Zweimal zwei Wochen Chinesisch-Intensivkurs liegen hinter mir. Vorher war das Chinesische ein Buch mit Sieben Siegeln für mich, jetzt sind einige Siegel entfernt und ich glaube, ich werde mich doch verständigen können – auf Chinesisch, auch wenn ich bis jetzt nur einen Bruchteil der unglaublich vielen Zeichen verstehe…

Das Hörverstehen ist bei mir noch nicht so wahnsinnig ausgeprägt, einer meiner wichtigsten Notfallsätze wird wohl „Bitte sagen Sie das noch einmal ganz langsam.“ sein. Aussprache? Hilfe, es sind ja nicht nur die verschiedenen Töne, sondern man muss auch Laute bilden, von denen man bisher kaum ahnte, dass es sie gibt… ;) Da setze ich aber ganz darauf, dass das im künftigen Alltag in Peking schon werden wird.

Lesen und Erschliessen von Texten hingegen funktioniert schon ganz gut, immer mehr Zeichen erkenne ich wieder und – auch Teil des Kurses gewesen – wenn ich etwas nicht verstehe, habe ich nun das Handwerkszeug bekommen, um es herauszufinden.

Neben dem eigentlichen Lernen der Sprache, waren diese beiden Kurse für mich außerdem auch eine sehr schöne Annäherung an China (das mir ja bekanntermassen bislang extrem fremd war). Die Erzählungen der Lehrkräfte, teils mit Bildern und Videos illustriert, haben der Neugier auf das Riesenreich weiteres Futter geliefert. „Lebenswichtige“ Hinweise auf Fettnäpfchen, Einblicke in Alltag und Gebräuche – das so erzählt zu bekommen ist doch etwas anderes, als es sich anzulesen.

Auch wenn jetzt gerade kein Kurs läuft, ich lern täglich weiter, damit die bisherigen Vokabeln ohne langes Nachdenken in Wort und Schrift sitzen. Ich hoffe, dass ich dann noch zu mindestens einem weiteren Anschlusskurs komme, dann allerdings nicht mehr ganztags, das ist kaum zu organisieren – abends nach 9 geht dann doch nicht mehr so viel in den Schädel wie es eigentlich müsste, da hätte ich gern mehr Zeit für Hausaufgaben, Wiederholen, Lernen gehabt.

Letztendlich haben mir diese beiden Kurse auch einen Großteil meiner Ängste genommen: Chinesisch kann man doch lernen.

Noch ist es ganz unwirklich. Weit weg – im doppelten Wortsinn…Und doch rückt es langsam aber sicher näher: Thomas ist gestern abgeflogen und seit heute in Peking. Wird ein bischen dauern, bis er wieder in Hamburg ist.

Vom Konfuzius-Institut gab es Mail: Erforderliche Bücher (sind nun bestellt), Login für die zugehörige eLearning-Plattform, weitere organisatorische Hinweise. Nun bin ich echt gespannt und freu mich drauf – Montag geht’s los.

Um von Peking nicht nur als Mega-Smog-City zu denken, hab ich mir ein paar Reiseführer und das Geo-Heft zu Shanghai-Peking-Hongkong gegönnt. Sehr hübsch zur Einstimmung: Culinaria China. Das ist ein bischen Kochbuch, etwas Bildband, etwas Landeskunde. Das war eine Empfehlung von Jonas, der nach einem Jahr Yunnan dieses Buch unbedingt haben wollte. Jedenfalls: da hab ich mich selbst gut ausgetrickst, das wird toll, China und Peking entdecken zu dürfen.

… und zwar zum Konfuzius-Institut: Chinesisch lernen. Am 15.9. geht es los. Oje, ich bin so gespannt, wie ich damit zurechtkommen werde… Für mich ist das so wichtig, dass ich mich im Alltag auch ohne Übersetzer zurechtfinde, ich will ja nicht immer von jemandem abhängig sein.

Wie geht das eigentlich mit den Schriftzeichen? Und wenn es so extrem auf die richtige Betonung ankommt, weil man sonst nur Blödsinn redet – bekomm ich das hin?

Die Entscheidung ist also gefallen, wir werden im kommenden Sommer nach Peking übersiedeln. Der Plan sieht in etwas so aus:

– Thomas wird ab nächster Woche bereits überwiegend in Peking sein

– Ich beginne umgehend mit dem Chinesisch lernen, ich hoffe, ich bekomme so kurzfristig noch einen Platz im Anfängerkurs des Konfuzius-Instituts.

– Weihnachten ist Thomas zu Hause in Hamburg

– In den Märzferien „Kennenlern-Aufenthalt“ für die Minis und mich in Peking, Forcierung der Wohnungs-/Haussuche.

– Zu Beginn der Sommerferien drei Wochen Schweden mit allen 5 Kindern sowie den Partnern der drei Großen.

– Nach Schweden geht es dann los… Nicht mal mehr ein ganzes Jahr – spannend.

Moin!

Eigentlich wollten wir unsere kleinen Jungs,  8 und 10 Jahre alt, hier in Hamburg großziehen und die Schule hier beenden lassen. Eigentlich sollte es danach nach Jämtland, Schweden gehen. Aber kommt immer alles anders: statt Natur pur, Ruhe und Abgeschiedenheit geht es aus beruflichen Gründen nach Peking. Einen krasseren Gegensatz kann ich mir kaum vorstellen.

Aber es gibt keine Alternative, also nutzt alles Jammern nix, Kopf wieder hoch und auf ins Abenteuer!

Damit Freunde und Verwandte nachverfolgen können, was so passiert, und auch um den Kontakt besser halten zu können, wenn es denn soweit ist, nun diesen Blog.

Viel Spass beim Lesen!