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Heute Nachmittag hatte ich Zeit und bin spontan in Richtung Shichahai getuckert. Aber schon auf dem Weg gibt es viel zu gucken.

Zum Rauchen nach draußen…

Der Hund muss mit!

Am Shichahai

Heute ist nicht so viel los wie vor kurzem, die Rikschafahrer haben nichts zu tun.

Der Bootsverleih ist wieder geöffnet. Ich überlege kurz, denke aber, dass ich dafür gerne ein anderes Objektiv an der Kamera hätte, heute hab ich das 24 mm drauf. Wie so oft denke ich, dass das ein Luxus ist, den ich als Touri hier nicht hätte: ich kann halt unkompliziert jederzeit wiederkommen.

Bootsanleger am Westufer des Shichahai

Als sie sieht, dass ich sie fotografiere, wirft sie sich in Pose, Schirm kommt weg.

Tempel des Feuergottes

Wo ich schon in der Ecke bin, schau ich auch noch kurz in den Feuergott-Tempel hinein.

Die bunten Wimpel, die neulich noch hingen, sind weg. Schade, das war noch bunter. Dafür ist die Musik heute lauter.

Yandai Byway

Die Yandai Gasse ist zwar keine 250 Meter lang, aber wirklich hübsch. Klar, sie ist touristisch so aufgehübscht worden wie die Nanluoguxiang, mir gefällt’s trotzdem. „China Famous Historical Cultural Street“ seit 2010, da müssen wohl chinesische Standards gewahrt werden.

Türklopfer mal anders

Vor der historischen Post wird fotografiert.

Hier findet sich die typisch chinesische Mischung von Handwerks- und Souvenirläden, Imbissbuden und Restaurants mit (nicht nur) lokalen Spezialitäten. Mich versetzt das kurz in eine Stimmung wie auf Reisen, fühle mich an solche Tourigassen in Dali, Xi’an, Luoyang erinnert (so unterschiedlich diese Orte auch sind). Ich sollte wohl doch wieder häufiger auf Sightseeing-Tour gehen.

Egal wie alt du bist, du bist hier nie zu alt für Haarschmuck aller Art!

Dieses plastische Stadtmodell ist das erste, dass ich hier bewusst wahrnehme (Oder es ist das einzige? Keine Ahnung!).

Fuhrpark

Meerjungfrau oder Hofdame?

Sieht man auch vielerorts in China: Kuscheltiere als Deko am Haus.

Ich werfe noch einen Blick zurück in die Gasse, bevor ich zu meinem Scooter zurücklaufe.

Mondfest in Sicht

Auf dem Rückweg stoppe ich noch am Jingkelong, wo viel los ist. Der Bao’an, der mir immer helfen will und mich immer ermahnt, langsam zu fahren, kommt extra angerannt, um ein Fahrrad zur Seite zu schieben, damit ich meinen Scooter abstellen kann. Das ist mir echt peinlich, ich will keine Sonderbehandlung.

Im Supermarkt gibt es zahlreiche Sonderstände: nächste Woche ist das Mondfest. Natürlich Mondkuchen, stückweise einzeln verpackt oder in bunten, aufwendigen Geschenkverpackungen. Diese Geschenkpackungen gibt es aber auch für ganz alltägliche Dinge wie Eier, Öl, Würzsaucen, Süßigkeiten, Nüsse … .

Vorhin klingelt es an der Tür – der Vermieter, der mir zwei große Geschenktüten entgegenhält. Mondkuchen und eine Massagepistole. Cool. :)

In diesem Sommer regnet es noch mehr als üblicherweise im Juli, gefühlt immer, wobei es zum Glück doch Regenpausen gibt. Gestern habe ich ein paar trockene Stunden genutzt und bin spontan drauflosgetuckert.

Diesen fahrenden Händler (mit dem Kopf hinter den Grillenkäfigen) sehe ich relativ oft in verschiedenen Ecken. Er hat immer Grillen und Vögel dabei – und immer einen Pulk von Leuten um sich herum.

Tempel des Feuergottes

Kurz danach bin ich am Shichahai gelandet, wo ich mir spontan den Tempel des Feuergottes angesehen habe. Der Eintritt ist frei, keine Voranmeldung nötig – geht also tatsächlich spontan. Nur den Healthcode scannen und man darf eintreten.

Die meisten Touristengruppen gehen achtlos vorbei und steuern direkt den See und/oder die Rikschas dort an. Ich selbst habe das Gebäude auch erst vor Kurzem als Tempel wahrgenommen, es war aber abends und schon geschlossen.

Der Geschichte des taoistischen Tempel des Feuergotts (Huode Zhenjun-Tempel) reicht zurück bin in die Tang-Dynastie (7. Jahrhundert). Er muss eine recht wechselvolle Geschichte hinter sich haben, aber leider habe ich weder vor Ort noch im Internet oder meinen Reiseführern weitergehende Informationen gefunden.

Der Tempel ist überschaubar, lebendig, bunt, aktiv und gefällt mir auf Anhieb richtig gut.

In den Hallen sind die Altare vor den Buddhas bunt und üppig geschmückt (keine Bilder, Fotografieverbot). Besucher verbeugen sich, lassen sich auf Knien auf den Kissen davor nieder, berühren dreimal mit der Stirn den Boden. Diese Verbeugungen werden von Gongschlägen begleitet.

Dies Tor führt zu Straße, ist geschlossen und dient daher prima als Bike-Parkplatz. :)

Rikschas

Danach bin ich noch ein bisschen am See spazieren gegangen.

Ich selber bin erst einmal mit einer Rikscha gefahren, als ich an einem organisierten Ausflug teilgenommen hab, wo das mit dazugehörte. Ich habe ein ambivalentes Verhältnis dazu, ich fühle mich nicht wohl, wenn andere für meine Fortbewegung körperlich arbeiten müssen, da steige ich lieber selbst aufs Fahrrad oder meinen Scooter (der hat auch seinen Fun-Faktor).

Die Bogenbrücke ist zu steil, bis auf ein schlafendes Kind müssen alle aussteigen und zu Fuß über die Brücke. Manche Fahrgäste packen mit an.

Kreuz und quer durch die Hutongs

Inzwischen wurde es wieder düsterer, Zeit zum umkehren, um nicht nassgeregnet zu werden. Auch die Hochzeitsfotografen an „der Ecke“ der Verbotenen Stadt waren am zusammenpacken.

Hutongs können – nicht nur wegen des herannahenden Regens – ziemlich grau und trist wirken…

… aber auch bunt und idyllisch.

Eigentlich ist hier an der Kreuzung gerade eine große Verkehrskontrolle. Uneigentlich:

Tja, so hübsch kann „Straßenbegleitgrün“ aussehen.

Dieser Weihnachtsbaum steht hier „schon immer“, ganzjährig, seit ich in Peking angekommen bin.

Ich sprinte noch schnell durch den Jingkelong, als ich wieder rauskomme, nieselt es schon. Einer der Bao’ans (Sicherheitskräfte in schwarzen Uniformen mit roter Armbinde) lässt es sich nie nehmen, mir zu helfen. Anfangs war mir das peinlich und auch etwas lästig, weil ich meinen Scooter alleine schneller bepacken kann. Aber er lässt nicht locker, freut sich offenkundig immer, wenn er mich sieht, und nun gehört das halt zu meinem Jingkelong-Einkauf mit dazu. Nicht zuletzt hat es auch was von hier Zuhause zu sein.

Ich komme gerade noch trocken zuhause an – dann schüttet es wie aus Eimern. Glück mit dem Timing gehabt!

Fotos

Am Wochenende war ich mit einer Freundin verabredet. Wir wollten in den Himmelstempel und uns dort mal an Timelapse-Videos (aus Fotos, nicht „nur“ ein schnell abgespielter Film) versuchen. Wir wollten das  – natürlich – auf dem großen Platz vor der ikonischen Halle der Ernte machen. Aber daraus wurde nichts.

Endlich! Frischer Kaffee im Himmelstempel

Wir hätten vielleicht schon am Eingang hellhörig werden können, denn es war nicht möglich, das „Through-Ticket“ (Park und alle Gebäude) zu lösen, nur das normale Parkticket für 10 RMB. Aber noch haben wir uns nichts dabei gedacht, sondern erstmal den neuen Coffeeshop im Himmelstempel unter die Lupe genommen. Der Laden ist hell und freundlich, es dominiert rot und blau, und trotzdem wirkt es eher wie eine Imbissbude als wie ein Café. Aber der Kaffee schmeckt! Klasse, nun kann man erst recht ganze Tage im Himmelstempel verbringen.

Nun stürmen wir aber auf die Halle der Ernte zu, ich stell mich am Ticketschalter an, aber als ich dran komme, werde ich lediglich auf einen QR-Code verwiesen – den es auch auf einigen Schildern rundherum gibt. Das geht den Leuten vor und nach mir in der Schlange aber genauso, man schüttelt ein bisschen den Kopf. Mit dem QR-Code öffnet sich nicht die App, die von vielen anderen Sehenswürdigkeiten genutzt wird. Nein, der Himmelstempel hat seine eigene App, wir wursteln uns mit unseren ausbaufähigen Chinesischkenntnissen so durch, aber: heute kein Ticket für uns. Ob man – wie am Konfuziustempel – mindestens einen Tag vorher buchen muss oder ob das Besucherlimit für den Tag erreicht ist, finden wir nicht heraus. Anders als bei den viel kleineren und nicht ganz so bedeutenden Tempeln wie dem Zhihua- oder dem Dongyue-Tempel ist hier auch niemand, der uns helfen könnte.

Frust …

Das ist echt ärgerlich. Wir wollen nur hoffen, dass dieses Verfahren nach „dem Ende von Corona“ (wann auch immer das ist und wie auch immer das aussieht) wieder eingestampft wird. Oder dass die Apps zumindest eine englische Version anbieten und dass es eine zentrale Übersicht gibt, wie man wo hineinkommt. Besonders lästig ist aber wirklich, dass es nicht eine App und eine Regelung für alle Sehenswürdigkeiten gibt, sondern dass es so viele Ausnahmen gibt. Aktuell kommen ja keine ausländischen Touristen ins Land und für die Handvoll Ausländer, die hier lebt, ist eine englische Version wohl nicht nötig.

