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Wie neulich angekündigt, habe ich angefangen, die Eisflächen der Stadt zu erkunden. Und ich hab’s nicht nur hier erwähnt, sondern so vielen Leuten erzählt, dass ich wirklich nicht mehr kneifen konnte. Also habe ich mir gestern morgen tapfer mein „Mimimi, es ist so kalt“ verkniffen, mich warm eingepackt und mich auf dem Weg zum Sommerpalast gemacht.

Allerdings habe ich mich beim Bestellen des Taxis vertan und bin deshalb am falschen Eingang (Nanruyi-Gate) gelandet. Der Spaziergang am See entlang und der Blick waren aber so schön, dass ich das dann doch als Glücksfall empfunden hab – und mich auch bald (oder im Frühling…) wieder dort absetzen lassen werde, um dann am anderen Seeufer oder über die Brücken und Inseln in Richtung Palast zu gehen. Diesen Teil habe ich tatsächlich bisher noch nicht besucht.

Das Eis hier knackt und quietscht, ganz merkwürdige Geräusche. Alle paar Meter steht ein Schild: „Eis nicht betreten“, dafür müsste man aber am Ufer eh erstmal durchs Wasser waten.

An der 17-Bogen-Brücke war ich im Dezember zur Wintersonnenwende. Inzwischen sind die Absperrungen am Ufer wieder weg, auch die Brücke ist wieder freigegeben.

Schlittschuhlaufen verboten

Schließlich komme ich am Ticketschalter an (Nähe East Gate; es gibt noch zwei weitere Zugänge im Norden und Westen, wobei vom See aus der im Westen heute geschlossen aussah). Die Verkäuferin sieht meinen Schlittschuhbeutel, redet auf mich ein, schüttelt den Kopf. Ich stammel was von „xiang mai piao, yao qu huabing“  (möchte Ticket kaufen, will Eislaufen). Schließlich sagt sie doch: 50 Kuai. Ich will den Code scannen, wie das der Mann vor mir gemacht hat (und auch Probleme hatte) – geht nicht. Ich zeige meine Bezahl-QR-Code – auch falsch.

Ich geh erstmal zur Seite, krame Bargeld raus. Ein Teqin (uniformierter Sicherheitsbeamter) kommt hinzu, redet erst mit der Ticketverkäuferin und fragt dann wirklich jeden, der vorbeikommt, ob er Englisch spricht. Eine junge Frau hilft bereitwillig, und so klärt es sich auf: aus Sicherheitsgründen ist Schlittschuhlaufen verboten, in den 50 RMB Eintritt ist aber Schlitten oder Rad enthalten. Der Teqin ist noch skeptisch, aber als ich verspreche, ganz sicher die Schlittschuh nicht zu benutzen, schleust er mich an der inzwischen deutlich längeren Schlange vorbei, ich bezahle mit Bargeld und habe endlich mein Ticket.

Über einen Holzsteg geht es aufs Eis.

Ich schlittere hinüber zu dem Bereich, wo die Schlitten und Eis-Räder ausgegeben werden. Die allermeisten Leute nutzen die Schlitten, mit meinem Gepäck (zum Glück lässt sich der Schlittschuhbeutel gut umhängen) scheint mir das Rad aber die bessere Wahl zu sein. Es ist oll und angeranzt, erfüllt aber seinen Zweck und ich habe einen Riesenspass damit. Dass ich eigentlich Schlittschuhlaufen wollte, hab ich längst vergessen, so schön ist es auch so. Eislaufen in Peking, das wird schon noch woanders klappen.

 

Eisvergnügen vor Traumkulisse

Je weiter ich mich vom Ufer entferne, desto mehr verteilen sich die Leute. Erst später am Nachmittag wird es richtig voll.

Natürlich wird viel fotografiert, ich tu’s ja auch.

Ich hab soviel Spaß, dazu die wunderschöne Kulisse, die Zeit vergeht im Flug. Ich fahre außen ganz herum, dann wieder kreuz und quer. Immer wieder genieße ich die Aussicht auf den Langlebigkeitshügel mit dem Turm des buddhistischen Weihrauchs – von dichter dran…

… oder etwas weiter weg.

Eine meiner Schwestern hat sich ein Bild vom „Marmorboot on Ice“ gewünscht – bitte schön:

Hundeschlitten?!?

In abgezäunten Bereichen kann man gegen Aufpreis für begrenzte Zeit „Bumper“ oder „Hundeschlitten“ mieten. Das amüsiert mich und ist gleichzeitig so wunderbar typisch Chinesisch. (Wer’s nicht erkennen kann: natürlich sind das nur Stofftiere, keine echten Hunde!)

