Chinesischer Neujahrsabend

Heute ist der chinesisches Neujahrsabend. Schon seit mittags lassen wir in der Glotze die chinesische Variante von „wir warten aufs Christkind“ (Countdown zur Live-Gala) dudeln – wir sehen rot, ganz viel rot, seit 20 Uhr läuft nun das größte TV-Ereignis der Welt (Superbowl ist nur Nummer 2).

Um Mitternacht endet das Jahr des Ochsen/Metall-Büffels und beginnt das Jahr des Wasser-Tigers. Wer sich für chinesische Horoskope, Sternzeichen etc. interessiert, hier ist das übersichtlich und auf Deutsch erklärt. Für mich ist das nix, aber genauso wie ich unser Silvester mag, hab ich auch Spaß am chinesischen Neujahrsabend. Feste feiern, wie sie fallen! Und so werden wir um Mitternacht auch anstoßen.

Der Besitzer des kleinen Ladens hier im Compound hat uns vorgestern schon Jiaozi geschenkt, ich habe mich mit Bananenmuffins bedankt. Als der Mann vorhin Zigaretten holen war, gab es noch eine Flasche Prosecco dazu. Das fühlt sich total gut an, nach angekommen und persönlicher Verbindung.

„Chunwan“ auf Youtube

Hier kann man „Chunwan“ (die TV-Gala zum Frühlingsfest) schauen:

Und was sehen wir da eigentlich?

Hier gibt es (auf Englisch) Hintergrundinfos und Erklärungen zum Programm im Liveblog von whatsonweibo. (Wird sich wohl auch nach dem heutigen Abend noch erreichen lassen, war zumindest in den Vorjahren so.)

Kontrollrunde? Schlotter, zu kalt!

Vorhin wollte ich noch meine fast schon traditionelle Runde vor der Show drehen. Oh weia, das war dank eisigem Wind so bitterkalt, anstatt Richtung Tian’anmen habe ich nur eine kurze Runde durch Sanlitun gedreht. Hat aber gereicht, mich davon zu überzeugen, dass die Straßen wie immer an den Neujahrsabenden weitgehend leergefegt sind. Ein paar aufgebrezelte Menschen noch auf dem Weg ins Restaurant oder zu den Eltern, vor einigen Restaurants sitzen viele auf Aufträge wartende Kurierfahrer auf ihren Scootern.

Und sonst?

Anfang letzter Woche musste ich vom Scooter springen, um einen Unfall zu verhindern. Mein Schimpfwortschatz ist noch intakt, aber mein Knöchel nicht. Der schmerzt seitdem (ist aber nach einem Reitunfall vor langer Zeit eh total kaputt). Von daher habe ich mein Projekt „Eisprinzessin“ – Schlittschuhlaufen auf möglichst vielen freigegebenen Seen – erstmal auf Eis legen müssen. Ich hoffe, ich bin nächste Woche fit genug dafür. Vor allem bin ich aber froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist.

Pandemie…

Wir sehnen uns nach dem Ende der Pandemie. Derzeit scheint das aber eher so zu sein:

Warten auf Godot - Restaurant in Peking

Warten auf Godot

Davon ab geht es uns aber gut, die Jungs kommen ja gut mit Online-Schule klar, jetzt sind aber erstmal Neujahrsferien.

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