Ein bisschen Frust macht sich schon breit, aber es nutzt ja nichts, wir spazieren weiter und bauen uns dann am Nordeingang auf.

… und Lust

Das Wetter ist viel zu schön, um sich lange zu ärgern. Mit unserem alternativen Standort sind wir dann auch zufrieden und toben uns mit unseren Kameras aus. Dafür, dass ich das zum ersten Mal gemacht habe, bin ich am Ende ganz zufrieden!

Wir spazieren dann noch kreuz und quer durch den Park.

Eichhörnchen am Boden

Wildlife ;)

Wenn man im Himmelstempel gen Himmel schaut, dann kann man auch mal den Mond sehen.

Halbmond am Nachmittag

Halbmond

Wie in so vielen chinesischen Parks wird auch hier gesungen und gesportelt. Auch hier stehen mehrere singende Gruppen und Grüppchen dicht an dicht, dabei ist noch soviel Platz im Park. Ob ich das wohl mal herausfinde, warum das so ist oder ob sie sich gar nicht gegenseitig gestört fühlen sondern angespornt?

Den beiden ausländischen Frauen mit den Kameras wird dann auch direkt demonstriert, wie stark, beweglich, sportlich man ist.

Turnerin und Trainer im Park

Ganz schön beweglich

So langsam wird es spät, wir gehen in Richtung Ausgang, nicht ohne noch einmal zurückzublicken.

Halle der Ernte im Gegenlicht

Halle der Ernte

Schön war es.

Auf der Rückfahrt fühlt sich Peking auf einmal richtig normal an: Stau! Und wir denken, wir müssten hier mal zum Fotografieren auf den Mittelstreifen.

Foto aus dem Auto auf dem 3. Ring Ost in Peking

Hier mal zu Fuß hin!

Okay, lieber nicht, da würden wir wohl schnell eingesammelt werden, aber wir können ja doch noch mal in der Nähe gucken.

Ich plane gerade Aktivitäten für die Fotogruppe. Als Thema für den März habe ich mir „Gegensätze“ überlegt, nicht zum ersten Mal, ist hier aber wirklich unerschöpflich. Starten will ich im Zhihua-Tempel und dann zum Galaxy Soho hinüber spazieren. Die Ecke kenne ich einigermaßen gut, eigentlich keine neue Erkundung vor Ort nötig. Aber um auszuschließen, dass gerade gebaut wird oder warum auch immer geschlossen ist, habe ich mich vorhin zum Zhihua-Tempel aufgemacht. Dass sich in China (und wegen der Pandemie erst Recht) plötzlich etwas ändern kann, ist halt so, aber ich will halt doch im Rahmen der Möglichkeiten sorgfältig vorbereiten.

Am Galaxy Soho stoppe ich nur kurz. Hier herrscht reges Kommen und Gehen, außer dem allgegenwärtigen Health Check gibt es hier keine Einschränkungen.

Health Check Station vor dem Galaxy Soho in Peking.

Health Check

Ich tuckere weiter, nur noch ein kurzes Stück am 2. Ring entlang, dann biege ich in die Hutongs ab, noch einmal abbiegen und schon steh ich vor dem Tempel. Sehr gut, er ist geöffnet. Ticketpreis ist unverändert, Öffnungszeiten auch. Keine Bauarbeiten. Eigentlich könnte ich wieder umdrehen, aber das Wetter ist so schön, also löse ich ein Ticket und drehe eine kurze Runde durch den Tempel.

Galaxy Soho vom Zhihua-Tempel aus gesehen.

Alte Hütte, neue Hütte…

Ja, zu gucken und zu fotografieren gibt es hier mehr als genug.

Die Tempel Fairs sind ja alle abgesagt. Aber Wunschkarten aufhängen, das geht.

Eine Frau hängt Wunschkarten an einen Baum im Zhihua-Tempel

Wunsch-Karten

Ich werfe noch einen Blick zurück und mache mich dann wieder auf den Weg.

Links Dachreiter und rechts kahler Winterbaum

Dachreiter

Im Hutong ist deutlich mehr los als im Tempel. Hunde rennen über die Straße, überall stehen oder sitzen Leute und unterhalten sich, ein bisschen Verkehr ist auch.

Im Lumicang-Hutong

Lumicang Hutong

Das war jetzt eine nette Runde, hat Lust auf mehr gemacht.

Und sonst?

Das Jahr des Ochsen hat begonnen, die TV-Gala war „wie immer“ und auch wieder nicht, die Schalten zu den Provinzen haben doch gefehlt, die machten das immer noch bunter.  Die staatlichen Neujahrsferien sind seit heute zu Ende, die Stadt scheint trotzdem noch stillzustehen, viele Firmen fangen wohl erst Montag wieder mit der Arbeit an. Peking hat inzwischen 19 Tage lang keine lokale Corona-Neuinfektion gemeldet. Wäre schön, wenn das noch lange so bleibt.

Fotos

Dass es tagsüber nicht mehr so eiskalt ist, weckt meine Lebensgeister. Endlich habe ich wieder mehr Spaß daran, lange draußen unterwegs zu sein. Gestern habe ich einen langen Spaziergang durch zwei von Pekings bekannteren Hutongs gemacht: dem Wudaoying-Hutong und der Guozijian Jie.

 

Blick auf den Lamatempel vom Wudaoying-Hutong in Peking aus

Blick auf den Lamatempel

Der Wudaoying-Hutong

Lange Zeit wurden viele Hutongs abgerissen und durch moderne, höhere Bauten und breitere Straßen ersetzt.

Inzwischen ist man in Peking dazu übergegangen, die verbliebenen Hutongs zu erhalten, die Welle des Plattmachens ist gestoppt. 1949 sollen es noch 3250 Hutongs gewesen sein, heute sind keine 1000 übrig geblieben.

Der Wudaoying-Hutong ist einer der Hutongs in Peking, die schon früh renoviert wurden. Heute gilt er als „hip + cool“, zieht vermögende Chinesen und Touristen aus aller Welt an. Die Metrostation Lama-Tempel ist quasi direkt vor der Tür, der Ditan-Park liegt auch nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt auf der anderen Seite des 3. Rings. Vor der Corona-Pandemie gehörte ein Spaziergang durch diesen Hutong nach der Besichtigung von Lama- und/oder Konfuziustempel zum Programm vieler Reisegruppen.

Diese großen Scharen von Menschen waren gestern natürlich nicht unterwegs, das hatte auch etwas für sich.

Weihnachtsbaum und chinesische Neujahrsdeko im Wudaoying-Hutong

Weihnachtsbaum und Neujahrsdeko

Im Wudaoying-Hutong finden sich Cafés, Restaurants und Bars, diverse Geschäfte – bei allen bezahlt man die Lage ein bisschen mit. Aber hier an Sommerabenden draußen oder auf einer der Dachterrassen zu sitzen, das ist schon besonders schön.

Im Wudaoying-Hutong, Altstadtgasse in Peking

Wudaoying-Hutong

Hier wird aber auch gewohnt und es gibt kleine chinesische Nachbarschaftsshops, da hängt dann oft an den Pforten ein „No photo!“-Schild.

Jetzt unmittelbar vor dem Neujahrsfest sieht man überall in der Stadt die rote Neujahrsdeko. Ausnahmsweise aber tatsächlich auch mal in Gold wie hier zu sehen.

Goldene Neujahrsdeko an der Glastür eines Geschäfts im Pekinger Wudaoying-Hutong

Gold statt rot – Neujahrsdeko

Jedesmal, wenn ich hier bin, entdecke ich etwas Neues – und manchmal stelle ich fest, dass etwas anderes weg ist. Diesmal bin ich mir nicht sicher: ist das Katzencafé ganz weg oder macht es nur Neujahrsferien?

Guozijian Straße

Nachdem ich den Wudaoying-Hutong ganz durchquert habe, biege ich links ab und gehe ein Stück die Andingmen Inner Street entlang, eine breite Hauptstraße mit vielen Restaurants und Läden. Würde ich ihr weiter nach Süden folgen, käme ich in Richtung Trommelturm und Verbotene Stadt.

Bushaltestelle mit Helfern in gelben Jacken in der Andingmen Inner Street in Peking

Bushaltestelle

Während der Rush Hours findet man diese Helfer an den Bushaltestellen, die die oft gleichzeitig ankommenden Busse und Fahrgäste effektiv dirigieren.

Kurz hinter dieser Bushaltestelle liegt der Eingang zur Guozijian Straße, ein etwas breiterer Hutong mit nur wenig Autoverkehr. Hier liegt der Konfuziustempel mit der Kaiserlichen Akademie.

Straßenschild: Guozijian Jie in Peking, eingerahmt vom Torbogen

Guozijian Straße

Auf dem Torbogen am Eingang tummeln sich lauter Vögel, die tiefstehende Sonne wirft ein schönes Licht, hier bleibe ich ein bisschen hängen.

Tor am Eingang der Guozijian Jie in Peking

Torbogen Guozijian Jie

In der Guozijian Jie gibt es Torbögen nicht nur am Anfang und Ende der Straße, sondern auch mittendrin – das ist schon besonders. Jetzt zum Neujahrsfest sind sie zusätzlich mit großen roten Glücksknoten geschmückt.

Torbögen und Neujahrsdeko in Pekings Guozijian Straße

Torbögen und Neujahrsdeko

Es gibt so viel zu sehen, zum Beispiel diese kleine Fahrradwerkstatt.

Fahrradwerkstatt im Hutong

Fahrradwerkstatt

Der Konfuziustempel hat gerade geschlossen, nach und nach kommen die letzten Besucher raus.

