Meinen TransSib-Traum habe ich erstmal verschoben. Die Visabeschaffung für Russland und vor allem für Weißrussland artet dermassen in Stress und Hektik aus, das tu ich mir nicht an. Ich kann nicht im üblichen Schuljahresendstress (Klassenfeste, Sommerfeste, Abschiedsfeste…) so unmittelbar vor’m Schwedenurlaub auf den allerletzten Drücker noch zweimal (!) nach Berlin fahren. Und wie gesagt: nur verschoben! Dafür wird sich ein besserer Zeitpunkt finden, und dann auch mit Zeit für Zwischenstopps und Ausflüge.

Nun steht also das Umzugsdatum fest: Abflug in Hamburg am 14.8.2015.

Die Jungs werden ja wie gesagt nach den Sommerferien die Deutsche Botschaftsschule besuchen, nicht nur deshalb verfolgen wir die Nachrichten auf der Webseite der Schule. Derzeit läuft da ein tolles Sportevent, die “Ostasienspiele“. Dabei treten sieben Deutsche Schulen (Peking, Tokio, Seoul, Changchun, Shanghai, Taipeh, Hongkong) mit ihren Teams, die aus je 20 Sportlern bestehen gegeneinander an, und zwar in Leichtathletik, Schwimmen, Turnen, Basketball, Fußball und Volleyball.
Austragungsort ist die DSP (hmm, immer oder rotiert das?), im Vorfeld wurde nach Gastfamilien gesucht. Das wäre schon was für uns gewesen, vielleicht dann ja nächstes Jahr.

 

… und ich bin kribbelig, aufgeregt, gespannt, manchmal auch ein bischen besorgt (wie wird das werden? Werden wir/ich Anschluss oder sogar neue Freunde finden?).

Der Abflug für die drei Männer ist gebucht: 14. August ab Hamburg. Wow. Ein Datum zum dran festhalten.

Ich bin dabei, mich um die Visa für Weißrussland und Russland und die übrigen Formalitäten (Krankenversicherungsbescheinigung?!) für die TransSib-Reise zu kümmern. Weißrussland hat keine Vertretung in Hamburg. Da ich der Post nicht ausreichend vertraue, werde ich wohl einen Tag nach Berlin fahren müssen. Fliegen wäre doch einfacher. ;)

Heute in 6 Wochen ist Abfahrt nach Schweden! Nach den drei Wochen dort gibt es für mich dann nur noch eine (vorerst) letzte Übernachtung in Deutschland.

 

… und dann geht es nach Jämtland und danach nach China.

Am Donnerstag gibt es doch schon einen Termin mit der Pekinger Maklerin, um erste konkret infrage kommende Häuser zu besichtigen – ich bin sehr gespannt.

Ansonsten nutzen wir hier die verbleibende freie Zeit für Ausflüge – vor allem Deutschlands Norden halt noch mal angucken und aufsaugen, damit die Minis wissen, wo sie herkommen.

Neulich waren wir in Büsum, war zwar noch recht kalt, aber schön sonnig. Da geht es sicher noch wieder hin, wobei der nächste Ausflug ans Meer erstmal Richtung Ostsee gehen soll.

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Die erste Hälfte der aktuellen Himmelfahrtsferien haben wir für ein paar Tage Besuch bei Jonas in Stuttgart genutzt und von dort aus Ausflüge ins Biosphärenreservat Schwäbische Alb gemacht: Burgen, Höhlen, Wasserfälle, viel Grün und traumhaftes Sommerwetter – perfekt.

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Auf Wunsch des Lütten an seinem Geburtstag noch ein Zoobesuch – ok, die “Wilhelma” kann mit Hagenbeck’s Tierpark nicht mithalten!

Pelikan Flughund

 

Bevor es im Sommer nach China geht, steht noch einmal ein Schweden-Urlaub mit dem gesamten Anhang an. Darauf freuen wir uns schon wie Bolle. Lofsdalen, Jämtland. Ganz viel Licht, fast rund um die Uhr. Natur und frische Luft satt. Fjäll und Seen. Wieder richtig zur Ruhe kommen, wie immer in Schweden, nochmal richtig auftanken und durchatmen, bevor dann das Abenteuer China startet.

