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Jetzt sind wir schon fast eine Woche zurück in Peking – und ich hab mich vorher noch nie so schwer getan, hier wieder anzukommen. So vieles, das nervt: ich hasse es, die großen, schweren Trinkwassserkübel (besonders noch vor dem ersten Kaffee!) austauschen zu müssen. Es ist Mist, wenn draußen 33° sind und man wegen der miesen Luft nicht all zu lange draußen sein mag. Es ist unschön, im Supermarkt den komischen weiß-weichen Salami-Rand zu begutachten und zu überlegen, wie oft die wohl schon aufgetaut und wieder eingefroren wurde. Ich hatte ganz verdrängt, wie anstrengend es sein kann, den Alltag nicht in der Muttersprache und als Analphabetin (die paar Zeichen, die ich entziffern kann…) bewältigen zu müssen.

Mit unserem Jämtland-Urlaub hatten wir aber auch den vermutlich größtmöglichen Kontrast zu Peking!

Suchbild: Wo ist unsere Stuga? ;)

Dieses knuffige Blockhaus versteckt sich etwa 7 km nördlich vom Dorf Ljungdalen oben am Hang. Was fehlt, ist ein Schild „Ende! Aus! Hier geht es nicht weiter!“ Höchstens zu Fuß, übers Fjäll, in ca. 3 Tagen kommt man z.B. in Storlien oder Valadalen wieder raus.

Das letzte Haus am Feldweg, doch nicht nur der Weg, auch die Stromleitung endet hier. Telefon? Fehlanzeige. Handyempfang? Oh, an die Anzeige „Kein Netz!“ kann man sich durchaus gewöhnen! Bis zum nächsten Haus ist es ein Stück, aber das war unbewohnt. Also keine Nachbarn! Keine Menschen! Nur wir drei! Der Herr Gemahl war im Job unabkömmlich, und so waren wir nur zu dritt auf Reisen, aber auch das war – ohne dem Gatten zu nahe treten zu wollen – herrlich entspannt. 

Fjäll

Direkt am Haus windet sich ein schmaler Pfad den Berg hinauf. Man stapft ein bisschen durchs Unterholz und ist nach wenigen Metern oberhalb der Baumgrenze.

Kalfjäll (ja, das schreibt man im Schwedischen so! ;)

Es geht nur enstpannt-sanft bergauf, umso erstaunlicher, dass sich der Blick ins Tal und über die Landschaft tatsächlich alle paar Schritte ändert. Von oben konnte man das Dorf bzw. Teile davon sehen…

Ljungdalen

… und ein Stück weiter oben, reichte der Blick bis zum Flatruet. Wir sind ja mit der Fähre von Kiel nach Göteborg gefahren (ich liebe es!), sind ein Stück über Norwegen/Oslo immer weiter Richtung Norden getuckert, erst bei Stöten über die Grenze zurück nach Schweden. Die letzte Etappe – fix noch ein Großeinkauf beim ICA in Funäsdalen – führt dann übers Flatruet nach Ljungdalen.

Flatruet

Am höchsten Punkt des Flatruets befindet sich ein Parkplatz, von dem man kurz die Aussicht genießen kann, wo man auch mal mit dem Wohnmobil stehen kann oder wo man zu kurzen oder mehrtägigen Wanderungen aufbrechen kann. Wir sind nur „spazierengegangen“, das finden meine Kurzen nicht so schrecklich wie dieses „wandern“… ;)

Auf der Anreise musste ich kurz hinter dem Parkplatz in die Eisen treten: Rentieralarm. Wo man sonst kaum einem Auto begegnet, mussten wir dank sturer Rentiere kurze Zeit im Konvoi im stop und go langsam weiter Richtung Ljungdalen tuckern. Das war ein ziemlich genialer Auftakt. Sorry, keine Bilder, ich hatte die Hände am Steuer!

Blick vom Flatruet Richtung Helags - noch immer Schnee...

Blick vom Flatruet Richtung Helags

Wie man sieht, war unser Ferienwetter durchwachsen. 9°C? Egal, in Peking schwitzen wir noch bis Oktober! Durchgängig verregnete Tage waren auch nur 1-2 dabei. Aber auch das war in Ordnung, denn die Stuga war unglaublich gemütlich. Am Kamin sitzen und zugucken, wie sich die Wolken übers Dunsjöfjället ins Tal wälzen: beeindruckend!

Urlaubsbedürfnisse haben sich wegen Peking geändert

Früher – vor Peking – war ich immer diejenige, die im Urlaub für Sightseeing und Ausflüge zuständig war – bzw. wenn ich nicht genervt, gequengelt und gedrängelt hab, konnte meine Familie es auch immer gut direkt am Urlaubsort aushalten (okay, Eigenlob stinkt eigentlich, aber ich hab schon ein glückliches Händchen in Sachen Ferienhäuser). Seit wir in Peking sind, ist es anders, und das ist mir tatsächlich jetzt in Schweden erst richtig bewusst geworden. Unser Alltag hier ist – verglichen mit unserem alten deutschen Alltag – hektisch, aufregend, spannend. Ich selbst muss weder zur Schule noch zur Arbeit gehen und will mir, wenn die Pekingzeit irgendwann mal zu Ende geht, nicht sagen müssen: ach hätt‘ ich doch noch dies-das-jenes gemacht-besucht-angesehen… D.h. mein Alltag ist so ganz anders als mein alter Hamburger Alltag, dass sich auch meine Urlaubsbedürfnisse und -wünsche verschoben haben. Sightseeing? Gehört doch zu meinem Expatalltag!

Ich habe es genossen, auf der Terrasse zu sitzen, zu lesen, den Blick schweifen zu lassen. Vor dem Urlaub hab ich noch gedacht, wir könnten ja endlich mal in Röros die Minen ansehen. Wasserfälle finden? Vielleicht ein Wiedersehen mit Trondheim und den Bekannten dort? Nach Östersund zum Festival? Und am Ende waren unsere weitesten Ausflüge die nach Funäsdalen zum Einkaufen, immerhin auch 45 Minuten Fahrzeit – wobei es in Ljungdalen im kleinen ICA Nära eigentlich auch alle gab, was wir brauchten. Wir haben dann halt immer auf dem Flatruet gestoppt. Wen wir aber besucht haben bzw. wer auch uns besucht hat: Freunde, die ich seit meinem 18. Lebensjahr kenne, und die ein Häuschen in Ljungdalen haben.

Ansonsten haben wir die Einsamkeit unglaublich genossen. In den ersten Nächten habe ich mich gefürchtet: Einbrecher? Hier? Doch dann hab ich die Übeltäter erwischt: Rentiere. Meine Güte, machen die einen Lärm, wenn die nachts – zum Glück nie ganz dunkel, ich liebe die Mitternachtssonne! – über die Holzveranda schlappen… Selbst die verregneten Tage, wo man keine 50 Meter weit sehen konnte (Nebel oder doch Wolken?), waren perfekt!

Ich wollte nicht abreisen und ich würde sofort wieder hinfahren, wenn es möglich wäre…

Elche haben wir diesen Sommer tatsächlich nicht einen einzigen gesehen! Aber bei den vielen Rentieren haben wir keinen Grund zur Klage. Viele Vögel gab es und Blumen (und Mücken), Regenbogen, beeindruckende Sonnenuntergänge, die fast nahtlos in Sonnenaufgänge übergingen… Trinkwasser in der Natur! Reine, frische Luft, teils süß nach Klee duftend… Und diese Ruhe! Oh, es war nicht immer still – der Wind, der ums Haus pfiff, die Bienen im Klee, Vögel, das Rauschen des Bachs… Jedenfalls, keine Beschallung über 87 Lautsprecher, laute Menschen, Verkehrslärm.

Wer jetzt – auch ohne Expatdassein in Peking – mehr über Ljungdalen wissen will, dem kann ich diese überaus informative Webseite empfehlen: ljungdalen-info.de/ Und wer mehr schöne Ljungdalen-Fotos haben mag: es gibt auch einen Kalender: ljungdalen-info.de/Bestellung.html.  

Und wer direkt noch ein paar Bilder gucken mag: bitteschön!

 

 

 

 

 

 

 

5 Tage sind wir nun schon zurück in Peking. Diesmal tun wir uns ein bisschen schwer, wieder richtig anzukommen. Der Abschied von den drei Großen war wieder traurig und sie werden jetzt schon schrecklich vermisst. Leider hilft da auch nicht das Wissen, dass wir sie durch unsere Heimaturlaube und deren Urlauben hier unterm Strich eigentlich mehr sehen, als wenn wir noch in Hamburg wohnten. 

Der Jetlag hat uns auch noch fest im Griff, abends können wir ewig nicht einschlafen und kommen dann kaum vor Mittags aus dem Bett. Das wird ein großer Spaß am Montag, wenn um 6 Uhr der Wecker klingeln wird und die Schule wieder startet.

Ljungdalen

Der Urlaub in Ljungdalen war phantastisch, es war genau das, was wir drei uns gewünscht hatten (Einsamkeit, Natur, Stille, frische Luft und sauberes Wasser…) und damit der totale Kontrast zu Peking. Das hat uns richtig gut getan, jetzt sollten wir dem aufregenden, anstrengendem China-Alltag eigentlich wieder gewachsen sein.

Ein Ferien-Highlight waren die vielen Rentiere, die uns mehrmals täglich besucht haben und denen wir auch unterwegs ständig begegnet sind. 