Passanten am Ausgang des Konfuzius-Tempels

Am Ausgang des Konfuzius-Tempels

Ein paar Schritte weiter ist dann auch schon das Ende der Guozijian Jie erreicht, genau gegenüber vom Eingang des Lama-Tempels kommt man hier raus. Ich biege wieder links ab und folge der Yonghegong-Straße bis fast zur Ecke, wo ich meinen Scooter abgestellt habe und werfe mich ins Getümmel auf den Rückweg. Schön war’s, muss ich bald wiederholen. Mal sehen, in welchen Hutong es mich dann treibt.

Wenn Du Peking schon kennst – hast Du einen Lieblingshutong?

Fotos

 

 

Eigentlich wollte ich heute mit der Fotogruppe in den Lamatempel, vor allem Bilder mit Rauch wollten wir schießen. Uneigentlich klebte dieses Schild am verschlossenen Tor:

Schild an der Pforte des Lamatempels.

Temporär für die Außenwelt geschlossen.

Das ist etwas, was einem in China grundsätzlich immer und überall passieren kann, und jetzt zu Corona-Zeiten erst Recht. Trotzdem ärgerlich, zumal bei dem trüben Wetter sicher schöne, düster-dramatische Tempel-Bilder hätten entstehen können.

Zum Glück gibt es für Fotospaziergänge ja einiges in der Ecke, besonders naheliegend war der Konfuziustempel. Schon von weitem sehe ich: er ist geöffnet. Das teile ich den anderen auch per WeChat mit, parke meinen Scooter und gehe zum Eingang. Dort stellt sich dann leider raus, dass ich für einen Besuch heute spätestens gestern online ein Ticket hätte lösen müssen. Ich könnte ja morgen wiederkommen. Nee, ich brauche ja jetzt ein Alternativprogramm. 

Durch die Hutongs oder in den Ditanpark? Wir einigen uns auf den Park. Hier klappt alles problemlos: Tickets per WeChat-Pay am Schalter kaufen (2 RMB pro Person), Health App am Eingang vorzeigen, Temperatur scannen lassen und rein. Neuerdings könnte man den Eintritt auch einfach mit der Metro-Karte bezahlen, sehr praktisch.

Nach nur wenigen Schritten im Park treffen wir auch schon die erste Tanzgruppe.

Es ist kalt und trüb heute, Luft auch nicht besonders. Trotzdem ist ein bisschen was los.

Die Tauben gehören auch zum Park, irgendjemand füttert immer.

Und manche scheuchen auch.

Um sich selbst mit einem Buch hinzusetzen, ist es viel zu kalt. In ein paar Wochen dann wieder.

In dem kleinen „Wäldchen“  stehen vereinzelt ein paar Männer und trainieren für sich allein: TaiChi oder mit einem langen Speer. Ein bisschen weiter sitzt ein Mann im Pavillon und musiziert.

Zu gucken gibt es an jeder Ecke etwas.

Hinten im Garten wird gesungen. Der große Chor ist nicht da, dafür stehen zwei kleine Grüppchen nicht weit voneinander entfernt. Die einen mit Keyboard und stimmgewaltigem Tenor, der zwischendrin auch mal sehr klare Ansagen macht, die anderen gehen familiärer miteinander um.

Diese Brücke hat es mir ja angetan.

Wir gehen weiter in Richtung Square Water Altar. Der Erdaltar ist lange nicht so beeindruckend wie am gegenüberliegenden Ende der Stadt der Himmelsaltar, die große freie Fläche hat aber etwas – so wie auch die Details auf den Mauern. Für diesen Bereich muss man noch einmal extra Eintritt zahlen – 5 RMB, hier steht kein Metro-Karten-Scanner.

Hier ist auch ein ruhiges Fleckchen, um Gymnastik zu machen.

Und noch einmal innehalten, bevor die Damen weitergehen.

Hier sieht man die Mauern und „Star Gates“, die Altar und Park voneinander abgrenzen.

Hinten vor der Halle stehen links und rechts vom Tor zwei Magnolien.

Allmählich ist uns allen kalt, wir drehen um und gehen zurück zum Ausgang. Dabei kommen wir nochmal an Taubenfütterern vorbei.

Keine Berührungsängste…

Auch wenn das mal wieder anders als geplant war, war es ein schöner Spaziergang.

Ich bin jetzt nur gespannt, ob der Park in den nächsten Tagen wie sonst um diese Zeit fürs Neujahrsfest geschmückt wird – oder ob das wie die Temple Fair den Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen zum Opfer fällt.

Ein traumhafter Sommertag, die Jungs sind mit Online-Unterricht und Hausaufgaben beschäftigt, nichts wie raus. Da sich das Leben und die Corona-Regeln hier ziemlich normalisiert haben, will ich Fotowalks für die Fotogruppe planen. Einen Ort, den die Gruppe in den vergangenen fünf Jahren noch nicht besucht hat und zu dem es mich selbst schon lange hinzieht: Die Residenz von Prinz Gong. Die soll so besonders schön sein, ein bisschen an die Verbotene Stadt erinnern und gleichzeitig mit schönem Garten, Teichen und Flüssen aufwarten. 

Bisher habe ich nur kein Glück gehabt! Entweder es war Montag (und montags sind fast alle Sehenswürdigkeiten geschlossen) oder es wurde gebaut. Prinz Gong und ich – das wird nix.

Es wurde auch länger gebaut als vorgesehen, und ich hab es dann aus den Augen verloren, dann kam Corona, aber heute! Heute versuch ich es. Es ist auch nicht Montag!

Tja.

Alles dicht. Zu. Geschlossen.

Ich spreche ein paar Männer an, die vor dem verschlossenen Tor stehen. Nein, diesen Monat nicht mehr. Nächsten Monat. So ist das halt, zum Glück bin ich ja für länger hier und kann es dann im September wieder versuchen (wenn ich das nicht wieder vergesse…). Der Tag ist auch viel zu schön, um sich darüber zu ärgern, ich fahre dann halt ein Stück um die Residenz herum. 

Rechts hinter der Mauer befindet sich Prinz Gongs Residenz. Aber die Straße ist auch schon ziemlich idyllisch, oder?

Es ist Waschtag. Ach so, deshalb darf man nicht zum Prinzen.

Wäsche vor dem Nebeneingang von Prince Gong’s Mansion.

Ich fahr noch mal am Haupteingang vorbei, aber kein Schild, nichts. Auch die Männer von vorhin sind verschwunden. 

Prince Gong’s Mansion. Geschlossen, wie immer, wenn ich da hinein möchte.

Ich beschließe, dass der Fotogruppenausflug zum Dongyue-Tempel gehen soll. Auch das eine Location, wo die Gruppe in den vergangenen fünf Jahren nicht war. Aber um auf Nummer sicher zu gehen, will ich vorbeifahren und schauen, dass da nicht auch plötzlich Waschtag ist oder Bauarbeiten…

Am Shichahai

Vorher komme ich am Shichahai vorbei. Da muss ich auch unbedingt stoppen. Zuerst sehe ich zwei Arbeitern dabei zu, wie sie Müll rausfischen, der sich im Durchflussgitter Richtung Beihai verfangen hat. Als sie fertig sind, brausen sie los. Hach ja, aufs Wasser wäre jetzt eine feine Sache, aber der Bootsverleih hat geschlossen.

Shichahai

Ich bin an der Ecke vom See, wo sich der Lotosmarkt befindet. Der heißt so, weil…

Lotos. Blütezeit geht zu Ende.

Ist es ein Alien? Ist es verblühter Lotos?

Alt und neu – da kommt noch eine Blüte nach!

Auch verblüht immer noch schick.

Und dann kommt eine dieser Aussichten, wo man total vergisst, dass das hier mitten in der Großstadt ist.

Ist das nicht einfach unheimlich schön hier?

Die Sonne knallt ganz schön vom Himmel, mein Wasser ist alle, hier steht kein Verkaufswagen, die Shops sind geschlossen – ich mach mich auf den Weg zum Dongyue-Tempel.

Der Dongyue-Tempel

Okay, ich bin schon über fünf Jahre in Peking, aber die Stadt ist so riesig und mein Orientierungsvermögen so schlecht – und trotzdem finde ich den Weg ohne einmal aufs Handy zu gucken. Auch ein gutes Gefühl.

Das Ticketbüro ist nach draußen umgezogen. Ja, der Tempel ist geöffnet, keine Bauarbeiten oder Schließzeiten geplant. (Da wo mein Chinesisch nicht ausreicht, hilft die Übersetzungsapp!). Super, dem Fotogruppenausflug hierher steht also nichts im Weg. Wo ich schon mal da bin, will ich aber trotzdem rein.

Einen ersten Code mit WeChat-Pay scannen, um den Eintritt zu bezahlen. Einen zweiten Code mit der Beijing Health App scannen: damit bin ich zum einen registriert (und zwar nicht als Pippi Langstrumpf aus Bullerbü, wie manche weniger nette Menschen das in Deutschland wohl machen) und zum anderen wird mein grüner Code (nicht in Risikogebieten gewesen und wer weiß, was das Ding noch weiß) gesichtet: ich darf hinein.

Oh. Hier findet heute ein Event statt. Ich vermute, es hat mit dem chinesischen Valentinstag, Qixi zu tun. Das wurde hier aber nicht von darbenden Blumenhändlern erfunden, sondern geht auf eine alte Legende (Vom Kuhhirten und der Weberin) zurück.

Vorne am Eingang ist es relativ voll, also gehe ich erst einmal weiter.

Hauptachse

In Wahrheit zieht es mich auch zu den Nischen an den Außenseiten, wo 76 Departements aus dem daoistischen Jenseits dargestellt werden. Damit ich beim Fotogruppenausflug noch was zu tun und hinterher was zu erzählen habe, werde ich mir bis dahin mehr über diese Departements anlesen.

Dies scheint mir ein freundlicher Dämon…

Departement of Mord und Totschlag?

Hmm. Dies ist nicht das Department für unzüchtigen Lebenswandel. Aber welches dann?

Zwischen den vielen Gruselgestalten auch mal was Liebes!

Junger Mann, was haben Sie genommen?