Geplant ist derzeit, dass Thomas von Stockholm aus mit den Jungs nach Peking fliegt. Ich bringe das Auto zurück nach Hamburg – und setze mich dann in den Zug. Richtig, mit dem Zug: Hamburg-Berlin-Moskau-Ulan Bator-Peking, also ab Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn mit dem Linienzug Nr. 4, die mongolische Strecke. Von Lofsdalen bis Peking werde ich dann 10 Tage unterwegs sein. Klingt lange? Ja, ist es auch, aber das möchte ich auch so. Ist immerhin ein Riesenschritt, der da vor mir liegt, da einfach so über Nacht mit dem Flieger ins neue Leben hineinzuhüpfen, das entspricht mir nicht. Stundenlang durch Birkenwälder tuckern? Mag dem einen oder anderen öde erscheinen, ich freu mich drauf. Abgesehen davon gibt es so viel mehr zu sehen, soviel näher und dichter als wenn man mit dem Flieger obendrüber wegrast, hoffentlich viele Gelegenheiten mit Mitreisenden ins Gespräch zu kommen, aber vor allem auch einfach die Gedanken treiben lassen, genug Zeit, um mich unterwegs dann ganz auf Peking einstellen zu können. Und für Thomas und die Jungs ist es auch mal schön, ein paar Tage nur zu dritt zusammenzusein. Jedenfalls hoff ich sehr, dass es so klappt, Transsib kann man erst 45 Tage vor Abfahrt buchen.

Die Haussuche geht auch voran, Thomas hat sich nun mit der Maklerin einige Compounds angesehen. Sehr schön, meine Favoriten sind nun auch die seinen, somit liegen auf der gemeinsamen Liste nun “Dragon Bay” und “Beijing Riviera” vorn, wenn es an die konkrete Suche im Juni geht. Das ist auch gewöhnungsbedürftig, dass das in Peking viel kurzfristiger passiert, als wir es hier in Hamburg kennen. Aber welches Haus es dann auch immer tatsächlich werden wird, das wird schon ein gemütliches Nest für uns werden.

Ich büffel weiter chinesisch. Da hat mich der Aufenthalt in den Frühjahrsferien doch sehr beruhigt. Nur noch den April zuende, dann ist auch der aktuelle Kurs beendet – erst in Peking werde ich mir dann den nächsten Kurs suchen. Auch wenn man sich mit Englisch, Händen und Füßen und einem 20 Worte umfassenden Chinesischvokabular zurechtfinden könnte, das ist nichts für mich. Chinesisch zu lernen fällt mir zwar schwerer als jede andere Sprache zuvor, dennoch finde ich es für mich wichtig, die Sprache des Landes, in dem ich leben werde, einigermassen zu verstehen. Und dann hatte ich in den Frühjahrsferien auch den Eindruck, dass es mir Türen aufmacht, wenn ich schüchtern Möchtegern-Chinesisch vor mich hinstammele (hören, lesen, verstehen geht deutlich einfacher als selber zu formulieren und zu sprechen). Naja, das wird mit der Zeit vor Ort in China selbst hoffentlich besser werden.

Ansonsten – da wir uns einig sind, dass wir “mit kleinem Gepäck reisen” gibt es gar nicht soviel weiteres zu tun. Wenn überhaupt, brauchen wir nur einen kleinen Container. Hier im Haus gibt es noch ein bischen was tun, was aber eh anstünde (streichen, Bad renovieren lassen…), das wird jetzt auch allmählich erledigt, bis es dann in einem Vierteljahr “tschüss, Hamburg” heisst. Oh Mann, es ist tatsächlich nur noch ein Vierteljahr…

Ist aber auch gut, dass es “nur noch” ein Vierteljahr ist. Ich hänge zwischen den Welten, bin mit einem Bein schon weg hier, aber noch nicht dort… Und bis man dann erstmal angekommen sein wird… So ein ganzes Jahr Vorlauf ist doch verflixt lange. Die Jungs hängen noch mehr an mir als eh schon, das kostet aber auch Kraft, da bin ich froh, wenn ich künftig auch wieder mehr freie Zeit für mich reklamieren kann und vor allem, dass die Verantwortung wieder geteilt werden kann. Alles in allem ist es seit den Frühjahrsferien so, dass ich es kaum noch abwarten kann, dass es endlich losgeht, da wartet eine wirklich spannende Erfahrung auf mich. Abschiedskummer und Heimweh und das eine oder andere Tief wird es sicher geben, aber unterm Strich erwarte ich mehr Positives als Negatives. Muss ja auch, sonst wäre man ja schön blöde, diesen Schritt zu tun.