Abflug in Hamburg

Tschüss, Hamburg

Wir sind wieder in Peking. Der Rückflug war doppelt strapaziös: erstens haben wir den Anschlussflug nach Peking verpasst (wegen Verspätung des ersten Fluges) und zweitens emotional.

Der Abschied in und von Hamburg war furchtbar traurig. Ich habe mich so schlecht gefühlt, dass wir den Kindern (den Kleinen wie den Großen) das antun. Da war der verpasste Flug nach Peking direkt ein Glück, denn in Amsterdam habe ich die Geschichte als Abenteuer inszenieren können, das hat dann erfolgreich vom Kummer abgelenkt. Da wir glücklicherweise direkt auf den nächsten Flug umgebucht wurden, war es dann auch nur ein Mini-Abenteuer und der Transfer war sogar viel entspannter als die Hetzerei, die uns normalerweise gedroht hätte, wenn alles pünktlich gewesen wäre… Die Weiterreise war dann ruhig und ohne besondere Vorkommnisse. Von Haus zu Haus waren wir gut 20 Stunden unterwegs und entsprechend erledigt.

Die Zeit in Deutschland war schön, wir haben jede Minute genutzt und genossen. Es war nicht ganz so stramm durchgetaktet wie beim letzten Heimaturlaub – ich habe für uns entschieden, dass die Docs in Peking auch was können bzw. wir ihnen ausreichend Vertrauen entgegenbringen können, also werden wir hier nun die anstehenden Kontrolluntersuchungen machen lassen – das hat viel Zeit eingespart und den Anteil lästiger Pflichttermine auf Null gesenkt, dafür war viel mehr Zeit für „Kinderprogramm“. Trotzdem war es insgesamt viel zu wenig Zeit, wieder haben wir nicht alle treffen können, die wir gerne gesehen hätten, und sämtliche Verabredungen waren viel zu schnell vorbei. Auch das Mistwetter hat da nicht groß bei gestört, nur die dicken Schneeflocken beim Omabesuch haben irritiert. 

Achterbahnfahrt

Es gab leider tatsächlich die befürchtete emotionale Achterbahnfahrt: Vorfreude, viel zu kurzes Wiedersehen, Winkewinke. Das schlaucht, aber es gehört derzeit leider zu unserem Leben. Aber der extreme Kinderkummer bei der Abreise, das tat wirklich weh und hat mich tatsächlich kurz darüber nachdenken lassen, ob Peking immer noch das Richtige für uns ist. Aber nach nur einem Tag hier: ja, ist es. Die Wiedersehensfreude mit dem Papa war riesig, nachmittags hat’s an der Tür gebimmelt und die Minis wurden direkt zum Spielen abgeholt. Das frühe Aufstehen am Montag war noch eine Herausforderung, heute ging es dann schon deutlich besser – der Alltag hat uns wieder.

Endlich ist Frühling, es ist warm, beinah schon sommerlich, Peking wird bunt, weil alles blüht und wieder viel mehr draußen passiert. Leider lässt sich das wegen der miesen Luft nicht genießen, also freuen wir uns jetzt noch mehr auf das nur halb so warme Hamburg: Heimaturlaub! Wir, das heißt die Jungs und ich, Männe darf arbeiten. Dank Denguefieber hatte der letzte geplante Hamburg-Aufenthalt ja leider ausfallen müssen, und nach so langer Zeit ist es schon komisch, „nach Hause“ zu fliegen. Nein, es ist nicht mehr wirklich zuhause, das ist derzeit hier in Peking, aber es ist Heimat, da wo wir unsere Wurzeln haben. Was sich wohl verändert haben wird, was ist „wie immer“?

Auch wenn ich mich nach Kräften bemüht habe, unser „Programm“ nicht wie beim letzten Mal so zu überfrachten – es hilft nichts, es ist doch wieder ganz schön voll geworden, auch wenn wir etwas mehr Lücken für spontane Verabredungen gelassen haben. Und für Ausflüge, es sind ja immerhin auch die Ferien der Jungs! Leider ist jetzt schon absehbar, dass wir längst nicht alle treffen können, die wir gerne sehen würden. Obendrein steht uns da halt auch eine emotionale Achterbahnfahrt bevor, bei der Wiedersehensfreude und umgehend drauf Abschiedskummer sich abwechseln werden.

Ansonsten geht hier alles seinen normalen Gang. Letzte Woche habe ich so viel wie noch nie im Stau gestanden, das war ziemlich nervig, jede notwendige kleine Besorgung kann sich ja eh zum Halbtagesausflug auswachsen. Anfang dieser Woche hingegen waren die Straßen frei wie noch nie – es war Qingming-Fest (Totenfeiertag). Leider war die Luft so mies, dass das Leben trotzdem überwiegend drinnen stattfand.

Nummer 4 hat beim Vorlesewettbewerb an der Schule mitgemacht und ist Zweiter in seinem Jahrgang geworden. Die Jungs leiden ja unter einer schweren Hausaufgabenallergie, aber dafür hat er tatsächlich mit viel Spaß geübt – war sehr lustig auch für uns. Vorgelesen hat er aus Timur Vermes: Er ist wieder da.

Mit dem Chinesischkurs waren wir in einem Teehaus, erwartet hatten wir Pekingoper in auch für Westler leicht verdaulichen Häppchen, bekommen haben wir eine Art Varieté, dazu wurden ein paar Häppchen und Jasmintee gereicht, leider kein Reisschnaps… ;) Mit den Bildern von diesem vergnüglichen Abend verabschiede ich mich nun in den Heimaturlaub! 

Eine vorerst letzte Australiengeschichte hab ich noch:
Die letzten Urlaubstage haben wir bei Freunden in Terrigal, einem hübschen Ort an der Central Coast verbracht. Die Fahrt von Dubbo aus war echt schön, ich mag es ja, mich so durch die Landschaft treiben (fahren) zu lassen. Das hat da schon echt schöne Ecken, z.B. das Hunter Valley. Je näher wir Sydney kamen (Terrigal liegt 50 km Luftlinie nördlich von Sydney, etwa 1,5 Autostunden), umso dichter wurde die Besiedlung, auch wenn es immer wieder eher einsamere Ecken und immer wieder Nationalparks gab. Irgendwann fuhren wir über einen Hügel und sahen den Pazifik, auch wenn es dann noch einige Zeit gedauert hat, bis wir hügelauf und -ab und durch viele Kurven dann Terrigal erreichten. Wir wurden sehr lieb empfangen, mussten aber direkt erstmal unser ohrenkrankes Kind noch einmal beim Arzt vorstellen, das erste Medikament aus Dubbo hat nicht geholfen. Zum Glück ging es ihm dann mit den neuen Medikamenten besser.

Hilfe, Schlange!

Am nächsten Tag hat es vormittags genieselt. Da fiel es uns leicht, dem ohrenkranken Kind Ruhe zu gönnen, der Lütte und ich haben dann einen Spaziergang mit der Gastgeberin gemacht, schön am Strand und an der Küste entlang und durch den Ort zurück. Als die Sonne heraus kam, war es ratzfatz mit der Beschaulichkeit vorbei – klar, trubelige Hochsaison gerade! Wir sind dann auch unserer ersten Schlange in freier Wildbahn begegnet, das war bestimmt eine Brown Viper… Ich habe es vorgezogen, Sohnemann und mich dann lieber in Sicherheit zu bringen. Pssst, nicht weitersagen: bei Betrachtung der Fotos könnte es eventuell doch ein Vieh mit Beinchen dran sein, auch wenn es anders aussah, als die vielen Echsen, die es direkt am Wegrand gab. Dusseligerweise hab ich meinen Sonnenfilter fallen lassen, aber mich dann nicht ins Gebüsch getraut… Lustig find ich, dass mir das in einem Badeort passiert ist, nicht auf dem Land. :)

Genial: westlich einkaufen!

Nachmittags waren wir in einem Nachbarort, Erina, in einem Einkaufszentrum. Auch wenn ich eigentlich für Shopping nicht viel übrig habe, aber irgendwie war das nett, „westlich“ einzukaufen; wir haben auch alles bekommen, was wir brauchten. Nur Kosmetik: ich wollte mir für meine durch die Pekinger Trockenheit bröckelnde Haut eine gute Creme gönnen – und bekomme beim Testen direkt Pusteln auf der Hand. Ok, dann bleib ich lieber bei meinem in China gekauften Zeug, darauf reagier ich wenigstens nicht allergisch. ;)

Am tollsten war aber der Abend: wir waren in Avoca Beach in einem Strandrestaurant und haben Fish’n Chips gegessen und dabei die Aussicht genossen. Traumschön.

Am nächsten Tag waren wir dann in Sydney, davon hab ich ja schon erzählt, dann hieß es Abschied nehmen, denn am übernächsten Tag hieß es Abfahrt mitten in der Nacht, um rechtzeitig am Flughafen zu sein.

Nun sind wir schon fast 4 Wochen zurück in Peking…

Viel Spektakuläres gibt es aus diesem Urlaub nicht zu erzählen. Nr. 4 hat sich eine fiese Mittelohrentzündung eingefangen, so dass wir nicht den Royal Flying Doctor Service, sondern ein Hospital in Dubbo und ein Medical Centre in Terrigal besucht haben.

Aber vielleicht ist es ja auch spektakulär genug, wie komplett wir abschalten und uns fallen lassen konnten? Ich muss gestehen, an den ersten 1-2 Tagen war ich nervös, gibt doch auch soviel tödliches Getier in  Australien. Aber Judy hat mich beruhigt, sie hätte seit Jahren keine Schlange mehr auf der Farm gesehen, und alle vorher hätte Riley (ein entzückender Corgi) beseitigt. Und tatsächlich habe ich mir auf der Farm dann keine Gedanken mehr gemacht. 

