Seit Montag hat uns der Alltag wieder, der liebe Besuch ist zurück in Deutschland und wir stellen uns hier jetzt auf den möglicherweise kältesten Winter seit Jahren und die mit dem Winter (Inversionswetterlage plus Heizen) verbundene miese Luft ein. Heute Vormittag war ich noch mit der Fotogruppe unterwegs, im Laufe des Nachmittags konnte man dann zusehen, wie die Luft schlechter und schlechter wurde, inzwischen liegt der AQI bei 343, also über meiner persönlichen Schmerzgrenze. 

Sānlúnchē

Sānlúnchē

Ab einem AQI von ca. 300 geh ich keinen Schritt vor die Tür, wenn es nicht unbedingt sein muss. Bis zu diesem Wert bin ich relativ unempfindlich, aber ab dann gibt’s Hals- und Kopfschmerzen, die fast immer in einer dicken Erkältung enden – so die Erfahrung im ersten Winter hier, dieses Jahr bleib ich bei entsprechenden Werten halt zuhause auf meinem Luftfilter sitzen. Zum Glück sind die Kurzen robuster und die Luftfilteranlage der Schule taugt auch was.

Glückskeks

Ich denke ja oft, dass ich ein Glückskeks bin, dass ich dieses China-Abenteuer erleben darf. So konnte ich auch gar nicht ablehnen, als Jonna von den expatmamas.de gefragt hat, ob ich etwas für den November-Glückskeks beisteuern könnte. Dass sich mit Klebeband fast alles reparieren lässt, und dass es, wenn das Klebeband mal aus ist, auch mit einer Plastiktüte geht, erzähle ich hier: expatmamas.de. Oder kurz zusammengefasst: ich mag den chinesischen Pragmatismus. :) Es muss nicht immer gleich das teure Ersatzteil sein.

Glücklichmacher

Die Welt ist doch manchmal-oft echt zum Heulen. Ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer, Aleppo, Nazis in Deutschland, Trump in den USA (I’m with her!), Türkei, IS,… Kriege und Krisen, wohin man auch guckt. Und dann veröffentlicht heute Matt Harding sein neues Video: „Where the heck is Matt?“ Wie, Ihr kennt Matt Harding nicht? Der reist um die Welt und tanzt mit Menschen. Von Düsseldorf bis Dubai, von Peking bis Pjöngjang, von Robben Island bis Vancouver, im Nasa-Shuttle und beim Tauchen. Mehr zu Matt gibt es auf seiner Website oder auf Wikipedia.

Diese Videos transportieren soviel Fröhlichkeit und bringen auch an dunklen Tagen den Optimismus zurück: Eine Welt für Alle. Das geht. Muss gehen. 

 

Die Deutsche Botschaftsschule Peking hat in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Martin Walser eingeladen. Das finde ich großartig, ohne Wenn und Aber, Schriftsteller und Schulen sollten viel öfter zusammenfinden, nicht nur hier in Peking, wobei das hier gefühlt häufiger passiert als an den Hamburger Schulen, die ich kenne.

Ich bin kein Fan von Martin Walser. Die meisten seiner Bücher sprechen mich inhaltlich nicht an, und nach dem „Tod eines Kritikers“ hatte ich eh die Lust verloren, mehr von ihm zu lesen. Dennoch schätze ich seine Sprachkraft, und ohne Zweifel ist er ein interessanter Autor, wobei das ja nicht heißt, ihn mögen zu müssen. Grund genug jedoch, die Chance zu nutzen, den 89jährigen noch einmal live zu erleben und zu seiner Lesung in der DSP zu gehen.

Da die Fahrt zur Schule nur halb so lang wie normalerweise gedauert hatte, waren wir so früh da, dass wir die Mikroprobe mitbekommen haben – und dabei einen ersten Eindruck von Walser gewinnen konnten. Ein großer Mann, zu dem der Stock nicht so recht zu passen scheint. Auch wenn er daran langsam geht, wirkt er so vital, dass ich nur denken konnte: so fit möchte man mit beinah 90 wirklich gerne sein! Nächster Eindruck, freundlich formuliert: perfektionistisch, anders: pingelig. („Mehr Tiefen!“ – ok, er hat wohl bessere Ohren als ich, die ich keinen Unterschied mehr wahrnehmen konnte. Und: es ist eine Schulaula, kein Konzertsaal…). Dann entschwindet er erstmal wieder und die Aula füllt sich allmählich.

Routiniert-nette Begrüßung durch die Schulleiterin, und dann liest Walser aus „Ein liebender Mann“. Naja, mein Deutsch-Leistungskurs ist lang, lang her, immerhin war der Unterricht so gut, dass ausreichend viel hängengeblieben ist, um beim Thema Goethe einigermaßen informiert wirkend mitreden zu können. ;) Goethe und die junge Ulrike, das war jedenfalls für meinen damaligen Deutschlehrer, der Goethe verehrt hat und uns Spätpubertierende damit erstaunlicherweise gut infizieren konnte, kein Thema. Überhaupt, das Thema „alter Sack und junges Huhn“ – fand ich bei der schulischen Pflichtlektüre von Frischs Homo Faber schon absolut uninteressant, diese Art Männerphantasie interessiert mich einfach nicht, egal wer die handelnden Personen und das komplette Setting sind, und schon gar nicht aus der immer gleichen Männerperspektive. Aber immerhin, Walsers Geschichte ist unterhaltsam formuliert – was mich in Nachgang darüber über die Macht der Sprache nachdenken ließ (und den Vorteil einer gut beherrschten Muttersprache, mal so aus der chinesischen Beinah-Analphabeten-Perspektive).

Walser beendet das Vorlesen, der Perfektionismus scheint noch einmal durch, als er sich für kurzes Stocken damit entschuldigt, dass das Licht am Lesepult sehr schlecht sei. Und dann beginnt die „Diskussion“, eigentlich nur Fragen und Antwort, ohne Rückfragen. Darüber gehen meine Einschätzung und der Bericht auf der Schulwebsite etwas auseinander… Schade, das hätte spannender und kritischer sein können; die Moderation war etwas unglücklich, allerdings hätte ich da auch nicht vorne stehen mögen. Schade auch, dass Walser meist unterbrochen wurde, wenn er etwas ausholte und ins fabulieren kam – und es für meinen Geschmack gerade richtig interessant wurde, z.B. als er von seinem Prozess des Schreibens erzählte, er und sein Schreibtisch, der beim Schreiben quasi vibrierendes Feedback liefere und es war deutlich zu spüren, da kommt noch mehr… – achja, an diesem Punkt habe ich das unterbrechende „wir haben ja leider keine Zeit“ am meisten bedauert. Konzepte und Pläne in der Tasche zu haben, ist immer gut – aber manchmal ist es besser, davon spontan abzuweichen. ;) Aber vielleicht hat auch der Gast vorab entsprechende Wünsche geäußert?

Nun gut, warum auch immer keine kritischeren Fragen vorgelesen wurden (die waren wohl sämtlich vorformuliert und ausgewählt worden) – sei es wegen der knappen Zeit oder aus Respekt vor dem alten Mann, der die Anstrengung einer Chinareise auf sich genommen hat, es war dennoch ein interessanter Nachmittag. Walser mögen? Auch jetzt nicht wirklich, aber doch, eine gedankliche Auseinandersetzung und einen Blick in die Literaturgeschichte zurück allemal wert, war schön, dass ich hier in Peking die Gelegenheit dazu hatte.

Wo werden wir wohnen? Die Wohnungssuche war für mich und ist sicher auch für viele andere Familien, die vor der Situation „wir gehen nach Peking“ stehen, eine der wichtigsten Fragen. Das eine ist sicher die Entscheidung, ob man in der Stadt oder weiter draußen wohnen möchte, das andere ist das konkrete Haus/Wohnung. Kann halt passieren, dass zum passenden Zeitpunkt im Wunsch-Compound kein passendes Haus frei ist. Hatte ich erwähnt, dass es nichts nutzt, wenn das Traumhaus in einem doofen Compound steht? Oder umgekehrt der Compound toll ist, das Haus aber 1000 Macken hat?

Oh, und was sicher auch eine erste typisch chinesische Erfahrung werden kann: wenn man von einem Makler die ersten Wohnungen/Häuser gezeigt bekommt: nicht erschrecken, es ist üblich, dass sie einem zunächst die Ladenhüter zeigen, bevor es dann wirklich infrage kommendes gezeigt wird. Dabei wird unendlich viel Zeit verplempert… Aber am Ende stehen die Makler toll da, weil sie ja bei so schrecklichen Wohnungen dann doch plötzlich die tolle, richtige (die man gerne gleich als erstes gesehen hätte, verflixt!) aus dem Hut zaubern konnten.