Zu lange stehen bleiben und gucken geht nicht, dann wird es doch zu kalt, also trete ich wieder in die Pedale (und das Rad dreht erstmal ordentlich durch) und drehe weitere Runden über den See.

Ich überlege, ob ich vielleicht den Sonnenuntergang noch mitnehme, aber da mir doch auch schon kalt ist und ich derzeit keine Erkältung riskieren will, entscheide ich mich dagegen. Und: ich werde nächste Woche sowieso mit der Fotogruppe wieder hier sein. Sollte mir dann auch zu kalt sein, starte ich mal später am Nachmittag. Wirklich schade, dass der Weg doch recht weit ist.

Ich gebe also das Eis-Rad wieder ab. Inzwischen sind nur noch wenige Schlitten dort und fast alle Räder ausgeliehen. So richtig trennen kann ich mich aber noch nicht, also gehe ich nicht zum nächstgelegenen Ausgang (den Haupteingang am East Gate), sondern zu dem Ausgang in der Nähe der 17-Bogen-Brücke.

Die Schlange am Tickethäuschen ist inzwischen echt lang geworden.

Ich dreh mich noch ein letztes Mal um, und dann geht es wirklich nach Hause.

Foto-Galerie

 

 

Alltagsbeobachtungen, Anekdoten, Gedanken, die in wenigen Zeilen erzählt sind oder mit einem Bild ausgedrückt werden können – das sind meine “Schnipsel”. 

Abends am Tian’anmen

Der erste Fotowalk mit der Fotogruppe in diesem Jahr hat uns an den Tian’anmen geführt. Da Anfangs- und Endpunkt unterschiedlich sein würden, habe ich den Scooter stehen lassen und bin mit der Metro gefahren. Vorteil der Metro: auch im Berufsverkehr kommt man schnell und verlässlich von A nach B. Nachteil: es kann halt ziemlich voll sein. Das mag ich nicht so wahnsinnig gern (das ist ein klein wenig schönfärberisch ausgedrückt), aber es war halt doch die objektiv beste Lösung.

Umsteigen in Guomao

Eigentlich war das gar nicht so wild wie befürchtet. Und wärmer als auf dem Scooter war es auch. Am Tian’anmen war überraschend wenig los. Okay, es ist kalt, es ist mitten in der Woche, keine ausländischen und kaum einheimische Touristen unterwegs – ungewohnt ist es trotzdem.

Wir sind dann noch weiter zum NCPA spaziert, das nicht wie früher in wechselnden Farben beleuchtet wurde. Und um 21 Uhr gingen alle Lichter aus. Wir sind dann noch weiter zur Qianmen gegangen, wo wir eigentlich noch einkehren wollten – aber es war schon alles zu oder im Schließen begriffen.

Straßenbegleitgrün!

Hier wird viel Wert auf Grün in der Stadt gelegt. So manche Verkehrsinsel mutet wie ein kleiner Park an. Tag für Tag sind auch Heerscharen von Arbeiter:innen im Einsatz, um das Grün auf Verkehrsinseln, am Rande der Straßen und auf den Mittelstreifen zu hegen und zu pflegen. Mancherorts wird auch auf künstliches Grünzeug zurückgegriffen – so sind „Kirschblüten“ zum anstehenden Frühlingsfest dann auch bei Minusgraden kein Problem.

Hier in der Lucky Street ist das aber tatsächlich mal weniger gelungen.

Diese Zierkohlköpfe werden relativ oft eingesetzt, ob künstlich oder echt. An deren Anblick habe ich mich gewöhnt. Aber zusammen mit dem künstlichen Getreide ist es dann halt doch mal schön scheußlich. :)

Nix los am Liangmahe

Gestern wollte ich Spazieren gehen und auf dem Rückweg einkaufen. Mir war dann aber so kalt, dass ich es nicht weiter als bis zum Liangmahe geschafft habe. Mit meiner Abneigung gegen die Kälte scheine ich nicht allein zu sein, deshalb war ich auch relativ allein am Kanal.

Chinesische Schilderlyrik

Ein weiteres Fundstück für meine Schildersammlung. Und dann eine „Photo Area“, wo es eigentlich nix Dolles zu knipsen gibt. Der Blick auf den Liangmahe ist von weiter vorne oder hinten deutlich netter, und so spektakulär wirkt der Citic Tower (aka Zhongguo Zun) im Hintergrund hier auch nicht.

Photo Area…

Ein paar Schritte weiter finde ich den Blick Richtung Dongzhimen mit der Spiegelung der Guoson Twin Towers viel netter.