Die Kinder waren rund um die Uhr beschäftigt, wenn die Hunde nicht mehr spielen wollten, konnte man die Hühner füttern oder Striker, den eindrucksvollen Brahman-Bullen. Oder Matilda, ein Hund im Entenkörper, zupfte an einem herum und wollte mehr Futter. Oder Conny, ein Hund im Schafskörper, was sich gerne mal an Autos geschubbert hat, sorgte für Lacher. Von den Kängurus, die sich im Schutz des hohen Grases bis fast ans Haus herangetraut haben mal ganz zu schweigen.

Zur Abkühlung einfach in den Pool gehüpft, dann wieder in den Schatten unter einen der Bäume oder auf die Veranda, den Blick schweifen lassen, die Nase in die Luft halten und Eukalyptus und Frangipani schnuppern und lesen, lesen, lesen. Hachja. :) Abends dann fix einen Salat zubereitet und Thomas konnte sich am Grill austoben. Ab und an kamen andere Übernachtungsgäste, oft mit Hunden, manchmal mit Kindern, die meisten sehr nett und immer kleine Alltagsgeschichten aus Australien dabei. 

An einem Tag hatte Judy besonders viel zu tun mit Betten beziehen und Studios herrichten, sie erwartete eine huge crowd, die sich dann als indischstämmige 20köpfige Großfamilie entpuppte. Judy hatte Sorge, dass es vielleicht zu laut und hektisch werden könnte, aber im Gegenteil, das war ausgesprochen nette Gesellschaft, wieder viele interessante Gespräche und neue Blickwinkel auf die Welt. Und morgens Yoga in der Gruppe, abends wurden wir einfach mitbekocht, lecker.

Weihnachten haben wir ganz australisch am 25. begangen, Judy hatte uns eingeladen und wir konnten Truthahn und andere Köstlichkeiten zusammen mit ihrer Familie und Malcolm und seiner Frau genießen, zum Nachtisch gab es dann auch die berühmte Pawlowa mit Erdbeeren und etwas Passionsfrucht, den australischen National-Nachtisch. :)  Silvester war auch total relaxed, bei Youtube haben wir Ekel Alfred geschaut, später dann eine australische Show mit Live-Schaltung nach Sydney. Um 21 Uhr fand in Dubbo das Familien-Feuerwerk statt, was wir oben von unserem Hügel sehen, aber nicht hören konnten, sehr entspannt. Um Mitternacht war Judy schon schlafen gegangen und wir haben zwei einsame rote Raketen über Dubbo gesehen.

Abends gab es immer auch die tägliche Ration Kitsch: erst die blaue Stunde mit sanftem Licht, das die Welt in Pastell hüllt, anschließend spektakuläre Sonnenuntergänge und nachts ein unglaublicher Sternenhimmel (vielleicht sollte ich mich mal richtig mit Astrofotografie befassen, ich konnte das nur unzureichend einfangen, leider). Die Natur hat zwischendrin gezeigt, dass sie auch anders kann, wir hatten auch 2-3 mal furchterregende Gewitter. Immerhin hat es ordentlich geregnet, so dass die Warnzeichen für Buschfeuer sich wieder in den grünen bis blauen Bereich zurückbewegten.

Wenn ich jetzt so zurückdenke oder mich durch die Fotos wühle – ich würde direkt wieder dorthin reisen und am liebsten dableiben. :) 

Malcolm, Handwerker und Mädchen für alles auf der Farm, war sicher einer der Gründe, warum der Urlaub so schön gewesen ist. An den Jungs hat er sich einen Narren gefressen und umgekehrt, er hatte immer etwas für sie zu tun und hat ihnen dabei jede Menge Geschichten erzählt. Zu Weihnachten hat er ihnen Schweizer Taschenmesser geschenkt (die sich auf dem Postweg nach China befinden und hoffentlich den Zoll passieren dürfen). Mir hat er den Sternenhimmel gezeigt und erklärt und mit Thomas und mir über die Welt im Allgemeinen und Australien im Besonderen philosophiert. Malcolm ist ein richtiges australische Orginal, „part aboriginal“, hat jeden erdenklichen Job inklusive Schafscherer gemacht. Und er stammt aus Bourke. Über Bourke schreibt der australische Schriftsteller Henry Lawson: If you know Bourke, you know Australia. Auch sonst wird Bourke als Kern Australiens, das echte rote Land etc. beschrieben. Und: „back o‘ Bourke“ ist ein Synonym für „Arsch der Welt“ (sorry, aber in Australien ist man so direkt und redet nicht drumherum ;). Ohja, und auch die Fahrt von Bulwarra nach Bourke sei super, man würde so viel Landschaft sehen, und wie sie sich ändert. Na dann, frühmorgens aufgestanden und auf ging es nach Bourke.

Die Fahrt war, hmm, nicht so abwechslungsreich, die sanften Hügel rund um Dubbo ließen wir rasch hinter uns, die Landschaft wurde immer flacher, mal gab es Bäume, mal keine an der Straße. Und es wurde immer einsamer. Vor allem aber ging es geradeaus. Hunderte von Kilometern, ganz selten Mal eine Farm, aber keine Dörfer. Doch, eine kleine Ansammlung von Häusern und ein Geschäft, wo wir neugierig hineingingen. 3/4 der Regale leer, ein Pack Toastbrot, von dem eine Frau sagte, das würde sie lieber nicht kaufen, es liege schon länger da. Immerhin, es gab eine Eistruhe. Gespenstisch. Und dann erreichten wir Bourke selber, hmm, es wirkt heute wie eine „Welfare Town“. Teilweise sieht man noch an hübschen alten Gebäuden mit Türmchen und Erkern, dass die Stadt einst prosperiert haben muss, aber man sieht mehr zugenagelte Fenster und Türen, (dauerhaft) geschlossene Läden, der Ort wirkt verlassen und fast ein bisschen unheimlich, obwohl die Sonne vom beinah wolkenlosen Himmel brennt und die Hitze in den Straßen flimmert. Um länger Spazierenzugehen ist es einfach zu heiß, also tuckern wir noch ein Stück weiter, überqueren den Darling River und fahren Richtung Norden, wo wir uns dann wirklich im echten Outback wiederfinden. Nur noch kniehohes Gestrüpp, endlos, flach bis zum Horizont, wo Erde und Himmel flimmernd ineinander verschwimmen. Und die Vorstellung, dass das so noch Hunderte von Kilometern weitergeht, lässt mich nicht nur beeindruckt da stehen, sondern mich auch ganz klein und ein wenig verloren fühlen.

Der Rückweg ist genauso unspektakulär wie die Hinfahrt, das endlos lange geradeaus Fahren war jedenfalls ziemlich ermüdend, so dass jede Abwechslung willkommen war. Auf einmal nimmt der Verkehr zu (auf dem Hinweg sind wir maximal 5 anderen Autos begegnet) und bei dem winzigen Ort Trangie biegen alle ab. Im Vorbeifahren sehen wir einen riesigen Parkplatz, es müssen wirklich Hunderte sein. Wie wir hinterher herausfinden, fand da ein Picnic Horse Race statt. 

Zurück in Bulwarra fand Malcolm das ziemlich cool von uns, dass wir tatsächlich hingefahren sind – und für mich war es auch eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Gut 5 Autostunden von Sydney (Flughafen) entfernt liegt mitten in New South Wales eine wie es heißt ganz typische australische Inlands-Kleinstadt am Rande des Nirgendwos: Dubbo. Hier treffen sich zwei wichtige Highways (Nord-Süd und Ost-West: Mitchell und Newell) und es gibt einen Zoo. Ok, dann noch das Notwendige für eine Kleinstadt: Einkaufszentrum, Sportanlagen, kleiner Flughafen mit Royal Flying Doctor Service und ein Krankenhaus. Der Macquarie River fliesst durch den Ort, man könnte auch Kanu fahren (oder man lässt es bei 39°, wo einem nach kurzer Zeit auf dem Wasser die Hirnzellen platzen dürften). Touristen findet man hier überwiegend auf der Durchreise oder mal für ein zwei Nächte, das sind dann die Zoobesucher.

Die Landschaft – Western Plains – ist vielleicht nicht atemberaubend, aber tut der Seele gut: sanfte Hügel, Weizenfelder, Wiesen und Weiden, Schafe, manchmal Kühe. Manch grüner Hügel weckte bei uns Auenland-Assoziationen (dabei ist Neuseeland noch mal drei Flugstunden weiter weg…). Mehr Wow-Effekt gibt es z.B. in den Blue Mountains, die wir relativ zügig durchfahren haben oder an der Central Coast. Aber uns hat tatsächlich das „langweilige“ ländliche Australien gelockt: „Overseas visitors will experience something truly Australian at the grass roots level. Have a meal cooked in the wood fuelled stove just like the pioneers or walk the grounds to see 360◦ views of the Australian rural landscape. Have some quite time reading a book under the famous Australian gum trees or use Bulwarra as a base to venture to some of the Worlds best.“ – So heißt es auf der Webseite unserer Gastgeberin Judy, und eigentlich möchte ich gar nicht mehr verraten, damit dieser Platz so herrlich ruhig, friedlich und unaufgeregt und damit so bezaubernd bleibt wie er ist: Bulwarra, eine kleine Farm außerhalb von Dubbo auf einem Hügel gelegen, Rundumblick auf Landschaft und bei Nacht auf die Lichter des Städtchens.