Was ich selber noch wirklich wichtig finde bei der Entscheidung für oder gegen ein Haus/eine Wohnung:

  • Klimaanlage. Die sollte nicht zu alt sein, muss gut gewartet sein (müsste jährlich gereinigt werden, das machen die wenigstens Landlords von sich aus). Und je individueller regelbar, desto besser. Manche Häuser haben nur einen Schalter fürs ganze Haus, wir haben immerhin einen pro Etage, trotzdem ist es oft in einem Raum zu kalt, während es am anderen Ende zu warm ist… Nicht vergessen: so heiß wie es hier im Sommer ist, so eiskalt wird es im Winter…
  • Heizung. Bei uns und in sehr vielen Häusern hier wird über die Klimaanlage geheizt, Mitte Oktober wird durch die Handwerker ein Schalter umgelegt, und statt kühler wird dann warme Luft durch’s Haus gepustet. Im Winter kann man dann mit 2-4mal so hohen Nebenkosten rechnen wie im Sommer. Fußbodenheizung wäre toll, es ist nämlich wirklich bitter, bitterkalt im Winter!
  • Ich würde kein Haus mit „high ceiling living room“ nehmen und möglichst wenig ineinander übergehende Räume. Klar, das sieht schon toll aus, aber: schwer zu heizen bzw. zu kühlen – und auch schwer, die Luft sauber zu halten.
  • gut abgedichtete Fenster und Türen sind wichtig, wegen der Kälte im Winter gern Doppelverglasung (selten zu finden).
  • unter Luftverschmutzungs-Gesichtspunkten: kleinere Räume sind besser (da lässt sich die Luft schneller, effektiver sauberfiltern). Die Jungs haben deshalb die beiden kleinsten Schlafzimmer hier, aber zusätzlich ein großes Kinder-Wohnzimmer.
  • Kamin – viele Häuser haben hier offene Kamine. In Europa liebe ich das auch, hier hätte ich zum einen Bedenken, weil die Luft eh schon so schlecht ist, aber noch wichtiger: durch den Schornstein kommt ungefiltert die schlechte Luft von draußen rein. Unser Kamin ist nur zur Deco, der Landlord hat den Schornstein abgedichtet. Wir haben im Haus zum Glück auch wirklich immer saubere Luft (ok, mithilfe von 9 lärmenden Maschinen).
  • Herd: auf den ersten Blick fand ich unseren 5 Platten Gasherd toll. Allerdings ist der Ofen auch gasbetrieben, allmählich nach einem Jahr komm ich halbwegs damit klar, aber dicke Freunde werden wir nicht werden. Mir ist das jetzt nicht so wichtig, aber für jeden, der gerne backt, kann das ein Kriterium sein!
  • extrem hilfreich: englisch sprechendes Management
  • wie kindgerecht ist der Compound: Kinder-/Babypool? Kinderspielzimmer? Kinderspielplätze, auch für verschiedene Altersgruppen geeignet? Verkehr/Verkehrsregelung? Bolzplatz? Möglichkeiten zum Radfahren, Skaten…?
  • sind die Angebote des Compounds inklusive oder muss man für jede Kleinigkeit extra zahlen? Einzeln oder als Pauschale?
  • Nahversorgung: wenn man nur ein Auto (oder keins) zur Verfügung hat, sollte das Wichtigste fußläufig erreichbar sein.
  • wenn Hochhaus: wie viele Fahrstühle gibt es (in den 18. Stock zu Fuß rauf und runter ist sicher nicht so spassig), vielleicht kann man einen vorhandenen Mieter fragen, ob es damit Probleme gab?
  • Hellhörigkeit? Können Kinder normal spielen oder ist schleichen und flüstern die Devise?

Grundsätzlich halte ich das für eine gute Idee, wenn man die Gelegenheit hat, die Vormieter zu löchern. Oder die Nachbarn. Oder jemanden, der schon in dem Compound wohnt, der kann vielleicht nichts zum infragekommenden Haus sagen, aber zum Compound an sich.

Fragen, Ergänzungen, Tipps, andere Meinung? Mehr Informationen vielleicht zu Hochhaus-Appartments, da ich ja nur eines für kurze zwei Wochen kennengelernt habe! Gerne per Mail oder als Kommentar!

Warten auf den Schulbus am Compound-Eingang

Warten auf den Schulbus am Compound-Eingang

Jetzt, da wir schon über ein Jahr hier leben, kann ich zurückgucken und  sagen, dass Männe/wir eine echt gute Wahl getroffen haben. Eigentlich war das ja ein Sprung ins kalte Wasser : „Wohin ziehen wir?“. Uneigentlich haben wir aber echt das große Los gezogen. Inzwischen kenne ich hier ja doch ziemlich viele Leute und hab viele besucht. „Wie ist Euer Haus/Euer Apartment“ und „wie ist Euer Compound“ – das sind immer Themen! Und da wir „nur“ einen Zweijahresvertrag haben (auf 1-2 Jahre begrenzte Verträge sind hier die Regel), kann das durchaus wieder Thema für uns werden, auch wenn wir hoffen, dass wir hier verlängern können.

Geschmäcker sind verschieden!

Vorausschicken muss ich auf jeden Fall, dass die Geschmäcker verschieden sind, und war mir gefällt, können andere schrecklich finden. Auch die Prioritäten unterscheiden sich: uns macht die lange Fahrzeit in die innere Stadt (meistens) nichts aus, wir haben aber auch in Hamburg am Stadtrand gewohnt. Andere mögen die lange Fahrzeit als verdaddelte Lebenszeit ansehen. ;).

Was mir an unserem Compound gut gefällt:

– relativ grüne, großzügige Anlage. Gerade weil Peking eben Peking ist, gefällt es mir gut, dass wir hier Platz haben.

– gutes, englischsprechendes Management, die Rezeption ist 24/7 mit Englisch sprechenden Angestellten besetzt (da hier ständig irgendwas zu regeln ist, ist das extrem hilfreich und nicht zu unterschätzen)

Wo wohnen in Peking?

Wo wohnen in Peking?

– sehr nette, durchlässige Community. Klar gibt es auch Cliquen, sei es, weil man Kinder im gleichen Alter hat (Kinderlose sind hier in der absoluten Unterzahl, wer keine Kinder hat, wohnt in der Regel nicht so weit draußen); weil die Kinder zur gleichen Schule gehen und man sich beim Warten auf den jeweiligen Schulbus näherkommt, sei es, weil man die gleiche Nationalität hat oder wie sich das halt sonst ergibt. Aber eben auch durchlässig und ohne Ausgrenzung. Hier überschlagen sich immer alle, Neuankömmlinge mit allem und jeden bekannt zu machen und zu integrieren, das ist wirklich einzigartig.

Für uns wichtig: Pool(s)!

– kleine, aber schöne, gepflegte Pools (Das hört sich jetzt sicher verwöhnter an, als es ist – denn es gibt hier keine (öffentlichen) Schwimmbäder wie in Deutschland. Ich glaube, in ganz Peking gibt es ein oder zwei große Spassbäder, die entsprechend überfüllt sind. An Bahnen ziehen ist da nicht zu denken. Ich habe Fotos gesehen, wo die Leute dicht an dicht mit Schwimmring um den Bauch im hüfthohen Wasser stehen oder eine Hunderte von Metern lange Schlange an einer Rutsche… Und da der Sommer hier ziemlich heiß wird und von Mai bis Oktober geht, wäre das ziemlich blöd ohne Schwimmgelegenheit.)

– viele Compound-Aktivitäten: Basare, Barbecues, Ausflüge, wöchentliches „Coffee Gathering“, es gibt viele Kurse im Gym. Das macht es auch Schüchternen leicht, hier mal unter Leute zu kommen und jemanden kennen zu lernen. Absolutes Highlight das Halloween-Event…

– wenn es mal Probleme in den Häusern gibt, werden die zeitnah gelöst (dauert zwar manchmal auch, und braucht fast immer mehrere Anläufe, aber man kümmert sich und es klappt).

Und noch mehr Pluspunkte

– die Kinder können sich im Compound frei bewegen, Radfahren, spielen, Freunde abholen/treffen ohne dass ich immer dabei sein muss. Gibt nur ganz wenig Anwohnerverkehr, fiese Bodenschwellen alle paar Meter, dass tatsächlich nur Schritttempo gefahren wird, an den meisten Kreuzungen stehen Wachmänner…

– Verschiedene Spielmöglichkeiten für Kinder: Es gibt zwei Spielplätze direkt am Clubhouse, davon ist einer für kleinere Kinder, der andere für etwas ältere gedacht, es gibt einen größeren mit Bolzplatz nur ein paar Meter weiter am Ende unserer Straße (Sackgasse); von der zweispurigen „Prachtzufahrtsstraße“ ist eine Spur mit Gittern abgesperrt und von der anderen Spur durch einen Grünstreifen getrennt; da gibt es Basketballkörbe und man kann außer Ballzuspielen prima Radfahren, Skaten, Skateboarden etc. lernen und üben (ohne Bodenschwellen *g*). Im Clubhouse gibt es ein Spielzimmer für Kleinkinder.

Wichtig: Nahversorgung

– sehr gute Nahversorgung, es gibt nicht nur den kleinen Supermarkt, eine Apotheke und zwei Restaurants und ein Café im Clubhouse, ein Spa, ein Kosmetik-/Nagelstudio, einen Frisör, sondern fußläufig auch noch das Europlaza (nette, aber nicht überkandidelte Mall mit ‘nem „gehobeneren“ Supermarkt, Banken, viele Restaurants, Kleinkinderindoorspielplatz) und den Pinnacle Plaza (pseudoamerikanisches Einkaufszentrum – kleine flache Bauten, mit viele verschiedenen Shops und Restaurants, könnte angeblich so auch in einer amerikanischen Kleinstadt stehen, inklusive Starbucks, Subway, Dominos (bäh, wir haben doch Annie’s), Dunkin Donut, ein netter Spielwarenladen, eine „französische“ Bäckerei (wirkt nicht wirklich französisch, hat aber eine tolle Baguette-Auswahl). Auch die Yuyang Lu in die andere Richtung runter gibt es fußläufig einen deutschen Bäcker, Restaurants, Massagesalon, Wäscherei…

Jedenfalls fahren zum Pinnacle Plaza auch viele Leute aus den noch abgelegeneren Compounds wie Dragon Bay, Yosemite, Rose and Gingko, aber auch von Beijing Riviera aus (was ja von hier aus gesehen „viel zentraler“ ist und auch viele Möglichkeiten vor Ort hat).

