Schnipsel Nr. 18

Alltagsbeobachtungen, Anekdoten, Gedanken, die in wenigen Zeilen erzählt sind oder mit einem Bild ausgedrückt werden können – das sind meine “Schnipsel”. 

Abends am Tian’anmen

Der erste Fotowalk mit der Fotogruppe in diesem Jahr hat uns an den Tian’anmen geführt. Da Anfangs- und Endpunkt unterschiedlich sein würden, habe ich den Scooter stehen lassen und bin mit der Metro gefahren. Vorteil der Metro: auch im Berufsverkehr kommt man schnell und verlässlich von A nach B. Nachteil: es kann halt ziemlich voll sein. Das mag ich nicht so wahnsinnig gern (das ist ein klein wenig schönfärberisch ausgedrückt), aber es war halt doch die objektiv beste Lösung.

Umsteigen in Guomao

Eigentlich war das gar nicht so wild wie befürchtet. Und wärmer als auf dem Scooter war es auch. Am Tian’anmen war überraschend wenig los. Okay, es ist kalt, es ist mitten in der Woche, keine ausländischen und kaum einheimische Touristen unterwegs – ungewohnt ist es trotzdem.

Wir sind dann noch weiter zum NCPA spaziert, das nicht wie früher in wechselnden Farben beleuchtet wurde. Und um 21 Uhr gingen alle Lichter aus. Wir sind dann noch weiter zur Qianmen gegangen, wo wir eigentlich noch einkehren wollten – aber es war schon alles zu oder im Schließen begriffen.

Straßenbegleitgrün!

Hier wird viel Wert auf Grün in der Stadt gelegt. So manche Verkehrsinsel mutet wie ein kleiner Park an. Tag für Tag sind auch Heerscharen von Arbeiter:innen im Einsatz, um das Grün auf Verkehrsinseln, am Rande der Straßen und auf den Mittelstreifen zu hegen und zu pflegen. Mancherorts wird auch auf künstliches Grünzeug zurückgegriffen – so sind „Kirschblüten“ zum anstehenden Frühlingsfest dann auch bei Minusgraden kein Problem.

Hier in der Lucky Street ist das aber tatsächlich mal weniger gelungen.

Diese Zierkohlköpfe werden relativ oft eingesetzt, ob künstlich oder echt. An deren Anblick habe ich mich gewöhnt. Aber zusammen mit dem künstlichen Getreide ist es dann halt doch mal schön scheußlich. :)

Nix los am Liangmahe

Gestern wollte ich Spazieren gehen und auf dem Rückweg einkaufen. Mir war dann aber so kalt, dass ich es nicht weiter als bis zum Liangmahe geschafft habe. Mit meiner Abneigung gegen die Kälte scheine ich nicht allein zu sein, deshalb war ich auch relativ allein am Kanal.

Chinesische Schilderlyrik

Ein weiteres Fundstück für meine Schildersammlung. Und dann eine „Photo Area“, wo es eigentlich nix Dolles zu knipsen gibt. Der Blick auf den Liangmahe ist von weiter vorne oder hinten deutlich netter, und so spektakulär wirkt der Citic Tower (aka Zhongguo Zun) im Hintergrund hier auch nicht.

Photo Area…

Ein paar Schritte weiter finde ich den Blick Richtung Dongzhimen mit der Spiegelung der Guoson Twin Towers viel netter.

Der Grundstein für die Türme wurde sicher schon während der Qing-Dynastie gelegt … ;)  Ende Dezember sah es so aus, als ob sich was tut. Schaun wir mal.

Peking auf dem Eis

Vor ein paar Tagen habe ich irgendwo in den Tiefen des Internets eine Liste von Eisflächen gesehen, die immer Mitte Januar freigegeben werden. Bei vielen davon kann man zwar Schlittschuhe, Eisräder (wie Dreiräder mit Kufen) und ähnliches ausleihen, aber die Passform der Schlittschuhe ist zumeist suboptimal. Eigentlich bin ich bekennende Winterhasserin, uneigentlich fand ich schon immer Schlittschuhlaufen recht spaßig. Und dann die Vorstellung vor der Kulisse des Sommerpalastes ein paar Runden auf dem Kunming-See zu drehen – ja, was für eine geniale Vorstellung.

Schlittschuhe ausverkauft?!

Also, Schlittschuhe müssen her – in meiner Größe aber in allen Filialen der günstigen internationalen Sportartikelkette ausverkauft laut deren Webseite. Schlittschuhe will ich unbedingt anprobieren und nicht online bestellen. Wie der Zufall es will: ich erzähle das einer Freundin, die ihre Schlittschuhe nicht mehr nutzt und verkaufen will – sie passen und gehören nun mir.

Ein bisschen Enttäuschung kam auf, als es hieß, die Eisfläche am Sommerpalast werden wegen Olympia/Covid dies Jahr nicht geöffnet, aber eben hat das englischsprachige Stadtmagazin Öffnungszeiten und Eintrittspreise veröffentlicht – nun steht meinem Projekt, alle freigegebenen Eislaufflächen zu testen nichts mehr im Weg. Morgen bin ich verplant, aber gleich am Freitag lege ich am Shichahai los.

Eisflächen in der Stadt

Es soll sieben städtische (= freigegebene ) Eisflächen geben:

  • Shichahai
  • Beihai
  • Sommerpalast
  • Alter Sommerpalast (hier ist anlässlich der Olympischen Spiele ein „Ice and Snow Festival“)
  • Taoranting-Park
  • Chaoyang-Park
  • Yuyuantan-Park

Dazu kommen noch inoffizielle Flächen wie z.B. der Kanal zwischen Lama-Tempel und Ditan-Park. Und mal sehen, was ich noch entdecke.

Kann natürlich passieren, dass kurzfristig immer noch was geschlossen wird, vielleicht entdecke ich auch noch mehr – ich werde berichten.

 

 

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[…] neulich angekündigt, habe ich angefangen, die Eisflächen der Stadt zu erkunden. Und ich hab’s nicht nur hier […]