Die ersten Kängurus haben wir schon gesehen kurz nachdem wir aus Sydney herausgefahren waren – leider tot am Straßenrand. :( Zum Glück gab es aber auch zahlreiche lebende, die sich am späten Nachmittag den Hügel hoch bis an den Zaun herangetraut haben. 

Hier kommt nun eine erste Handvoll Fotos. – Fortsetzung folgt!

Eigentlich war Sydney die letzte Station auf unserer Reise, aber da heute alle Welt außer über die Abschiedsrede von Barack Obama über die Eröffnung der Elbphilharmonie in Hamburg spricht, ist das doch mal ein guter Anlass, um nach Sydney zur dortigen Oper zu gucken. :)

Opernhaus

Das Opernhaus in Sydney, gebaut von 1959 – 1973 (Bauzeit also etwa ein Jahr länger als die der Elbphilharmonie), ist wirklich ein toller Blickfang. Wenn man die Treppen hinaufgeht, hat man außerdem einen großartigen Blick über Sydney am Wasser, auf Wohnviertel an den gegenüberliegenden Ufern, auf die Harbour Bridge, auf Anlagen der Marine… Wie in Hamburg hat man auch in Sydney mehr Geld verbraten als ursprünglich geplant: etwa das zehn- bis fünfzehnfache der ursprünglich angesetzten Summe. Zur Finanzierung wurde später eigens eine Lotterie ins Leben gerufen. Im Vergleich zur Elbphilharmonie ist das aber mit ca. 100 Millionen AUD (das sind heute wohl gut 123 Millionen AUD) fast ein Schnäppchen.

Bei aller Liebe zu meiner Heimatstadt Hamburg: was das Wetter angeht, hat Sydney klar die Nase vorn, was das Opernhaus angeht, wird man sehen… Die Lage am Wasser ist vergleichbar, wobei Pazifik oder Elbe sicher auch Geschmackssache ist… Sydney war zuerst da, der Bau ist in der Tat originell. Zur Elphi fällt einem auch quadratisch-praktisch-gut ein, nur das Wellendach mildert den Kasten-Eindruck ab. Allerdings sehen wir hier in Peking jede Menge bemerkenswerte Gebäude mit schrägen/runden/asymmetrischen Dächern… Der Elphi heute trotzdem einen guten Start! :)

Leider ist ein halber Tag für Sydney viel zu kurz (wir sind gut 1,5 Stunden von der Central Coast aus hin- und wieder zurückgefahren). Bei einer Hop on/Hop off-Bustour haben wir immerhin einen ersten Eindruck bekommen, nachdem wir vorher und nachher schon am Circular Quay und durch den Hyde Park spazieren gegangen sind.

Bei ca. 28° C und fröhlicher Sommer-Stimmung haben wir auch einen entsprechend bunten fröhlichen Eindruck von Sydney mitgenommen. Da könnte man auf jeden Fall auch mal mit etwas mehr Zeit hin…

Konzert für die Grundschüler der DSP

Schade, dass unsere Jungs keine Grundschüler mehr sind, denn die Grundschüler der DSP (Deutsche Botschaftschule Peking) machen am kommenden Freitag in der Schulaula eine „Reise von Mozart bis Chopin“ mit Justus Frantz. Nur die Grundschulkinder, keine Eltern, keine älteren Schüler – ein Kinderkonzert halt. Das gefällt mir schon richtig gut an der Schule, dass außer dem normalen Unterricht nach Stundenplan fast immer was los ist (Grundschultreff, KinderUni, Lesungen, Projektvorstellungen…). 

Wintereinbruch

Heute Nacht hat es begonnen zu schneien, es ist glatt und windig und bitterkalt. Durch den Compound fuhr den ganzen Vormittag ein Tuktuk, ganz langsam, hinten drauf ein Berg Streusalz und zwei Arbeiter, die mit behandschuhten Händen und sonst keinem weiteren Werkzeug die Straßen und Wege abstreuten… Gutes Timing, morgen ist laut chinesischem Kalender 小雪, xiaoxue. :) Man könnte fast darüber nachdenken, heute Abend Glühwein zu machen…

Vier Wochen noch

Nur noch knapp vier Wochen, dann beginnen die Weihnachtsferien. Dieses Jahr flüchten wir aus dem Smog in die Sonne. Vorher heißt es zum Ferienbeginn leider schon wieder Abschied nehmen, denn einige liebe Menschen gehen nach Deutschland zurück.

Jedenfalls sind diese vier Wochen wie alle Jahre wieder proppevoll mit Weihnachtsfeiern, Weihnachtsbasaren, Basteln, Weihnachtsbäckerei, Weihnachtsessen… Zur großen Freude der Jungs und zu Männes Entsetzen habe ich am Wochenende schon mal dem Chevy Chase/Clark Griswold in mir Raum gegeben, und nun funkelt und blinkt und leuchtet es in fast allen Räumen. Schrecklich schön! 

 

Donnerstag, schon unser letzter ganzer Tag in Yangshuo. Temperatursturz, nur 26 Grad und bedeckt, also wie geplant Radtour zum Mondberg. Erst lange die Hotelfahrräder ausprobiert, ausgesucht und eingestellt und dann mit noch viel Respekt durch den Stadtverkehr in Yangshuo. Aber als wir da dann durch waren und auf dem Radweg an der Landstraße waren, fiel der Stress komplett von uns ab und es war einfach schön, draußen zu sein, schnell voranzukommen und so viel dabei zu sehen, hören, riechen.

Es ging an vielen Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen vorbei: verschiedene Höhlen, Indianerpfad, Reitgelegenheiten. Wir haben aber erst am Big Banyan Tree gestoppt. Der ist wohl sowas wie ein Nationalheiligtum, war aber glücklicherweise nur mäßig besucht. Nachdem wir den durchaus beeindruckenden Baum umrundet hatten – 1400 Jahre alt? – sind wir weiter Richtung Mondberg geradelt.

Eintrittskarten gelöst, Fahrräder angeschlossen, ups peinliches Frauenthema… Premiere: ich habe zum ersten Mal nach über einem China-Jahr kapituliert und erfolgreich und unfallfrei eine chinesische Lochtoilette benutzt, ich habe es tatsächlich über ein Jahr lang geschafft, diese zu vermeiden – und werde das auch weiterhin nach Möglichkeit so halten.

Und dann ging es endlich auf den Mondberg. Ein schmaler Pfad mit vielen Stufen windet sich den Berg hoch; ja, da hab ich wieder meine überflüssigen Pfunde und Unsportlichkeit gemerkt, war ganz schön stolz auf mich, nicht schlapp gemacht zu haben. Aber der Weg war schon so schön, dass Aufgeben eh keine Option war. Und verglichen mit Treppaufkraxeln in Shilinxia eh ein Sandkastenspaziergang. :) Und viel weniger los, von daher nochmal so schön.

Durch dichten Bambuswald windet sich ein alter Pfad immer höher, zwischendrin viele Stufen. Da der Wald so dicht ist, merkt man gar nicht, wie hoch man schon ist, erst kurz vor dem Ziel hat man auf einmal einen phantastischen Blick über das Tal, durch das sich die Straße windet, und die umliegenden Berge. Dass die Ecke eine überlaufene Touri-Gegend sein soll, haben wir auf dem Mondberg jedenfalls überhaupt nicht gemerkt!

Oben auf dem Mondberg waren drei sehr alte Frauen, die Kühltaschen mit Getränken und Postkarten mit hochgeschleppt hatten und dort zum Verkauf anboten. Aber kein bisschen pushy so wie die Nerv-Nasen in Yangshuos West Street, sondern zurückhaltender. Eigentlich waren wir ja selbst versorgt, uneigentlich waren die so nett, und haben sich auch so aufrichtig interessiert wirkend mit uns unterhalten (hat sich echt gelohnt, chinesisch zu pauken. Sie waren jedenfalls schwer beeindruckt, dass wir europäischen Nordmenschen die Legende von Chang’e kannten, auch das hat mich auch noch mal bestärkt, auf jeden Fall weiterzumachen mit der Chinesischbüffelei), dass wir ihnen dann doch was abgekauft haben, Preis war auch ok und kein Wucher.

Die Aussicht oben war jedenfalls großartig, dieses halbrunde Loch in dem Berg ist auf jeden Fall auch ohne Mond-Geschichten schon faszinierend. Absolute Empfehlung, sich das einmal anzusehen!

Wir sind dann langsam den Berg wieder runter, das war echt zu schön so im Wald. Ich hab es nicht lassen können, und Bambus angefasst, war die erste Gelegenheit so in freier Wildbahn. Viel zu schnell waren wir wieder unten. Wir sind dann gemütlich wieder zurückgeradelt, wieder vorbei an den vielen Touri-Attraktionen: mehreren Höhlen – haben uns nicht interessiert, draußen schon viel Lärm und laut Bildern alles quietschbunt erleuchtet. Kleine Pferdeweiden, wo man im Kreis reiten – und vor allem Fotos hätte machen können. Eine Höhle mit Schmetterlingsshow, eine Höhle, wo man im Schlamm hätte matschen können. Restaurants ohne Ende.

Jedenfalls war das echt schön, durch diese Landschaft zu radeln. Irgendwie ist es unten ganz flach, und dann hat da jemand einfach diese Bergkegel hingesetzt. Dass die so grün bewachsen sind, kannte ich von Bildern, aber mir war nicht bewusst, welche Pflanzen das sind. Zum Teil irgendwelche Sträucher, aber eben viel Bambus und auch Palmen. Naja, ist halt subtropisch.