Einerseits typischer Tempel: Ähnlicher Grundriss, rote Hallen mit Säulen und blau-grünen Verzierungen. Aber mehr Schrift – und halt die Department-Nischen (von denen viele übrigens Opferboxen vorne am Zäunchen haben).

Außer den Departments gibt es diese Stelen. Dazu muss ich mir auch noch mehr anlesen, ich glaube, diese hier haben mit den Tierkreiszeichen zu tun – und sie sollen aus der Geschichte der Umgebung erzählen.

Schildkröte! <3 Langlebig, weise… – Und zwei Dachreiter am Boden.

Innenhof. Mit Feuerlöschstation. Und so groß sehen die Dachreiter oben auf dem Dach jetzt gar nicht mehr aus, oder? Sind aber genauso groß wie die beiden goldenen am Boden.

Peking. Tradition und Moderne, Altes und Neues.

Kleine Säulen, große Säulen.

Fast vergessen: Dieser Tempel beherbergt zwar ein Museum (das Folkloremuseum, heute habe ich nur einen Blick auf ein paar sehr alte TCM-Fläschchen geworfen), aber es ein „aktiver“ Tempel. Die Mönche passen auch gut auf, dass man bestimmte Buddhas nicht fotografiert.

Auch im Tempel geht ohne Handy nix.

Noch ein Department. Schlachten? Tier-Opfer? Ich muss mich da echt noch mehr einlesen.

Nun bin ich einmal rundherum durchgegangen. Die Sonne knallt immer noch, ich hab immer noch nichts zu trinken, aber vorne am Tor muss ich mir doch noch diese drei hübschen Tänzerinnen ansehen.

Tänzerinnen beim Event im Tempel.

Ja, das war mein Pekinger Sommertag. Anders als geplant, aber trotzdem schön und voller bleibender Eindrücke. Also schon irgendwie typisch. 

Immer wieder bin ich in der letzten Zeit an einem Tempel mitten in der Stadt vorbeigekommen. Neulich im Didi habe ich beim Vorbeifahren fix auf der Map nachgesehen: aha, das ist der Dongyue Tempel. Und heute habe ich das schöne (wenn auch kalte!) Wetter und die annehmbare Luft genutzt und mich mit meinen Scooter auf den Weg dahin gemacht.

Vorher habe ich ein bisschen gegoogelt: Dongyue Tempel – Tempel des Ostbergs. 1319 erbaut, einer der größten daoistischen Tempel in Nordchina. Ursprünglich erbaut für die Götter der „Gesetzeserzwingung“, entsprechend stolpert man gleich am Eingang über grimmige Generäle, die dafür wohl prädestiniert sind.

General am Eingangstor

In den Höfen westlich und östlich der wie üblich in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptachse – Happiness Road genannt – stehen zahlreiche Stelen. Am Ende des hintersten Hofes befinden sich zweistöckige Gebäude, die das Peking Folklore Museum beheimaten – heute allerdings geschlossen.

In der Haupthalle wurde getrommelt, musiziert und gebetet, Fotografieren nicht erlaubt. Aber zugucken durfte ich.

Ich glaube, dass außer mir maximal zehn weitere Besucher da waren. Mitten in der Stadt und dann so still, immer wieder findet man hier solche Oasen.

Dann habe ich mich gerade dieser Wand  (siehe Foto) genähert, als ich mich ein Wächter ansprach: Woher ich komme? Deutschland. Ah, Déguó hěn hao (Deutschland ist gut.). Ob ich aus dem Westen oder Osten käme? Oha, so differenziert wird fast nie nachgefragt. Und dann sagte er noch was mit nàcuì (Nazis) und shìjiè dàzhàn (Weltkrieg).  Ich hoffe, er hat mich verstanden, dass ich von altem und neuen Nazipack und Kriegen nichts halte. Ich muss mir auf jeden Fall noch mehr passendes Vokabular aneignen, ich fand meine Sprachlosigkeit und Unfähigkeit, mich auf Chinesisch richtig ausdrücken zu können, selten so furchtbar wie in diesem Moment. Aber ich glaube, unterm Strich ist das Richtige rübergekommen, lächelnd hat er mir die Mühlsteine gezeigt und auch noch eine der von mir so geliebten Schildkrötenfiguren.

Mühlsteine?

 

Eine Gottheit für jeden Zweck!

An den übrigen äußeren Gebäuden befinden sich unzählige Nischen mit Göttern für fast jeden Zweck. Die Darstellungen sind bemerkenswert, ich konnte mich kaum satt sehen. Auch wenn es Replicas sind – die Originale wurden während der Kulturrevolution zerstört/entwendet – bin ich fasziniert davon, wie sehr die alten Darstellungen modernen Comicfiguren gleichen.

Tierische Gottheiten?

Hab ich erwähnt, dass die Figuren wirklich krass sind?

Teufel auch!

Um die Ecke des Tempels liegt das Chaoyang Hospital. Hier wurden kürzlich die beiden Pestkranken aus der Mongolei behandelt. Wie praktisch, dass man hier im Tempel einer passenden Gottheit opfern konnte!

Nische mit Anti-Pest-Gottheit

Habe ich erwähnt, dass die Figuren wirklich, wirklich krass sind? Hier die Nische mit den Gottheiten der Bestrafung!

Punishment!

Nach fast zwei Stunden ist mir doch zu kalt geworden – und ich musste mich noch auf den Scooter schwingen und eine knappe halbe Stunde nach Hause düsen. Trotz Scooter-Decke bin ich fast erfroren. Da hat tatsächlich die Kälte den Spaß am Scooterfahren etwas gedämpft. Künftig also noch wärmer einpacken. Und ich verstehe jetzt, warum soviel Werbung für Scooter-Griff-Heizungen gemacht wird – hätte ich vorhin gerne gehabt.

Auf jeden Fall gibt es im Dongyue Tempel noch viel mehr zu gucken, nicht nur das Folklore-Museum. Ende Januar, zu Chinesisch Neujahr, wird hier eine Temple Fair stattfinden – gute Gelegenheit, um noch einmal hinzugehen. Und dann wieder im späten Frühling. Hauptsache, nicht mehr so kalt.

Fotos

Mitten in Peking liegen zwei wunderschöne Parks mit großartigen Aussichten: der Beihai-Park und der Jingshan-Park – beide gleich gegenüber bzw. schräg gegenüber auf der Nordseite der Verbotenen Stadt. Mein ältester Sohn ist gerade zu Besuch, und zusammen nutzen wir das schöne Winterwetter, um uns beide Parks anzusehen. Zuerst wollen auf den Kohlehügel im Jingshan-Park steigen und die Aussicht auf die Verbotenen Stadt genießen, anschließend wollen wir in den Beihai-Park gehen.

Jingshan-Park und Kohlehügel

Wir betreten den Park durch den Osteingang und gehen zielstrebig Richtung Kohlehügel. Stellenweise liegen noch Schneereste, die sind von dem in Peking seltenen Schneefall vor zwei Wochen noch übrig geblieben. Es zieht uns direkt ganz nach oben zum Wanchun Pavillon. Hier hat man einen tollen Überblick über die Verbotene Stadt.

Verbotene Stadt bei schönem Winterwetter vom Kohlehügel aus

Verbotene Stadt vom Kohlehügel aus

Aber auch in alle übrigen Himmelsrichtungen hat man eine großartige Sicht. Nach Westen zum Central Business District:

Pekings CBD vom Kohlehügel aus gesehen.

Blick auf Pekings CBD vom Kohlehügel aus

Nach Norden blickt man entlang der Nord-Süd-Achse Pekings, sieht den Trommelturm (der den dahinterliegenden Glockenturm verdeckt) und weiter im Norden das Olympiagelände. Auch eine Ecke vom Vogelnest kann man sehen.

Blick nach Norden vom Kohlehügel: Trommelturm und Olympiagelände

Blick nach Norden vom Kohlehügel: Trommelturm und Olympiagelände

Schaut man nach Westen, sieht man in der Nähe die Weiße Pagode im Beihai-Park und in der Ferne die Westberge.

Blick nach Westen vom Kohlehügel aus: Weiße Pagode und Westberge im Dunst

Blick nach Westen vom Kohlehügel aus: Weiße Pagode und Westberge im Dunst

Nachdem wir uns – vorläufig – sattgesehen haben, laufen wir erst eine Treppe runter und landen am Haupteingang des Jingshan-Parks, gehen dann weiter zum Westausgang. Hier fallen zahlreiche Kakibäume ins Auge, an denen noch viele Früchte hängen.

Beihai-Park, Jadeblumeninsel, White Dagoba und Yong’an-Tempel

Den Beihai-Park betreten wir durch den Osteingang. Hier befindet sich auch direkt eine der Brücken auf die Jadeblumeninsel, auf der ganz oben auf dem Hügel die Weiße Pagode steht. 

Auch wenn man am Horiziont schon wieder Smog heranrollen sieht, beim Blick nach oben ist der Himmelt leuchtend blau – da sieht die Pagode nochmal so schön aus.

Weiße Pagode, blauer Himmel

Weiße Pagode, blauer Himmel

In die Pagode kann man nicht hinein, aber man kann sie umrunden und hat auch hier wieder tolle Blicke in alle vier Himmelsrichtungen.

Blick von der Jadeblumeninsel: Wanchun Pavillon im Jingshan Park, dahinter das höchste Gebäude Pekings, der Zhongguo Zun

Blick von der Jadeblumeninsel: Wanchun Pavillon im Jingshan Park, dahinter das höchste Gebäude Pekings, der Zhongguo Zun

Schließlich steigen wir eine steile Treppe hinunter zum Yong’an-Tempel, in dem sich ein paar Buddhas vergnügen…

Buddha-Darstellung im Yong’an-Tempel

Buddha-Darstellung im Yong’an-Tempel

Mit einem Blick zurück auf die Jadeblumeninsel verlassen wir schließlich den Park.