Heute ein paar Impressionen vom derzeitigen Wohnumfeld. Ich bin nach wie vor total fasziniert vom unmittelbaren Nebeneinander von alt und neu, modern und traditionell, arm und reich… Wobei ich ganz sicher Armut nicht schönreden werde! Trotzdem, die krassen Gegensätze machen sicher einen Teil der Faszination dieser Stadt aus.

Wie man sieht: strahlend blauer Himmel, gute Weitsicht, d.h. auch relativ “gute” Luftwerte.

Stockwerkszählung

Stockwerkszählung

Zahlen sind hier furchtbar wichtig!

“8” ist super und bringt Glück, weil’s so ähnlich klingt wie das Wort für “Reichtum”. “8” steht also für Glück und Wohlstand. “4” hingegen ist ganz schlecht, klingt so ähnlich wie “Tod”.

Ebenfalls positiv belegt sind “6” (problemlos, erfolgsversprechend) und “9” (= für immer, im Zusammenhang mit Freundschaften, Partnerschaften). Negativ belegt sind “10” (klingt ähnlich wie “4”, ist aber nicht ganz so schlimm) und “7” (= fort gegangen, steht für Verlust)

Für entsprechende Autokennzeichen oder Telefonnummern wird dann auch gern mehr gezahlt. Hochzeitsdaten werden entsprechend gewählt oder Termine für Vertragsabschlüsse. Und natürlich macht das auch vor Stockwerkszählungen (und in Hotels vor Zimmernummern) nicht halt, es gibt keine 4., 14, … und aus Respekt vor der westlichen Unglückszahl “13” auch keine 13. Etage. Die 1. Etage ist das Erdgeschoss.

Nachdem wir einige Tage den immer gleichen Blick auf Peking hatten, z.B. auch auf den CCTV-Tower, entlässt die blöde Grippe uns allmählich aus ihren Klauen und wir kriegen doch endlich mehr zu sehen.

Erst sind wir heute kreuz und quer durch kleinere und größere Straßen geschlendert, haben uns eine ziemlich gigantische, ziemlich luxuriöse Shoppingmall von innen angesehen und die Jungs anschliessend bei Annie’s  mit Pizza bzw. Spaghetti Bolo abgefüttert. Den Rest des Tages haben wir schönes Wetter und relativ gute Luft im Ritanpark genossen.

Ich hab’s versucht und bin morgens aufgestanden – nur eine Stunde später hab ich wieder fest geschlafen. Auch die Jungs waren “unweckbar”. Losgetuckert sind wir dann gegen 14 Uhr… Wie man weiter unten bei den Bildern sehen kann: Traumwetter!

Mit der U-Bahn zum Tienanmen-Platz. Das war schon ein Erlebnis, Sicherheitskontrolle am U-Bahn-Eingang nur unwesentlich weniger aufwändig als am Flughafen. Nur ein paar Stationen, einmal umsteigen und schon waren wir Tienanmen-East. Man kommt aus der U-Bahn-Station hoch und ist erstmal erschlagen – so bombastisch ist alles. Die Straße hat so viele Spuren, soweit kann ich gar nicht zählen… ;)

Am Zugang zum Tienanmen ist erneut eine Sicherheitskontrolle, die Schlange ist überschaubar, und da es so viel zu sehen gibt, wird das Warten auch kein bischen langweilig. Viele Chinesen haben Snacks in Plastiktüten dabei – sieht alles sehr interessant aus… Der Platz ist groß. Ok, das beeindruckt schon, aber uns zieht es in die Verbotene Stadt. Für “drinnen” will ich mehr Zeit haben, also spazieren wir nur so dadurch – und es gefällt uns, auch den Minis. Letztere rennen und hüpfen und spielen, ab und zu werden wir gefragt, ob man sie fotografieren darf – gerne. Die beiden hüpfen eine Mauer entlang, krakeelen vor sich hin und schwupps, hüpft ein chinesischer Junge hinterher. <3