Zur Metro laufen wir hier etwa 25 Minuten, mit dem Fahrrad entsprechend kürzer. Zur Schule muss man allerdings zweimal umsteigen und ist selbst in den dicksten Stauzeiten deutlich länger unterwegs als mit dem Auto. Es ist trotzdem beruhigend, dass man aus der Stadt zurückkommen kann, wenn man wirklich mal kein Taxi bekommt. Das ist mir aber noch nicht passiert, dass ich mal länger warten musste schon, aber gar nicht gar nicht. ;)

Schattenseite: Fahrzeiten

Ein nicht zu leugnender Nachteil ist aber wirklich der weite Weg in die Stadt, manchmal ist es wirklich doof, wenn man für eine ein-zweistündige Verabredung insgesamt 3 Stunden Fahrtzeit hat. Ich versuche deshalb, gut zu planen und vieles miteinander zu verbinden (z.B. erst Chinesischkurs, dann Verabredung, Ausflug,… in der Stadt).

Trotzdem, ich krieg jedesmal, wenn ich in die Stadt hineinfahre und die ersten Hochhäuser aufragen sehe, noch Herzklopfen: wie aufregend, ich bin wirklich hier in Peking! Aber wenn ich zurückfahre und (bis auf die Kreuzungen) der Verkehr nachlässt und es dann über den Fluss geht, bei guten Luftwerten mit Blick auf Berge von der Flußbrücke aus, und die grüne Allee am Fluss entlang, das ist dann eben auch schön.

Versuch einer Zusammenfassung für die Compound-Wahl

Ja, also was die Compound-Wahl angeht, sollte man wohl überlegen:

– Haus oder Apartment? Stadt oder draußen?
– welche Fahrtzeiten sind wir bereit in Kauf zu nehmen? Arbeitsplatz, Schule, viele Veranstaltungen sind halt eher in der City als weiter draußen – da muss man Kompromisse finden.
– wie mobil sind wir, ist eine Metrostation in der Nähe wichtig?
– mir ist das englischsprachige Management wichtig. Hier ist ständig irgendwas: Klimaanlage, Wasser, kleine und größere Reparaturen … Und wenn man dann mit seinen begrenzten Chinesischkenntnissen nicht weiterkommt, wäre für mich Frust und Ärger vorprogrammiert.
– was kann ich zu Fuß/mit dem Fahrrad erreichen – Einkaufen, Restaurants… Was möchte ich in fußläufiger Umgebung haben?
– welche „Facilities“ möchten wir haben – wenn man eh nicht schwimmen geht, braucht man auch nicht unbedingt nen Pool; wenn die Kinder nicht mehr so klein sind, braucht man kein Indoorspielzimmer etc.
– was die Anlage des Compounds angeht – das sind Geschmacksfragen. Ich mag unsere pseudoamerikanische Vorstadtanlage, anderen gefällt die pseudoeuropäische Anlage nebenan besser; die Frage, ob man zu Fuß fix noch was einkaufen kann, wird objektiv wichtiger und nachvollziehbarer sein.

Weitere Nachfragen beantworte ich gerne auch künftig per Mail oder Kommentar!

Selten waren wir so froh, dass die Sommerferien zu ende gingen. Dass der Deutschlandurlaub meinem Denguefieber zum Opfer gefallen ist, hat mir und den Kindern (auch wenn die zweit echt super waren und das Beste draus gemacht haben) doch ziemlich nachgehangen, umso besser, dass jetzt alte und neue Freunde zurück in Peking sind, die Schule wieder gestartet ist und es wieder mit vielen Veranstaltungen, Ausflügen, Kursen etc. in die Vollen geht!

Letzten Montag sind die Jungs tatsächlich ohne Gemoser um 6 aus den Betten gefallen, Schule ist halt doch mehr als Unterricht und Hausaufgaben, sondern auch Freunde treffen und Spaß haben und sie sind fröhlich losgezogen. Montagmittag sind die zwei noch ziemlich erledigt aus dem Bus gepurzelt, aber nun sind wir wieder im Alltagsrhythmus angekommen und Freitag war schon mehr elterlicher Nachdruck beim frühen Aufstehen nötig… *grins*

Der September verspricht interessant zu werden, sehr nette Welcomeparty der Patengruppe war am Freitagabend schon, Dienstag besuche ich einen Kochkurs  im Hutong, Donnerstag sind Elternabende bei beiden Jungs, in der Woche drauf starten die AGs- und auch mein Chinesischkurs wieder. Und in der letzten Septemberwoche gehen die Jungs auf Klassenreise und Männe schickt mich währenddessen dies Jahr nicht nach Shanghai, sondern nach Yangshuo. Der Tropendoc hat’s erlaubt, von daher freu ich mich da jetzt auch wieder drauf (auch wenn ich alle drei Stunden im Insektenkiller baden muss).

Letztes Jahr hat die Parade für gute Luft gesorgt, dieses Jahr ist es der Gipfel in Huangzhuo, wobei es heute leider einen Ausreißer gibt, allerdings wird’s später wohl eh gewittern. Trotzdem, der Sommer ist hier noch lange nicht vorbei und wir haben vor, ihn hier zu genießen!

 

 

Eine Wunderheilung! :)

Unser Wasserspender hat mir am Wochenende Kummer gemacht: er ging nur kurz an und und direkt wieder aus, d.h. er kühlte nicht und er kochte nicht. Stecker gezogen, Plan: am Montag die Ayi bitten, den Service anzurufen. Solange hatten wir also nur lauwarmes Trinkwasser…
Am Montag erkläre ich das Problem wortreich der Ayi, die steckt den Stecker rein, die grüne Lampe leuchtet – und ging nicht wieder aus. Wasser kochen klappt auch wieder. Hmm, sehr seltsam, aber Hauptsache es funktioniert.

Kalendarisches: Herbstanfang und die Nacht der Siebenen

Klingt bei 33 Grad komisch, ist aber so: gestern war Herbstanfang 立秋, Lìqiū. Das bezieht sich eindeutig eher auf den Erntebeginn als auf das Wetter! In zwei Wochen haben wir dann das Ende der Hitze – hoffentlich. :) Wer mehr über den chinesischen Mondkalender und die 24 Zyklen wissen möchte: hier zum Beispiel: Chinesischer Mondkalender.
Heute ist Chinesischer Valentinstag: 七夕, Qīxī, die Nacht der Siebenen, um den sich zahlreiche Legenden (oder eine Legende mit zahlreichen Varianten) und Bräuche ranken, nachzulesen unter dem Link oder auch bei Wikipedia. Letztes Jahr fiel Qīxī auf Justus‘ Geburtstag, wir waren Essen und die hübsche Mama (das bin ich) hat vom Restaurant zum Valentinstag eine Flasche Wein geschenkt bekommen. Wein trinken kann ich auch besser als Früchte schnitzen oder nähen…

 

Ich kann Chinesisch! (Wenigstens ein bisschen…)

Kurz vor den Sommerferien habe ich die zweite HSK-Prüfung abgelegt. Nachdem mein blödes Tropenfieber mich allmählich aus seinen Fängen entlässt, hab ich mal nach dem Admissionticket gesucht und dann nachgeschaut: yeah, ich habe tatsächlich bestanden, und das sogar mit annehmbaren Ergebnis! In der Vor-Sommerferien-Hektik hatte ich nicht besonders viel gelernt, von daher bin ich echt gut zufrieden! Für HSK3 muss ich das Vokabular nun verdoppeln, und außerdem werden dann auch Schriftzeichen abgefragt. Im Dezember, dem nächsten Prüfungstermin, wird das sicher noch nichts werden, aber spätestens im kommenden Juni will ich es versuchen.

Immerhin, meine Fähigkeiten reichen dazu, im Supermarkt anzurufen und nachzufragen, wo die seit beinah vier Stunden überfällige Wasserlieferung bleibt – und das mit Erfolg, keine halbe Stunde später kamen die Kanister an. :)

Apropos Wasser

Stiftung Warentest hat den Deutschen bescheinigt, dass ihr Leitungswasser prima ist und es von wenigen Ausnahmen abgesehen (Geschmack oder besonders viel Kalziumgehalt gewünscht z.B.) keinen Grund gibt, stilles Wasser zu kaufen. Seufz, wie ich das vermisse! Trinkwasser aus der Leitung! Mit unserem Sodasprudler der drölften Generation konnten wir in Hamburg wirklich prima Sprudelwasser machen, hier haben wir uns widerstrebend an das stille Wasser aus dem Wasserspender gewöhnt, immerhin ist es gekühlt… Zum Zähneputzen wird ebenfalls Trinkwasser aus dem Spender (auf den die Kanister aus dem Supermarkt geschraubt werden) verwendet – wenn wir daran denken, uns welches aus der Küche mit ins Badezimmer hoch zunehmen. Das ist ziemlich lästig, und wenn man’s vergisst eklig…

Und noch mehr Wasser: nach einem knappen Jahr hat die Klebeband-Dichtung des Spülmaschinenablaufs versagt. Nach Beseitung der Überschwemmung wurde es repariert. Ihr ahnt womit? Klebeband natürlich! :)

Wetterwetterwetter

„Boah toll, bei Euch ist es ja immer so schön warm.“ Nee. Das ist auf die Dauer nicht schön, wenn von Mai bis Oktober fast immer über 30 Grad sind (und es im August jetzt noch Richtung 40 gehen wird). Solche Temperaturen sind im faulen Strandurlaub toll, aber im Alltag ist das einfach anstrengend, schweißtreibend, den Kreislauf belastend. Das ist einfach was anderes, als wenn nur ab und zu mal so ein Ausreißer nach oben mit dabei ist. Und dann kommt hier quasi als weitere Wetterkomponente noch der Smog dazu – und wenn der AQI bei 200 liegt, macht es weder Spaß draußen zu sein noch ist es besonders gesund. Dafür sitzt man dann drinnen auf der Klimaanlage, die sich nicht wirklich gut einstellen lässt und sackt sich nen Schnupfen auf. Jammerjammerjammer. Naja, eigentlich mag ich den langen Sommer hier, kann’s eh nicht ändern und arrangiere mich halt damit, aber 24 Grad würden mir völlig reichen. :)
Heute kommt noch wieder Gewitter und Regen dazu, hoffentlich aber nicht wieder so in extremen Mengen wie vor ein paar Tagen. Inzwischen sind die Katastrophenbilder aus dem TV verschwunden, aber bis die Folgen außerhalb Pekings beseitigt sind, wird es sicher noch dauern.