Blick auf die Jadeblumeninsel und die Weiße Pagode

Blick auf die Jadeblumeninsel und die Weiße Pagode

Fotos

 

 

 

Für den Ausflug zum Shaolin-Kloster (bei Dengfeng am Berg Songshan) habe ich mir wieder über das Hotel einen Fahrer vermitteln lassen. Die Fahrt geht durch das überschaubar große Luoyang. Vorbei an vielen, typischen braunen Schildern, die auf Sehenswürdigkeiten hinweisen: Museen, Tempel, noch mehr Tempel…

Dann lassen wir die Stadt hinter uns, es geht durch schier endlose Maisfelder. Die Gegend ist flach, noch sind wir im breiten Tal des Gelben Flusses. Irgendwann ersetzen Pflaumenbäume die Maisfelder und endlich tauchen aus dem Dunst am Horizont die ersten Berge auf. Wir biegen auf eine schmalere Landstraße ein, kommen noch durch einen leicht verlassen wirkenden Ort. Dann windet sich die Straße den Berg hinauf. Auf einem der Berge ist ein Tempel zu sehen, und meine Aufregung wächst.

Ich hab eigentlich keinen großen Bezug zu den Shaolin oder Kungfu. Vor einer Ewigkeit habe ich mal ein bisschen ins Taekwondo hineingeschnuppert, das ist noch das, was dem Kungfu am nächsten kommt (ich höre den Aufschrei der Kenner! ;) ). Ich habe mitbekommen, wie Bekannte zu Kungfu-Workshops gefahren sind, und ich habe die großartige Kungfu-Show im Pekinger Red Theatre besucht. Und natürlich habe ich mit den Jungs Kungfu-Panda gesehen. Trotz dieser geballten Masse an „Nicht-Wissen“ erwarte ich etwas Besonderes, vielleicht ein wenig Mystisches.

Erster Eindruck: groß, größer, China!

Dann wird die Straße breiter, Parkplätze sind ausgeschildert, der Fahrer lässt mich raus und sagt, ich soll mich über WeChat melden, wenn ich zurückfahren möchte, dann holt er mich an der gleichen Stelle wieder ab.

Statue vor dem Shaolin-Kloster

Der Eingangsbereich ist nicht so gigantisch wie z.B. bei der Terrakotta-Armee, aber dennoch China-typisch überdimensioniert. Klar, es muss ja auch dem großen Ansturm während der Golden Week standhalten. Eine große, hässliche Statue eines Shaolin überragt den Eingangsbereich – dies hätte mich eigentlich vorwarnen sollen (seltsam, auf dem Foto sieht das nun gar nicht mehr so scheußlich aus, wie ich es vor Ort empfunden habe!).

In welchem der vielen Gebäude verbirgt sich nun das Ticket-Center?

Shaolin-Kloster

Eingangsbereich Shaolinkloster

Schließlich finde ich es und gehe dann durch den Sicherheitscheck und ein großes Tor. Vor mir liegt eine breite Promenade, wohin nun? Ich gehe ein Stück, werde von einem fiesen Hustenanfall durchgeschüttelt und beschließe, einen der Elektrobusse zu nehmen, um einen ersten Eindruck zu bekommen und mich dabei etwas zu erholen.

Aber dann fährt der Bus am Shaolin-Tempel vorbei, und mich hält es dann doch nicht mehr. Ich steige aus und laufe zurück. Vor dem Tempel ist ein großer Platz, aus einer Lautsprecheranlage dröhnt Musik, dazu singt eine Gruppe von etwa 100 fähnchenschwingenden Menschen die chinesische Nationalhymne. Und nochmal. Nochmal! Und nochmal. So richtig begeistert wirken sie alle nicht. Ja, es ist halt kurz vor dem Nationalfeiertag!

Das alte Tempelgebäude

Ein paar Stufen hoch, noch eine Ticketkontrolle, dann betrete ich das Tempelgelände. Im ersten Gebäude sind nicht die üblichen vier Himmelskönige zu sehen, sondern vier Shaolinmönche in verschiedenen Posen.

Kein Himmelskönig…

… sondern Shaolinmönch!

Ansonsten bleibt mir vor allem eines im Gedächtnis: Es ist voll.

Die Gebäude sehen zu einem großen Teil neu aus. Neu, nicht nur frisch renoviert. Nahe der alten Hauptstadt Luoyang gelegen, war das Kloster in Wahrheit nicht der mystifizierte friedliche Ort, sondern oft umkämpft. Die große Halle ist 1928 abgebrannt. Ein Großteil der Gebäude wurde 2004 wieder/neu errichtet.

voll hier!

Ich lasse mich mit dem Strom weiter bergauf treiben, halte mich dann rechts und da ist dann endlich doch ein altes Gebäude. Abblätternde Farbe, gammelndes Holz, schief hängende Fenster. Gefällt mir besser als die „hübschen“, adretten anderen Gebäude.

schöner, oder?

Ja, und sonst? Es ist halt ein Tempel wie viele andere, nett in den Bergen gelegen. Über die Geschichte erfährt man praktisch nichts, obwohl in der ganzen Shaolin Scenic Area viele, viele Schilder verteilt sind. Einige wenige Mönche achten darauf, dass in den Hallen nicht fotografiert wird oder geben Räucherstäbchen aus. Ich beobachte zwei Frauen, vermutlich Mutter und Tocher, die auf mich wirken, als wären sie beim Speeddating mit den vielen Buddhas. Routiniert brennen sie ihre Räucherstäbchen ab, verbeugen sich in alle vier Himmelsrichtungen und hetzen weiter zum nächsten Buddha.

Und plötzlich Ruhe…

Ich hingegen lasse mir Zeit, und tatsächlich verschwinden die Touristengruppen. Auf einmal bin ich fast alleine und dann wirkt der Tempel plötzlich ganz anders. Für einen Moment rückt die Vergangenheit näher, wird spürbarer – bis mich ein lärmender Guide mit Megaphon in die Gegenwart zurückholt. Langsam gehe ich weiter, achte jetzt auf Details, die mir beim Hinweg entgangen sind.

Viele bemerkenswerte Details

Talin – Der Pagodenwald

Wieder auf der breiten Promenade gehe ich weiter zum „Talin“, dem Pagodenwald. Bis zu 1500 Jahre alte Pagoden, der größte Pagodenwald in ganz China. Und er überrascht mich, denn hier finde ich am ehesten das, was ich vom eigentlichen Tempel erwartet hätte. Der Pagodenwald ist ein Friedhof, die Pagoden beherbergen die Überreste verstorbener Mönche beziehungsweise sollen an diese erinnern. Die Atmosphäre erinnert dementsprechend auch an einen westlichen Friedhof. Obwohl immer wieder Touristengruppen einen Blick auf die Pagoden werfen, ein Bild knipsen und weiterziehen, ist es hier doch deutlich ruhiger, friedlicher.

Pagodenwald (Talin) im Shaolinkloster

Kungfu Show oder: Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen, bitte.

Die blöde Erkältung bremst mich wirklich aus, ich brauche schon wieder eine Pause. Ich stoppe an einer Imbissbude und esse ein paar Nudeln. Dann wird es Zeit: die Kungfu-Show wartet. Ich bin so gespannt – die Show in Peking hat mir schon so gut gefallen, dann wird das hier bei den Shaolin bestimmt großartig werden!

Erneute Ticketkontrolle, Schlange stehen. Der Theaterbau ist, hmm, nennen wir es mal funktional. Hat man so nicht in den 80ern in Hamburg gebaut? Die Ränge füllen sich bis auf den letzten Platz, dann betritt ein Showmaster die Bühne. Auf den Bildschirmen links und rechts gibt es leider keine Englische Übersetzung, wie ich das von Shows aus Peking kenne. Zwei Teenager im orangefarbenen Mönchsgewand betreten die Bühne, tragen einen Tisch nach vorne, ein älterer Mann erscheint – und pinselt ein paar Schriftzeichen, während der Showmaster immer weiterredet. Der Künstler ist fertig, die Jungs nehmen das Papier und zeigen es dem Auditorium, das begeistert klatscht. Die Kalligraphie wird zusammengerollt und verpackt und verkauft.

Ich glaube, mir sind die Gesichtszüge entgleist – das hatte etwas von Butterfahrt. Vielleicht bin ich aber auch nur eine ungebildete, uninformierte Kunstbanausin? Das geht so zwanzig Minuten weiter, ich bekomme davon nicht mehr so viel mit, weil mich wieder ein fieser Husten schüttelt und mein Kreislauf anfängt rumzuzicken. Zum Glück ist es so laut, dass mein Bellen im Lärm der Menge untergeht. Endlich verbeugt sich der Kalligraph, die Teenager im Mönchskostüm tragen den Tisch von der Bühne, und es beginnt der nächste Teil.

Vier Darsteller der Shaolin-Show

Shaolin-Show

Eine Gruppe von Kindern (!) und Jugendlichen (wie oft die wohl auftreten müssen?) betritt die Bühne und zeigt ein wenig Formations-Kungfu. Ja, es sieht leichter aus, als es ist. Wirkt auf mich trotzdem wie eine Gymnastikstunde. Dass es wirklich nicht so einfach ist, wird dann noch eindrücklich demonstriert: Drei Freiwillige aus dem Publikum sollen nachmachen, was ihnen vorgemacht wird – und scheitern bemerkenswert. Okay, ist halt kein Jet Li Film, sondern echte Körperbeherrschung, die nicht durch filmische Möglichkeiten dramatisiert wird. Es folgen drei, vier weitere Nummern, keine davon so ein cooler, dramatischer Showkampf, auf den ich insgeheim gehofft hatte.

Zwischendrin will der Showmaster nochmal etwas verkaufen: DVDs. Auch die gehen weg wie warme Semmeln, äh, frische Jiaozi. Der Showmaster verbeugt sich, und zack, das war’s. Definitiv nicht das, was ich erwartet habe.

Kommerz

Das Publikum wird auf einer Seite der Halle herausgeschleust – und findet sich in einem Shop wieder. Es gibt keinen direkten, kurzen Weg zum Ausgang, es bleibt mir nichts anderes übrig, als der Slalomstrecke zwischen den Verkaufsständen zu folgen.

