Xi'ans Stadmauer

Wie jedes Jahr in der letzten Septemberwoche sind die Jungs auf Klassenreise gegangen, der Mann muss arbeiten – die Gelegenheit für mich, alleine in China zu reisen. Diesmal habe ich mich für Xi’an entschieden (2015: Shanghai, 2016: Yangshuo, 2017: Liuku und Dali/Yunnan). Da ich schon etwas gedrängelt wurde (*wink zu B.*), hier schon mal eine erste Zusammenfassung! Ich muss die Eindrücke noch sacken lassen, Bilder sichten und werde dann noch ausführlicher von den einzelnen Stationen berichten.

Xi’an

Von Xi’an wusste ich bis vor Kurzem noch nicht viel mehr, als dass es der Ausgangsort für Besuche bei der Terrakotta-Armee ist – die war auch für mich der Hauptgrund, nach Xi’an reisen zu wollen. Xi’an war Ausgangspunkt der Seidenstraße und ehemalige und erste Hauptstadt des chinesischen Kaiserreichs. Vor der Reise habe ich Reiseführer gelesen und im Web gestöbert. Dabei bin ich wieder einmal bei Ulrikes Bambooblog gelandet – ohne ihre Berichte hätte ich was verpasst.

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Besucht habe ich:

Gerne wäre ich auch in die Berge gefahren, zum Hua Shan. Angesichts des Wetters – Nebel und/oder Regen – war das aber keine gute Idee.

Unterwegs war ich zu Fuß, mit dem lokalen Bus, mit Didi (Taxi-App), mit einer übers Hotel gebuchten überschaubaren Gruppe (Banpo und Terrakotta-Armee), mit übers Hotel organisiertem privaten Fahrer (Hanyanglin und Famen-Tempel).

Vorläufiges Fazit

Glocken- und Trommelturm

Glocken- und Trommelturm

Xi’an selber finde ich nicht schön, aber interessant. Es gibt zwar nette Ecken, aber man sieht halt doch von fast überall die Hochhauswälder. Es ist halt eine typische chinesische Millionenstadt, vielleicht klein im Vergleich zu Peking und Shanghai, aber verglichen mit deutschen „Großstädten“ gigantisch. Innerhalb der Stadtmauer hätte ich mehr traditionelle Bauten vermutet, stattdessen gibt es an jeder Ecke gigantische Malls und unzählige Baustellen. Das Muslimviertel ist – vor allem abends – voll, bunt, lebendig. Aber auch sehr kommerziell. Ich fühlte mich an den Hamburger Dom (für Nicht-Hamburger: Volksfest, Rummel, Kirmes…) erinnert, wo es statt Fischbrötchen Biang-biang-Nudeln (lecker) und chinesische Hamburger (nicht mein Fall) gibt. Hat mich trotzdem (gerade?) jeden Abend wieder dahin gezogen. :)

Die Stadtmauer fand ich beeindruckend, auch wenn mich die Aussicht von dort eher enttäuscht hat.  Und gähn, noch ein Turm-Pärchen – Trommel- und Glockentürme gibt es in China doch an jeder Ecke. Ich muss aber zugeben, dass die in Xi’an bei nächtlicher Beleuchtung schon sehr cool aussehen.

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Die Terrakotta-Armee war definitiv mein Highlight – allerdings dicht gefolgt von der Namaste Dagoba – dazu in den nächsten Tagen mehr. Jetzt nur so viel: Chinesischer geht es nicht. Gigantisch, protzig, komplett überdimensioniert. Aber das muss gerade hier vielleicht so sein, schließlich soll hier ein Fingerknochen des Gautama Buddha liegen.

Auch wenn Xi’an kein durchweg hübscher Ort ist – die Reise hat sich gelohnt, ich bin froh, dass ich da war. Und ich bin auch froh darüber, alleine dagewesen zu sein: keine Sightseeing-Muffel an meiner Seite, die quengeln, wann sind wir da, nicht noch ein Tempel, wie lang denn noch, meine Beine tun weh und wann gibt’s Eis… Dafür viele Gelegenheiten, mit Menschen aus aller Welt (nicht nur Chinesen) in kürzere und längere Gespräche zu kommen, das geht allein irgendwie immer besser.

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