Park. An diesem Wochenende ist auch das Qingming-Fest, entsprechend voll ist es. Zunächst zieht es mich in Richtung Turm und ich bin tatsächlich überrascht: man könnte dort hinauf – allerdings bin ich ein paar Minuten zu spät dran, Einlass ist nur bis 16:30 Uhr. Kein Problem, dann hole ich das nach. Angesichts des Traumwetters und der objektiv guten Luft war mir sowieso mehr nach Spaziergang. 

Musiker vor der Mauer im Stadtmauer-Park in Peking

Musik im Park

Die Luft ist süß vom Blütenduft. Überall wird fotografiert. Dazu das typische Parkleben: Sport, Musik, Spiele – ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Immer wieder zieht es den Blick zur Stadtmauer und darüber hinaus, auch hier lassen sich wieder das kaiserliche und das moderne Peking auf ein Bild bannen.

Fox Tower (Wachturm an der Stadtmauer) und der Zhongguo Zun vor blauem Himmel

Kaiserliches und modernes Peking auf einen Blick

 

Für Eisenbahn-Fans

Trainspotting…

Die Plattform oben am Wachturm sowie die Fußgängerbrücke südöstlich des Turm sind gute Standorte fürs Trainspotting. Von der Plattform aus kann man die Züge bei der Ein- und Ausfahrt in den Hauptbahnhof sehen, von der Brücke aus sind weniger Kabel und Masten im Weg und im Hintergrund hat man den CBD als Kulisse.

 

… und Bahn-Historie

Mitten im Park finden sich Überbleibsel der Peking-Mukden-Railway: ein altes Signalhäuschen sowie ein paar alte Gleise. Mukden ist das heutige Shenyang.

 

Goldene Stunde

Am Westende des Parks hat man von einem kleinen Hügel aus eine tolle Aussicht in Richtung Zhengyangmen – und weil Wetter und Luft mitspielen noch weiter bis zu den Westbergen.

Aussicht in Richtung Zhengyangmen und Westberge

Aussicht in Richtung Zhengyangmen und Westberge

Ich drehe um und gehe den gleichen Weg zurück zu meinem Scooter. Nachdem wir dieses Jahr schon so viel schlechte Luft und Sandstürme gehabt haben, tun mir die “goldenen Aussichten” auf der Rückfahrt wirklich gut.

 

Stadtmauer und Eckturm

Zwei Tage später setze ich mein Vorhaben um und besichtige den Turm und die Stadtmauer, auf der man ein kurzes Stück entlanglaufen kann.

Die Stadtmauer wurde 1419 während der Ming-Dynastie gebaut und stand bis zu den frühen 1960er Jahren. Dann wurde sie größtenteils für den Bau der U-Bahn abgerissen, die zum Teil unterhalb der ehemaligen Mauer entlangführt. Von den ehemals 40 Kilometern blieben gerade mal die 1,5 Kilometer in der Nähe des Hauptbahnhofs übrig. In den späten 1990ern wurde entschieden, diesen Abschnitt zu restaurieren und einen Park einzurichten. Ein Fünftel der dafür benutzten Mauersteine seien originale Steine, die von Pekingern für den Bau gespendet wurden. Fertiggestellt wurde der Park im September 2003.

Im Turm (1439 fertiggestellt) konnten 200 Soldaten und Pferde untergebracht werden, dazu gab es Rampen. Der Turm gilt als der größte noch stehende Eckturm Chinas.

Der südöstliche Eckturm- Fox Tower

Der südöstliche Eckturm- Fox Tower

Während des Boxeraufstands 1900 wurde der Turm von den Vereinten Acht Nationen angegriffen und eingenommen. Deren Graffiti (in die Mauersteine eingeritzt) ist heute noch zu sehen. 1983 wurde der Turm restauriert und für die Öffentlichkeit geöffnet.

Heute befindet sich im Turm eine Ausstellung über die Stadtmauer und die auch heute noch im Stadtbild vertretenen Stadttore. Auch wenn man mancherorts vielleicht vergeblich ein Tor sucht, wenn “门=men” in einer Ortsangabe vorkommt, liegt die Vermutung nahe, dass es hier mal ein Stadttor gab.

Schaubild: Pekings Stadttore

Pekings Stadttore

 

Der Mord an Pamela Werner, 1937

Ein Beitrag zum Fox Tower wäre nicht komplett ohne den Hinweis, dass in der Nähe des Turms  am 8. Januar 1937 die übel zugerichtete Leiche der knapp zwanzigjährigen Diplomatentochter Pamela Werner gefunden wurde. Der Mord wurde nie aufgeklärt.

Paul French schrieb darüber einen “murder mystery”-Bestseller: “Midnight in Peking”, der leider nicht auf Deutsch erhältlich ist. Ulrike vom Bambooblog bespricht das Buch hier.

Auf der Mauer

Ein Spaziergang auf diesem kurzen Abschnitt ist vielleicht nicht so spektakulär wie auf der Mauer in Xi’an, auf der man sogar radeln kann, dennoch finde ich die sowohl die Aussichten auf die Stadt als auch auf die Mauerreste interessant.

Pekings Stadtmauer mit Blick auf den CBD

Pekings Stadtmauer mit Blick auf den CBD

 

Info

Park: Eintritt frei, immer geöffnet, keine Gates oder Eingangskontrollen

Wachturm und Stadtmauer: Eintritt 10 RMB, geöffnet 9-17 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr

Hinkommen:

  • Auto, Motorrad, Scooter, …: Parkplatz direkt unterhalb des Wachturms/Osteingang (9 Chongwenmen East Streat, Dongcheng)
  • Bushaltestelle: Dongbianmen Station (befindet sich etwa in der Parkmitte, direkter Zugang)
  • Metro: Chongwengmen, Exit B, ca. drei Minuten Fußweg bis zum Westeingang des Parks

Weiterlesen: Pekings Stadtmauer im Bambooblog mit mehr Infos zu den Stadttoren

Fotos

 

 

Ich glaube, ich hab noch nicht ausreichend viel über die lange Phase schlechter Luft gejammert. Höhepunkt (und hoffentlich auch erstmal Schluss) war am Montag der heftigste Sandsturm, den Peking in den letzten 10 Jahren gesehen haben soll. Ich hab in WeChat-Momenten und Co. viele eindrucksvolle Bilder gesehen. Ich hingegen hab nur mal fix aus dem Fenster geknipst, die nächste Kopfschmerztablette gegessen und gehofft, dass es bald überstanden ist. An Rausgehen jedenfalls nicht zu denken.

Unweigerlich musste ich mal wieder an den Film Interstellar denken… Fiktion, ich weiß. Doch das weltweite Corona-Desaster macht nicht gerade Hoffnung, dass die Menschheit den Klimawandel noch rechtzeitig abmildern kann. Trübe Sicht macht trübe Gedanken.

Nichts wie raus

Gestern war der Spuk überstanden, nichts wie raus. Erst hab ich an den Jingshan-Park gedacht, aber als ich am Shichahai vorbei kam, hat mich nichts mehr gehalten: runter vom Scooter und loslaufen. Jingshan läuft nicht weg, wird in gut zwei Wochen mit der Pfingstrosenblüte eh noch interessanter.

In der Stadt ist jedenfalls viel los, nach dem Sandsturm zieht es wohl alle raus. Auch am See ist noch mehr los als vor drei Wochen. Die ersten Boote liegen bereits am Steg, und es sind viel mehr Rikschas unterwegs.

Rikschas am Pekinger Shichahai

Warten auf Kundschaft

Oh Schreck, ein Unfall

Ich laufe am Ostufer entlang. Als ich kurz vor der Brücke bin, die den Shichahai vom Houhai trennt, kracht es, lautes Schimpfen. Puh, Schimpfen ist immer besser als Schreien oder Weinen. Eine Radlerin ist mit einem Kuaidi-Scooter (kuàidì – 快递 – Expresslieferung) zusammengestoßen, der Scooterfahrer liegt am Boden, ist aber im Begriff aufzustehen und schimpft dabei wie ein Rohrspatz. Ich geh’ zügig weiter und hoffe, dass auch der Scooter heilgeblieben ist. Hat mir schon einen Schrecken eingejagt. Ich wäre ja durchaus in der Lage, vernünftig Erste Hilfe zu leisten, aber es wurde immer davon abgeraten, sich als Ausländerin irgendwo involvieren zu lassen, weil man am Ende haftungspflichtig werden könnte. Zum Glück musste ich mich einem solchen moralischen Dilemma hier noch nicht stellen, habe mir aber vorgenommen, die aktuelle Lage herauszufinden; es hieß vor einiger Zeit, das entsprechende Gesetz solle geändert werden.

Ich setze meinen Spaziergang fort. Am Houhai ist die Stimmung friedlich und fröhlich, so dass der Unfall schnell aus meinen Gedanken verschwindet. Zu sehen gibt es jedenfalls mehr als genug.

Neu renovierte Häuser …

Neu renoviertes Haus mit Holztüren und Rahmen am Pekinger Houhai.

Also, ich würde einziehen…

… und vernachlässigte Bruchbuden.

Vernachlässigtes Haus mit kaputten Scheiben am Houhai in Peking.

… hier auch. Aber erst nach der Renovierung. ;)

Nun bin ich an dem kleinen Parkabschnitt am Wanghai Tower, der nur tagsüber geöffnet ist.

Rosa Blüten vor dem Wanghai Tower am Pekinger Houhai

Hach ja: Frühling!

Die Pekinger Schwimmer

Von hier aus kann ich schon die mutigen? verrückten? definitiv sportlichen Männer sehen, die im See schwimmen gehen.

Drei Männer trotzen der Kälte und dem dreckigen Wasser und gehen im Houhai schwimmen.

Die Pekinger Schwimmer!

Egal wie heiß (dafür hätte ich mehr Verständnis) oder kalt es ist: sie gehen das ganze Jahr über schwimmen. Das Wasser sieht relativ klar aus, aber es schwimmt jede Menge Müll drin herum. Durch die Absperrung (hinter der weißen Balustrade) lassen sie sich auch nicht abhalten. Die Schilder “no swimming” sind ebenfalls nur nutzlose Deko. Später auf meinem Rückweg spielen die Schwimmer – immer noch nur in Badehose – Fuß-Federball. Wir haben “mollige” 15 Grad (angenehm nach dem langen kalten Winter, aber definitiv kein Badehosenwetter!).

Ich entdecke noch einen anderen Schwimmer…

Warzenkröte schwimmt im Houhai

Kröte? Unke? Hat sich nicht umgedreht, um mir den Bauch zu zeigen…

Garten in Song Qinglings Residenz

Garten in Song Qinglings Residenz

Eigentlich hatte ich vor, mindestens den Houhai, vielleicht aber auch noch den anschließenden Xihai zu umrunden.