Abends im Hotel gab es dann das vorbestellte organic Huhn, das mitsamt Knochen (aber ohne Kopf, Füße, Innereien, uff) in mundgerechte Stücke gehackt und dann zubereitet worden war, vor allem mit Ingwer, aber auch Paprika und Pilzen und Chili, hui, das war echt mal scharf, die Soße dicker und aromatischer als die in Peking üblichen Soßen, ein absolut toller Genuss nach einem erneut wunderschönen Tag in dieser Traumlandschaft.

An unserem dritten Tag in Yangshuo mussten wir früh aufstehen, denn es stand wieder eine Flußfahrt an, diesmal länger (5 Stunden) von Guilin nach Yangshuo. Auf dieser Flußfahrt passiert man an einer Stelle die berühmte Ansicht von der Rückseite des 20-RMB-Scheines, die ganze Gegend gilt ja als eine der schönsten Landschaften Chinas, wenn nicht der ganzen Welt. Entsprechend habe ich mich auf diese Tour gefreut – und auch im Nachhinein kann ich das nur empfehlen, wunderschön!

Die Hotelküche war so nett, uns trotz der frühen Stunde mit Kaffee und einem schlichten Frühstück zu versorgen und dann ging es los. Sobald Yangshuo hinter uns lag, waren die Straßen leer, ein ganz neues China-Fahr-Gefühl, die knapp 1,5 Stunden bis Guilin vergingen wie im Flug. In Guilin wurden wir am „Kreuzfahrthafen“ abgesetzt, wo wir dann von einer Reiseführerin eingesammelt wurden. Dies Schiff war größer als das vom Vortag, aber verglichen mit Hamburger Hafenfähren doch recht überschaubar. ;)

Der Lijiang windet sich zwischen den typischen Karstkegeln Richtung Süden, hinter jeder Kurve sieht es ähnlich und doch wieder ganz anders aus. Der Fluß ist auch hier erstaunlich flach, der Bambusdschungel reicht teils bis ans Wasser. Es ist drückend heiß, eine Weile fahren wir noch durch den Dunst, dann klart es auf und die Sonne kommt heraus. Da verdrücken sich dann auch fast alle Chinesen wieder nach unten, bloß keine Farbe oder gar Sonnenbrand kriegen (eigentlich clever, ich war abends schön pink…)

Und dann kam das 20-RMB-Panorama in Sicht! Allerdings haben die Chinesen da gar nicht das Oberdeck gestürmt, sondern waren noch mit Essen oder Mittagsschlaf beschäftigt. Apropos Essen, ich hab bisher immer nur über das schlechte Benehmen von Chinesen am Buffet gelesen, aber leider hat das gestimmt: Teller mit Berg vollgeschaufelt, Gier ist echt untertrieben, rücksichtslos drängelnd, kein Auge auf die Älteren, und am Ende war es dann echt zuwenig, dass es zu lauten Schreiereien kam, aber glücklicherweise fand sich noch zufriedenstellender Nachschub.

Außer uns war noch einige wenige weitere Langnasen mit an Bord: ein junger Franko-Kanadier, der mit seiner chinesischen Frau und den beiden zugehörigen Müttern gereist ist, ein junges Schweizer Pärchen und ein alleinreisender junger Spanier. Der war echt witzig, hat gefilmt wie ein Irrer, öfter auch sich selbst und das ganze laufend lustig kommentiert. Am Freitag am Flughafen haben wir ihn noch einmal wiedergetroffen, das war echt nett. Hier findet sich sein erstes China-Video, die lustigen Episoden von der Flußfahrt sind gar nicht dabei, mal sehen, ob er da noch nachlegt.

Westler waren also wieder in der absoluten Unterzahl – und auch wieder Fotomotiv… Soifz. Aber allmählich hab ich mich dran gewöhnt, wir haben dann auch mit einer Gruppe von Lehrerinnen posiert, die extra noch weitere bunte Tücher ausgepackt haben (die Bilder müssen ja ordentlich in Szene gesetzt werden). Ich glaube, am Ende haben wohl alle Chinesen ein Bild von uns gemacht… War jedenfalls echt schade, dass die 5 Stunden so schnell um waren, wobei ich am Ende wie gesagt auch etwas sonnenverbrannt war… Ups. Hatte ich schon erwähnt, dass es echt heiß war die ganze Zeit?

Ich würde jederzeit wieder nach Yangshuo fahren, und auch diese Flußfahrt immer wieder machen. Trotz chinesischen Touritrubels gibt es genügend ruhige Momente und Zeit genug, um Landschaft und Aussicht zu genießen, das war wirklich absolut wundervoll. Wenn es an Land nichts zu sehen gibt, dann auf dem Fluß, andere Ausflugsschiffe, kleine Bambusflösse, einmal hat ein Mann mit einem Bambusfluß, das über und über mit Obst beladen war, an unserem Schiff angedockt und echt viel Obst verkauft, man sieht Wasserbüffel, Kleintiere, Vögel, der Schiffsdiesel tuckert leise vor sich hin, man hört das Wasser rauschen, die Vögel zwitschern, es riecht feucht und „grün“ (achja, das geht einem nach ein paar Tagen im Pekinger Stinkesmog gerade wirklich ab…).

Ich hätte noch ewig weiterfahren können, aber leider endete die Fahrt unweit des Platzes, wo wir am Montag am Wasser gesessen haben. Wir sind dann voll mit Eindrücken langsam am Fluß entlang (und nur das letzte Stück vom Fluss weg, ein Stück den Berg hoch) zum Hotel zurückspaziert.

Abends sind wir zum Essen in die Stadt, haben uns vertüddelt und sind durch die übervolle West Street (DIE Touristraße mit 10000 Tourifallen und extrem nervigen, lästigen, aufdringlichen Verkäufern) gekommen. Zwei Ecken weiter war es wieder ruhiger und viel netter. Abendessen war ok, aber im Hotel war es soviel besser, dass wir beschlossen haben, für den nächsten Abend das ganze Bio-Huhn von der Hotelkarte zu bestellen.

Da wir jetzt in Asien leben, könnte man ja auch mal in Asien urlauben… Also ging es zwei Wochen an den Strand von Lamai Beach auf Koh Samui. Mal ganz was anderes für uns!

Der Hinflug brachte einen nächtlichen dreistündigen Aufenthalt in Singapur mit sich, aber dank eines frei zugänglichen Gaming Rooms waren die Jungs beschäftigt und es gab kein Gequengel, wann es denn endlich weiterginge, der Papa konnte dösen, ich mir die Füße vertreten – netter Flughafen. Bei der Ankunft in Singapur war es noch dunkel, als wir dann abflogen gab es einen wirklich spektakulären Blick auf Stadt und viele (!) Schiffe. Ich hab fast die ganze Zeit mit der Nase am Fenster geklebt, erst Malaysia, dann Thailand unter uns und vor allem der Anflug auf die Insel hat sogar einen Blick auf „Big Buddha“ zugelassen – sehr cool. Aus dem Flugzeug raus waren wir dann wirklich in einer anderen Welt: zwar genauso heiß wie in Peking, aber viel höhere Luftfeuchtigkeit. Vom Flugzeug ging es mit offenen bunten Wagen zum Terminal – alles offene Gebäude. Preisgekrönter Flughafen, wer gucken mag: samuiairportonline.com Draußen wurden wir direkt in Empfang genommen und dann ging es mit einem Pickup zum Häuschen.

Ein schöner, entspannter Flecken Erde

Der erste Eindruck von der Insel: heiß, grün, exotisch hier, wuselig und lebendig. Aber jenseits der Touri-Anlagen schlicht bis primitiv – Normalität sieht hier einfach anders aus als im Westen. Die von mir ausgesuchte Hütte am Rande von Lamai Beach hat sich als ideal für uns erwiesen, groß genug, um sich auch mal aus dem Weg zu gehen, eigener Pool, schöne Terrasse mit „Salathai“ – ein überdachter Bereich auf der Terrasse, quasi unser Außenwohnzimmer, das Ganze unmittelbar am Strand mit schönem Blick, Restaurant direkt nebenan. Also wirklich nett gelegen, abseits des Gewusels und trotzdem alles vor Ort.

Tja, und von der Ankunft bis zur Abreise ist dann auch nichts Aufregenderes mehr passiert, außer dass Thomas einen abgesoffenen beinah 30 cm langen Monstertausendfüssler aus dem Pool gefischt hat und dass die vertrockneten, toten Palmen direkt neben der Hütte gefällt wurden. Ansonsten war es tags wie nachts gleichbleibend heiß, abends/nachts gelegentlich mal ein bisschen Gewitter, mal auch mit Regen, einmal ein ziemliches Unwetter schon nachmittags. Trocken auf der Terrasse sitzend war das aber auch aufregend anzusehen. Überhaupt, jeden Tag sah das Meer ein bisschen anders aus, immer neue Schattierungen von blau, grün, türkis (und auch mal grau), mal ruhig wie ein Baggersee, mal etwas wildere Wellen.

Ab und zu gab es auch etwas Action: Paraglider, die teils ziemlich unglücklich in ihrem Geschirr hingen, Bananaboats, wo sich die Fahrer einen Spaß daraus gemacht haben, das Teil zum kentern zu bringen, was regelmäßig in fröhlichem Kreischen endete; einheimische Angler, die morgens und abends frischen Fisch aus dem Meer holten, ab und an mal ein paar bunte Fischerboote unmittelbar vor der Nase… Der Strand ist uneingeschränkt toll: super sauber, keine Algen, nach ein paar Schritten ist man etwa hüfttief im Wasser, erst 50-100 Meter weiter wird es tiefer, also sehr angenehm zum schwimmen!