Dann bummeln wir durch Seitenstraßen und landen in einer großen Einkaufsstraße. In den Seitenstraßen stürmen wieder Hunderte Gerüche auf uns ein, soviele Shops, soviel essen, da gibt es Teigtaschen, da Fritiertes, da Undefinierbares, es riecht lecker, interessant und auch mal bäh; überall fahren Mofas mit kandierten Früchten auf Spiessen – die müssen wir morgen mal probieren, heute war unser kulinarisches Experiment “Tee-Eis”. Für Justus und mich war es nix (Erbseneis!), Rasmus fand’s ok, Thomas – ist ja nun schon länger hier – hat unsere Reste aufgefuttert. Dann entdeckte Jussi ein KFC und war nicht mehr zu halten – also bekamen die Kids ihr Abendessen da. Merke, lieber deutscher Touri: das deutsche Handzeichen für “2” heisst auf chinesisch “8” und auch zwischen 10 Wings und 10 Portionen ist ein kleiner Unterschied – entsprechend irritiert war die Mitarbeiterin, klärte sich glücklicherweise alles auf und Jungs waren happy. Dann sind wir noch ein bischen weitergebummelt, und waren dann aber auch platt und sind mit dem Taxi wieder nach Hause gefahren: vorbei an Luxus-Prachtbauten und heruntergekommenen Hochhäusern, alles bunt beleuchtet, trubelig, lebendig.

Heute Abend haben wir dann mal gefragt, wie es den Jungs gefällt: sie finden es großartig hier – puh, das ist so beruhigend! Hauptsache, das bleibt so. Morgen wollen wir dann zu dritt in den Zoo, wenn das Wetter wieder halbwegs so wie heute ist.

Jetzt ist es 22 Uhr hier und ich werde mich mal trauen, alleine in den Supermarkt zu gehen, ich brauche ne Gesichtscreme… Die Luft ist so trocken hier, das gibt’s gar nicht. Mal gucken, ob ich erfolgreich bin…

Gestern war es also soweit, aufgeregt wie nur was sind die Minis und ich nachmittags in Hamburg abgeflogen, umsteigen in Amsterdam ging auch flott und der ganze Flug war soweit angenehm und entspannt, irgendwann sind wir auch eingeschlafen  – und nachts wurde ich dann wach und sah das:

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Gut 11 km über der Mongolei

Das war es dann für mich mit Schlafen –  rausgucken war wichtiger. Schon ein irres Gefühl, dieser erste Blick auf Asien. Leider wurde die Sicht dann doch bald schlechter, aber wir waren ja schon fast da und sind dann pünktlich im Pekinger Schneetreiben gelandet. Einreiseformalitäten waren zügig erledigt, Gepäck auch fix da und dann ging es raus: Hallo Peking, hier sind wir.

Und da war sie also, die Pekinger Luft. Riecht für mich wie Berlin früher *röchel*. Nee, keine Sorge, kein Röcheln, aber man merkt und riecht und schmeckt es schon.

Mit dem Taxi ging es dann “nach Hause”. Große Augen bei den Kurzen: keine Kindersitze, nicht mal Anschnallen war möglich, und das bei Verkehr, der echt abenteuerlich ist (und das, obwohl Peking wegen der Neujahrsfeierlichkeiten weniger voll als sonst sein soll).

Blick aus einem Schlafzimmerfenster

Blick aus einem Schlafzimmerfenster

Die Wohnung ist echt nett, zentral gelegen, erstmal ankommen und bischen ausruhen. Nachmittags sind wir dann zu einem ersten Spaziergang aufgebrochen. Wetter war viel besser als morgens, kein Schnee mehr, trocken – und die miese Luftqualität haben wir gar nicht mehr so wahrgenommen. Dafür alle paar Schritte neue Gerüche – von Katzenpisse bis richtig lecker alles dabei. Soviel zu sehen und zu entdecken, man weiss gar nicht, wo man zuerst hingucken soll. Wir sind dann durch Sanlitun durchgebummelt – und bei Schindlers Anlegestelle gelandet, wo wir die Kurzen dann erstmal ohne kulinarischen Kulturschock abfüttern konnten. ;) Uriger Laden und ein bunter internationaler Gästemix, überwiegend aber doch Chinesen.