Aber dann stehe ich vor einer Sehenswürdigkeit. Offenes Tor, Garten, ein Wandelgang. Erst als ich das Ticket gekauft habe, weiß ich: das ist die Residenz von Song Qingling.

Die besichtige ich dann auch ausgiebig, davon erzählen werde ich aber erst morgen. :)

Update am 18.3.2021:
Gesagt, getan: Hier geht es zur Residenz von Song Qingling.

Fotos

 

 

Es waren einmal drei Schwestern, von denen man sagte: “Eine liebt das Geld, eine liebt das Land, eine liebt die Macht”. Gemeint waren die Song-Schwestern: Ailing, verheiratet mit dem Bankier H.H. Kung (Geld), Qingling, verheiratet mit Sun Yat-sen (Land), und Meiling, verheiratet mit Chiang Kai-shek (Macht). Sie gelten als die einflussreichsten Frauen des Chinas ab den 1930er Jahren. Das mag einerseits der Rolle als “Frau von XY” (wobei XY in diesem Fall zu den mächtigsten Männern des damaligen Chinas gehört) geschuldet sein, andererseits – insbesondere bei Qingling – geht es aber auch auf eigene Leistungen zurück.

Song Qingling (chinesisch 宋慶齡 / 宋庆龄, Pinyin Sòng Qìnglíng, W.-G. Sung Ch’ing-ling, * 27. Januar 1893 in Kunshan, Provinz Jiangsu, Kaiserreich China; † 29. Mai 1981 in Peking, China[1]) war eine der drei Song-Schwestern, deren Männer zu den bedeutendsten Politikern Chinas im 20. Jahrhundert gehörten. Als Madame Sun Yat-sen wird sie als diejenige beschrieben, „die China liebte“. Ihr Taufname war Rosamond. Ihr Mann Sun Yat-sen war 1912 der erste Präsident der Republik China. Im Nachkriegschina war sie von 1949 bis zu ihrem Tod in verschiedenen Ämtern stellvertretende Vorsitzende und nach Liu Shaoqis Parteiausschluss von 1968 bis 1972 zusammen mit Dong Biwu geschäftsführend Vorsitzende der Volksrepublik China. Nach dem Tod Zhu Des war sie von 1976 bis 1978 als Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses noch einmal Staatsoberhaupt. 1981 wurde sie als bisher einzige Person zur Ehrenpräsidentin erklärt.

Song Qinglings Residenz

Bei meinem Spaziergang am Houhai Anfang der Woche stand ich auf einmal vor einer Sehenswürdigkeit, von der ich bisher nichts gehört hatte. Durch ein offenes Tor sah ich ungefähr das hier (ungefähr – ich hab am Tor kein Bild gemacht, dies ist schon auf dem Gelände entstanden).

Song Qinglings Residenz

Song Qinglings Residenz

Neugier war geweckt, also habe ich mich näher umgesehen. Song Qinglings Residenz, soso. Die Frau von Sun Yat-sen, der Gründer des modernen China, von dem habe ich schon öfter mal gehört und gelesen. ;)

Ich muss gestehen, dass ich über Song Qingling bis dahin praktisch nichts wusste. Selbst wenn unser Geschichtsunterricht früher nicht so oft ausgefallen wäre, China und seine Geschichte stand eh nicht auf dem Lehrplan. Soviel zu meiner – schwachen – Entschuldigung. Vom Tor aus waren ein Pavillon und ein Laubengang zu sehen, interessant, lass ich mich doch mal überraschen. Ticket gab es für 20 RMB (hurra, ein spontaner Besuch ist möglich, keine Vorausbuchung erforderlich). Health Code mit der App scannen, Temperatur am Handgelenk messen lassen, normale Sicherheitskontrolle und dann konnte es losgehen.

Die Anlage ist gut beschildert, alles auch mit englischer Übersetzung. So wusste ich dann doch bald, was ich mir hier nun ansehe: hier hat die “Mutter des modernen China” von 1963 bis zu ihrem Tod 1981 gewohnt. Die Anlage hat natürlich eine viel längere Geschichte und geht zurück bis auf die Qing Dynastie. 1888 übergab Kaiserinwitwe Cixi die Anlage an Prinz Chun I (Yixuan), später ging die Anlage auf Prinz Chun II (Zaifeng) über – dieser war der Vater des letzten Kaisers Puyi. 1949 machte der erste Premierminister der Volksrepublik China Zhou Enlai den Vorschlag, dass Song Qingling hier einziehen könne – was sie dann 1963 tat.

Pavillons

Gleich hinter dem Eingang erhebt sich ein kleiner Hügel, auf dem oben der “Fächerförmige Pavillon” steht. Ja, mit ein bisschen Phantasie ist das wohl so. Wenn ich mich auf die Zehenspitzen stelle, kann ich knapp über die Hecke auf den See hinüberspähen. Aber interessanter finde ich das ältere Paar, das klassische chinesische Musik hört und sichtlich im Augenblick schwelgt. Das jüngere Paar hat sich dann mit dazugesetzt.

“Fan-shaped Pavilion”

Ein Stück weiter steht ein weiterer Pavillon: “Room for Listening to Rain”. Dieser Pavillon ist “geschlossen”, nicht offen, vor den verglasten Fenstern hängen Gardinen, innen steht ein einsamer Eimer Farbe auf blankem Boden. Also zwei Pavillons, einer für sonniges, einer für Regenwetter. Gefällt mir gut. Also die Idee, einen Pavillon zu haben, um dem Regen zu lauschen, nicht die Renovierung und dass ich nicht hinein kann.

Garten, Steine, Teich

Ich gehe weiter, der Rundgang führt mich am Teich vorbei. Wobei der Teich eher ein Kanal ist, das Wasser wird vom Houhai abgezweigt und einmal rund durch das Anwesen geleitet.

Teich in Song Qinglings Residenz, Bäume mit erstem Frühlingsgrün spiegeln sich darin.

Teich in Song Qinglings Residenz

Zu einem ordentlichen chinesischen Anwesen gehören auch immer hübsche Steine und besonders gehegte Bäume und Pflanzen.

“must haves” in chinesischen Gärten!

Die Ausstellung

Nächste Station des Rundgangs ist die Ausstellungshalle. Davor steht aber dieses Gefährt.

Fahrzeug vor der Ausstellungshalle

Überhaupt ist viel Militär auf dem Gelände. Auf einem kleinen Platz stehen etwa 40 Soldaten in kleinen Gruppen, die jeweils verschiedene Texte laut und durcheinander rezitieren. Haltung und Stimmung scheinen eher locker-gelöst. Ich hab keine Ahnung, um was es geht, bin neugierig, aber niemand da, der es mir erklären könnte.

Ich betrete das Ausstellungsgebäude. Gleich hinter dem Eingangsbereich befindet sich eine große Halle, die offensichtlich auch für Veranstaltungen genutzt wird.

Statue von Song Qingling in der Halles des Ausstellungsgebäudes ihrer Residenz

Halle im Ausstellungsgebäude

In der Ausstellung – chronologisch wird man durch Song Qinglings Leben und Wirken geführt – werden viele Bilder (Fotos und Gemälde), Briefe, etliche Kleidungsstücke gezeigt.

Gemälde, das Song Qingling inmitten einer Kinderschar zeigt.

Die beliebteste Großmutter aller chinesischen Kinder!

Mich freut wirklich, dass die Ausstellung durchgängig auch Englisch beschriftet ist. Das sind viele kleinere Schilder an den Wänden, aber auch so schnieke “Bücher”.

Buch als Beschilderung in der Ausstellung

So edel kann man eine Ausstellung beschildern

Besonders beeindruckt mich jedoch ein Geschenk, dass Stalin Song Qingling gemacht hat: ein ZIS-110 Sedan.

Ein ZIS-110-Sedan, Geschenk von Stalin an Song Qingling

Geschenk von Stalin

Rund 20 Jahre lang soll sie ausschließlich diesen Wagen benutzt haben.

Dann bin ich durch mit der Ausstellung, trete vor die Tür und da steht dann dieser Wagen. Nicht so schnieke, aber auch praktisch (manchmal vermisse ich mein Tuktuk).

In die Jahre gekommenes Tuktuk vor dem Ausstellungsgebäude

Das ist keine Limousine.

Taubenschlag des Friedens

Der Rundgang führt mich nun zum “Taubenschlag des Friedens”.

Taubenschlag

Taubenschlag

Taubenschläge sieht man hier in Peking ja viele, zum Beispiel auf vielen Dächern in den Hutongs. Diesen hier gab es zu Lebzeiten von Song Qingling noch nicht, sondern er wurde 2001 von Unternehmern, die mit Taubenzucht zu tun haben, gestiftet. Lest euch den Text des Schildes durch! Ist das nicht wieder herrlich? Ich glaube ja, dass man China auch durch aufmerksames Lesen und Betrachten seiner Schilder gut kennenlernen kann. :)

Das Hauptgebäude

Die nächste Station ist das eigentliche Wohnhaus, das Hauptgebäude. Die Einrichtung ist original, auf etlichen Schildern wird darauf hingewiesen, dass Song Qingling sparsam war und an der veralteten Ausstattung festgehalten hat.

Arbeits- und Schlafzimmer

Empfangs- und Wohnzimmer

Outdated oder nicht, auch wenn es kein protziger Palast ist, geräumig genug ist es jedenfalls, vor allem im Vergleich dazu, wie beengt viele Chinesen heute noch leben. Andererseits aber sicher ein angemessener Wohnsitz für die bisher einzige chinesische Ehrenpräsidentin.

Durch den Garten geht es zurück zum Eingang. Dabei geht es an diesem  500 Jahre alten Gelehrtenbaum (auch “japanischer Pagodenbaum”) vorbei, der von Song Qingling als “Phönixbaum” bezeichnet worden sein soll, weil der Baum mit den im Westen nach oben gerichteten Ästen und den im Osten zum Boden geneigten Ästen wie ein Phönix beim Abheben aussehen solle. Aha. :)

Gelehrtenbaum – “Phönixbaum”

Mehr über Song Qingling

Mein Interesse, mehr über Song Qingling zu erfahren, wurde durch diesen netten Rundgang jedenfalls geweckt. Und mir ist wieder klargeworden, dass ich jetzt unbedingt endlich mal ein anständiges chinesisches Geschichtsbuch lesen muss.

Einen informativen Artikel findet man zum Beispiel hier bei der BBC: Soong Qingling: ‘The mother of modern China’.