Auf jeden Fall war es wunderbar entspannt, die Jungs beinah ununterbrochen im Wasser, ich habe ungefähr 25 Krimis gelesen, wenn’s zu heiß wurde, im Pool abgeküht – das Meer war in etwa so warm wie die Luft, mal was anderes als Baden in eiskalten schwedischen Seen…  Mehr Ausflugslust als für einen Strandspaziergang konnte ich nicht aufbringen (die drei(!) Jungs ja eh nicht). Es war zu heiß und zu schwül, am und im Wasser ließ sich das einfach am besten aushalten. Dazu kommt vielleicht, dass ich in meinem Pekinger Alltag ja viel unterwegs bin und laufend Ausflüge mache und es immer soviel neues zu entdecken gibt, das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung war offenbar riesig und wurde komplett gestillt.

Und die asiatische Exotik (schlichte Gebäude, viel lautes Straßenleben, Armut…) kennen wir ja auch aus Peking, da hat uns wirklich der flüchtige Eindruck vom Flughafentransfer her gereicht. So wurde die Familie also erstmalig nicht von mir zu Ausflügen gedrängt, was uns jetzt auch rückblickend kein bisschen abgeht, keiner hat das Gefühl, etwas verpasst zu haben. :) Krokodil- oder Schlangenfarm hätten uns eh nicht gereizt, vom Besuch der Wasserfälle wurde abgeraten – aufgrund der langen Trockenheit wären da nur klägliche Rinnsale.

Ein Gang zum Supermarkt reicht

Nur am ersten Tag sind wir zusammen zu Fuß zum großen Tesco-Supermarkt gelaufen – was angesichts der schwülen Hitze und ohne etwas zu trinken dabei zuhaben eine echt doofe Idee war. Dazu ein blöder Weg zum längsten Teil entlang der Hauptstraße (die Ringstraße, die einmal um die ganze Insel führt) – gerade als wir anfingen uns anzuzicken, gab es einen Minimarkt: Getränke für alle, danach ging’s mit der Laune wieder bergauf. Das blieb dann auch das einzige „doofe“ Urlaubserlebnis. Zurück waren wir schlauer und haben ein Taxi genommen. Immerhin haben wir so den Ort Lamai gesehen – und nicht wirklich das Bedürfnis gehabt, uns das Nachtleben dort reinzupfeifen. Nur Thomas war so heldenhaft, gelegentlich zum nächstgelegenen 7/11 zu gehen und Getränkenachschub zu besorgen.

Unser „Nachtleben“ sah so aus, dass wir abends ins „Black Pearl“ gegangen sind, ein Strandrestaurant direkt neben unserer Hütte, dort haben wir lecker gegessen (ich habe nicht ein einziges Mal selbst gekocht – auch mal nett), „Tiger“ oder Cocktails getrunken, während die Jungs sich gegenseitig im Sand verbuddelt haben oder mit den überaus netten Kellnern rumgealbert haben. Annette, die deutsche Köchin, hat sich auch lieb um uns gekümmert, und jede Gelegenheit für ein Schwätzchen genutzt.

Ein bisschen Aufregung hat die Fußball-EM dann noch in den Urlaub gebracht, dafür sind wir sogar mitten in der Nacht aufgestanden – klasse, wenn man sich nach dem nervenzerfetzenden Elfmeterschießen dann einfach so zur Abkühlung in den Pool werfen kann! :)

Die zwei Wochen waren jedenfalls viel zu schnell rum, am letzten Tag wurden wir noch von der kompletten Black-Pearl-Besatzung zum Abschied geknuddelt und waren uns sicher, dass wir wiederkommen wollen. Der Rückflug ging genauso unspektakulär und reibungslos (von ein paar Schlaglöchern in der Luft mal abgesehen) vor sich wie die Hinreise und zack, waren wir schon wieder zurück in Peking, wo es immerhin genauso warm, aber etwas weniger schwül ist. Nur gute Luft und Strand und Meer fehlen, natürlich.

Urlaubsmitbringsel, die die Welt nicht braucht

Nur zwei Tage, nachdem wir wieder zuhause waren, bin ich krank geworden. Junge, sowas braucht kein Mensch: Fieber, Knochenschmerzen, Übelkeit und dann irgendwann noch einen ziemlich seltsamen Ausschlag. In einem Moment, wo ich mich halbwegs aufrecht halten konnte, ging’s dann zum Doc, der mit Blick auf den Ausschlag beinah sicher war, dass ich mir Denguefieber mitgebracht hab. Der Bluttest war anderer Meinung, nun ist es wohl ein anderes „lustiges“ von Moskitos übertragenes Tropenfieber: Chikungunya. Fies dabei: ich war die einzige, die sich immer brav mit dem chinesischen Autan „Raid“ eingeschmiert hat, ansonsten waren die Schlafzimmer der Hütte gut mit Moskitotüren und -fenstern geschützt. Naja, besser ich als die Kurzen. Damit das ganze richtig spaßig wird, hab ich als Komplikation eine Leberentzündung dazubekommen, die inzwischen zum Glück auch besser wird. Statt an Jonas‘ Geburtstag in Hamburg zu landen, hab ich also halb komatös im Bett herumgelegen. Der Doc meint, zwischen 2 und 6 Wochen kann ich noch Spaß an dem Mist haben, der Heimaturlaub in den Sommerferien ist damit gestrichen, aber immerhin sind die ganz fiesen Schmerzen inzwischen Geschichte und ich bin „nur noch“ schlapp und schlaf soviel wie ein Neugeborenes… Ein Gutes hat es, dass es nicht Dengue ist – dieses hätte ein Reiseverbot in Dengue-Gebiete bedeutet, da man das mehrfach kriegen kann und beim 2. Mal wahrscheinlich die schlimmere, hämorrhagische Variante, was dann ziemlich hässlich werden kann. Trotzdem, Urlaub auf der Nordhalbkugel finde ich derzeit wesentlich verlockender, auch wenn das wirklich ein rundum schöner, harmonischer, erholsamer, gelungener Strandurlaub gewesen ist.

Nachtrag: Wie sich herausgestellt hat, war es doch Denguefieber, der erste Labortest war zu früh, ein weiterer Test hat Dengue dann bestätigt. Waren ja auch Symptome und Ausschlag wie aus dem Lehrbuch.

Jetzt ist tatsächlich das erste Pekinger Schuljahr der Jungs vorbei. Die Zeugnisse sind in Ordnung, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie diesen Riesenschritt von Europa nach Asien bewältigen mussten und obendrein immerzu „vergessen“, dass sie Hausaufgaben haben. Im neuen Schuljahr werden sie aber schon „alte Hasen“ sein – die Schonfrist ist vorbei. ;) Auch wenn bei beiden noch Luft nach oben ist, ich bin froh, dass es alles so gut gelaufen ist, und vor allem dass sie hier glücklich angekommen sind. Klar gibt es gelegentlich mal Heimweh oder es werden alte Freunde vermisst, aber unterm Strich ist unsere Bilanz des ersten Jahres hier durchweg positiv und wir sind froh, dass wir uns auf das Abenteuer eingelassen haben.

Der Große hat seine zweite Gymnasialempfehlung (in Hamburg gab es die schon am Ende der Vierten) und der Kleine hat die Grundschulzeit nun auch beendet. Trotz aller Freude über den Beginn der Sommerferien, über die Wunschklasse für Rasmus (er kommt sowohl zum gewünschten Klassenlehrer als auch mit allen gewünschten Freunden zusammen), über 9 neue Kinder für Justus‘ Klasse – trotz allem sind die zwei erstmal recht bedröppelt aus dem Schulbus gepurzelt – es waren wieder so viele Abschiede…

Inzwischen wird hier aber wieder gekichert und gelacht, denn heute Abend geht es direkt in den Urlaub. Tatsächlich mal nicht nach Schweden, sondern nach Thailand – also  mal komplett anders als unsere bisherigen Urlaube, wir freuen uns und sind gespannt; ich werde berichten. :)

Ulrike vom Bambooblog ruft zu einer Blogparade „Authentizität auf Reisen“ auf. In ihrem eigenen Artikel dazu finde ich mich an so vielen Punkten wieder, dass ich sagen könnte „Haken dran, fertig“. Aber das Thema geht mir immer weiter durch den Kopf, und so versuch ich doch mal, meine Gedanken dazu aufzuschreiben.

Alles gar nicht authentisch hier?

Als unser mittlerer Sohn zu Weihnachten hier zu Besuch war, schien er enttäuscht, weil „Peking nicht authentisch chinesisch“ sei. Sein Bild von China hat er sich allerdings im Freiwilligen Sozialen Auslandsjahr in einer Kleinstadt in Yunnan gemacht – klar, dass sich seine Erfahrungen von unseren in Peking sehr unterscheiden. Und dennoch ist beides China.

Wie könnte man sagen, dass die Hauptstadt Peking nicht authentisch chinesisch ist? Ist Berlin dann auch nicht authentisch deutsch? Deutschland ist doch auch mehr als Bayern und Neuschwanstein! Zu Peking gehören eben auch die Touristenmassen (sowohl die chinesischen als auch die internationalen), die zweisprachigen Ansagen der Metro, alle Küchen der Welt, Hutongs und Hochhäuser, Märkte und Mega-Malls etc… Und ist die Schickimicki-Chinesin in der Glitzerfunkel-Mall nicht genauso authentisch chinesisch wie der Jianbing-Verkäufer an der Straßenecke? Reichtum, Armut und ganz viel dazwischen, alles ganz echt hier. Nur Peking ist nicht Yunnan.
Und ja, wir leben hier in einem Ausländerwohnviertel, wo nur eine Handvoll Chinesen lebt – das ist wirklich nicht besonders chinesisch, aber doch authentisch für eine große Gruppe westlicher Ausländer in China.