Jetzt ist tatsächlich das erste Pekinger Schuljahr der Jungs vorbei. Die Zeugnisse sind in Ordnung, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie diesen Riesenschritt von Europa nach Asien bewältigen mussten und obendrein immerzu „vergessen“, dass sie Hausaufgaben haben. Im neuen Schuljahr werden sie aber schon „alte Hasen“ sein – die Schonfrist ist vorbei. ;) Auch wenn bei beiden noch Luft nach oben ist, ich bin froh, dass es alles so gut gelaufen ist, und vor allem dass sie hier glücklich angekommen sind. Klar gibt es gelegentlich mal Heimweh oder es werden alte Freunde vermisst, aber unterm Strich ist unsere Bilanz des ersten Jahres hier durchweg positiv und wir sind froh, dass wir uns auf das Abenteuer eingelassen haben.

Der Große hat seine zweite Gymnasialempfehlung (in Hamburg gab es die schon am Ende der Vierten) und der Kleine hat die Grundschulzeit nun auch beendet. Trotz aller Freude über den Beginn der Sommerferien, über die Wunschklasse für Rasmus (er kommt sowohl zum gewünschten Klassenlehrer als auch mit allen gewünschten Freunden zusammen), über 9 neue Kinder für Justus‘ Klasse – trotz allem sind die zwei erstmal recht bedröppelt aus dem Schulbus gepurzelt – es waren wieder so viele Abschiede…

Inzwischen wird hier aber wieder gekichert und gelacht, denn heute Abend geht es direkt in den Urlaub. Tatsächlich mal nicht nach Schweden, sondern nach Thailand – also  mal komplett anders als unsere bisherigen Urlaube, wir freuen uns und sind gespannt; ich werde berichten. :)

Es ist heiß. Seit Wochen haben wir hier über 30°, Tendenz steigend. Ab und zu gewittert es, aber zum Glück ist es meistens trocken und unerträglich schwüle, drückende Tage sind die Ausnahme. Blöderweise ist die Luft gleichbleibend mies – nicht so katastrophal wie im Winter, aber von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen liegt der AQI zwischen 150 und 200, dazu die bösesten Moskitos der Welt – da verzieht man sich dann doch auch oft nach drinnen. Und trotzdem: so ein langer Sommer (das geht schon seit Mai so) macht gute Laune. Die Stadt ist bunt, es gibt ganz viel Leben auf den Straßen und auch der „Beijing Bikini“ ist wieder viel zu sehen.

Hier ein paar Eindrücke der letzten Zeit:

Ich hab meine Gewohnheit wieder aufgenommen, einfach irgendwo aus der U-Bahn auszusteigen und dann ein bisschen herumzulaufen, bis ich keine Lust oder Zeit mehr habe. Neulich bin ich dann in der Nähe von dem gigantischen Klotz von China Petrol gelandet und konnte mir den Verkehr mal von einer Brücke aus ansehen. Da es früher Nachmittag war, hielt sich das Chaos in Grenzen, aber auf dem einen Bild könnt Ihr sehen, dass man beim Abbiegen sich einfach noch eine Spur dazu denkt und noch eine und noch eine…

Grundschultreff

Dann gab es den letzten Grundschultreff – in diesem Schuljahr und für uns auch überhaupt. :) Der Grundschultreff findet vierteljährlich statt und alle Grund- und Vorschüler können mit dem, was sie im (Musik-)Unterricht erarbeitet haben, zum Programm beitragen. Diesmal gab es auch die Verkündung der Antolin-Klassenergebnisse: mit großem Jubel wurden die lesefreudigsten Klassen gefeiert. Viele tolle Fotos der Bundesjugendspiele wurden gezeigt und schließlich wurden die Kinder sowie Lehrerinnen verabschiedet, die die Schule jetzt verlassen werden. Ohje, das war einerseits zwar schön, das jedes einzelne Kind wichtig war und aufgerufen wurde, andererseits standen dann in der langen, lange Reihe, die einmal quer durch die ganze Aula ging, ziemlich viele bedröppelte Kinder, von denen nicht alle die Tränen unterdrücken konnten oder wollten. Ich hoffe, wir gewöhnen uns noch besser an dieses Kommen und Gehen.

Auszeit

Nach dem Grundschultreff hatte ich unverhofft mehr Zeit als gedacht bis zur nächsten Verabredung und wollte zunächst mal Richtung Pearlmarket tuckern, habe mich aber in der U-Bahn spontan umentschieden und bin zum Beihai-Park gefahren mit der Absicht, mich am See in den Schatten zu setzen und zu lesen. Aber als ich am See ankam, „musste“ ich mir einfach ein Boot mieten (nein, kein albernes Entenboot, sondern ein kleines mit Sonnendach) und auf den See hinausfahren – und das war so schön. Nicht nur, weil die Hitze auf dem See irgendwie angenehmer war, sondern endlich mal wieder auf dem Wasser zu sein, ich musste doch kurz an die Alster denken (auch wenn ich bei DER Frage immer Elbe und nicht Alster antworte!). Eine chinesische Familie hatte jedenfalls Spaß daran, mich zu rammen, ich bin dann zweimal um sie rumgetuckert, hab mich knipsen lassen und dann war gut. :) Ich bin schon echt ein Glückspilz, dass ich sowas einfach so mal machen kann, ich glaube am Wochenende, wenn es so überfüllt ist, macht es sicherlich nicht soviel Spaß.

 

Und viele letzte Treffen vor den Sommerferien führten wieder in die „Hobbithöhle“, das Baoyuan Jiaozi Wu in der Maizidian Jie. Zuletzt heute mit dem Chinesischkurs – ich hab jetzt Ferien! :) Noch drei Tage, dann auch die Jungs! :)

Hobbithöhle

Baoyuan Jiaozi Wu

Gestern war der letzte Fotogruppenspaziergang bevor die Hälfte des harten Kerns aus Peking nach Deutschland zurückkehrt. Der Plan war, von der Langen Unterhose am noch unbeleuchteten The Place vorbei zum Ritan Park bzw. einem Restaurant am Rande desselben zu laufen, dort lecker zu futtern und im Dunkeln in etwa den gleichen Weg zurück und dann noch in eine Bar hoch über Peking zu gehen.

So weit, so gut, der erste Teil des Plans wurde erfolgreich umgesetzt. Das Restaurant war hübsch chinesisch, schöne Möglichkeit draußen zu sitzen, das Essen war lecker, die Stimmung gut – und wurde auch nicht schlechter, als die ersten dicken Tropfen fielen. Kellner kamen, um schnell zu kassieren und uns rein- bzw. fortzuscheuchen, allerdings tropfte es nun nicht mehr nur, sondern schüttete wie aus Eimern, gewitterte kräftig dazu. Nicht wirklich fotospaziergangstauglich. Also Planänderung, zurück im Restaurant noch einmal die Getränkekarte rauf und runter bestellt und den Abend dort verbracht. So gibt es halt keine bunten Bilder von The Place oder Peking von oben, aber zum Schnacken, Quasseln, … war es perfekt. Mindestens eine muss vernünftig geblieben sein – wir sind nicht mehr zum KTV getuckert…

Jetzt sind wir bald ein Jahr hier in China, sind wirklich angekommen und fühlen uns wohl. In zwei Wochen endet das Schuljahr, vor zwei Wochen war schon das erste Sommerfest. Sommerfeste vor den Ferien sind hier immer gleichzeitig auch Abschiedsfeste, und zusätzlich zu den Sommerfesten gibt es die eine oder andere Farewell-Party. Aus Justus‘ 5. Klasse verlassen 7 Kinder Peking, obendrein alles Jungs. Damit schrumpft die Klasse auf 16 Kinder, wenn nicht doch noch Neuankömmlinge dazukommen. Bei Rasmus geht nur ein Mädchen, aber aus einer der Parallelklassen gehen viele Kinder, so dass aus drei 4. Klassen künftig zwei 5. Klassen werden. Bei beiden Kindern ist jeweils mindestens ein „guter Freund“ unter denen, die weggehen. Und auch aus meinem engeren Umfeld gehen einige Frauen zurück nach Deutschland. Auch wenn ich jetzt nicht innerhalb eines Jahres gleich ganz dicke Freundschaften aus dem Boden stampfen kann, das braucht bei mir mehr Zeit – wer weiß, ob das nicht echte Freundschaften hätten werden können? So oder so, hier werden Lücken entstehen, und es ist gut, dass wir in den Sommerferien direkt verreisen und erstmal anderes in den Vordergrund rückt.