Das Buch “Die drei Schwestern” von Jung Chang wandert auf meine Wunschliste.

Und ich werde mal gucken, ob ich den Film “The Soong Sisters” auftreiben oder streamen kann.

 

Fotos

Ich plane gerade Aktivitäten für die Fotogruppe. Als Thema für den März habe ich mir “Gegensätze” überlegt, nicht zum ersten Mal, ist hier aber wirklich unerschöpflich. Starten will ich im Zhihua-Tempel und dann zum Galaxy Soho hinüber spazieren. Die Ecke kenne ich einigermaßen gut, eigentlich keine neue Erkundung vor Ort nötig. Aber um auszuschließen, dass gerade gebaut wird oder warum auch immer geschlossen ist, habe ich mich vorhin zum Zhihua-Tempel aufgemacht. Dass sich in China (und wegen der Pandemie erst Recht) plötzlich etwas ändern kann, ist halt so, aber ich will halt doch im Rahmen der Möglichkeiten sorgfältig vorbereiten.

Am Galaxy Soho stoppe ich nur kurz. Hier herrscht reges Kommen und Gehen, außer dem allgegenwärtigen Health Check gibt es hier keine Einschränkungen.

Health Check Station vor dem Galaxy Soho in Peking.

Health Check

Ich tuckere weiter, nur noch ein kurzes Stück am 2. Ring entlang, dann biege ich in die Hutongs ab, noch einmal abbiegen und schon steh ich vor dem Tempel. Sehr gut, er ist geöffnet. Ticketpreis ist unverändert, Öffnungszeiten auch. Keine Bauarbeiten. Eigentlich könnte ich wieder umdrehen, aber das Wetter ist so schön, also löse ich ein Ticket und drehe eine kurze Runde durch den Tempel.

Galaxy Soho vom Zhihua-Tempel aus gesehen.

Alte Hütte, neue Hütte…

Ja, zu gucken und zu fotografieren gibt es hier mehr als genug.

Die Tempel Fairs sind ja alle abgesagt. Aber Wunschkarten aufhängen, das geht.

Eine Frau hängt Wunschkarten an einen Baum im Zhihua-Tempel

Wunsch-Karten

Ich werfe noch einen Blick zurück und mache mich dann wieder auf den Weg.

Links Dachreiter und rechts kahler Winterbaum

Dachreiter

Im Hutong ist deutlich mehr los als im Tempel. Hunde rennen über die Straße, überall stehen oder sitzen Leute und unterhalten sich, ein bisschen Verkehr ist auch.

Im Lumicang-Hutong

Lumicang Hutong

Das war jetzt eine nette Runde, hat Lust auf mehr gemacht.

Und sonst?

Das Jahr des Ochsen hat begonnen, die TV-Gala war “wie immer” und auch wieder nicht, die Schalten zu den Provinzen haben doch gefehlt, die machten das immer noch bunter.  Die staatlichen Neujahrsferien sind seit heute zu Ende, die Stadt scheint trotzdem noch stillzustehen, viele Firmen fangen wohl erst Montag wieder mit der Arbeit an. Peking hat inzwischen 19 Tage lang keine lokale Corona-Neuinfektion gemeldet. Wäre schön, wenn das noch lange so bleibt.

Fotos

Wir haben Besuch und sind am Sonntag zusammen in den Art District 798 gefahren. Da gefällt es mir immer wieder gut. Nicht nur wegen der vielen wechselnden Ausstellungen entdecke ich jedesmal etwas Neues. Am Sonntag kam noch das wunderbare Frühlingswetter und halbwegs brauchbare Luft dazu, und wir haben uns stundenlang da durchtreiben lassen.

Auch Yoko Onos “Golden Ladders” haben wir uns angesehen, gleich hinter dem Goethe-Institut in der Faurschou Foundation Gallery. Zusammenfassung: 3 Räume: Wassergläser, Bäumchen, Leitern, Treppe. Mit tiefsinniger Bedeutung. ;) Ich fürchte, ich bin und bleibe Banause. Aber hey, wie cool: ich habe eine Yoko-Ono-Ausstellung gesehen! :D Wer auch noch möchte: läuft noch bis zum 3. Juli 2016.

Als nächstes möchte ich nun noch herausfinden, wie lange die “Of Sharks And Humanity”-Ausstellung noch läuft…

 

Dass es tagsüber nicht mehr so eiskalt ist, weckt meine Lebensgeister. Endlich habe ich wieder mehr Spaß daran, lange draußen unterwegs zu sein. Gestern habe ich einen langen Spaziergang durch zwei von Pekings bekannteren Hutongs gemacht: dem Wudaoying-Hutong und der Guozijian Jie.

 

Blick auf den Lamatempel vom Wudaoying-Hutong in Peking aus

Blick auf den Lamatempel

Der Wudaoying-Hutong

Lange Zeit wurden viele Hutongs abgerissen und durch moderne, höhere Bauten und breitere Straßen ersetzt.

Inzwischen ist man in Peking dazu übergegangen, die verbliebenen Hutongs zu erhalten, die Welle des Plattmachens ist gestoppt. 1949 sollen es noch 3250 Hutongs gewesen sein, heute sind keine 1000 übrig geblieben.

Der Wudaoying-Hutong ist einer der Hutongs in Peking, die schon früh renoviert wurden. Heute gilt er als “hip + cool”, zieht vermögende Chinesen und Touristen aus aller Welt an. Die Metrostation Lama-Tempel ist quasi direkt vor der Tür, der Ditan-Park liegt auch nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt auf der anderen Seite des 3. Rings. Vor der Corona-Pandemie gehörte ein Spaziergang durch diesen Hutong nach der Besichtigung von Lama- und/oder Konfuziustempel zum Programm vieler Reisegruppen.

Diese großen Scharen von Menschen waren gestern natürlich nicht unterwegs, das hatte auch etwas für sich.

Weihnachtsbaum und chinesische Neujahrsdeko im Wudaoying-Hutong

Weihnachtsbaum und Neujahrsdeko

Im Wudaoying-Hutong finden sich Cafés, Restaurants und Bars, diverse Geschäfte – bei allen bezahlt man die Lage ein bisschen mit. Aber hier an Sommerabenden draußen oder auf einer der Dachterrassen zu sitzen, das ist schon besonders schön.

Im Wudaoying-Hutong, Altstadtgasse in Peking

Wudaoying-Hutong

Hier wird aber auch gewohnt und es gibt kleine chinesische Nachbarschaftsshops, da hängt dann oft an den Pforten ein “No photo!”-Schild.

Jetzt unmittelbar vor dem Neujahrsfest sieht man überall in der Stadt die rote Neujahrsdeko. Ausnahmsweise aber tatsächlich auch mal in Gold wie hier zu sehen.

Goldene Neujahrsdeko an der Glastür eines Geschäfts im Pekinger Wudaoying-Hutong

Gold statt rot – Neujahrsdeko

Jedesmal, wenn ich hier bin, entdecke ich etwas Neues – und manchmal stelle ich fest, dass etwas anderes weg ist. Diesmal bin ich mir nicht sicher: ist das Katzencafé ganz weg oder macht es nur Neujahrsferien?

Guozijian Straße

Nachdem ich den Wudaoying-Hutong ganz durchquert habe, biege ich links ab und gehe ein Stück die Andingmen Inner Street entlang, eine breite Hauptstraße mit vielen Restaurants und Läden. Würde ich ihr weiter nach Süden folgen, käme ich in Richtung Trommelturm und Verbotene Stadt.

Bushaltestelle mit Helfern in gelben Jacken in der Andingmen Inner Street in Peking

Bushaltestelle

Während der Rush Hours findet man diese Helfer an den Bushaltestellen, die die oft gleichzeitig ankommenden Busse und Fahrgäste effektiv dirigieren.

Kurz hinter dieser Bushaltestelle liegt der Eingang zur Guozijian Straße, ein etwas breiterer Hutong mit nur wenig Autoverkehr. Hier liegt der Konfuziustempel mit der Kaiserlichen Akademie.

Straßenschild: Guozijian Jie in Peking, eingerahmt vom Torbogen

Guozijian Straße

Auf dem Torbogen am Eingang tummeln sich lauter Vögel, die tiefstehende Sonne wirft ein schönes Licht, hier bleibe ich ein bisschen hängen.

Tor am Eingang der Guozijian Jie in Peking

Torbogen Guozijian Jie

In der Guozijian Jie gibt es Torbögen nicht nur am Anfang und Ende der Straße, sondern auch mittendrin – das ist schon besonders. Jetzt zum Neujahrsfest sind sie zusätzlich mit großen roten Glücksknoten geschmückt.

Torbögen und Neujahrsdeko in Pekings Guozijian Straße

Torbögen und Neujahrsdeko

Es gibt so viel zu sehen, zum Beispiel diese kleine Fahrradwerkstatt.

Fahrradwerkstatt im Hutong

Fahrradwerkstatt

Der Konfuziustempel hat gerade geschlossen, nach und nach kommen die letzten Besucher raus.

Passanten am Ausgang des Konfuzius-Tempels

Am Ausgang des Konfuzius-Tempels

Ein paar Schritte weiter ist dann auch schon das Ende der Guozijian Jie erreicht, genau gegenüber vom Eingang des Lama-Tempels kommt man hier raus. Ich biege wieder links ab und folge der Yonghegong-Straße bis fast zur Ecke, wo ich meinen Scooter abgestellt habe und werfe mich ins Getümmel auf den Rückweg. Schön war’s, muss ich bald wiederholen. Mal sehen, in welchen Hutong es mich dann treibt.

Wenn Du Peking schon kennst – hast Du einen Lieblingshutong?

Fotos

 

 

Die Kinder waren platt, also haben wir am letzten Tag des Besuchs einen Ausflug zu zweit gemacht: erst in den Lamatempel, dann in den Konfuziustempel. Der Lamatempel ist beeindruckend, auch wenn Touristen gegenüber den Mönchen klar in der Überzahl sind. Aber der Geruch nach Räucherstäbchen, betende und sich in alle Himmelsrichtungen verbeugendende Menschen – das ist schon eine besondere Atmosphäre.

Vom Lamatempel sind es nur ein paar Schritte zum Konfuziustempel. Dieser hat eher musealen Charakter, ist nicht so prächtig, aber nicht weniger interessant. Ruhiger und weniger voll, auch wenn chinesische Reisegruppen lautstark von ihren Reiseführern im Rudel durchgescheucht werden, das hab ich im Lamatempel so nicht gesehen (dort gibt es aber auch Audioguides zum Leihen).