Es stürmen unglaublich viele Eindrücke auf einen ein, und so weiss ich gar nicht, was erzählen und wo anfangen. Der Verkehr zum Beispiel: an den Kreuzungen wird gehupt, was geht, Abbieger fahren trotz Fußgängern einfach weiter und dazu noch die Vielfalt der Fahrzeuge: von der uralten Schrottmühle bis zur neuen Luxuskarosse, Fahrräder, eBikes, Rikschas, Lastenkarren, Lastenfahrräder, Busse – das Straßenbild ist wirklich bunt. Ebensolche Vielfalt bei den Gebäuden. Moderne Neubauten neben ollen Abrissbuden, flache und hohe Häuser bunt durcheinander, kleine Gassen, wo die Zeit stillsteht, und dann turbulente, moderne Einkaufsstraßen. Botschaftsgebäude, gut gesichert, sowohl durch Zäune als auch schwer bewaffnete Polizisten. Überhaupt viel Polizei unterwegs. Aber auch die grinsen unsere beiden Minikasper an. Genauso wie wir gucken, werden auch wir angeguckt und fotografiert – die Minis seien “so cute”. Stimmt. :)

 

 

Nur noch wenige Tage bis zum Abflug, und ich befinde mich in der Tat in einer Art “Beijing state of mind”… *kribbel* Das hier ist ein wirklich tolles Video, angucken lohnt sich!

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China feiert das Frühlingsfest = Chinesisches Neujahrsfest. Männe lässt sich durch das etwas weniger volle Peking treiben, ruft immer wieder mal an und lässt uns mithören. Für feuerwerksbegeisterte Jungs dürfte das nächstes Jahr ein absoluter Höhepunkt werden. :)

Ist es nun das Jahr des Schafes oder der Ziege? Beides irgendwie, die beste Erklärung dazu habe ich bislang hier gefunden.

Hier geht es in den Endspurt der Urlaubsvorbereitungen: eine Woche nur noch! Wir sind alle drei ganz kribbelig vor Aufregung.

Ohne chinesischen Führerschein darf man in China nicht Auto fahren. Man muss also noch einmal zur theoretischen Prüfung.

Im Chinaforum gab es den Hinweis auf folgende App:

Driving in China

Falls ich also Pause vom Chinesisch lernen brauche, büffel ich dann mal wieder für den Führerschein. :)

 

… und damit gibt es auch wieder etwas zu berichten. Flüge sind gebucht, nächste Woche werden die Visa beantragt und dann können wir ja schon fast Koffer packen. Thomas hat eine Liste von Compounds von mir bekommen, wo ich mir gern Häuser ansehen möchte. Bin mal gespannt, wie weit graue Theorie (Internetrecherche etc.), die daraus entstandene Vorstellung und Einschätzung und die Realität auseinanderliegen. Für die Haussuche haben wir 2-3 Tage vorgesehen.

Ansonsten wollen wir mit dem Urlaub den Jungs (ok und mir auch) richtig Lust auf Peking machen. Dazu hab ich mit den Jungs Reiseführer gewälzt, natürlich das Internet durchforstet und die daraus entstandene Wunschliste auch nach Peking gemailt. Mit Abstand weit oben steht die Große Mauer, dann folgen Science & Technology Museum, Zoo (Pandas!) und Aquarium. Verbotene Stadt, Kohlehügel und Kaiserpalast, Tian’anmen-Platz, Himmelsaltar, Beihai- und Chaoyang-Park, Duftberg, Qing- und Ming-Gräber, Longqing-Schlucht, Glocken- und Trommelturm, Hutongs, z.B. Luo’er Hutong, Beijing Planning Exhibition Hall und und und…

Und wir möchten Pekingente und Mongolischen Feuertopf probieren – und natürlich Baozi. :)

Wie gut, dass wir ab dem Sommer alle Zeit der Welt haben, um uns alles anzusehen. :)

 

IMG_0252Die vorerst letzten Weihnachtsfeiertage in Hamburg waren schön, anhängliche große und kleine Kinder, fröhliches Feiern fast ohne Unterbrechung. Von Anfang bis Ende einfach nur schön.