Hello – good bye

Ja, es ist anders mit Beziehungen hier, fast alle sind auf Zeit hier und man weiß schon beim Kennenlernen, dass in überschaubarer Zeit Goodbye gesagt werden muss. Den Zusammenhalt im Compound und in der deutschen Community empfinde ich als sehr groß. Wie ich sicher schon erzählt habe, macht es einem unter anderem die Patengruppe leicht, in Peking anzukommen, etwas zu unternehmen, Kontakte zu knüpfen. Auf Fragen zum Alltag („wo gibt es eigentlich…?“) bekommt man immer eine Antwort, nein, nicht nur eine Antwort, sondern direkt das Angebot mit hingenommen zu werden.

Zàijiàn! - Auf Wiedersehen!

Zàijiàn! – Auf Wiedersehen!

Auch die Jungs sind schnell in ihren Klassen angekommen und haben rasch Freundschaften geschlossen. Aber hier kennen alle Kinder das neu sein, sie sind vor gar nicht allzu langer Zeit selbst noch der Neue gewesen. Das ist doch anders als in Hamburg, wo sich manche Kindergruppen schon seit der Kindergartenzeit kennen und es eigentlich nur bei der Einschulung und beim Übergang auf die weiterführende Schule die Situation „alle neu“ gibt und nur ganz selten wirklich mal ein Kind ganz neu dazukommt. Die Kinder hier wissen alle, wie das mit Heimweh und dem Vermissen der alten Freunde ist und – soweit ich das als Mutter beurteilen kann und aus den knappen Erzählungen der Jungs heraushöre – unterstützen sich gegenseitig.

Ich erlebe diese neuen Beziehungen hier als intensiver, die Phase des Beschnupperns geht viel schneller, dadurch, dass  hier die mitreisendenden Partnerinnen zumeist keine eigene Arbeitserlaubnis und demzufolge viel Zeit haben, sieht man sich viel öfter und lernt sich relativ schnell kennen. Es heißt, wenn einen der deutsche Alltag erstmal wieder hat, bleibt nicht mehr viel Zeit, an Peking und die deutschen Pekinger zu denken. Aber ich hoffe doch sehr, dass es nicht nur Abschiede für immer gibt, sondern dass es auch Wiedersehen gibt – wann und wo auch immer.

Auch der große Fotogruppenausflug nach Shilinxia hat viel Spaß gemacht. Und weil es eben das zweite Mal für mich war, hab ich auch mehr genießen können, auch der Aufstieg schien mir kürzer und weniger anstrengend. Oben auf der Plattform hatte ich deutlich weniger Bammel als beim ersten Mal, allerdings dann doch ein mulmiges Gefühl, wenn sich Gruppen für Gruppenbilder zusammenfanden und sofort ein Wächter mit Megaphon brüllend näherte und versuchte, alle auseinanderzuscheuchen und besser zu verteilen… Es wird sicher ein drittes Mal geben: meine ausflugsmuffeligen Jungs möchten da jetzt doch hin! :) Dann möchte ich aber noch mehr Zeit zur Verfügung haben, damit wir uns beim Rückweg durch die Schlucht und am Fluss entlang mehr Zeit lassen können.

 

Am Montag bin ich mit einer Freundin  zum Himmelstempel gefahren.  Wow, Weltkulturerbe! Von unserem Compound aus ist das schon eine halbe Weltreise, fast 1,5 Stunden. Wenn man mit der Metro anreisen möchte, die Linie 5 hält direkt am Osteingang (Tiantandongmen). Eintritt inklusive aller Gebäude (z.B. Halle des Erntegebets, Echomauer, Himmelsgewölbe) kostet 34 RMB. Im Park finden sich Kiosks und Imbissbuden, die Getränke, Souvenirs und Snacks anbieten, letztere sehen nicht wirklich appetitlich aus und die Preise sind 2-3mal höher als anderswo – Touristen-Hotspot halt. :)

Gleich am Eingang (wir sind am Nordeingang, der der Halle des Erntegebets am nächsten ist, angekommen) wurde getanzt – typisches Pekinger Parkleben. Ein breiter Weg führt direkt auf die Anlage mit der großen runden Halle zu, die von einer Mauer begrenzt wird. Und an dieser Mauer befindet sich ein riesiger LED-Bildschirm wie an Einkaufszentren auch und zeigt Werbefilmchen… Chinesische Kombination aus Weltkulturerbe und Gegenwart. :)

Gegensätze

Gegensätze

Ein paar Schritte weiter steht dann inmitten dieser riesigen Parkanlage also eine der bekanntesten Pekinger Sehenswürdigkeiten, die Halle des Erntegebets:

Himmelstempel: Halle des Erntegebets

Halle des Erntegebets

Wie nicht nur im Botanischen Garten zu sehen war: in China liebt man Blumen und insbesondere Rosen, kürzlich hat auch ein Rosen-Museum eröffnet. Blumen sind überall, nicht nur in Parks, sondern auch als „Straßenbegleitgrün“, was hier nicht möglichst preisgünstig und pflegeleicht angelegt wird, sondern üppig und repräsentativ. Und so sind nun auch rund um die Halle des Erntegebets und die Hallen drumherum reichlich Rosen arrangiert.

Rosen vor westlicher Halle

Rosen vor westlicher Halle

Natürlich sind auch die Mülleimer im Park der historisch-altehrwürdigen Umgebung angepasst:

IMG_3063

Überall wachen Drachen, nicht nur auf Hausdächern, sondern auch auf Mauern:

IMG_3082

Angesichts des nicht ganz so schönen Wetters („nur“ 24 Grad und angekündigter Regen) war der Park nicht überfüllt, aber doch voller Menschen. Neben einigen wenigen Langnasen-Touristen ganz viele chinesische Touristen, deren wartende Busse die umliegenden Straßen verstopfen, und dann natürlich viele Pekinger, die im Park nicht nur spazieren gehen, sondern tanzen, Karten und Fuß-Federball spielen oder wie dieser Mann musizieren (wobei er hier gerade eine Pause macht. ;) )

IMG_3144

IMG_3180

Wir sind dann weiter zum ebenfalls runden „Himmelsgewölbe“ spaziert. Dort ist nicht so viel Platz, also werden die Menschen im Gänsemarsch an der Tür vorbeigeschleust. Ein paar Jungen haben sich einen Spaß daraus gemacht, und sind schon auf dem Hof als Rucksackpolonaise losgewackelt. :)

IMG_3191

Und bevor man dann weitergedrängelt wird, sieht man diese Utensilien:

IMG_3201

In den rechteckigen Hallen rundherum finden sich Ausstellungen mit Informationen zum Bau der Anlage, Schautafeln und in einer Halle auch 2 große Modelle. Leider sind größtenteils nur die Überschriften auf Englisch, aber es reicht doch, um einen Eindruck zu gewinnen.

So weit, so gut…

Piepmatz geht Gassi

Piepmatz geht Gassi

Wären wir als Touristen unterwegs gewesen, hätten wir nun vermutlich direkt die nächste Sehenswürdigkeit angesteuert. Aber mit dem Luxus von viel Zeit, den wir hier genießen, konnten wir auch ein bisschen die weitere Umgebung erkunden. Hier ist es üblich, dass nicht nur Hunde, sondern auch Vögel mit nach draußen genommen werden – und wenn es die große Kreuzung um die Ecke ist. Wir sind dann nicht an der Straße neben den vielen Reisebussen, sondern am Fluss (genauer: dem South Moat) entlang spaziert. Auch hier alles hübsch angelegt, die Hänge an beiden Ufern sorgfältig bepflanzt. Zwischendrin immer wieder Gruppen von Säulen inmitten von Blumenbeeten.

Säulen am Süd-Graben

Säulen am Süd-Graben

Außer uns beiden Langnasen waren dort nur einige wenige Angler unterwegs und noch weniger Spaziergänger, zumeist mit kleinen Hunden, die aber für reichlich Hinterlassenschaften gesorgt haben… Und oben rauschte der Autoverkehr… Wir sind dann auf das Yongding-Tor (Yongdingmen) zugegangen, unten am Graben (eher ein Kanal) ging es in einer langen Unterführung unter den Straßen durch. Stockdunkel. Stinkend. Unheimlich. Glücklicherweise waren wir zu zweit und haben uns auch keine Horrorgeschichten von Pekinger Kampfratten erzählt, aber ich musste doch an Larry Underwood im Lincoln Tunnel* denken… ;) Über das Licht am Ende des Tunnels waren wir dann doch hocherfreut.

Yongding-Tor

Yongdingmen

Der Tunnel des Grauens

Von der Uferpromenade – hinter dem Tunnel des Grauens wieder hübsch repräsentativ – führten einige Stufen den Uferhang hinauf, wir wollten uns ja das Tor ansehen. Bedauerlicherweise führte der Weg ins Nichts, hörte einfach vor einer hübsch verzierten Begrenzungsmauer auf. Aber zurück durch den potentiellen Drehort für Zombieapokalypse IV wollten wir auch nicht mehr, also sind wir lieber über die Mauer geklettert und fanden uns auf einer viel befahrenen Kreuzung wieder. Von unserer Seite aus keine Chance, heil die Fahrbahnen bis zum Tor zu überqueren, Fußweg überhaupt Fehlanzeige, also vorsichtig auf der Radspur über die Brücke hinüber und in die nächste Straße hinein, wo wir nicht nur von Rasensprengern, sondern auch stärker werdendem Regen gegossen wurden. Riesenglück gehabt, gleich das erste Taxi hatte Erbarmen mit uns und hat uns nach Sanlitun zu Mr. Shi und seinen Dumplings gebracht, die hatten wir uns nach dem Abenteuer auch verdient.

War jedenfalls ein toller Tag mit einigem, was das Leben hier so spannend macht: olle Geschichte und Massentourismus, ein bisschen abseits der ausgetretenen Pfade und lecker Essen.