Ich glaube, bei strahlendendem Sonnenschein, tiefblauem Himmel und guten Luftwerten war das für Michaela noch mal ein schöner Abschluss. :)

 

Was sind Pekings TOP 10? Diese Frage wird uns immer wieder gestellt, nach vier Jahren Leben in Peking haben wir es ja schon recht gut kennengelernt – auch wenn wir immer wieder Neues entdecken und die Stadt sich laufend ändert. Da wir viel Besuch bekommen, sind wir immer wieder auch als Reiseführer aktiv. Ich versuche, einen Mix zu zeigen aus kaiserlichem und modernem Peking, ein bisschen Kultur darf nicht fehlen und auch das grüne Peking. Im Laufe der Zeit haben sich dabei fünf  “Ausflugspakete” entwickelt, die an fünf – anstrengenden – Tagen schaffbar sind. Das Programm lässt sich bei weniger Zeit straffen und kürzen oder bei mehr Zeit entzerren. Wer abends noch fit ist: Ausgehen z.B. in Sanlitun oder am Houhai, eine Varieté-Show im Laoshe-Teehaus oder eine Kung Fu-Show… Jedenfalls sind in diesen 5 Tagen Pekings TOP 10 enthalten – und ein bisschen mehr!

1. Die Große Mauer und modernes Peking/CBD

Kontrastprogramm! Der Mauerausflug kann fast den ganzen Tag in Anspruch nehmen, nachmittags/abends geht es dann in Richtung CBD. Besonders “The Place” wirkt im Dunkeln richtig toll. Tipp für das Abendessen: Haidilao HotPot im New China World. Hier helfen Roboter beim Servieren/Aufräumen, bestellt wird über Tablets (Bilder und engl. Übersetzung).

Die Mauer!

Die Große Mauer

Die Große Mauer

Für mich ist und bleibt das ein, wenn nicht DAS Highlight hier. Weltkulturerbe! Eines der “neuen sieben Weltwunder”! Es ist ja nicht nur die Bedeutung der Mauer an sich, sondern zusätzlich kommt man bei Mauer-Ausflügen auch mal raus aus der Stadt. Nach wie vor fahre ich gerne nach Mutianyu (nicht nur, weil es von uns aus der nächstgelegene Abschnitt ist). Das ist (bis auf wenige steile Treppenabschnitte) auch für Fußkranke und Menschen mit Höhenangst (bedingt) geeignet, eher ein Spaziergang als eine Wanderung. Obendrein kann man mit Sessellift oder Seilbahn abkürzen. Und natürlich macht es auch Riesenspass, mit der Sommerrodelbahn zurück ins Tal zu sausen.

Wer fitter ist und auch querfeldein klar kommt, der kann auf eigene Faust von zwischen Jinshanling und Simatai wandern oder von z.B. Jiankou nach Mutianyu – und es gibt noch viel mehr Möglichkeiten. Wer sich auf eigene Faust nicht traut, könnte sich z.B. den Beijing Hikers anschließen.

Wer weniger Zeit hat, sollte es mit Badaling versuchen, auch wenn es wohl der touristischte Mauerabschnitt ist. Aber man kommt eben auch schneller vom Zentrum aus hin.

Modernes Peking – CBD

CBD

CBD

The Place

The Place

Kontrastprogramm dann abends:

Es geht in den den CBD –  Central Business District. Ausgangspunkt Metrostation Jintaixizhao. Hier gehen mir immer wieder die Augen über, wenn ich den Kopf in den Nacken lege und an den Hochhäusern hinaufschaue.

Natürlich, anderswo gibt es mehr und höhere Skyscraper, aber der neue Zhonguo Zun – Pekings höchstes Gebäude – und das nicht mehr ganz so neue CCTV-Headquarter „Lange Unterhose“ sind (nicht nur hier in Peking) schon besondere Hingucker.

Beides kann man auch gut von der Terrasse des Blue Frog (Guomao) oder Migas Mercado schräg gegenüber sehen – oder solange die Aussichtsplattform des Zhonguo Zun noch nicht eröffnet ist, vermutlich in diesem Frühjahr irgendwann – auf einen Drink in die Atmosphere Bar.

Von hier geht es weiter in Richtung „The Place“ mit dem „größten Fernseher der Welt“ (und später noch auf einen Drink nach Sanlitun).

2. Verbotene Stadt, Tiananmen und Qianmen Street

Das Herz von Peking.

Achtung: Pass mitnehmen! Ohne kommt man nicht durch die Sicherheitskontrollen am Tian’anmen, und man benötigt ihn für den Eintritt in die Verbotene Stadt.

Verbotene Stadt

Zugang zur Verbotenen Stadt

Irgendwas mit Licht und Tunnel – Zugang zur Verbotenen Stadt

Es geht also los mit der Verbotenen Stadt. Entweder man fährt mit der Metro bis zur Haltestelle Tian’anmen East – oder nimmt ein Taxi/Didi und fährt über die eindrucksvolle Chang’an, die große Prachtstraße, hierher. Aussteigen muss man allerdings in einer Seitenstraße: rund um den Platz ist überall absolutes Halteverbot.

Durch die Verbotenen Stadt kann man in 20 Minuten (wie jemand, den ich sehr gut kenne…) durchhetzen, andere könnten sich tagelang hier aufhalten. Ich würde mindestens zwei Stunden ansetzen und das tatsächliche Ende offen lassen. Es geht los am Haupteingang am Tian’anmen, und bei diesem Ausflug geht es hier auch wieder raus. (Alternativprogramm: Nordausgang benutzen und in den Jingshan-Park gehen und sich dort die Verbotene Stadt von oben vom Kohlehügel aus ansehen, und dann vielleicht noch weiter zum Beihai-Park mit der Weißen Pagode. Qianmen dann weglassen oder viel Zeit und Energie haben!)

 Tipp! Zur Einstimmung kurz vorher den Film Der letzte Kaiser schauen.

Tian’anmen

Tian'anmen

Tian’anmen

Bei dieser Tour geht es aber durch den Hauptausgang auf den Tian’anmen, den Platz des Himmlischen Friedens, um den einmal in seiner ganzen Gewalt und Größe wahrzunehmen.

Auf direktem Weg ist das eine Viertelstunde, aber es muss Zeit sein, um Nationalmuseum, die Große Halle des Volkes und das Mao Mausoleum wenigstens von außen zu bewundern. Je nachdem, wie viel Zeit übrig ist, kann man auch wenigstens kurz ins Nationalmuseum reingucken, alleine das Gebäude ist ein Hingucker, von den Ausstellungen mal gar nicht erst zu reden. Wer es kurios mag: Die Ausstellung der Gastgeschenke von Staatsbesuchen hat mich sowohl schmunzeln als auch Augenbrauen hochziehen lassen. Ganz neue Einblicke tun sich auf!

Qianmen

Im Süden des Platzes kommt man dann an Torhaus und Wachturm des Qianmen-Stadttores vorbei, hier geht es dann in die Fußgängerzone Qianmen Street. Hier kann man sich eine Weile treiben lassen, dabei unbedingt auch in die Nebenstraßen gehen. Hungrig inzwischen? Dann wäre es Zeit für Pekingente im Quanjude-Stammhaus (quasi das Pekinger Hofbräuhaus…). Allerdings ist nachmittags geschlossen – dann gibt es aber Ausweichmöglichkeiten an den zahlreichen Imbissen und Restaurants auch in den Seitengassen. Je nachdem, wie viel Zeit man in der Verbotenen Stadt verbracht hat, ist noch Zeit für weiteres: in zehn Gehminuten ist man am NCPA, dem National Centre for the Performing Arts – tagsüber ist “das Ei” schon ein Hingucker, im Dunkeln beleuchtet noch mehr.

NCPA bei Nacht

NCPA bei Nacht

 

 

3. Chinesische Küche, Lama- und Konfuziustempel, Hutongs

Kochkurs im The Hutong

Kulinarische China-Karte im "The Hutong"

Kulinarische China-Karte im “The Hutong”

Vormittags geht es los mit einem Kochkurs im “The Hutong” mitten im  Shique-Hutong. Hier kann man die Atmosphäre des alten Pekings in der Courtyard-Küche schnuppern.

Man bekommt eine Einführung in die chinesische Küche, die sich in Wahrheit in viele Unterküchen unterteilt. Man erfährt, welches Essen in welchen Regionen typisch ist und welche Gewürze und Zutaten wichtig sind: in Peking und im Norden sind z.B. Nudeln verbreitet, scharf wird es in Sichuan…

Schließlich bereitet man drei leckere chinesische Gerichte zu und bekommt dabei auch eine Einführung in “knife skills” mit dem großen chinesische Messer und andere chinesische Kochtechniken. Die Entscheidung, für welchem Tag man sich anmeldet, fällt schwer, so abwechsungsreich ist das Programm.

Zum Abschluss geht es ans Genießen – authentisch chinesisch und selbst gekocht!

Konfuziustempel und Kaiserliche Akademie

Konfuziustempel in Peking - Statue vor der ersten Halle

Konfuziustempel

Nach dem Essen sind es nur 15 Gehminuten zum Konfuziustempel und der Kaiserlichen Akademie. Hier ist es eigentlich viel ruhiger und beschaulicher als beim Lamatempel. Allerdings wird die Ruhe gelegentlich durch große chinesische Reisegruppen und vor allem deren Guides, die mit Megaphon-Unterstützung alles Wissenswerte herausbrüllen erzählen – und ihre Schäfchen zusammentreiben. Ist die Gruppe vorbeigezogen, kann man sich wieder in Ruhe den Hallen widmen, der auch ohne Chinesischkenntnisse verständlichen Ausstellung über Konfuzius’ Leben und Werk. Oder man setzt sich unter einen der Bäume und genießt die Atmosphäre.

Lamatempel

Lamatempel

Lamatempel

Wenn man sich schließlich vom Konfuziustempel trennen kann, sind es nur 5 Minuten zum Lamatempel. Hier gibt es zwar keine Lautsprecher-geführten Reisegruppen, aber unterm Strich deutlich mehr Besucher. Das Tollste hier ist der riesige Buddha in der letzten Halle. Oder ist es die besondere Atmosphäre dieser Anlage mit ihrer abwechslungsreichen Geschichte?  Hier mischen sich Touristen und Gläubige, über allem liegt der Duft der Räucherstäbchen.

Je nachdem, wie viel Zeit man sich für die Besichtigungen nimmt, ist dann noch Zeit für einen Spaziergang durch den Wudaoying-Hutong oder für einen Besuch des Ditan-Parks, der vom Lamatempel aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite des 2. Rings liegt.