Jonas hat für die ganze Familie bschlossen, dass wir uns dann Weihnachten 2015 in Dali, seiner chinesischen Lieblingsstadt, treffen müssen, auch um viel Spass bei der Kunstschneeschlacht dort zu haben. Mal schauen, wonach uns dann wirklich der Sinn steht.

Ein paar Tage ist der Papa noch da, bis er dann in seine Wohnung (endlich raus aus dem Hotel!) in Sanlitun zurückkehrt. Und in zwei Monaten ist es dann soweit, dass die beiden Minis und ich endlich Peking kennenlernen werden.

… allmählich spielt die Übersiedlung nach Peking in unserem Hamburger Alltag doch eine Rolle:

Zum Beispiel Kieferorthopäde – beide Jungs brauchen nun doch eine Behandlung, die sich über 3-4 Jahre erstrecken wird. Da die Minis zwar allmählich von uns darauf vorbereitet werden, dass die langen Trennungen vom Papa so nicht gehen – dass die Entscheidung steht, wollen wir ihnen erst im März sagen, wenn sie dann hoffentlich einen ersten schönen Eindruck von Peking haben – sonst beginnen Kummer und Abschiedsschmerz unnötig früh. Jedenfalls konnte und wollte ich deshalb vor ihnen nicht danach fragen, wie das mit der Behandlung organsiert werden könnte, wenn wir denn ab August in Peking sind, habe nur um einen Anruf gebeten. Der kam dann am Freitag, und puh, alles kein Problem: die Behandlung wird wie angedacht noch im November beginnen und bis zum Sommer ist die heiße, terminintensive Phase dann auch durch. Weitere Kontrollen etc. können dann während unserer Heimatbesuche terminiert werden, bei Bedarf kann man dann aber auch mit einer Pekinger Praxis zusammenarbeiten.

Auch die Planungen für den März konkretisieren sich. Wo wollen wir dann wohnen? Mich spricht nach all der Surferei “Beijing Riviera” besonders an, also wird Thomas nun gucken, ob er dort ein Serviced Apartment für uns findet. Noch rede und ich denke ich von Peking ja wie ein Blinder von der Farbe, wohin es denn dann ab dem Sommer gehen soll, wollen wir im März dann herausfinden.

Ausweise gesichtet, und huch, Justus braucht einen neuen, also nötige Formulare ausgedruckt und unterschreiben lassen (Thomas ist gerade für ein paar Tage da) und einen Termin vereinbart – passiert also noch vor Weihnachten. Flugtermine, genauer Zeitraum, Visa – all das soll noch dieses Jahr geklärt werden.

Auch was mit unserem Hamburger Haus passiert, ist geregelt: Unsere Tochter und ihr Freund ziehen hier ein, als Termin dafür haben wir gestern den 1.7.15 ins Auge gefasst – dann haben wir zwei Wochen Zeit, alles nötige wie Heizanlage, Elektrik, Anschlüsse usw. zu zeigen und zu erklären, bevor wir dann nach Jämtland fahren.

Zweimal zwei Wochen Chinesisch-Intensivkurs liegen hinter mir. Vorher war das Chinesische ein Buch mit Sieben Siegeln für mich, jetzt sind einige Siegel entfernt und ich glaube, ich werde mich doch verständigen können – auf Chinesisch, auch wenn ich bis jetzt nur einen Bruchteil der unglaublich vielen Zeichen verstehe…

Das Hörverstehen ist bei mir noch nicht so wahnsinnig ausgeprägt, einer meiner wichtigsten Notfallsätze wird wohl “Bitte sagen Sie das noch einmal ganz langsam.” sein. Aussprache? Hilfe, es sind ja nicht nur die verschiedenen Töne, sondern man muss auch Laute bilden, von denen man bisher kaum ahnte, dass es sie gibt… ;) Da setze ich aber ganz darauf, dass das im künftigen Alltag in Peking schon werden wird.