Der Begriff authentisch scheint tatsächlich auch zu meinen: ist etwas so, wie ich es erwartet habe oder wie ich es gerne hätte?

Unser Sohn war von Yunnan sehr beeindruckt, es war für ihn eine großartige Zeit. Ich vermute, er hat gehofft, etwas davon hier wiederzufinden. Aber – siehe oben – Peking hat mit Yunnan genauso wenig zu tun wie Hamburg mit den Alpen. Ich glaube, was ihn hier gestört hat war, dass Peking verglichen mit Yunnan schon richtig international ist, dass es für Nichtchinesen inzwischen relativ leicht geworden ist, sich hier zurechtzufinden (Speisekarten mit Bildern (!) für uns Analphabeten, Wegweiser und Schilder zweisprachig).

Schild im Side Park

Schild im Side Park

Statt „das ist ja gar nicht authentisch chinesisch hier“ – was meiner Meinung nach nicht stimmt -, wäre „das ist so ganz anders als Yunnan“ vermutlich die richtigere Erwartung und Einschätzung gewesen. Aber wenn man sich nach Bergen am Ende der Welt und spektakulärer Natur sehnt und damit rechnet, als Langnase unglaublich exotisch zu sein und damit interessant, was die Möglichkeit zu vielen interessanten, wirklich authentischen Begegnungen eröffnet, dann muss man halt auch nach Yunnan fahren und nicht nach Peking. Jedenfalls hoffe ich, dass mir Sohnemann sein Yunnan noch zeigen wird!

Ist Authentizität wirklich ein sinnvolles Kriterium für die Reiseplanung?

Ob mir auf Reisen etwas gefällt, hängt nicht unbedingt davon ab, ob es authentisch ist. Ok, einem Spaßbad in Schweden kann ich echt nichts abgewinnen, wenn ich die Auswahl zwischen Hunderten von Seen habe, und die dann auch ganz für mich allein, da empfinde ich eine Tropenlandschaft als geradezu absurd. (Ich kann aber nachvollziehen, dass es Familien gibt, die nicht nur am 3. Regentag froh darüber sind.)
Sind Katthult oder Bullerbü (Gibberyd/Rumskulla und Sevedstorp/Pelarne) authentisch oder nicht? Ist mir egal, ich habe die Lindgren-Bücher und -Verfilmungen schon immer geliebt und dort zu sein, ein bisschen in die eigene Kindheit zurück und in die Geschichten einzutauchen, das waren tolle Erlebnisse. Der Ristafall (Glupa-Wasserfall von Ronja Räubertochter) ist auch ohne den Film-Bezug einen Ausflug wert und ein beeindruckender Flecken Erde (und nicht weit davon der Tännforsen erst recht.

Ristafallet

Ristafallet

Jetzt habe ich unseren Yunnan-Reisenden gerade gefragt, ob er damit einverstanden ist, dass ich so von ihm erzähle (ist er, sonst könntet Ihr das nun nicht lesen), da sagt er: „Lofsdalen! Hörbuch!“ Ich brauche fast eine Minute, bis der Groschen fällt:
Wir hören beim Autofahren fast immer Hörbücher. Im letzten Sommer lief bei uns zuerst Jules Verne (Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und In 80 Tagen um die Welt, von Rufus Beck super gelesen, hat allen gefallen). Kalle Blomquist haben wir nach kurzer Zeit ausgemacht – das war leider gar nicht nett gelesen, sondern zu meiner großen Enttäuschung altbacken und staubig. Müssen die Jungs nun doch die Bücher in die Hand nehmen und selber lesen.

Aber, um wieder auf das Thema zurückzukommen: Gregs Tagebuch, 9. Teil: „Böse Falle“, lief dann in Endlosschleife. In diesem Band verreist Greg mit seiner Familie. Ein Roadtrip durch Amerika, denn seine Mutter hat in ihrer Elternzeitung „Familienspaß“ gelesen, dass es total wichtig ist, als Familie im Urlaub gemeinsam authentische Erlebnisse zu haben. #rolleyes (Auch wenn ich das anders ausdrücken würde und der Tonfall im Hörbuch einem die Fußnägel hochrollt: Recht hat sie).Vater und Kinder der Familie sind nicht begeistert, und die Familie fährt dann auch von einer Katastrophe in die nächste. Wir hatten alle Bauchweh vor Lachen! – Und ich durfte mir vor jedem Ausflug anhören, ob wir denn da auch authentische Erlebnisse haben würden!

Tja, authentische Erlebnisse…

Für mich steht Authentizität also nicht wirklich ganz weit oben bei der Reiseplanung. Ich suche Natur, Landschaft, gerne mal einen spektakulären Ausblick oder auch einen beruhigend, ganz unaufgeregt-friedlichen. Kann man das vielleicht auch authentische Naturerlebnisse nennen? Aber selbst, wenn das nicht mehr 100% authentisch ist, weil die ehemals unberührte Natur gut erschlossen ist mit Wanderparkplätzen, befestigten Wegen, und weil da ein Windrad steht und dort eine Skipiste zu sehen ist und drüben der Weg für die Schneescooter– das ist der Lauf der Zeit. Genau, Zeit. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir „authentisch“ sagen und in Wahrheit „historisch“ meinen.

Trondheimfjord

Trondheimfjord

Wir haben aber inzwischen doch etliche, von uns als authentisch empfundene, im Gedächtnis bleibende Reiseerlebnisse gehabt. Einige wenige Beispiele:

  • Mit Thomas bin ich kurz nach der Wende die Ostseeküste bis nach Swinemünde und wieder zurück gefahren. An einem Abend in einem Landgasthof zwischen Wismar und der Insel Poel haben wir die Frau eines relativ bekannten Dissidenten kennengelernt. Thomas hat sich die halbe Nacht mit ihr unterhalten – aber ich habe diese Chance zum Teil verpennt, bin einfach irgendwann am Tisch eingeschlafen, obwohl das Gespräch wirklich tiefging, theoretisches, angelesenes Wissen mit persönlichen Erfahrungen lebendig werden ließ. Klar, dass ich das heute noch unter die Nase gerieben kriege und mich entsprechend ärgere! (Authentisch geht auch bei Reisen „um die Ecke“, dafür muss man nicht ans Ende der Welt!)
  • Am Trondheimfjord dem Lachsfischer auf dem Hof beim Ausnehmen der Lachse zu helfen und ein noch schlagendes Lachsherz in der Hand zu halten. Ein Schneehuhn von eben diesem Fischer geschenkt bekommen und es dann selber zu rupfen!
  • In Los Angeles mit dem Bus fahren, sich während der Fahrt auf Spanisch zu unterhalten und am 3. Tag als „welcome, crazy german tourist“ begrüßt zu werden. Touristin im Bus, wo gibt es denn sowas! ;)
  • Eine liebe Freundin in Ljungdalen besuchen und mit ihr beim Dorffest im Hemslöjd den stärksten Kaffee ever zu trinken und noch warme selbstgebackene Zimtschnecken zu essen und dann am Webstuhl noch einige Reihen an einem Gemeinschaftsprojekt mitwirken zu dürfen.
  • Für den Yunnanreisenden: 3 Tage wandern in der Tigersprungschlucht.
  • Und vielleicht ist es eine persönliche Marotte, vielleicht hat es doch etwas mit „authentischem Erleben“ zu tun: in Supermärkten in fremden Städten und Ländern den Einheimischen in die Einkaufswagen zu gucken: was kaufen sie?
Trondheimfjord

Denkmalgeschützter Hof am Trondheimfjord

Wenn ich mir das so ansehe, denke ich: Man kann authentisches Reisen nicht wirklich planen, egal, was Werbeprospekte und Co. versprechen mögen (was dort angepriesen wird: ist es inszeniert oder tatsächlich authentisch oder irgendwo dazwischen?). Die Momente, die im Gedächtnis bleiben, sind meist spontan, aus der Situation heraus entstanden. Einen Plan zu haben ist sicher gut, aber noch besser ist es, wenn man jederzeit bereit ist, vom Plan abzuweichen und Gelegenheiten zu nutzen. Solche Momente und Erlebnisse entwickeln sich wie gesagt oft aus einer Situation heraus. Und ja, wenn man individuell reist, ist die Chance auf solche Erlebnisse vermutlich größer, als wenn man Strandurlaub in einem Resort macht. Es war ein Riesenglück, dass wir Ingolf, den norwegischen Fischer, kennengelernt haben und uns auf Anhieb sympathisch waren, so dass er uns an seinem Leben teilhaben ließ. Sowas kann man nicht erzwingen oder planen, aber wenn es solche Gelegenheiten gibt, sollte man sie ergreifen und Plan Plan sein lassen. So werde ich meine/unsere Reisen weiterhin nicht mit dem Gedanken, möglichst viel Authentisches zu erleben zu planen, sondern mich weiterhin davon leiten lassen: was möchte ich sehen und erleben, was interessiert mich, was wollen die Kinder (ok, und Thomas auch) – und wenn sich dann Chancen auftun, will ich sie nutzen.