4. Himmelstempel und Pearlmarket

Dieser Ausflug bietet Weltkulturerbe und Shopping!  Souvenirs und Mitbringsel aller Art finden sich im Pearlmarkt. Handeln ist ein Muss!

Himmelstempel

Himmelstempel in Peking - Halle der Ernte

Himmelstempel: Halle der Ernte

Aber es geht los mit dem Himmelstempel Und zwar am besten gleich morgens, damit man viel vom Pekinger Parkleben mitbekommen kann: tanzende Ayis, Tai Chi, es wird gesungen und gespielt. Dazu lohnt es sich, auch abseits der Hauptwege durch den Park zu streifen. In das ikonische runde Gebäude darf man nur hineingucken, nicht hineingehen. Aber vielleicht wird man sowieso abgelenkt und schaut lieber den Hochzeitsfotografen und den künftigen Bräuten in ihren wunderschönen roten Kleidern zu.

Empfehlung fürs Mittagessen: das Brown Door (Quan Xing Ju) gegenüber der Schmalseite des Pearlmarktes bietet leckere Pekinger und Chinesische Küche, hat eine bebilderte englische Speisekarte und obwohl hier viele Westler essen, ist es doch “richtig chinesisch” hier.

Pearlmarket

Danach geht es dann auf ins Shoppinggetümmel: im hinteren neuen Gebäude finden sich einige “knock-knock”-Läden. Einfach den anderen Ausländern folgen… Im vorderen Gebäude findet man auch alles in unterschiedlichen Qualitäten… Geheimtipp: Auf jeden Fall im vorderen Gebäude in den 5. Stock fahren, an der Toilette vorbei auf die Dachterrasse gehen. Von hier hat man sowohl Aussicht auf den CBD als auch auf Himmelstempel und – park, bei besonders guter Luft bis in Richtung Verbotener Stadt. Manche sind nach fünf Minuten durch mit dem Pearlmarkt, andere könnten Tage hier verbringen…

Tipp für das Abendprogramm: Legends of Kungfu im Red Theatre, das ca. 20 Fußminuten vom Pearlmarkt entfernt ist.

Hier habe ich u.a. schon von diesem “Ausflugspaket” berichtet.

5. 798 Art District und Sommerpalast

Diese Ausflugsziele liegen im Gegensatz zu den vorigen Vorschlägen wieder weiter auseinander. Der Sommerpalast ist einer meiner Lieblingsorte hier in Peking, ich kann da auch ganze Tage verbringen.

798 Art District

Drei Statuen im 798 Art District in Peking.

798 Art District

Zuerst geht es also in den 798 Art District/auch: Dashanzi. Selbst wenn man eigentlich Kunstbanause ist, wird man sich dem Flair des Viertels nicht entziehen können. Es gibt kleine und größere Galerien und Werkstätten, Ramsch- und Designerläden, Imbisse und Restaurants.

Unbedingt auch auf die Gebäude mit ihrer Sägezahnoptik achten: die wurden im Bauhaus-Stil errichtet und ehemals militärisch genutzt. Für maximale Lichtausnutzung in den großen Räumen und damit es im Innern möglichst keine Schatten gibt, sind alle Fenster in den von der DDR für China gebauten Hallen nach Norden ausgerichtet.

Aktuelle Informationen finden sich auf der Webseite des Art Districts.

Sommerpalast

Sommerpalast in Peking

Sommerpalast

Und noch einmal Weltkulturerbe: Der Sommerpalast, schön am Kunming-See gelegen, am Fuß der Berge. Im Sommer bin ich gerne auf dem Wasser, das geht hier gut: entweder ein kleines Boot ausleihen oder mit der „Drachenfähre“ zur Insel übersetzen. Im Winter kann man hier auch aufs Eis.

Es ist nicht nur das alte Gemäuer, was mich hier anzieht, sondern die komplette Umgebung. Auch wenn es hier viele Touristen gibt, es verläuft sich auf dem großen Gelände und man findet doch immer wieder ruhigere Ecken. Highlights: der Wandelgang, die 17-Bogen-Brücke, die Halle mit Aussicht oben auf dem Hügel, Bootfahren auf dem See, das Marmorboot und die Suzhou Street – ach, eigentlich alles dort!

Marmorboot im Sommerpalast in Peking

Marmorboot

Abschließendes

Pekings TOP 10Mit diesen Ausflugsvorschlägen sieht man meiner Meinung nach das Wichtigste in Peking. Im Internet und in Reiseführern finden sich viele weitere TOP-Listen für Peking. In der Reihenfolge oder in einzelnen Punkten mögen sich die Ranglisten der Reiseführer unterscheiden, aber im Grunde ist man sich über die Highlights einig: Mauer, Tian’anmen, Verbotene Stadt, Hutongs, Himmelstempel, Sommerpalast, CBD, 798 Art District… Der eine mag sagen: da fehlt was (z.B. Duftberge, Sanlitun oder Vogelnest und Wasserwürfel/Olympiagelände), andere könnten vielleicht auf den 798 Art District verzichten. Aber egal, was man sich davon raussucht: man lernt viele wichtige Facetten Pekings kennen.

Meinen Besuchern empfehle ich jedenfalls immer, schon vorher in Reiseführern zu stöbern (und natürlich auch in meinem Blog!) – den einen oder anderen hat dann durchaus auch schon ein Ziel jenseits der TOP 10 gelockt, z.B. die Glasbodenplattform in Shilinxia.

Neben den in Deutschland guten und gängigen Reiseführern (Lonely Planet, Baedeker, Dumont…) kann ich den – englischsprachigen – Rough Guide To Beijing empfehlen.  Die helfen nicht nur bei der Auswahl, was man selbst denn wirklich gerne sehen möchte, sondern liefern auch Hintergründe, Zahlen, Daten, Fakten, die hier fehlen. Aber Achtung: in China dreht sich die Welt noch schneller als andernorts, was letztes Jahr noch galt, ist heute schon Geschichte. Hintergrundinformationen zu historischen Stätten sind natürlich zeitlos.

Wie lange braucht man für Peking?

Ich lebe jetzt vier Jahre hier und bin “noch nicht fertig”… ;)
Zwei Tage finde ich wirklich knapp, aber im Rahmen einer Rundreise ist das halt meist so. Fünf Tage wären besser und immer noch sehr ausgefüllt – man kann schon viel Zeit hier verbringen, ohne sich zu langweilen und immer wieder Neues zu entdecken.

Meine persönlichen Sightseeing-Lieblingsziele

Ganz oben steht natürlich die Mauer – geht nicht so oft, wie ich gern möchte, ist eben etwas außerhalb.

Beim x. Besuch des Lamatempels habe ich mich auch schon mal gedrückt, obwohl der wirklich schön ist und bei einem Pekingbesuch nicht fehlen sollte.

Zum Sommerpalast komme ich immer mit, auch wenn es dahin etwas weiter ist.

Leichter in den Alltag einbauen lässt sich da ein anderer meiner Lieblingsorte: der Beihai-Park – ein Boot mieten und eine Auszeit mit tollem Blick mitten in der Stadt genießen.

Ich mag auch den CBD und Sanlitun; ich mag die Duftberge, im Frühling liebe ich den Botanischen Garten, ich lasse mich gerne durch Hutongs treiben – eigentlich gibt es immer etwas. Auch eigentlich “untouristische” Ziele wie Sanyuanli- oder andere Lebensmittelmärkte oder Stoffmarkt haben manchmal ihren Reiz.

Letztendlich liegt es aber auch oft an Stimmung, Wetter, Luft und Begleitung, wo es gerade am Tollsten ist.

Kennst Du Peking schon? Was ist Dein Lieblingsort? Du möchtest erst noch nach Peking reisen? Was reizt Dich am meisten?

 

 

 

Nach ein paar sehr grauen Tagen war es gestern richtig schön, also nichts wie raus. Ich bin noch nicht ganz entschieden, wohin es gehen soll. Also fahre ich erst einmal in Richtung Zentrum. Ich mag diese Strecke. Von der Deutschen Botschaft aus geht es 5 Kilometer schnurgeradeaus. Klingt langweilig? Ist es aber nicht! Im Verlauf geht es vom moderneren ins alte Peking. Markante Hochhäuser werden durch die Hutongs abgelöst. Und auf Pekings Straßen gibt es eh immer was zu sehen!

Ein alter Mann fährt mit einem Dreirad mit Fahrgastkabine über die Kreuzung vor der Ghost Street in Peking.

Kreuzung vor der Ghost Street

Der Trommelturm kommt in Sicht. Da gehe ich aber demnächst mit der Fotogruppe hin, also entscheide ich mich für einen Spaziergang um den Shichahai und will an der Südseite starten. Dort ist aber nicht nur seit den neu aufgetretenen Corona-Fällen das “Eisvergnügen” stillgelegt, sondern auch die Wege links und rechts des Sees.

Eisbedeckter Shichahai in Peking mit dem Trommelturm im Hintergrund

Blick über den Shichahai zum Trommelturm

Also genieße ich nur kurz den Blick und schwinge mich  wieder auf den Scooter und fahre weiter zum Jingshan-Park. Unterwegs fällt mir ein, dass das im letzten Frühjahr so ähnlich war, da war der östliche Zugang zum See gesperrt, und ich bin zum Jingshan weitergefahren.

Im Jingshan-Park

Der Jingshan-Park gehört zu meinen Lieblingsparks in Peking. Das hat natürlich vor allem mit dem Kohlehügel zu tun, von dem man in alle Himmelsrichtungen eine tolle Aussicht hat, allem voran natürlich die Aussicht auf die Verbotene Stadt.

Die Verbotene Stadt vom Kohlehügel aus gesehen.

Forbidden City

Der Wanchun Pavillon (Pavillon des immerwährenden Frühling) ist weiterhin abgesperrt.

Aber auch davor ist vergleichsweise wenig los. Man merkt schon, dass überhaupt keine ausländischen Touristen und auch kaum inländische in Peking sind. Mal sehen, wie das während der Neujahrsferien wird und inwieweit Appelle und Quarantäne- und Testregelungen sich auswirken werden.

Plattform vor dem Wanchun-Pavillon im Jingshan-Park, nur wenige Besucher genießen blauen Himmel und Blick auf den CBD

Vergleichsweise wenig los

So langsam wird mir kalt, also laufe ich noch eine Weile kreuz und quer durch den Park, bis mir wieder warm ist. Dann werfe ich einen letzten Blick zurück hoch zum Pavillon auf dem Hügel und mache mich auf den Heimweg.

Gegenlicht Aufnahme: Pavillon auf dem Kohlehügel von unten durch die mit roten Laternen geschmückten Zweige eines Baums gesehen.