Lesen und Erschliessen von Texten hingegen funktioniert schon ganz gut, immer mehr Zeichen erkenne ich wieder und – auch Teil des Kurses gewesen – wenn ich etwas nicht verstehe, habe ich nun das Handwerkszeug bekommen, um es herauszufinden.

Neben dem eigentlichen Lernen der Sprache, waren diese beiden Kurse für mich außerdem auch eine sehr schöne Annäherung an China (das mir ja bekanntermassen bislang extrem fremd war). Die Erzählungen der Lehrkräfte, teils mit Bildern und Videos illustriert, haben der Neugier auf das Riesenreich weiteres Futter geliefert. “Lebenswichtige” Hinweise auf Fettnäpfchen, Einblicke in Alltag und Gebräuche – das so erzählt zu bekommen ist doch etwas anderes, als es sich anzulesen.

Auch wenn jetzt gerade kein Kurs läuft, ich lern täglich weiter, damit die bisherigen Vokabeln ohne langes Nachdenken in Wort und Schrift sitzen. Ich hoffe, dass ich dann noch zu mindestens einem weiteren Anschlusskurs komme, dann allerdings nicht mehr ganztags, das ist kaum zu organisieren – abends nach 9 geht dann doch nicht mehr so viel in den Schädel wie es eigentlich müsste, da hätte ich gern mehr Zeit für Hausaufgaben, Wiederholen, Lernen gehabt.

Letztendlich haben mir diese beiden Kurse auch einen Großteil meiner Ängste genommen: Chinesisch kann man doch lernen.

Noch ist es ganz unwirklich. Weit weg – im doppelten Wortsinn…Und doch rückt es langsam aber sicher näher: Thomas ist gestern abgeflogen und seit heute in Peking. Wird ein bischen dauern, bis er wieder in Hamburg ist.

Vom Konfuzius-Institut gab es Mail: Erforderliche Bücher (sind nun bestellt), Login für die zugehörige eLearning-Plattform, weitere organisatorische Hinweise. Nun bin ich echt gespannt und freu mich drauf – Montag geht’s los.

Um von Peking nicht nur als Mega-Smog-City zu denken, hab ich mir ein paar Reiseführer und das Geo-Heft zu Shanghai-Peking-Hongkong gegönnt. Sehr hübsch zur Einstimmung: Culinaria China. Das ist ein bischen Kochbuch, etwas Bildband, etwas Landeskunde. Das war eine Empfehlung von Jonas, der nach einem Jahr Yunnan dieses Buch unbedingt haben wollte. Jedenfalls: da hab ich mich selbst gut ausgetrickst, das wird toll, China und Peking entdecken zu dürfen.

… und zwar zum Konfuzius-Institut: Chinesisch lernen. Am 15.9. geht es los. Oje, ich bin so gespannt, wie ich damit zurechtkommen werde… Für mich ist das so wichtig, dass ich mich im Alltag auch ohne Übersetzer zurechtfinde, ich will ja nicht immer von jemandem abhängig sein.

Wie geht das eigentlich mit den Schriftzeichen? Und wenn es so extrem auf die richtige Betonung ankommt, weil man sonst nur Blödsinn redet – bekomm ich das hin?

Die Entscheidung ist also gefallen, wir werden im kommenden Sommer nach Peking übersiedeln. Der Plan sieht in etwas so aus:

– Thomas wird ab nächster Woche bereits überwiegend in Peking sein

– Ich beginne umgehend mit dem Chinesisch lernen, ich hoffe, ich bekomme so kurzfristig noch einen Platz im Anfängerkurs des Konfuzius-Instituts.

– Weihnachten ist Thomas zu Hause in Hamburg

– In den Märzferien “Kennenlern-Aufenthalt” für die Minis und mich in Peking, Forcierung der Wohnungs-/Haussuche.

– Zu Beginn der Sommerferien drei Wochen Schweden mit allen 5 Kindern sowie den Partnern der drei Großen.

– Nach Schweden geht es dann los… Nicht mal mehr ein ganzes Jahr – spannend.