 

Hinweis: Werbung

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provisions-Links. Wenn Du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von Deinem Einkauf eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis nicht. 

 

Rollstuhlübergabe im Waisenhaus „Blue Sky“

Ende April war ich im Waisenhaus „BlueSky“. Im Rahmen eines Sozialprojektes an der BSB (British School of Beijing) wurde für einen Jungen mit Arthrogryposis ein elektrischer Rollstuhl in Deutschland gefunden, für das Kind individuell angepasst, nach China geflogen und dann hier übergeben. Das war ein unglaublicher Gänsehautmoment, man kann sich nicht annähernd vorstellen, was das für den Jungen für ein Plus an Lebensqualität sein muss! Und ebenfalls Respekt vor dem 16jährigen Schüler, der sich da so reingehängt hat.

Lìxià – Anfang des Sommers

Statt Vatertag/Himmelfahrt war am 5. Mai hier 立夏(Lìxià), d.h. Anfang des Sommers. Gefällt mir irgendwie besser, auch wenn normaler Arbeits- und Schultag war. Über das Wetter hier kann ich mich echt nicht beklagen, wenn der AQI nun noch immer im grünen Bereich wäre, wäre es perfekt.

Geburtstagsfeierlichkeiten

Dann hatten wir hier einen 10. Geburtstag. Am Geburtstag selbst war quasi die „Familie“ – die Freunde aus dem Compound – zum Kaffeetrinken da und dann gab es den Kindergeburtstag mit den Schulfreunden. Alles anders hier (die Entfernungen…) und neu und dann auch wieder genau wie in Deutschland. Die Jungs waren schon bei einigen Kindergeburtstagen eingeladen, da gab es „Lasertag“, Schlittschuhbahn, „klassischer“ Kindergeburtstag zuhause und Übernachtungspartys. Eine Mischung aus letzterem hat sich Rasmus dann auch gewünscht und bekommen. War schon anstrengend, aber auch schön. :)

Projektwoche

Für die Jungs wird die kurze Schulwoche ab morgen hoffentlich super: Es ist Projektwoche. Beide haben zwar nicht Ihr Wunschprojekt bekommen, sie wollten beide „Cybernetica“ und einen Roboter bauen (*zu den großen Brüdern nach Deutschland wink*) aber mit der Zweitwahl sind sie glaube ich auch gut zufrieden: Rasmus ist im „Reiseführer-Peking“-Projekt, dafür geht es jetzt erstmal auf Recherchetouren: zur Mauer, zum Sommerpalast und in den Chaoyang-Park, und am Freitagvormittag wird der Reiseführer dann zusammengestellt. Justus macht „Chinesische Musik“ von traditionell bis modern, da bin ich auch schon auf die Präsentation am Freitag gespannt.

Jonna vom Expatmama-Blog hat mir mit sehr lieben Worten den „Liebster Award 2016“ weitergereicht. Vielen Dank dafür! Der „Liebster Award“ ist eine Auszeichnung von Bloggern für Blogger: man bekommt sie, beantwortet 11 Fragen und reicht dann den Award mit eigenen Fragen weiter. Den Award gibt es schon einige Jahre, als Idee steckt dahinter, (neue) Blogs zu entdecken, in dem man Blogs, die einem selber gut gefallen, quasi mit dieser Auszeichnung weiterempfiehlt. Von manchen wird der Award als eine Art Kettenbrief kritisiert, für andere ist es hilfreich und schön, auf diese Art und Weise über neue, interessante Blogs zu stolpern. Hängt ja auch davon ab, welche Fragen man gestellt bekommt, welche man selber stellt und an wen man den Award weiterreicht.

Hier kommen also Jonnas Fragen und meine Antworten:

1. Warum hast du beschlossen, einen Blog zu schreiben?

Ich habe mit dem „Ombidombi“-Blog begonnen, als wir die Entscheidung getroffen haben, dass wir nach Peking gehen. Mir erschien das als die einfachste Möglichkeit, Familie, Verwandte, Freunde, Bekannte auf dem Laufenden zu halten; dass halt jeder gucken kann, wenn’s zeitlich passt und ohne sich genötigt zu fühlen, immer gleich mit einer langen Mail zurückzuschreiben (wie es vielleicht wäre, wenn ich das per Mail/Newsletter erledigt hätte).

Im Laufe der Zeit merke ich aber immer mehr, dass mir das Erzählen Spaß macht, mich selber auch zur Reflektion anregt. Und nach den ersten positiven Rückmeldungen hat sich nach und nach auch der Gedanke eingenistet, dass so wie ich andere Blogs von in Peking Lebenden inhaliert habe, mein Blog vielleicht anderen Leuten, die vor so einer schwerwiegenden Entscheidung stehen, auch helfen könnte: wie kann man sich das Leben in Peking besser vorstellen?

Reiseführer sind super, um sich selber positiv auf den künftigen Lebensmittelpunkt einzustimmen, aber es fehlt an „Alltag“ und subjektiven, individuellen Erfahrungen, gerade auch zum Leben mit Kindern. Also erzähle ich nun ein wenig davon. :)

2. Was macht dir beim Bloggen am meisten Freude?

Wie gesagt, inzwischen habe ich Spaß am Erzählen, das Nachdenken über mich und uns und unser Leben hier und das Schreiben darüber gefällt mir. Und ich schreibe nur, wenn ich finde, dass ich etwas zu erzählen habe, mache mir also auch keinen Druck, dass ich diese Woche unbedingt noch zwei Beiträge schreiben muss… Und ich freu mich über Rückmeldungen, zum Glück bisher nur positiv.

3. Haben Dir andere Blogs bei deinem Abenteuer Ausland schon geholfen? Wenn ja, welche?

Ja, ja ja! :) Tipps und Hinweise für Formalitäten lassen sich ja doch einigermaßen finden, aber ich habe nach persönlichen Erfahrungen gelechzt! Ich habe mir die Finger auf der Suche nach Blogs von Familien, die in Peking oder China leben und China-Erfahrungen insgesamt wund gegoogelt und zum Glück auch welche gefunden, zum Beispiel:

  • 5intheworld.de von Jochen, der mit seinen Fotos mehr erzählt, als ich je in Worte fassen könnte
  • Familie Schulze-Permentier, die inzwischen wieder in Deutschland sind und die ich hier nicht mehr persönlich kennengelernt habe, aber deren Eindrücke mir geholfen haben, mir das Leben hier besser vorzustellen
  • Bambooblog – kein Expatblog, sondern ein Reiseblog, und was für eines! Ulrike bereist China seit den späten 80ern, da steckt so viel Erfahrung und Begeisterung für das Land drin, das hat bei mir auch viele Vorbehalte gegenüber China dämpfen können

4. Was war deine bisher wichtigste „lesson learned“ beim Bloggen?

Ich lerne da immer noch: was gebe ich preis, was bleibt privat? Was kann ich so öffentlich erzählen? Was von dem, was mich bewegt, ist auch für Außenstehende interessant und lesenswert?

5. Was war deine bisher wichtigste „lesson learned“ im Ausland?

Dass ich vielleicht „deutscher“ bin, als ich jemals von mir gedacht hätte: ich mag Regeln, Sicherheit und Pläne, Pünktlichkeit, bin ganz furchtbar schlecht beim Smalltalken…

6. Was war dein größtes Fettnäpfchen, in das du in deiner neuen Heimat getreten bist?

Das war gar nicht unter Chinesen, da war ich u.a. dank Intensivkurs im Hamburger Konfuzius-Institut ganz gut vorbereitet, sondern das war beim ersten Treffen mit der Fotogruppe, als ich so aufgeregt war, dass ich bei der Vorstellungsrunde nicht mal mehr bis 5 zählen konnte und mit meinen Kindern durcheinander gekommen bin, ich Rabenmutter…

7. Was würdest du jeder Expatmama empfehlen?

Offen zu sein für neue Erfahrungen und dabei nicht immer gleich werten, sondern Unterschiede auch einfach mal so stehen lassen. Sich an dem Positiven und Schönen festhalten und sich mit dem Negativen (Smog, Verkehr z.B.) arrangieren, wenn man’s eh nicht ändern kann. Und: den Kindern etwas zutrauen! Mein Eindruck hier ist, dass viele Kinder sich leichter tun als ihre Eltern.

8. Was vermisst du aus deiner Heimat am meisten?

Saubere Luft. Frische Luft. Gesunde Luft. Die schlimmen Smog-Tage sind einfach nur deprimierend, selbst wenn man nicht direkt nach Atem ringt und mit Erkältungssymptomen kämpft. Überhaupt eine gewisse Sicherheit, was Umwelt und Gesundheit, Trinkwasser, Lebensmittel angeht. Aber wie gesagt, am meisten vermisse ich frische Luft.

9. Was wird dir aus deiner neuen Heimat einmal fehlen? (Abgesehen von neu gewonnen Freunden)

Kurz und knapp: Der chinesische Pragmatismus und das chinesische Essen.

10. Gibt es etwas, das du an deinem Blog gerne verändern würdest? Was hat dich bislang davon abgehalten?

Ich müsste mal die Kategorien überarbeiten, damit diese aussagekräftiger werden und es damit übersichtlicher, besser gegliedert wird. Abgehalten werde ich von der Zeit (die Tage hier gehen irgendwie viel schneller vorbei), aber vor allem von einer guten Idee für eine neue Gliederung.

11. Hast du einen Wunsch an die Expatmamas?

Ja: weitermachen, dranbleiben, ausbauen! Ich wünschte, die Seite hätte es schon früher gegeben! Und ein Expatmama-Forum für direkten Austausch untereinander, das wäre genial!