Blick zurück im Gegenlicht

Auch der Rückweg ist wieder schön. Erst fahre ich auf den Trommelturm zu.

Trommelturm in Peking von Süden aus gesehen

Trommelturm

Und dann lasse ich den Trommelturm hinter mir.

Blick in einen runden Scooterrückspiegel: Pekings Trommelturm mit Taxi, Scooter und Bäumen davor.

Blick zurück

Der kleine Ausflug hat mir gut getan. Die schlimmste Kälte – für die ich einfach nichts übrig habe – ist hoffentlich überstanden. Da werde ich jetzt wohl auch wieder mehr unterwegs und länger draußen sein können.

Fotos

Ich hab’s versucht und bin morgens aufgestanden – nur eine Stunde später hab ich wieder fest geschlafen. Auch die Jungs waren “unweckbar”. Losgetuckert sind wir dann gegen 14 Uhr… Wie man weiter unten bei den Bildern sehen kann: Traumwetter!

Mit der U-Bahn zum Tienanmen-Platz. Das war schon ein Erlebnis, Sicherheitskontrolle am U-Bahn-Eingang nur unwesentlich weniger aufwändig als am Flughafen. Nur ein paar Stationen, einmal umsteigen und schon waren wir Tienanmen-East. Man kommt aus der U-Bahn-Station hoch und ist erstmal erschlagen – so bombastisch ist alles. Die Straße hat so viele Spuren, soweit kann ich gar nicht zählen… ;)

Am Zugang zum Tienanmen ist erneut eine Sicherheitskontrolle, die Schlange ist überschaubar, und da es so viel zu sehen gibt, wird das Warten auch kein bischen langweilig. Viele Chinesen haben Snacks in Plastiktüten dabei – sieht alles sehr interessant aus… Der Platz ist groß. Ok, das beeindruckt schon, aber uns zieht es in die Verbotene Stadt. Für “drinnen” will ich mehr Zeit haben, also spazieren wir nur so dadurch – und es gefällt uns, auch den Minis. Letztere rennen und hüpfen und spielen, ab und zu werden wir gefragt, ob man sie fotografieren darf – gerne. Die beiden hüpfen eine Mauer entlang, krakeelen vor sich hin und schwupps, hüpft ein chinesischer Junge hinterher. <3

Dann bummeln wir durch Seitenstraßen und landen in einer großen Einkaufsstraße. In den Seitenstraßen stürmen wieder Hunderte Gerüche auf uns ein, soviele Shops, soviel essen, da gibt es Teigtaschen, da Fritiertes, da Undefinierbares, es riecht lecker, interessant und auch mal bäh; überall fahren Mofas mit kandierten Früchten auf Spiessen – die müssen wir morgen mal probieren, heute war unser kulinarisches Experiment “Tee-Eis”. Für Justus und mich war es nix (Erbseneis!), Rasmus fand’s ok, Thomas – ist ja nun schon länger hier – hat unsere Reste aufgefuttert. Dann entdeckte Jussi ein KFC und war nicht mehr zu halten – also bekamen die Kids ihr Abendessen da. Merke, lieber deutscher Touri: das deutsche Handzeichen für “2” heisst auf chinesisch “8” und auch zwischen 10 Wings und 10 Portionen ist ein kleiner Unterschied – entsprechend irritiert war die Mitarbeiterin, klärte sich glücklicherweise alles auf und Jungs waren happy. Dann sind wir noch ein bischen weitergebummelt, und waren dann aber auch platt und sind mit dem Taxi wieder nach Hause gefahren: vorbei an Luxus-Prachtbauten und heruntergekommenen Hochhäusern, alles bunt beleuchtet, trubelig, lebendig.

Heute Abend haben wir dann mal gefragt, wie es den Jungs gefällt: sie finden es großartig hier – puh, das ist so beruhigend! Hauptsache, das bleibt so. Morgen wollen wir dann zu dritt in den Zoo, wenn das Wetter wieder halbwegs so wie heute ist.

Jetzt ist es 22 Uhr hier und ich werde mich mal trauen, alleine in den Supermarkt zu gehen, ich brauche ne Gesichtscreme… Die Luft ist so trocken hier, das gibt’s gar nicht. Mal gucken, ob ich erfolgreich bin…

 

Nachdem wir einige Tage den immer gleichen Blick auf Peking hatten, z.B. auch auf den CCTV-Tower, entlässt die blöde Grippe uns allmählich aus ihren Klauen und wir kriegen doch endlich mehr zu sehen.

Erst sind wir heute kreuz und quer durch kleinere und größere Straßen geschlendert, haben uns eine ziemlich gigantische, ziemlich luxuriöse Shoppingmall von innen angesehen und die Jungs anschließend bei Annie’s  mit Pizza bzw. Spaghetti Bolo abgefüttert. Den Rest des Tages haben wir schönes Wetter und relativ gute Luft im Ritanpark genossen.

 

So, jetzt noch einmal mit mehr Bildern. Der Ausflug war großartig, die Jungs wollen das so bald wie möglich und immer wieder wiederholen. Kann ich verstehen!

Erst mit dem Auto bis Huairou/Mutianyu, ca. 70 km nordöstlich von Peking. Wieder einmal konnten wir nur staunen, wie riesig Peking ist, doch irgendwann wurden es weniger Hochhaussiedlungen, da waren dann Felder/Obstplantagen, Fabriken, doch immer wieder ein paar Hochhäuser. Alles leider durch den braunen Schleier, miese Sicht leider. Wir fuhren durch Huairou durch und folgten dann den Schildern nach Mutianyu. Es wurde tatsächlich immer hügeliger. Ländlicher. Wir kamen an “eingefrorenen” Wasserfällen vorbei. Bekleidungsfabriken. Obstplantagen. Und allmählich häuften sich Restaurants und Hotels entlang der Strasse. Und dann waren wir am Parkplatz, ein paar Gebäude (die hätten so auch in einem Freizeitpark in Deutschland stehen können) mit Ticketschaltern, Museum – und Restaurants. Und dann auch endlich der erste Blick auf die Mauer. Wow.

Dann ging es mit dem Shuttlebus ein Stück den Berg hoch. Abenteuerlich. Von der Busstation führte ein Weg nach links oben: Kabinenbahn. Und einer nach rechts: Sessellift. Oha, der sah ziemlich alt und klapprig aus, wirkte abenteuerlich, zumal sie kurz bevor wir dran waren gestoppt wurde – und ein Lappen, Stofffetzen oder sowas aus dem “Drehdings” gefummelt wurde….Okeeee… Waren es 5 oder 10 Minuten bis oben? Keine Ahnung, die Aussicht jedenfalls – trotz immer noch trüber Sicht – war großartig. Trotzdem, leises Auftatmen, als wir oben waren.

Das war dann wirklich ein irres Gefühl: wir sind tatsächlich auf der Großen Mauer! Wir sind dann eine ganze Weile über die Mauer spaziert, mehr oder weniger steil bergauf und bergab, oft mit Treppen mit unterschiedlich hohen Stufen, teils auch abbröckelnd. Immer wieder neue Aussichten, immer wieder Wachtürme.In einem dieser Wachtürme stand ein Besen. Klar, dass Jussi sich den schnappen und fegen musste. Nur kam da eine chinesische Reisegruppe dazu – und die konnten sich nicht wieder einkriegen und haben sich gegenseitig mit Jussi und dem Besen fotografiert, das war bestimmt eine Viertelstunde schallendes Gelächter und fröhliches Gekreische und Geschnatter.

Nachdem die Jungs fanden, sie wären genug “herumgelatscht” sind wir wieder zurück zum Ausgangspunkt, aber dort nicht mit der Seilbahn, sondern mit einer Sommerrodelbahn heruntergefahren. Allerdings durften wir nicht sofort lostuckern, sondern einer der Mitarbeiter holte erstmal Creme und hat Rasmus’ von Erkältung und trockener Luft rote und rissige Lippen verarztet – und der liess sich das gefallen, aber wehe, wenn ich mal mit der Creme komme…

Dann ging es los, und was war das für ein Spass! In mehr oder weniger engen Serpentinen den Berg hinunter, über wacklige Holzbrücken, alle paar Kurven saßen Mitarbeiter. Unten angekommen erstmal eine Schrecksekunde – nach mir kam nicht Jussi, sondern erstmal zwei Männer und dann lange nix. Aber dann sah ich ihn, alles wieder gut. Da das Kerlchen wohl zu langsam war, haben ihn Mitarbeiter kurzerhand aus der Bahn gehoben, die schnelleren Männer vorbeigelassen und ihn dann wieder samt Rodeldings reingesetzt.

Da fahren wir auf jeden Fall wieder hin! Nicht nur wegen der Sommerrodelbahn, sondern auch, weil es wohl deutlich weniger überlaufen ist als Badaling.

 

 

 

 

Gestern war ich mit der Patengruppen-Fotogruppe im Red Brick Art Museum. Die Ausstellung, die eigentlich Anlass für den Besuch dort war, war nur leider schon beendet – 10 Tage vor dem offiziellen, überall plakatierten und veröffentlichtem Termin. That’s China. ;)

Da das Internet hier gerade mal wieder nicht so will wie ich das gern hätte, nur einige wenige Bildchen.

 

Vom 1.-3. Oktober ist Chinesischer Nationalfeiertag (die Deutsche Botschaft hat höflichkeitshalber die Deutsche Einheit darum schon letzte Woche begangen), zusätzlich gibt es staatlich verordnete arbeitsfreie Tage, alles zusammen: Goldene Woche. Zum Neujahrsfest gibt es eine weitere Golden Week. Gearbeitet wird vielfach trotzdem: Sehenswürdigkeiten, viele Restaurants und Geschäfte sind geöffnet (und müssen dann einen dreifachen Lohn zahlen). Der Busshuttle des Compounds fährt nicht, hier draußen ein Taxi zu bekommen dauert noch länger als sonst. Trotzdem, Traumwetter gestern: warm, nicht zu heiß und ein frischer Wind, Top-Luftwerte, klare, weite Sicht: Ausflugswetter! Nachdem wir dann tatsächlich doch noch ein Taxi bekommen haben, ging es dann zum Sommerpalast: einmal quer durch Peking – und das bei freier Fahrt! So leer waren die Straßen nicht mal anlässlich der Parade vor ein paar Wochen!