Völlig fassungslos bin ich, als ich lauter Daunenmäntel entdecke: die kann man sich für 300 RMB (!) ausleihen – um die IceWorld zu betreten. Mitten im Shaolinkloster eine IceWorld? Oh Mann, ich glaube ich bin in China…

An einem Verkaufsstand lasse ich mir einen superdupereinzigartigen Kräuterklumpen aufdrängen: spezielle Kräuter, die es nur hier so gibt! Super gegen Erkältung! – Das war das Widerlichste, was ich in meiner ganzen Chinazeit je gekostet habe, geholfen hat’s auch nicht, nur zusätzliche Übelkeit beschworen. 

Mein zickender Kreislauf schreit nach Kaffee, erstaunlicherweise gibt es hier keinen Starbucks (was mich wirklich nicht mehr hätte überraschen können), aber immerhin bekomme ich einen überteuerten Instantkaffee…

Allmählich wird es Zeit, nach Luoyang zurückzufahren. Kurz vor dem Treffpunkt, aber schon außerhalb der „scenic area“ merke ich, dass mein Handy keinen Saft mehr hat. Oh, und nun? Verschollen bei den Shaolin? Zu Fuß zurück nach Luoyang? Ich erinnere mich, auf dem Hinweg ein Toilettenschild gesehen zu haben – und finde das Klohäuschen auch – inklusive Steckdose. Die Wartezeit bis das Telefon wieder funktioniert, wird mir durch zwei Chinesinnen vertrieben, die sich vor dem Spiegel umziehen, praktische Reisekleidung gegen schickes Ausgeh-Outfit austauschen. Ganz selbstverständlich und ohne Scham werfen die beiden sich in Schale. Ich glätte ein bisschen mit den Fingern meine verstrubbelten Zotteln, bewundere meine rote Schnupfnase, ziehe eine Grimasse, woraufhin die beiden fast zusammenbrechen vor Lachen. Das Handy hat wieder Saft, ich erreiche den Fahrer und sitze wenig später im Auto und fahre nach Luoyang zurück.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe – das jedenfalls nicht: Kitsch und Kommerz. Andererseits denke ich, dass mich das im fünften Jahr in China eigentlich nicht mehr so überraschen sollte!
Sollte ich noch einmal in die Gegend kommen, bin ich hoffentlich nicht krank – und dann würde ich mir deutlich mehr Zeit nehmen, um auch die abgelegeneren Tempel in der Scenic Area zu erkunden. Das Gelände ist wirklich riesig, ich würde bei einem erneuten Besuch die komplette Öffnungszeit ausnutzen (8-17:30, Oktober-März 8-17 Uhr).

Fotos!

Fotos vom Schilderwald

Ich bin in den letzten Jahren beim Stöbern, was ich mir in Peking wohl noch anschauen könnte, immer wieder über den Fünf-Pagoden-Tempel gestolpert. Heute war es dann endlich soweit: ich habe für die Fotogruppe vor Ort nachgeschaut, ob der Tempel derzeit geöffnet ist (meine vergeblichen Versuche, mich mit Prinz Gong zu treffen haben ihre Spuren hinterlassen). Auch Bauarbeiten, Verpackungensaktionen usw. wären für einen Fotogruppen-Ausflug hinderlich.

Wuta Si? Zhengjue Tempel?

Man findet den Ort heute unter verschiedenen Namen, was sich durch die Geschichte erklärt: Der Zhengjue Tempel („Temple of the Great Righteous Awakening“) war ein buddhistischer Tempel aus der Ming-Dynastie, 1473 erbaut. Zerstört wurde er 1860 während des Zweiten Opium-Krieges und 1900 während des Boxer-Aufstands. Übrig blieb nur die steinerne Pagode in der Mitte: Die Diamantthronpagode.

Wuta Si bedeutet übersetzt: Fünf Pagoden Tempel.

Heute befindet sich rund um die Diamantthronpagode Pekings Steinmetzmuseum: Beijing Stone Carvings Art Museum.

Leicht zu finden

Ich bin bequem mit einem Didi zum Tempel gefahren. Das vorletzte Stück geht es erst durch einen Hutong, indem gerade gebaut wird, und ich habe schon gefürchtet, dass das auch den Tempel betrifft. Das letzte Stück geht es aber dann aber idyllisch unter Weiden am Nanchang River entlang. An einer Fußgängerbrücke steige ich aus. Auf der anderen Seite ist der Nordeingang des Zoos, auf meiner Seite ist der Museumseingang. Auch hier denke ich wieder, oh nein, Bauarbeiten – aber es sind zum Glück nur Baumpflegearbeiten. Das wird bis zum Fotogruppenausflug abgeschlossen sein.

Ich zahle, passiere den Sicherheitscheck und steuere dann direkt auf die Diamantthronpagode zu.

 

Wow! Ja, es ist halt doch ein Unterschied, ob man so etwas auf Bildern oder tatsächlich sieht!

In der Pagode selbst ist Fotografieren verboten, bis auf zwei Buddhas gibt es auch nur Infotafeln und wenig vom Gebäude selbst zu sehen. Die Türme kann man nicht erklimmen. Ich spaziere über das Gelände, blicke in die Ausstellungshallen – ja, hier gibt es mehr als genug tolle Motive für die Fotogruppe. Die Bedingungen heute sind perfekt, ich habe gerade richtig Glück mit dem Wetter: blauer Himmel mit ein paar Wölkchen, gute Luft und gute Sicht.

Ich freue mich jedenfalls, nächsten Monat wieder hierherzukommen, dann auch mit Weitwinkel- und Teleobjektiv im Rucksack.

Fotos

Info

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Wuta Si

Der Fünf-Pagoden-Tempel in Peking (Pin)

 

Es gibt ein paar Orte in Peking, die mein Herz noch immer höher schlagen lassen. Der Himmelstempel gehört auf jeden Fall dazu – und zu den Peking-Highlights, die man nicht versäumen sollte. Das runde, geradezu ikonische Gebäude (die Halle der Ernte) steht nicht nur für Peking, sondern auch für das Kaiserliche China wie nur wenige andere Sehenswürdigkeiten.

Himmelstempel – Himmelsaltar

Bei den Namen geht es schon ein bisschen durcheinander. Wenn ich vom Himmelstempel spreche, meine ich eigentlich den Himmelstempelpark, in dem sich die alten Tempelgebäude befinden. Auf Chinesisch heißt es  auf den Wegweisern nur 天坛 – Tiāntán, was meist mit „Himmelstempel/Temple of Heaven“ übersetzt wird. Die Silbe „tán“ bedeutet „Altar“, es heißt also eigentlich „Himmelsaltar“. Das besagte runde Gebäude ist bekannt als „Halle der Ernte“, „Halle der Ernteopfer“, auf Englisch „Hall of Prayer for the Good Harvest“. 

Genug der Wortklaubereien, wir betreten den Himmelstempel am Osttor. Von hier aus geht es immer geradeaus direkt auf die Halle der Ernte zu. Rechts von dem breiten Weg befindet sich die „Göttliche Küche“, wo für die Opferzeremonie die Opfergaben vorbereitet wurden. Wir können nur einen kurzen Blick durchs Tor hinein werfen, denn ich habe meinen Pass nicht dabei. 

The Long Corridor

The long corridor im Himmelstempel, Peking

The long corridor

Wir gehen also weiter durch den Langen Korridor. Hier sitzen wie immer viele Pekinger und spielen, lachen, reden. Heute spielen fast alle Karten. Ob das chinesische Schach aus der Mode gekommen ist?

Heute sind viele Schulklassen unterwegs, überall sitzen Kinder auf dem Boden und füllen Fragebögen aus und zeichnen.

Die Halle der Ernte

Die ikonische Halle der Ernte im Himmelstempel

Halle der Ernte

Wir gehen ein paar Stufen hinauf, durch ein Tor, wo die Eintrittskarten kontrolliert werden. Und dann: Wow!  Auch jetzt, beim 6. oder 7. Besuch bin ich wieder total beeindruckt: Der erste unverstellte Blick auf die Halle der Ernte. Erbaut 1420 von Kaiser Yongle, abgebrannt 1889 nach einem Blitzeinschlag und im Jahr darauf wieder errichtet. Kaiser Yongle – geboren als Zhu Di – hat Chinas Hauptstadt nach Peking verlegt und dort die Verbotene Stadt errichtet.

Die Halle ist 38 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 30 Metern. Jedes einzelne Detail an dem Bau hat seine symbolische Bedeutung, angefangen von den drei Marmorebenen, das dreifache Dach. Hineingehen kann man nicht, sondern nur einen Blick hineinwerfen: Vier große Säulen für die Jahreszeiten, 12 Säulen, die die Monate repräsentieren, weitere 12 Säulen, die für die Doppelstunden des Tages stehen. Die blauen Dachziegel symbolisieren den Himmel.

In der einen Halle an der Seite befindet sich eine Ausstellung über den Bau der Anlage mit vielen Zeichnungen, Fotos und Modellen. Ebenfalls wird hier von den Zerstörungen durch den Brand nach dem Blitzeinschlag 1889 und während des Opiumkrieges und des Boxeraufstands und vor allem dem Verfall nach 1911 – dem Untergang des Kaiserreiches – und den anschließenden Wiederaufbauarbeiten berichtet. 1998 wurde die Anlage zum Weltkulturerbe erklärt.

In der gegenüberliegenden Halle wird das Ritual des Ernteopfers Schritt für Schritt mit vielen Bildern erklärt. Manko beider Ausstellungen: Die Erklärungen sind überwiegend nur in Chinesisch, nur die Überschriften und ein paar kurze Texte sind auf Englisch. Es reicht aber trotzdem, um einen guten Überblick zu gewinnen. (Im Bild oben sind die beiden Hallen links von der Halle der Ernteopfer, zu sehen ist nur die Halle mit der Ausstellung über das Opferritual.)