Ich gebe den Liebster Award nun weiter an an zwei auslandserfahrene Bloggerinnen. Bei der einen ist es spannend zu sehen, welche Erfahrungen sie in der gleichen Stadt macht, bei der anderen bin ich gespannt darauf, wie sehr sich Auslandsleben Ost von Auslandsleben West unterscheiden wird:

  • Claudia von Move2GreaterCincinattiArea, die nach einigen Jahren Belgien nun im Sommer in die USA übersiedeln wird, und
  • Kerstin von Peking-Ni Hao, die mit ihrer Familie seit 2014 in Peking lebt und zuvor in Japan und Korea war.

Hier kommen Eure Fragen:

  1. Warum hast Du mit dem Bloggen angefangen?
  2. Wo siehst Du Dein Blog in etwa einem Jahr?
  3. Was macht Dir Spaß beim Bloggen?
  4. Was macht Dir Schwierigkeiten beim Bloggen?
  5. Wie deutsch bist Du?
  6. Wen oder was aus Deutschland vermisst Du besonders?
  7. Und was aus Deutschland fehlt Dir überhaupt nicht?
  8. Was würdest Du jetzt (ca. 2 Monate vor dem Abflug in die USA) schon gerne wissen, was beschäftigt Dich da am meisten im Hinblick auf den neuen Lebensmittelpunkt? Bzw. Was hättest Du gerne schon vor dem Abflug nach Peking gewusst und was hat Dich am meisten beschäftigt?
  9. Was macht Dir den Ortswechsel leicht, was macht ihn schwer? Bzw. was hat ihn Dir leicht, was hat ihn Dir schwer gemacht?
  10. Hast Du Blog- und Linktipps für Deutsche in Deiner (künftigen) Nachbarschaft oder Deutsche in China/USA generell?
  11. Hast Du Buchtipps zum Thema „im Ausland leben“? Falls nicht, hast Du einen anderen Buchtipp?

Vielen Dank fürs Mitmachen!

Und hier nochmal die Regeln für den Liebster Award 2016:

Der Liebster Award unterstützt besonders neue Blogs, um in der Bloggerwelt bekannter zu werden. Aber auch für alte Hasen ist der Liebster Award natürlich eine gute Möglichkeit, noch bekannter zu werden. Der Liebster Award ist eine Vernetzung zwischen Bloggern und funktioniert ganz einfach: Ein Blogger wird von einem anderen Blogger nominiert, beantwortet die gestellten Fragen auf seinem Blog, stellt selbst wieder Fragen und nominiert erneut Blogs für den Liebster Award.

  • Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite. Wer über die Fragen hinaus Fakten über sich präsentieren möchte, kann dies in seinem eigenen Blog tun: Fakten über mich (bis zu 11 möglich); wer mit den Fragen gar nichts anfangen kann, darf sie ausnahmsweise auch mal gegen Fakten austauschen; sollte das dann aber auch entsprechend begründen.
  • Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf Eurer Seite. Falls möglich, hinterlasst auf ihrem Blog einen entsprechenden Kommentar, in dem ihr auch für andere sichtbar den Award annehmt.
  • Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite, so dass der Liebster Award nach außen hin sichtbar ist und bleibt.
  • Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf euren Blog.
  • Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.
  • Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiterempfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten. Wer möchte, kann sich dabei an die 200er – 3000er Follower / Leser Regel halten, also solche Blogs empfehlen, die unterhalb dieser Zahlen liegen.
  • Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt. Empfohlen wird, dafür die Kommentarfunktion auf den jeweiligen Blogs zu nutzen, falls diese passend ist. Empfohlen wird auch, die jeweils Nominierten vorab zu fragen, ob sie überhaupt mitmachen wollen, damit sie sich nicht überfallen fühlen. Viel Spaß!

 

Unter den „Schnipseln“ finden sich künftig Kleinigkeiten, für die es (noch) keinen eigenen Blogeintrag gibt, quasi Kurzmeldungen.

AutoChina

Das ganz große Verkehrschaos ist ausgeblieben, zwar mehr Stau als sonst, aber längst nicht so wild wie befürchtet. Einkaufen hier im Umfeld war ganz normal, keine Schlangen bis auf die Straße, wie es prophezeit wurde. Das einzig Problematische: Taxifahren. Erst kommt man nicht oder nur mit viel Verspätung weg (selbst mit eingeplanter längerer Warte- und Fahrzeit) und zurück wollen nicht alle Taxifahrer fahren, weil sie wohl noch das Chaos von vor zwei Jahren, wo es noch viel schlimmer gewesen sein soll, vor Augen haben.

Schule

Egal ob Schule in Deutschland oder China: auf der Prioritätenliste der Jungs leider nicht ganz oben…

Maifeiertag

Fast ganz China hat frei, vom 30.4.-2.5. Nur die Kinder der Deutschen Schule dürfen lernen gehen. Dafür haben sie dann am Pfingstmontag frei, wenn alle anderen arbeiten/lernen. Das ist insofern unpraktisch, als arbeitende Eltern eher an chinesischen als an deutschen Feiertagen frei haben, das heißt: kein langes Familienwochenende. Auch in Familien, deren Kinder verschiedene Schulen besuchen, wird es heute früh sicher lustige Szenen gegeben haben, da die Deutschen Schüler die einzigen sind, die heute los mussten.

Beijing Bikini

Mit den sommerlichen Temperaturen ist er wieder da, der Beijing Bikini: Unterhemden/Shirts und nackte Männerbäuche. Wow.

AutoChina

AutoChina im International Exhibition Center

Vor gut zwei Wochen habe ich zum ersten Mal von der AutoChina gehört: „denk dran, vorher am besten noch einen Großeinkauf zu machen!“, „stell Dich mal auf 10 Tage nur im Compound und drumherum ein!“, „oh nee, am 29. können wir uns nicht in Sanlitun treffen, da ist doch AutoChina, wir kommen gar nicht weg…“ und so weiter! Der Göttergatte hielt das für das übliche Gerede gelangweilter Hausfrauen (… Lehrerkind Bastian Bielendorfer fügt an solchen Stellen immer „Handgemenge“ ein…), bis ein Kollege ihn fragte, ob er denn während der AutoChina in der Stadt übernachten würde. Ha!

Okay, die AutoChina ist also eine der größten Automessen der Welt mit gut einer Million erwarteter Besucher und findet auf dem Gelände des International Exhibition Centers statt. Das wiederum liegt genau gegenüber der Einmündung unserer kleinen Straße in die Hauptstraße, also wirklich nur ein paar Gehminuten von uns weg. Vom Compound gab es ein Rundschreiben: die Zufahrtsstraße werde für den Durchgangsverkehr gesperrt, wer Autopässe brauche, könne sich diese an der Rezeption abholen, allerdings „nur“ zwei pro Haus…

Hier ist sonst nichts los

Hier ist sonst nichts los

Heute ist nun also der erste Tag, und der Schulbus der Kurzen ist heute Morgen prompt auch erst mit viertelstündiger Verspätung gestartet. Später am Vormittag hab ich Neugiernase mich dann mal auf die Socken gemacht um ein bisschen zu gaffen, Wetter hat an sich auch zum draußen sein eingeladen, nur der doofe Smog mal wieder…

Ok, am Compound-Tor mehr Personal als sonst, mehr Absperrungen und viel mehr Verkehr, und an der Straße entlang sind lauter Parkverbotsschilder mit Abschleppandrohung aufgestellt.

Yuyang Road

Beim Pinnacle Plaza

Auch vorm Supermarkt ist viel mehr los als sonst, vormittags ist hier normalerweise tote Hose. Die spielenden Männer dort sitzen sonst auf der gegenüberliegenden Seite, wo jetzt geparkt wird; dafür gibt es heute deutlich mehr Zuschauer. Zum Pinnacle Plaza hin sind alle Zufahrten abgesperrt, und natürlich überall viele Wächter.

Europlaza

Europlaza-Tiefgarage ist dicht

Noch ein paar Meter weiter, bei der Zufahrt zur Tiefgarage vom Europlaza ging dann gar nichts mehr. Natürlich wurde ordentlich gehupt, was erstaunlicherweise ;) auch nichts half. Wer aus der Ecke hier wegfahren will, braucht also ziemlich viel Geduld.

Direkt an der Kreuzung dann tatsächlich ein „boah“-Moment. Absperrungen, Polizei und Trubel.

gesperrt

Keine Einfahrt heute!

Absperrungen

Absperrungen

Autos

Noch mehr Autos…

 

 

 

 

 

 

Wer jetzt auf schicke Autobildchen hofft, den muss ich enttäuschen, von außen nichts zu sehen. Ich könnte Euch aber mein Fahrrad zeigen. :)

Nach der ganzen Aufregung und den Erzählungen im Vorfeld hätte ich mir den Auftrieb hier schlimmer vorgestellt, allerdings habe ich mich von Metrostation und Haupteingang auch ferngehalten. Und ich glaube, ich wäre vor einem Dreivierteljahr doch noch beeindruckter gewesen als ich jetzt bin. Mal schauen, wie das im Laufe der nächsten Tage sein wird, wenn ich in die Stadt und wieder zurück muss, und wer weiß, ob das Chaos eventuell doch noch wilder wird. Die Schulbusse auf der Rücktour waren heute jedenfalls nur leicht verspätet, von daher hoff ich auf einigermaßen unbeeinträchtigtes Dasein bis zum Ende der Messe.