Der Sommerpalast war dann allerdings alles andere als leer… Ein riesiges Gartengelände am Kunming-See, dahinter Berge, wirklich wunderschön gelegen (schon auf der Fahrt vom Highway aus die Sicht genossen). Der See war dank des Windes etwas aufgewühlt: Bootfahren nicht erlaubt. Also spazieren gehen, wobei die Jungs mal wieder kurz vorm Verhungern standen und zielsicher die erste Imbissbude ansteuerten. Jussi hat es richtig gemacht und sich ein paniertes Hühnerbein ausgesucht – Thomas und Rasmus haben sich für den absolut unappetitlichsten Hotdog ever entschieden. Fehler: imitiertes westliches Essen ist meistens bäh, dafür gibt es einfache, chinesische Alternativen, die meist sehr gut sind.

Wir haben uns dann mit den Massen den Weg am See entlang geschoben, sind dann – etwas weniger überlaufen – ein Stück einen Berg hoch, haben dann immerhin ein paar Meter des berühmten Wandelganges geschafft. So richtig viel Lust hatten die drei (!) Jungs nicht, Gebäude haben wir uns gar nicht angeguckt und der große Junge hat zielsicher einen Nebenausgang angesteuert – um dann festzustellen, wir sollten vielleicht doch besser den gleichen Weg wieder zurückgehen… *kicher* War halt auf einmal chinesisch-dörflich… „Hier finden wir nie ein Taxi!“ – „Na und, da vorne fährt der Bus!“ –„Neeeeinnnn!!!“ (ok, beim Busfahren kann man wirklich verloren gehen). Aber da war auch schon wieder der Haupteingang in Sicht, ein Taxi wurde herangewinkt und zur Erholung ging es dann zurück in des Mannes Komfortzone Sanlitun zu Schindlers…

Und wenn wieder Schule ist, werde ich noch mal alleine zum Sommerpalast fahren. Ich hab gestern ungefähr 200 mal gedacht: wie gut, dass ich ohne die drei in Shanghai war. ;)

 

Besuch aus Hamburg war da, da ist ein Mauerausflug natürlich “Pflichtprogramm”. Rasmus musste noch liegen, Justus blieb als Gesellschaft da, Thomas passte auf die beiden auf, so sind wir dann zu viert losgetuckert. Für die Hinfahrt wurde ein Taxi bestellt, zurück “stehen da ausreichend Taxis herum”. Traumhaftes Wetter mit quietschblauem Himmel, passable Luftwerte mit annehmbarer Sicht, Hinfahrt ausgesprochen entspannt, von uns aus ist es auch nur eine Dreiviertelstunde.

Great Wall

Für den Kartenkauf musste man sich zweimal anstellen, an einem Schalter gab es nur Eintritt, Bustickets und Kabinenbahn, für die Abfahrt mit der Sommerrodelbahn ging es an den zweiten Schalter. Mit dem Bus ging es dann ein gutes Stück bergauf, eine kurze Schlange an der Kabinenbahn und dann das erste “wow” – die Aussicht ist schon toll. Oben angekommen dann wieder dieses unwirkliche Gefühl “wow, wir sind tatsächlich hier!” Das größte Bauwerk der Welt. Uralt. Historisch und so. ;) Die Mauer ist einfach beeindruckend, selbst als Banause kann man sich dem nicht entziehen! Dazu die schöne Landschaft, es ist wirklich ein netter Spaziergang Richtung Osten zur Sommerrodelbahn (da, wo auch der klapprige Sessellift fährt), überwiegend bergab.

Es war voller als im März, aber von Gedrängel und Geschiebe konnte keine Rede sein, nur an Engpässen bei den Wachtürmen, wo immer nur einer treppauf oder treppab kann, staute es sich manchmal und mit ein bisschen Geduld hatten wir immer wieder auch mal einen Abschnitt ganz für uns. An der Sommerrodelbahn mussten wir ein bisschen warten, aber man hat soviel zu gucken und die Mitarbeiter dort hatten echt Spaß, haben herumgeblödelt, so dass wir auch Spaß hatten. Leiderleiderleider waren vor mir zwei chinesische Mütter mit kleinen Kinder, die im Schneckentempo runtergerutscht sind, also nix mit kleinem Geschwindigkeitsrausch über ‘m Abgrund, dafür ausreichend Zeit, die (relative) Stille und die Aussicht zu genießen. War sicher nicht das letzte Mal!

Taxi?

Als wir dann wieder unten im Tal waren, waren nicht viele Taxis zu sehen. Genaugenommen: keins. Wir sind weiter Richtung Straße gegangen, als mich ein Chinese ansprach. Puh, ein Taxifahrer. Wohoo, mein Chinesisch hat ausgereicht, dass er uns nicht nur nach Huairou zum Bus bringt, sondern nach Hause in Peking und auch den Preis konnte ich halbieren. Es war sonst aber weit uns breit kein anderes Taxi zu sehen, also blieb uns eh nichts anderes übrig. Das Auto war eine Klapperkiste mit zahlreichen Blechschäden, und der Fahrer schien durchaus suizidale Tendenzen zu haben. Immerhin, er fuhr die gleiche Abkürzung an Huairou vorbei, die wir auch im März genommen hatten, bis auf einer schmalen Landstraße nichts mehr ging: Stau.

Rauchen im Nirgendwo

Er bog dann in eine Gasse ein, wo zwischen Auto und Hauswänden gerade noch ein Zentimeter war. Oh nein, in der chinesischen Pampa entführt und ausgesetzt und im Nirgendwo stehengelassen? Nein, er bog noch zweimal um die Kurve, da war die Landstraße wieder und wir hatten sicher 500 m im Stau gutgemacht. Dann zündete er sich erstmal eine Zigarette an und bot uns auch welche an. Eigentlich zähle ich mich ja zur militanten Nichtraucherfraktion, uneigentlich habe ich gelernt, dass es grob unhöflich ist, eine angebotene Zigarette nicht anzunehmen. Um nicht wirklich mitten im Nirgendwo  zu landen, habe ich mich also höflich bedankt und nicht inhaliert… ;)

Inzwischen waren wir an einer Kreuzung (kleine Landstraße und Feldweg…) angekommen, dort wendete gerade ein Reisebus und bog dann in den Feldweg ein. Zahlreiche Chinesen standen dort herum, ich meine verstanden zu haben, dass es weiter vorne einen schlimmen Unfall gegeben habe und die Straßen gesperrt seien. Unser Fahrer fuhr dann ein Stück in den Feldweg und hielt an. Oh nein, er würde uns jetzt nicht doch am Ende der Welt rauslassen? Nein, er wollte nur mehr Geld, weil das nun ein großer Umweg sei. Zähneknirschend stimmte ich zu, aber immerhin, er ließ sich wieder runterhandeln.

Die weitere Fahrt verlief dann ohne weitere besondere Vorkommnisse, außer, dass der Fahrer gerne überholte und überhaupt wohl lieber links fuhr, auch in Kurven, außer dass ich immer wieder mal seine Hand von meinem Knie schubsen musste, dass ich noch zwei weitere Zigaretten paffen musste, dass er mir seine Telefonnummer aufgedrängt hat, falls wir in Mutianyu oder Huairou wieder mal einen Fahrer bräuchten… Die Kinder haben das Abenteuer glücklicherweise größtenteils verschlafen, und Michaela war sicher froh, dass nicht sie vorne saß …  Jedenfalls sind wir erschöpft, aber heil und ganz wieder zuhause angekommen. :)

Peking bietet unzählige Restaurants, für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei: alle nur denkbaren chinesischen Regional- und Spezialitätenküchen, internationale Restaurants, alle möglichen Fastfoodketten… Verhungern muss hier wirklich niemand. ;) Aber besonders interessant für uns sind dann doch immer wieder die exotischen Dinge, die es in Deutschland (so) nicht gibt, und die man dann doch nicht unbedingt probieren möchte (von den kandierten Obstspiessen mal abgesehen)… Angucken macht wirklich Spass! Aber seht selbst:

Letzte Woche war ich mit der Fotogruppe im NCPA. NCP-was? National Centre for the Performing Arts: ein riesiges Gebäude, in dem sich Opernhaus, Theater, Konzertsaal und „Multifunktionstheater“ sowie Cafés und Ausstellungsräume befinden. Mitten in Peking, unweit der Verbotenen Stadt gelegen.

Mir gefällt das Ei! Zunächst haben wir es umrundet, zusätzliches Augenfutter gab es durch die Fensterputzer, die sich ringsherum abseilten. Guckt man von der Längsseite, erkennt man durch die Spiegelung im Wasser das Yin und Yang Symbol. Insgesamt ist es ein sehr ruhiger Ort, trotz der zahlreichen Spaziergänger.

Für 30 RMB kann man das Gebäude auch von innen besichtigen. Der Eingangsbereich befindet sich tiefergelegt, unterhalb der Halle, unter der Wasserfläche. Je nach Blickwinkel, und abhängig von Sonne und Wolken schimmert das Licht und die Stahlkonstruktion und sieht das Wasser mal eher blau, mal grün aus.

Faszinierend auch, wie sich auch im Inneren das Oval als Motiv immer wieder findet, beispielsweise die Form eines Cafés oder die Anlage der Rolltreppen. Da es relativ leer war, wirkte das Gebäude vermutlich noch überwältigender als wenn dort viele Menschen gewesen wären. Aber das würde ich auch gerne mal erleben, dort möchte ich mir gern eine klassische Oper ansehen, die ausgestellten Kostüme und Bühnenbildelemente versprechen nichts vornehm reduziertes, sondern gewaltige Bilder. ;)

Ich bin mal gespannt, wie die Elbphilharmonie im Vergleich zu diesem wirklich spektakulären Bau sein wird. Lage und Blick dürfte Hamburg allerdings klar die Nase vorn haben!

 

Mitten in Peking liegen zwei wunderschöne Parks mit großartigen Aussichten: der Beihai-Park und der Jingshan-Park – beide gleich gegenüber bzw. schräg gegenüber auf der Nordseite der Verbotenen Stadt. Mein ältester Sohn ist gerade zu Besuch, und zusammen nutzen wir das schöne Winterwetter, um uns beide Parks anzusehen. Zuerst wollen auf den Kohlehügel im Jingshan-Park steigen und die Aussicht auf die Verbotenen Stadt genießen, anschließend wollen wir in den Beihai-Park gehen.

Jingshan-Park und Kohlehügel

Wir betreten den Park durch den Osteingang und gehen zielstrebig Richtung Kohlehügel. Stellenweise liegen noch Schneereste, die sind von dem in Peking seltenen Schneefall vor zwei Wochen noch übrig geblieben. Es zieht uns direkt ganz nach oben zum Wanchun Pavillon. Hier hat man einen tollen Überblick über die Verbotene Stadt.