The Seventy Year Old Door

70-year-old-door im Himmelstempel

70-year-old-door

Einer meiner Lieblingsplätze im Himmelstempel ist die 70-Year-Old-Door. Diese Tür hat Kaiser Qianlong 1781 einbauen lassen , als er älter wurde und seine Kräfte für den langen, rituellen Weg (barfuss!) und im vollen Ornat nicht mehr reichten. Er verfügte, dass nur über Siebzigjährige Kaiser durch diese Tür gehen dürften – er blieb der einzige Kaiser, der die Abkürzung nehmen konnte, keiner seiner Nachfolger erreichte das Alter.Wir umrunden die Halle der Ernte und stellen dabei fest, dass die Sicht auf den CBD immer schlechter wird, die Türme sind nur noch als Schatten im Smog zu erkennen. Bei guten Luftwerten ist die Aussicht ziemlich cool, nicht nur auf den CBD, sondern auch auf das Riesenrad im Happy Valley.

Echomauer und Halle des Himmelsgewölbes

Echomauer und Halle des Himmelsgewölbes im Pekinger Himmelstempel

Echomauer und Halle des Himmelsgewölbes

Wir gehen auf der langen Nord-Süd-Achse (auch die Wege im Park haben ihre Symbolik) in Richtung Echomauer, hinter der die Halle des Himmelsgewölbes steht. Die Echomauer, absolut glatt und exakt kreisförmig – ein Flüstergewölbe – können wir nicht austesten, dazu ist der Lärmpegel insgesamt viel zu hoch.

Wir werfen nur einen kurzen Blick in die Halle des Himmelsgewölbes. Auch wieder ein rundes Gebäude, wenn auch etwas kleiner als die Halle der Ernte.

Circular Mound Altar

Circular Mound Altar im Himmelstempel

Circular Mound Altar

Früher hab ich gedacht, das wäre der „Mondaltar“ – ups! Denn der ist im Westen der Verbotenen Stadt im Yuetan-Park. (Das ist die perfekte Symbolik und Symmetrie hier in Peking: Himmelsaltar im Süden, Erdaltar im Norden, Mondaltar im Westen und Sonnenaltar im Osten der Verbotenen Stadt.

Immerhin, rund ist dieser Altar auch. Und hier ist die Anlage ebenfalls wieder von Symbolen durchdrungen: Der Durchmesser der Ebenen und die Zahl der verlegten Bodenplatten: alles Vielfache von Neun – die Neun symbolisiert den Kaiser.

Wenn man auf dem runden Stein in der Mitte steht, soll die eigene Stimme besonders voll klingen und gut zu hören sein. Das probiert allerdings keiner aus, auch wenn sich fast jeder kurz in die Mitte stellt: fürs Foto posieren ist wichtiger. ;)

Von hier oben kann man übrigens gut sehen, dass die einzelnen Tempelabschnitte sowohl von runden als auch von eckigen Mauern umgeben sind. Das Runde steht für den Himmel, das Eckige für die Erde.

Wir haben heute leider keine Zeit mehr, um noch durch den riesigen Park zu schlendern und spielenden, tanzenden oder musizierenden Gruppe zuzuschauen. Allerdings ist die Luft inzwischen auch wieder so mies, dass es uns mit dem draußen sein für heute sowieso reicht. Wir verlassen den Park dann durch den Südausgang. 

Tipps

Wenn man einen Tagesausflug machen möchte, würde ich Himmelstempel und Pearlmarkt kombinieren und abends dann noch ins Red Theatre zur Kungfu-Show gehen. Dazu am Südeingang des Himmelstempels starten, sich Zeit für den Himmelstempel (samt Park) nehmen. Am Ende den Ostausgang nehmen, dort über die Straßenbrücke gehen und den Pearlmarket besuchen. Essen kann man entweder im Foodcourt im Untergeschoss des Pearlmarkts oder gegenüber von der Nordseite des Pearlmarktes im „Brown Door“. (Siehe hier beim 4. Ausflugsvorschlag)

Einen großartigen Überblick über den Himmelstempelpark, bei gutem Wetter bis hin zur Verbotenen Stadt, hat man von der Dachterasse des Pearlmarktes (an den Toiletten im 5. Stock vorbei gehen, die Tür verbirgt sich manchmal hinter einem Kälte- oder Insektenschutz, ist aber offen.

Fotos

Informationen

Himmelstempel-Pin

Pin mich!

Hinkommen:
Mit dem Taxi zum Ost-, Nord- oder Südeingang. Oder mit der Metro: Mit der Linie 5 bis Tiantandongmen (Osteingang)

Eintritt:
Es empfiehlt sich das „Through-Ticket“ zu nehmen, Nebensaison 28 RMB, Hauptsaison 34 RMB, darin sind die Eintritte für die Halle der Ernte, den Circular Mound Altar und die Echomauer samt Himmelsgewölbe enthalten. Um die „Divine Kitchen“ besichtigen zu können, muss man seinen Pass vorzeigen, Extra-Eintritt wird nicht verlangt.

Öffnungszeiten:
Der Park ist von 6-21 Uhr geöffnet, Einlass in die Gebäude von 9-16:30 Uhr.

Zum Weiterlesen: 
Geschichte und Details zum Himmelstempel, Himmelstempel, travelchinaguide.com (Englisch)

Was sind Pekings TOP 10? Diese Frage wird uns immer wieder gestellt, nach beinah sieben Jahren Leben in Peking haben wir es ja schon recht gut kennengelernt – auch wenn wir immer wieder Neues entdecken und die Stadt sich laufend ändert. Da wir viel Besuch bekommen (aktuell während der Pandemie leider nicht), sind wir immer wieder auch als Reiseführer aktiv. Ich versuche, einen Mix zu zeigen aus kaiserlichem und modernem Peking, ein bisschen Kultur darf nicht fehlen und auch das grüne Peking. Im Laufe der Zeit haben sich dabei fünf  „Ausflugspakete“ entwickelt, die an fünf – anstrengenden – Tagen schaffbar sind. Das Programm lässt sich bei weniger Zeit straffen und kürzen oder bei mehr Zeit entzerren. Wer abends noch fit ist: Ausgehen z.B. in Sanlitun oder am Houhai, eine Varieté-Show im Laoshe-Teehaus oder eine Kung Fu-Show… Jedenfalls sind in diesen 5 Tagen Pekings TOP 10 enthalten – und ein bisschen mehr!

1. Die Große Mauer und modernes Peking/CBD

Kontrastprogramm! Der Mauerausflug kann fast den ganzen Tag in Anspruch nehmen, nachmittags/abends geht es dann in Richtung CBD. Besonders „The Place“ wirkt im Dunkeln richtig toll. Tipp für das Abendessen: Haidilao HotPot im New China World. Hier helfen Roboter beim Servieren/Aufräumen, bestellt wird über Tablets (Bilder und engl. Übersetzung).

Die Mauer!

Die Große Mauer

Die Große Mauer

Für mich ist und bleibt das ein, wenn nicht DAS Highlight hier. Weltkulturerbe! Eines der „neuen sieben Weltwunder“! Es ist ja nicht nur die Bedeutung der Mauer an sich, sondern zusätzlich kommt man bei Mauer-Ausflügen auch mal raus aus der Stadt. Nach wie vor fahre ich gerne nach Mutianyu (nicht nur, weil es von uns aus der nächstgelegene Abschnitt ist). Das ist (bis auf wenige steile Treppenabschnitte) auch für Fußkranke und Menschen mit Höhenangst (bedingt) geeignet, eher ein Spaziergang als eine Wanderung. Obendrein kann man mit Sessellift oder Seilbahn abkürzen. Und natürlich macht es auch Riesenspass, mit der Sommerrodelbahn zurück ins Tal zu sausen.

Wer fitter ist und auch querfeldein klar kommt, der kann auf eigene Faust von zwischen Jinshanling und Simatai wandern oder von z.B. Jiankou nach Mutianyu – und es gibt noch viel mehr Möglichkeiten. Wer sich auf eigene Faust nicht traut, könnte sich z.B. den Beijing Hikers anschließen.

Wer weniger Zeit hat, sollte es mit Badaling versuchen, auch wenn es wohl der touristischste Mauerabschnitt ist. Aber auch hier verläuft es sich, sobald man ein bisschen weiter geht. Man kommt eben auch schneller vom Zentrum aus hin. Inzwischen gibt es einen Schnellzug, der vom Pekinger Nordbahnhof in etwa einer halben Stunde in Badaling ankommt. Von der Station sind es nur drei Minuten Fußweg bis zur Seilbahn.

Modernes Peking – CBD

CBD

CBD

The Place

The Place

Kontrastprogramm dann abends:

Es geht in den den CBD –  Central Business District. Ausgangspunkt Metrostation Jintaixizhao. Hier gehen mir immer wieder die Augen über, wenn ich den Kopf in den Nacken lege und an den Hochhäusern hinaufschaue.

Natürlich, anderswo gibt es mehr und höhere Skyscraper, aber der neue Zhongguo Zun – Pekings höchstes Gebäude – und das nicht mehr ganz so neue CCTV-Headquarter „Lange Unterhose“ sind (nicht nur hier in Peking) schon besondere Hingucker.

Beides kann man auch gut von der Terrasse des Blue Frog (Guomao) oder Migas Mercado schräg gegenüber sehen – oder solange die Aussichtsplattform des Zhongguo Zun noch nicht eröffnet ist, vermutlich in diesem Frühjahr irgendwann – auf einen Drink in die Atmosphere Bar.

Von hier geht es weiter in Richtung „The Place“ mit dem „größten Fernseher der Welt“ (und später noch auf einen Drink nach Sanlitun).

2. Verbotene Stadt, Tiananmen und Qianmen Street

Das Herz von Peking.

Achtung: Pass mitnehmen! Ohne kommt man nicht durch die Sicherheitskontrollen am Tian’anmen, und man benötigt ihn für den Eintritt in die Verbotene Stadt.

Verbotene Stadt

Zugang zur Verbotenen Stadt

Irgendwas mit Licht und Tunnel – Zugang zur Verbotenen Stadt

Es geht also los mit der Verbotenen Stadt. Entweder man fährt mit der Metro bis zur Haltestelle Tian’anmen East – oder nimmt ein Taxi/Didi und fährt über die eindrucksvolle Chang’an, die große Prachtstraße, hierher. Aussteigen muss man allerdings in einer Seitenstraße: rund um den Platz ist überall absolutes Halteverbot.