Verbotene StadtWenn man als Tourist nach Peking kommt und nur begrenzt Zeit hat, dann ist man mit den Top-10-Listen aus Reiseführern und/oder dem Angebot der Reiseveranstalter sicher auf der richtigen Seite und wird vermutlich feststellen, dass ein paar Tage für Peking einfach nicht reichen.

Aber wenn man mehr Zeit in Peking hat, gibt es so viel mehr zu entdecken, mehr als selbst der dickste Reiseführer zu bieten hat. Doch wie kommt man an Ausflugsideen, woher weiß man, wohin man sich mal aufmachen könnte? Sicher gibt es bei den internationalen Peking-Magazinen wie beijing kids  usw. auch immer wieder mal Tipps.

Aber meine Lieblingsquelle für Ausflugstipps ist Inside Beijing von Baris Selcuk, der Chinawissenschaftler und mit einer Pekingerin verheiratet ist. Aber auch ohne konkrete Ausflugsabsicht macht es Spaß, sich auf der Seite virtuell in Peking umzusehen.

Hier finden sich 169 (!) Ziele, sortiert nach Stadtbezirken oder thematisch:

  • Berge und andere Natursehenswürdigkeiten
  • Historische Sehenswürdigkeiten (Kaiserliches Peking)
  • Kirchen, Kathedralen und Moscheen
  • Klöster und Tempel
  • Kunstmuseen und -galerien
  • Museen zu Geschichte und Kultur
  • Naturwissenschaftliche und Technische Museen
  • Straßen, Plätze und Märkte
  • Zoos, Gärten und Parks

Neben einer Beschreibung finden sich jeweils die konkrete Adresse (deutsch und chinesisch), weiterführende Links (sofern vorhanden), Empfehlungen zu Zielen in der Nähe, Informationen zu Eintrittspreisen und Öffnungszeiten sowie Anreisetipps mit Bus und Bahn, bei denen allerdings darauf hingewiesen wird, dass sie zuletzt 2013 vollständig überprüft wurden. Das sollte allerdings nur für Busverbindungen problematisch sein, mit dem Taxi eh kein Problem.

Langeweile wird hier jedenfalls nicht aufkommen! Und nein, ich habe die Liste nicht ausgedruckt und angefangen abzuhaken! ;) Noch nicht… :D

Das war er also, unser erster Heimaturlaub. Schön war es, aber auch anstrengend. Was ich nun gelernt habe: selbst wenn ich vorher gut plane (mit Hilfe einer Exceltabelle habe ich uns ein Programm gestrickt als ob wir auf Delegationsreise gingen…, um ganz viel in der knappen Zeit unterzubringen) – das ist so nicht gut für uns. Auch wenn ich mich über jeden einzelnen Besuch, jedes einzelne Treffen und Wiedersehen gefreut habe und auch traurig bin, dass wir nicht alle treffen konnten, die wir gern gesehen hätten: beim nächsten Mal müssen wir das anders machen. So viele Monate lassen sich einfach nicht in ein paar Urlaubstagen nachholen. So war das zu stressig und vor allem für die Jungs war es deutlich zu wenig an Ferienaktivitäten. Da sind sie schon Tausende von Kilometern geflogen, dann müssen sie nicht auch noch Hunderte von Kilometern in Deutschland abreißen… Wir brauchen also mehr unverplante Zeit, wo wir kind- und wetterabhängig spontan entscheiden können.

Hamburg war nur anfangs etwas fremd, aber bei allen sichtbaren Veränderungen doch unfassbar vertraut, liegt uns eben irgendwie im Blut. Heimat halt. Dennoch ein Eindruck aus dem Alltag (mein subjektiver, oberflächlicher): „die Pekinger“ wirken gelassener, ja sogar glücklicher, zufriedener als „die Hamburger“. Und in Hamburg dabei so ein Luxus: unser Garten, der im Regen nach Wald riecht. Trinkwasser aus allen Hähnen (sogar in den Klos…). Immer gute (!) Luft. Die Lebensmittelqualität. Alles so sicher, beinahe überreglementiert. Soviel Platz, alles so überschaubar, und *kicher* diese kleinen Stockungen nennt man Stau oder gar Verkehrschaos? Gab es nicht mal Aufregung um die Tanzenden Türme an der Reeperbahn? Ach was, das soll Hamburgs einziges „weird building“ sein? ;) Ich muss gestehen, dass mir hier in Peking zwischen all den Einheitskästen die verrückten Gebäude echt ans Herz gewachsen sind!

Naja, und Weltstadt Hamburg, Tor zur Welt: bitte überleg mal, wie das ist, wenn man am Flughafen ankommt und Euromünzen (!) für die Gepäcktrolleys braucht. Das hat mich so aufgeregt, dass ich ans Kundenbüro des Flughafens gemailt habe. Die Mail wurde unglaublich schnell beantwortet, damit konnten Punkte gutgemacht werden. Aber zwischen den üblichen netten Kundenservice-Floskeln dann die eigentliche Antwort:

Zum Thema Gepäckwagen können wir Ihnen mitteilen, dass ein Flughafen drei Möglichkeiten hat, seinen Kunden Gepäckwagen zur Verfügung zu stellen. Gegen Gebühr, kostenlos mit Pfand oder kostenlos ohne Pfand. Der Hamburg Airport hat sich für die Variante „kostenlos mit Pfand“ entschieden. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Ein Grund ist das Sicherheitsrisiko durch wild abgestellte Gepäckwagen, die eine Gefahr für Passagiere und Fahrzeuge am Flughafen darstellen. Wollte man alle Gepäckwagen sofort wieder einsammeln, entstünde ein nicht zu vertretender finanzieller Personalaufwand.

Ok, alles eine Frage der Prioritäten, und an dieser Stelle hat der Flughafen meiner Meinung nach die falschen Prioritäten gesetzt. So bleibt der erste Eindruck von Nicht-Euroland-Reisenden: nicht existenter Service. Freundliches Willkommen sieht anders aus! Wenn Abreisen netter als Ankommen ist: nicht gut!

Der Abschied fiel uns diesmal schwerer. Vermutlich war angesichts der großen Aufregung im August „wie wird unser Leben in Peking, werden wir uns dort wohlfühlen oder machen wir gerade einen Riesenfehler?“ fast kein Raum mehr für andere Gefühle, diesmal waren wir alle drei deutlich trauriger. Und wir wissen halt inzwischen, was uns hier im Vergleich mit Deutschland stört oder fehlt.

Glücklicherweise hat sich der Kummer angesichts der Verspätung des Flugs nach Amsterdam und dem damit verbundenen Risiko, es nicht rechtzeitig zum Anschlussflug nach Peking zu schaffen, schnell verzogen. Zeit hat zum Glück doch noch gereicht, diesmal keine lange Warteschlange bei der Passkontrolle und, zack, saßen wir schon im Jumbo nach Peking, das uns heute Morgen mit viel Sonne, Wärme und guter Luft empfangen hat. Alles schön grün, alles blüht. Schön, wieder zuhause zu sein.

Lebendige Deko im Clubhouse

Lebendige Deko im Clubhouse

Der erste Heimaturlaub steht an: die Jungs und ich werden die Osterferien in Deutschland verbringen. Wir haben volles Programm, und wir werden es wohl nicht schaffen, alle zu treffen und zu besuchen, die wir gerne treffen und besuchen möchten. Dazu stehen ein paar notwendige Pflichttermine (z.B. Arztbesuche) an – und es sind Schulferien für die Jungs, ein bisschen Kinderprogramm muss also auch sein. Hoffentlich sind wir hinterher nicht erst recht urlaubsreif… ;)

Es ist ja fast ein bisschen schade, ausgerechnet jetzt ins kalte, nasse Deutschland zu tuckern, hier kommt gerade der Frühling mit aller Macht, alles wird grün und blüht, die Luftvorhersage für die nächste Woche ist sehr gut, die Wettervorhersage sowieso (um die 20° und Sonne satt). Immerhin, darauf können wir uns dann bei Rückreise freuen. Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf saubere Luft und darauf, dass der allmorgendliche Check des AQI ausfallen kann.

Mal sehen, wie sich das anfühlt, Gast im eigenen Haus und nur zu Besuch in Hamburg zu sein… ;) Von daher ist es eigentlich ganz clever gewesen, so lange mit der ersten „Heimreise“ zu warten, denn jetzt fühlen wir uns hier in Peking zuhause und sind hier in unserem Alltag mehr als nur ein bisschen angekommen. Ich glaube, das wird es in zwei Wochen für den Rückflug emotional einfacher für uns machen, auch wenn mir jetzt schon wieder vorm Abschiednehmen müssen graut…

Hamburg wird sicherlich noch total vertraut sein, aber ich bin gespannt, ob es sich inzwischen wohl auch etwas fremd anfühlen wird? Alles kleiner, überschaubarer? Und was sich wohl alles geändert hat? Gehört haben wir das ja schon (kleiner Supermarkt um die Ecke hat geschlossen, viele alte Bäume sind bei den Nachbarn gefällt worden…), aber es selbst zu sehen, ist dann ja doch anders.

Als ich vorhin die großen Koffer vorgeholt habe, die eher leer mit nach Hamburg kommen und vermutlich proppevoll nach Peking zurück, ging mir schon durch den Kopf, wie ich sie im letzten Sommer gepackt, und dann immer wieder umgepackt habe. (Muss ich mir gerade mal auf die Schulter klopfen, das hat alles gepasst.) Komisches Gefühl, ist das erst ein Dreivierteljahr her? Wie fix das Kofferpacken jetzt erledigt ist! Aber allmählich werden wir doch reisefiebrig, macht auch Spaß zu sehen, wie sich die Jungs freuen. Ich glaube, dann fange ich mal mit mitfreuen an.