Liebe Ulrike, vielen Dank für den Anstoß durch Deine Blogparade über das Thema nachzudenken und in Erinnerungen zu schwelgen!

Das war er also, unser erster Heimaturlaub. Schön war es, aber auch anstrengend. Was ich nun gelernt habe: selbst wenn ich vorher gut plane (mit Hilfe einer Exceltabelle habe ich uns ein Programm gestrickt als ob wir auf Delegationsreise gingen…, um ganz viel in der knappen Zeit unterzubringen) – das ist so nicht gut für uns. Auch wenn ich mich über jeden einzelnen Besuch, jedes einzelne Treffen und Wiedersehen gefreut habe und auch traurig bin, dass wir nicht alle treffen konnten, die wir gern gesehen hätten: beim nächsten Mal müssen wir das anders machen. So viele Monate lassen sich einfach nicht in ein paar Urlaubstagen nachholen. So war das zu stressig und vor allem für die Jungs war es deutlich zu wenig an Ferienaktivitäten. Da sind sie schon Tausende von Kilometern geflogen, dann müssen sie nicht auch noch Hunderte von Kilometern in Deutschland abreißen… Wir brauchen also mehr unverplante Zeit, wo wir kind- und wetterabhängig spontan entscheiden können.

Hamburg war nur anfangs etwas fremd, aber bei allen sichtbaren Veränderungen doch unfassbar vertraut, liegt uns eben irgendwie im Blut. Heimat halt. Dennoch ein Eindruck aus dem Alltag (mein subjektiver, oberflächlicher): „die Pekinger“ wirken gelassener, ja sogar glücklicher, zufriedener als „die Hamburger“. Und in Hamburg dabei so ein Luxus: unser Garten, der im Regen nach Wald riecht. Trinkwasser aus allen Hähnen (sogar in den Klos…). Immer gute (!) Luft. Die Lebensmittelqualität. Alles so sicher, beinahe überreglementiert. Soviel Platz, alles so überschaubar, und *kicher* diese kleinen Stockungen nennt man Stau oder gar Verkehrschaos? Gab es nicht mal Aufregung um die Tanzenden Türme an der Reeperbahn? Ach was, das soll Hamburgs einziges „weird building“ sein? ;) Ich muss gestehen, dass mir hier in Peking zwischen all den Einheitskästen die verrückten Gebäude echt ans Herz gewachsen sind!

Naja, und Weltstadt Hamburg, Tor zur Welt: bitte überleg mal, wie das ist, wenn man am Flughafen ankommt und Euromünzen (!) für die Gepäcktrolleys braucht. Das hat mich so aufgeregt, dass ich ans Kundenbüro des Flughafens gemailt habe. Die Mail wurde unglaublich schnell beantwortet, damit konnten Punkte gutgemacht werden. Aber zwischen den üblichen netten Kundenservice-Floskeln dann die eigentliche Antwort:

Zum Thema Gepäckwagen können wir Ihnen mitteilen, dass ein Flughafen drei Möglichkeiten hat, seinen Kunden Gepäckwagen zur Verfügung zu stellen. Gegen Gebühr, kostenlos mit Pfand oder kostenlos ohne Pfand. Der Hamburg Airport hat sich für die Variante „kostenlos mit Pfand“ entschieden. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Ein Grund ist das Sicherheitsrisiko durch wild abgestellte Gepäckwagen, die eine Gefahr für Passagiere und Fahrzeuge am Flughafen darstellen. Wollte man alle Gepäckwagen sofort wieder einsammeln, entstünde ein nicht zu vertretender finanzieller Personalaufwand.

Ok, alles eine Frage der Prioritäten, und an dieser Stelle hat der Flughafen meiner Meinung nach die falschen Prioritäten gesetzt. So bleibt der erste Eindruck von Nicht-Euroland-Reisenden: nicht existenter Service. Freundliches Willkommen sieht anders aus! Wenn Abreisen netter als Ankommen ist: nicht gut!

Der Abschied fiel uns diesmal schwerer. Vermutlich war angesichts der großen Aufregung im August „wie wird unser Leben in Peking, werden wir uns dort wohlfühlen oder machen wir gerade einen Riesenfehler?“ fast kein Raum mehr für andere Gefühle, diesmal waren wir alle drei deutlich trauriger. Und wir wissen halt inzwischen, was uns hier im Vergleich mit Deutschland stört oder fehlt.

Glücklicherweise hat sich der Kummer angesichts der Verspätung des Flugs nach Amsterdam und dem damit verbundenen Risiko, es nicht rechtzeitig zum Anschlussflug nach Peking zu schaffen, schnell verzogen. Zeit hat zum Glück doch noch gereicht, diesmal keine lange Warteschlange bei der Passkontrolle und, zack, saßen wir schon im Jumbo nach Peking, das uns heute Morgen mit viel Sonne, Wärme und guter Luft empfangen hat. Alles schön grün, alles blüht. Schön, wieder zuhause zu sein.

Lebendige Deko im Clubhouse

Lebendige Deko im Clubhouse

Der erste Heimaturlaub steht an: die Jungs und ich werden die Osterferien in Deutschland verbringen. Wir haben volles Programm, und wir werden es wohl nicht schaffen, alle zu treffen und zu besuchen, die wir gerne treffen und besuchen möchten. Dazu stehen ein paar notwendige Pflichttermine (z.B. Arztbesuche) an – und es sind Schulferien für die Jungs, ein bisschen Kinderprogramm muss also auch sein. Hoffentlich sind wir hinterher nicht erst recht urlaubsreif… ;)

Es ist ja fast ein bisschen schade, ausgerechnet jetzt ins kalte, nasse Deutschland zu tuckern, hier kommt gerade der Frühling mit aller Macht, alles wird grün und blüht, die Luftvorhersage für die nächste Woche ist sehr gut, die Wettervorhersage sowieso (um die 20° und Sonne satt). Immerhin, darauf können wir uns dann bei Rückreise freuen. Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf saubere Luft und darauf, dass der allmorgendliche Check des AQI ausfallen kann.

Mal sehen, wie sich das anfühlt, Gast im eigenen Haus und nur zu Besuch in Hamburg zu sein… ;) Von daher ist es eigentlich ganz clever gewesen, so lange mit der ersten „Heimreise“ zu warten, denn jetzt fühlen wir uns hier in Peking zuhause und sind hier in unserem Alltag mehr als nur ein bisschen angekommen. Ich glaube, das wird es in zwei Wochen für den Rückflug emotional einfacher für uns machen, auch wenn mir jetzt schon wieder vorm Abschiednehmen müssen graut…

Hamburg wird sicherlich noch total vertraut sein, aber ich bin gespannt, ob es sich inzwischen wohl auch etwas fremd anfühlen wird? Alles kleiner, überschaubarer? Und was sich wohl alles geändert hat? Gehört haben wir das ja schon (kleiner Supermarkt um die Ecke hat geschlossen, viele alte Bäume sind bei den Nachbarn gefällt worden…), aber es selbst zu sehen, ist dann ja doch anders.

Als ich vorhin die großen Koffer vorgeholt habe, die eher leer mit nach Hamburg kommen und vermutlich proppevoll nach Peking zurück, ging mir schon durch den Kopf, wie ich sie im letzten Sommer gepackt, und dann immer wieder umgepackt habe. (Muss ich mir gerade mal auf die Schulter klopfen, das hat alles gepasst.) Komisches Gefühl, ist das erst ein Dreivierteljahr her? Wie fix das Kofferpacken jetzt erledigt ist! Aber allmählich werden wir doch reisefiebrig, macht auch Spaß zu sehen, wie sich die Jungs freuen. Ich glaube, dann fange ich mal mit mitfreuen an.

Das Chinesische Neujahr und damit das Jahr das Feuer-Affen steht vor der Tür. Wenn überhaupt möglich, ist jetzt alles noch bunter und üppiger dekoriert als sowieso schon. Vor ein paar Tagen gingen Arbeiter durch den Compound und verteilten an jeden Haushalt gegen Unterschrift ein Merkblatt zum Umgang mit Feuerwerk („do not set off fireworks inside buildings“ usw., Verbot falls orange or red alert). Nun hängt seit gestern ein unübersehbares Schild am Eingang des Clubhauses: Feuerwerk im Compound verboten. Och, schade.

Letztes Jahr haben die Jungs und ich ja „nur“ das Ende der Feierlichkeiten mitbekommen und waren schon vom Laternenfest hinreichend beeindruckt. Diesmal wollen wir alles! ;) Es heißt ja, es würde tagelang geböllert, wobei der Höhepunkt wohl schon am 8.2. sein solle – wir sind gespannt.

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Spätestens Freitag ab Schulschluss (die DSP hat dann eine Woche Ferien, chinesische Schulen haben – teils? – schon Ferien, insgesamt 3 Wochen) droht der Wahnsinn auf den Straßen, Bahnhöfen und Flughäfen: die Expatgemeinde drängt es in die Sonne oder in die Heimat, der Großteil der Chinesen fährt in die Herkunftsorte zur Familie. Das ist wohl alle Jahre wieder die größte Völkerwanderung der Welt… Aber wenn alle weg sind, haben wir Peking für uns! ;)

bears… ;)

Wieder ein Schuljahr erfolgreich beendet, für Justus auch das Ende der Grundschulzeit – nun endlich Sommerferien. Die Minis und ich haben uns in den Norden verdünnisiert, bevor es dann Mitte August wirklich nach Peking geht… Aber solange geniessen wir noch das Fjäll, Licht und Luft und immer wieder Rentiere.
Nur die Mücken, die werden wir hier gerne zurücklassen!