Durch die Verbotenen Stadt kann man in 20 Minuten (wie jemand, den ich sehr gut kenne…) durchhetzen, andere könnten sich tagelang hier aufhalten. Ich würde mindestens zwei Stunden ansetzen und das tatsächliche Ende offen lassen. Es geht los am Haupteingang am Tian’anmen, und bei diesem Ausflug geht es hier auch wieder raus. (Alternativprogramm: Nordausgang benutzen und in den Jingshan-Park gehen und sich dort die Verbotene Stadt von oben vom Kohlehügel aus ansehen, und dann vielleicht noch weiter zum Beihai-Park mit der Weißen Pagode. Qianmen dann weglassen oder viel Zeit und Energie haben!)

 Tipp! Zur Einstimmung kurz vorher den Film Der letzte Kaiser schauen.

Tian’anmen

Tian'anmen

Tian’anmen

Bei dieser Tour geht es aber durch den Hauptausgang auf den Tian’anmen, den Platz des Himmlischen Friedens, um den einmal in seiner ganzen Gewalt und Größe wahrzunehmen.

Auf direktem Weg ist das eine Viertelstunde, aber es muss Zeit sein, um Nationalmuseum, die Große Halle des Volkes und das Mao Mausoleum wenigstens von außen zu bewundern. Je nachdem, wie viel Zeit übrig ist, kann man auch wenigstens kurz ins Nationalmuseum reingucken, alleine das Gebäude ist ein Hingucker, von den Ausstellungen mal gar nicht erst zu reden. Wer es kurios mag: Die Ausstellung der Gastgeschenke von Staatsbesuchen hat mich sowohl schmunzeln als auch Augenbrauen hochziehen lassen. Ganz neue Einblicke tun sich auf!

Qianmen

Im Süden des Platzes kommt man dann an Torhaus und Wachturm des Qianmen-Stadttores vorbei, hier geht es dann in die Fußgängerzone Qianmen Street. Hier kann man sich eine Weile treiben lassen, dabei unbedingt auch in die Nebenstraßen gehen (Dashilar und Liulichang Hutongs). Hungrig inzwischen? Dann wäre es Zeit für Pekingente im Quanjude-Stammhaus (quasi das Pekinger Hofbräuhaus…). Allerdings ist nachmittags geschlossen – dann gibt es aber Ausweichmöglichkeiten an den zahlreichen Imbissen und Restaurants auch in den Seitengassen oder im großen Foodcourt am Südende der Qianmen. Je nachdem, wie viel Zeit man in der Verbotenen Stadt verbracht hat, ist noch Zeit für weiteres: in zehn Gehminuten ist man am NCPA, dem National Centre for the Performing Arts – tagsüber ist „das Ei“ schon ein Hingucker, im Dunkeln beleuchtet noch mehr.

NCPA bei Nacht

NCPA bei Nacht

 

 

3. Chinesische Küche, Lama- und Konfuziustempel, Hutongs

Kochkurs im The Hutong

Kulinarische China-Karte im "The Hutong"

Kulinarische China-Karte im „The Hutong“

Vormittags geht es los mit einem Kochkurs im „The Hutong“ mitten im  Shique-Hutong. Hier kann man die Atmosphäre des alten Pekings in der Courtyard-Küche schnuppern.

Man bekommt eine Einführung in die chinesische Küche, die sich in Wahrheit in viele Unterküchen unterteilt. Man erfährt, welches Essen in welchen Regionen typisch ist und welche Gewürze und Zutaten wichtig sind: in Peking und im Norden sind z.B. Nudeln verbreitet, scharf wird es in Sichuan…

Schließlich bereitet man drei leckere chinesische Gerichte zu und bekommt dabei auch eine Einführung in „knife skills“ mit dem großen chinesische Messer und andere chinesische Kochtechniken. Die Entscheidung, für welchem Tag man sich anmeldet, fällt schwer, so abwechslungsreich ist das Programm.

Zum Abschluss geht es ans Genießen – authentisch chinesisch und selbst gekocht!

Konfuziustempel und Kaiserliche Akademie

Konfuziustempel in Peking - Statue vor der ersten Halle

Konfuziustempel

Nach dem Essen sind es nur 15 Gehminuten zum Konfuziustempel und der Kaiserlichen Akademie. Hier ist es eigentlich viel ruhiger und beschaulicher als beim Lamatempel. Allerdings wird die Ruhe gelegentlich durch große chinesische Reisegruppen und vor allem deren Guides, die mit Megaphon-Unterstützung alles Wissenswerte herausbrüllen erzählen – und ihre Schäfchen zusammentreiben. Ist die Gruppe vorbeigezogen, kann man sich wieder in Ruhe den Hallen widmen, der auch ohne Chinesischkenntnisse verständlichen Ausstellung über Konfuzius‘ Leben und Werk. Oder man setzt sich unter einen der Bäume und genießt die Atmosphäre.

Lamatempel

Lamatempel

Lamatempel

Wenn man sich schließlich vom Konfuziustempel trennen kann, sind es nur 5 Minuten zum Lamatempel. Hier gibt es zwar keine Lautsprecher-geführten Reisegruppen, aber unterm Strich deutlich mehr Besucher. Das Tollste hier ist der riesige Buddha in der letzten Halle. Oder ist es die besondere Atmosphäre dieser Anlage mit ihrer abwechslungsreichen Geschichte?  Hier mischen sich Touristen und Gläubige, hier leben Mönche – und über allem liegt der Duft der Räucherstäbchen.

Je nachdem, wie viel Zeit man sich für die Besichtigungen nimmt, ist dann noch Zeit für einen Spaziergang durch den Wudaoying-Hutong oder für einen Besuch des Ditan-Parks, der vom Lamatempel aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite des 2. Rings liegt.

4. Himmelstempel und Pearlmarket

Dieser Ausflug bietet Weltkulturerbe und Shopping!  Souvenirs und Mitbringsel aller Art finden sich im Pearlmarkt. Handeln ist ein Muss!

Himmelstempel

Himmelstempel in Peking - Halle der Ernte

Himmelstempel: Halle der Ernte

Aber es geht los mit dem Himmelstempel. Und zwar am besten gleich morgens, damit man viel vom Pekinger Parkleben mitbekommen kann: tanzende Ayis, Tai Chi, es wird gesungen und gespielt. Dazu lohnt es sich, auch abseits der Hauptwege durch den Park zu streifen. In das ikonische runde Gebäude darf man nur hineingucken, nicht hineingehen. Aber vielleicht wird man sowieso abgelenkt und schaut lieber den Hochzeitsfotografen und den künftigen Bräuten in ihren wunderschönen roten Kleidern zu.

Empfehlung fürs Mittagessen: das Brown Door (Quan Xing Ju) gegenüber der Schmalseite des Pearlmarktes bietet leckere Pekinger und Chinesische Küche, hat eine bebilderte englische Speisekarte und obwohl hier viele Westler essen, ist es doch „richtig chinesisch“ hier.

Pearlmarket

Danach geht es dann auf ins Shoppinggetümmel: im hinteren neuen Gebäude finden sich einige „knock-knock“-Läden. Einfach den anderen Ausländern folgen… Im vorderen Gebäude findet man auch alles in unterschiedlichen Qualitäten… Geheimtipp: Auf jeden Fall im vorderen Gebäude in den 5. Stock fahren, an der Toilette vorbei auf die Dachterrasse gehen. Von hier hat man sowohl Aussicht auf den CBD als auch auf Himmelstempel und – park, bei besonders guter Luft bis in Richtung Verbotener Stadt. Manche sind nach fünf Minuten durch mit dem Pearlmarkt, andere könnten Tage hier verbringen…

Tipp für das Abendprogramm: Legends of Kungfu im Red Theatre, das ca. 20 Fußminuten vom Pearlmarkt entfernt ist.

Hier habe ich u.a. schon von diesem „Ausflugspaket“ berichtet.

5. 798 Art District und Sommerpalast

Diese Ausflugsziele liegen im Gegensatz zu den vorigen Vorschlägen wieder weiter auseinander. Der Sommerpalast ist einer meiner Lieblingsorte hier in Peking, ich kann da auch ganze Tage verbringen.

798 Art District

Drei Statuen im 798 Art District in Peking.

798 Art District

Zuerst geht es also in den 798 Art District/auch: Dashanzi. Selbst wenn man eigentlich Kunstbanause ist, wird man sich dem Flair des Viertels nicht entziehen können. Es gibt kleine und größere Galerien und Werkstätten, Ramsch- und Designerläden, Imbisse und Restaurants.

Unbedingt auch auf die Gebäude mit ihrer Sägezahnoptik achten: die wurden im Bauhaus-Stil errichtet und ehemals militärisch genutzt. Für maximale Lichtausnutzung in den großen Räumen und damit es im Innern möglichst keine Schatten gibt, sind alle Fenster in den von der DDR für China gebauten Hallen nach Norden ausgerichtet.

Aktuelle Informationen finden sich auf der Webseite des Art Districts.

Sommerpalast

Sommerpalast in Peking

Sommerpalast

Und noch einmal Weltkulturerbe: Der Sommerpalast, schön am Kunming-See gelegen, am Fuß der Berge. Im Sommer bin ich gerne auf dem Wasser, das geht hier gut: entweder ein kleines Boot ausleihen oder mit der „Drachenfähre“ zur Insel übersetzen. Im Winter kann man hier auch aufs Eis.

Es ist nicht nur das alte Gemäuer, was mich hier anzieht, sondern die komplette Umgebung. Auch wenn es hier viele Touristen gibt, es verläuft sich auf dem großen Gelände und man findet doch immer wieder ruhigere Ecken. Highlights: der Wandelgang, die 17-Bogen-Brücke, die Halle mit Aussicht oben auf dem Langlebigkeits-Hügel, Bootfahren auf dem See, das Marmorboot und die Suzhou Street – ach