Verbotene Stadt bei schönem Winterwetter vom Kohlehügel aus

Verbotene Stadt vom Kohlehügel aus

Aber auch in alle übrigen Himmelsrichtungen hat man eine großartige Sicht. Nach Westen zum Central Business District:

Pekings CBD vom Kohlehügel aus gesehen.

Blick auf Pekings CBD vom Kohlehügel aus

Nach Norden blickt man entlang der Nord-Süd-Achse Pekings, sieht den Trommelturm (der den dahinterliegenden Glockenturm verdeckt) und weiter im Norden das Olympiagelände. Auch eine Ecke vom Vogelnest kann man sehen.

Blick nach Norden vom Kohlehügel: Trommelturm und Olympiagelände

Blick nach Norden vom Kohlehügel: Trommelturm und Olympiagelände

Schaut man nach Westen, sieht man in der Nähe die Weiße Pagode im Beihai-Park und in der Ferne die Westberge.

Blick nach Westen vom Kohlehügel aus: Weiße Pagode und Westberge im Dunst

Blick nach Westen vom Kohlehügel aus: Weiße Pagode und Westberge im Dunst

Nachdem wir uns – vorläufig – sattgesehen haben, laufen wir erst eine Treppe runter und landen am Haupteingang des Jingshan-Parks, gehen dann weiter zum Westausgang. Hier fallen zahlreiche Kakibäume ins Auge, an denen noch viele Früchte hängen.

Beihai-Park, Jadeblumeninsel, White Dagoba und Yong’an-Tempel

Den Beihai-Park betreten wir durch den Osteingang. Hier befindet sich auch direkt eine der Brücken auf die Jadeblumeninsel, auf der ganz oben auf dem Hügel die Weiße Pagode steht. 

Auch wenn man am Horiziont schon wieder Smog heranrollen sieht, beim Blick nach oben ist der Himmelt leuchtend blau – da sieht die Pagode nochmal so schön aus.

Weiße Pagode, blauer Himmel

Weiße Pagode, blauer Himmel

In die Pagode kann man nicht hinein, aber man kann sie umrunden und hat auch hier wieder tolle Blicke in alle vier Himmelsrichtungen.

Blick von der Jadeblumeninsel: Wanchun Pavillon im Jingshan Park, dahinter das höchste Gebäude Pekings, der Zhongguo Zun

Blick von der Jadeblumeninsel: Wanchun Pavillon im Jingshan Park, dahinter das höchste Gebäude Pekings, der Zhongguo Zun

Schließlich steigen wir eine steile Treppe hinunter zum Yong’an-Tempel, in dem sich ein paar Buddhas vergnügen…

Buddha-Darstellung im Yong’an-Tempel

Buddha-Darstellung im Yong’an-Tempel

Mit einem Blick zurück auf die Jadeblumeninsel verlassen wir schließlich den Park.

Blick auf die Jadeblumeninsel und die Weiße Pagode

Blick auf die Jadeblumeninsel und die Weiße Pagode

Fotos

 

 

 

Eigentlich wollte ich heute mit der Fotogruppe in den Lamatempel, vor allem Bilder mit Rauch wollten wir schießen. Uneigentlich klebte dieses Schild am verschlossenen Tor:

Schild an der Pforte des Lamatempels.

Temporär für die Außenwelt geschlossen.

Das ist etwas, was einem in China grundsätzlich immer und überall passieren kann, und jetzt zu Corona-Zeiten erst Recht. Trotzdem ärgerlich, zumal bei dem trüben Wetter sicher schöne, düster-dramatische Tempel-Bilder hätten entstehen können.

Zum Glück gibt es für Fotospaziergänge ja einiges in der Ecke, besonders naheliegend war der Konfuziustempel. Schon von weitem sehe ich: er ist geöffnet. Das teile ich den anderen auch per WeChat mit, parke meinen Scooter und gehe zum Eingang. Dort stellt sich dann leider raus, dass ich für einen Besuch heute spätestens gestern online ein Ticket hätte lösen müssen. Ich könnte ja morgen wiederkommen. Nee, ich brauche ja jetzt ein Alternativprogramm. 

Durch die Hutongs oder in den Ditanpark? Wir einigen uns auf den Park. Hier klappt alles problemlos: Tickets per WeChat-Pay am Schalter kaufen (2 RMB pro Person), Health App am Eingang vorzeigen, Temperatur scannen lassen und rein. Neuerdings könnte man den Eintritt auch einfach mit der Metro-Karte bezahlen, sehr praktisch.

Nach nur wenigen Schritten im Park treffen wir auch schon die erste Tanzgruppe.

Es ist kalt und trüb heute, Luft auch nicht besonders. Trotzdem ist ein bisschen was los.

Die Tauben gehören auch zum Park, irgendjemand füttert immer.

Und manche scheuchen auch.

Um sich selbst mit einem Buch hinzusetzen, ist es viel zu kalt. In ein paar Wochen dann wieder.

In dem kleinen “Wäldchen”  stehen vereinzelt ein paar Männer und trainieren für sich allein: TaiChi oder mit einem langen Speer. Ein bisschen weiter sitzt ein Mann im Pavillon und musiziert.

Zu gucken gibt es an jeder Ecke etwas.

Hinten im Garten wird gesungen. Der große Chor ist nicht da, dafür stehen zwei kleine Grüppchen nicht weit voneinander entfernt. Die einen mit Keyboard und stimmgewaltigem Tenor, der zwischendrin auch mal sehr klare Ansagen macht, die anderen gehen familiärer miteinander um.

Diese Brücke hat es mir ja angetan.

Wir gehen weiter in Richtung Square Water Altar. Der Erdaltar ist lange nicht so beeindruckend wie am gegenüberliegenden Ende der Stadt der Himmelsaltar, die große freie Fläche hat aber etwas – so wie auch die Details auf den Mauern. Für diesen Bereich muss man noch einmal extra Eintritt zahlen – 5 RMB, hier steht kein Metro-Karten-Scanner.

Hier ist auch ein ruhiges Fleckchen, um Gymnastik zu machen.

Und noch einmal innehalten, bevor die Damen weitergehen.

Hier sieht man die Mauern und “Star Gates”, die Altar und Park voneinander abgrenzen.

Hinten vor der Halle stehen links und rechts vom Tor zwei Magnolien.

Allmählich ist uns allen kalt, wir drehen um und gehen zurück zum Ausgang. Dabei kommen wir nochmal an Taubenfütterern vorbei.

Keine Berührungsängste…

Auch wenn das mal wieder anders als geplant war, war es ein schöner Spaziergang.

Ich bin jetzt nur gespannt, ob der Park in den nächsten Tagen wie sonst um diese Zeit fürs Neujahrsfest geschmückt wird – oder ob das wie die Temple Fair den Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen zum Opfer fällt.

Nachdem einigen sehr grauen Tagen lockte letzte Woche blauer Himmel, gute Luft und Sonnenschein. Nach dem ich krankheitsbedingt ewig zuhause gehockt habe und entsprechend budenkollerig war, hab ich alle Planungen für den Tag über den Haufen geworfen und bin stattdessen nach Badachu gefahren. Badachu ist ein Park in Pekings Westbergen, wenn man aus der Stadt kommt am Sommerpalast und den Duftbergen vorbei. Also schon weit draußen, aber noch in Didi-Reichweite und mit mit einer Bushaltestelle direkt vor dem Eingangsbereich. Badachu heißt soviel wie “acht große Plätze”, und so finden sich hier acht Tempel. Für buntes Herbstlaub war ich zu spät dran (Danke, Grippe…), trotzdem war es nicht winterlich trostlos.

Der Eingangsbereich ist recht weitläufig, mit Laternen geschmückt (das waren auch schon die Zufahrtsstraßen in dem Stadtviertel). Es gibt eine kleine Ladenzeile mit Souvenirs und Imbissbuden. Ein Stück weiter stehen die Maskottchen der Olympischen Winterspiele. Ein paar empfindlichere Pflanzen sind schon warm verpackt. Und es wird gebaut, neue Rohre werden verlegt.

Viele Besucher sind nicht da, und die wenigen verteilen sich auch schon nach wenigen Metern.

Mit der Seilbahn bergauf

Ich liebe Seilbahnen, bin direkt darauf zugesteuert und habe mich bequem nach oben tragen lassen. Je weiter es hinauf ging, umso windiger und kälter wurde es.

Oben war ich erstmal geflasht von der Aussicht auf die Stadt – die Fernsicht war wirklich gut!

Badachu – Blick auf Beijings CBD

Nun habe ich mir den Baozhu Tempel und die dahinter gelegene (klitzekleine) Höhle angesehen. Das war sehr hübsch angeleuchtet, aber da hier auch ein Buddha ist, ist das Fotografieren verboten.

Ich wollte dann weiter oben entlang laufen, aber ich stand plötzlich vor einem Tor und hätte das Parkgelände verlassen müssen. Wer weiß, wo ich dann gelandet wäre, ich wollte doch noch mehr sehen.  Weil ich über so ein wahnsinnig gutes Orientierungsvermögen verfüge (nicht), habe ich den Weg nach unten nicht gefunden. Aber ich stand plötzlich vor der Sommerrodelbahn. Es war nichts los, also konnte ich anders als in Mutianyu mal richtig Gas geben – hat wirklich großen Spaß gemacht.

Typisch China? Tempel, Treppen, Schilder.

Unten angekommen, bin ich dann den Wegweisern gefolgt, und habe mir Tempel angesehen. Dann ging es ein Stück den Hang weiter hinauf, nächster Tempel. Wieder ein Stück bergauf und nächster Tempel. Typisch China: viele Stufen und Treppen.

Oh, und auch typisch für China: Schilder, Schilder, Schilder!

Tiefkühlfisch

Im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem auch das “Kloster der Drachenquelle” – ich hatte den Eindruck, dass die Goldfische nicht schockgefrostet, sondern so langsam eingefroren werden… Haben sich kaum mehr bewegt und wenn dann nur in Zeitlupe. Eingefrorene Goldfische habe ich ja auch schon am Konfuziustempel gesehen…

Badachu-Goldfische

(Ein-)frierende Goldfische?

Nochmal, nochmal, nochmal

Eigentlich wollte ich es nicht übertreiben nach der Grippe – aber das Wetter so schön, der Himmel so blau, die Luft so gut. Warm genug eingepackt war ich auch, und als dann ein Schild in Sicht kam, nur noch 600 Meter bis zur Sommerrodelbahn – tja, wer geht da schon zu Fuß wieder runter? So habe ich mir dann ein zweites Mal den Spaß gegönnt, den Berg herunterzusausen – und zwischendrin tatsächlich auf den Auslöser drücken können…