Der Grundstein für die Türme wurde sicher schon während der Qing-Dynastie gelegt … ;)  Ende Dezember sah es so aus, als ob sich was tut. Schaun wir mal.

Peking auf dem Eis

Vor ein paar Tagen habe ich irgendwo in den Tiefen des Internets eine Liste von Eisflächen gesehen, die immer Mitte Januar freigegeben werden. Bei vielen davon kann man zwar Schlittschuhe, Eisräder (wie Dreiräder mit Kufen) und ähnliches ausleihen, aber die Passform der Schlittschuhe ist zumeist suboptimal. Eigentlich bin ich bekennende Winterhasserin, uneigentlich fand ich schon immer Schlittschuhlaufen recht spaßig. Und dann die Vorstellung vor der Kulisse des Sommerpalastes ein paar Runden auf dem Kunming-See zu drehen – ja, was für eine geniale Vorstellung.

Schlittschuhe ausverkauft?!

Also, Schlittschuhe müssen her – in meiner Größe aber in allen Filialen der günstigen internationalen Sportartikelkette ausverkauft laut deren Webseite. Schlittschuhe will ich unbedingt anprobieren und nicht online bestellen. Wie der Zufall es will: ich erzähle das einer Freundin, die ihre Schlittschuhe nicht mehr nutzt und verkaufen will – sie passen und gehören nun mir.

Ein bisschen Enttäuschung kam auf, als es hieß, die Eisfläche am Sommerpalast werden wegen Olympia/Covid dies Jahr nicht geöffnet, aber eben hat das englischsprachige Stadtmagazin Öffnungszeiten und Eintrittspreise veröffentlicht – nun steht meinem Projekt, alle freigegebenen Eislaufflächen zu testen nichts mehr im Weg. Morgen bin ich verplant, aber gleich am Freitag lege ich am Shichahai los.

Eisflächen in der Stadt

Es soll sieben städtische (= freigegebene ) Eisflächen geben:

  • Shichahai
  • Beihai
  • Sommerpalast
  • Alter Sommerpalast (hier ist anlässlich der Olympischen Spiele ein „Ice and Snow Festival“)
  • Taoranting-Park
  • Chaoyang-Park
  • Yuyuantan-Park

Dazu kommen noch inoffizielle Flächen wie z.B. der Kanal zwischen Lama-Tempel und Ditan-Park. Und mal sehen, was ich noch entdecke.

Kann natürlich passieren, dass kurzfristig immer noch was geschlossen wird, vielleicht entdecke ich auch noch mehr – ich werde berichten.

 

 

Eigentlich würde ich dem Pekinger Winter gerne bei jeder Gelegenheit entfliehen. Okay, einer der Hauptgründe dafür – der Smog – gilt nicht mehr so stark wie in den Vorjahren, denn der heftigste Wintersmog ist doch deutlich weniger geworden. 

Aber es ist bitter-, bitterkalt. Selbst wenn das Thermometer mal über Null steht, lässt einen der eisige Wind frieren.

Und es ist trocken. Aber so richtig. Einerseits  ist das schön, wenn man da mal an die verregneten Hamburger Winter denkt. Über einen Mangel an Sonne, Licht und blauem Himmel können wir uns hier derzeit nicht beklagen. Andererseits ist es so trocken, dass hier beinah jeder über Hautprobleme klagen könnte. Jucken und spannen ist da noch das harmloseste, was sich mit regelmäßigem Cremen noch ganz gut in den Griff kriegen lässt. Wer da empfindlicher ist oder auch nur einmal zu lange nicht eincremt, hat womöglich aufgerissene, blutige Hände. Luftbefeuchter können etwas helfen – solange man drinnen ist.

Schnee?

Skifahren, ohne dass es schneit?

Weil es so trocken ist, ist Schnee auch die absolute Ausnahme, auch in den Bergen im Umland. Skigebiete gibt es trotzdem: mit technischem Schnee, also Kunstschnee. Nur eine Dreiviertelstunde von unserem Haus liegt das Skigebiet Nanshan. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal mit der Patengruppe dort, und auch dieses Jahr ging es wieder dorthin. 

Auch wenn man nicht Skifahren oder Snowboarden kann oder möchte, lohnt sich ein Ausflug. Man kann auch Reifenrodeln, mit einer (Sommer-)Rodelbahn von oben den Berg herabsausen oder einfach nur ein bisschen Spazieren gehen und dann auf einer der Terrassen in der Sonne sitzen und den Skifahrenden auf den verschiedenen Pisten zusehen. Es gibt verschiedenen Restaurants und Imbissbuden, Trinkwasser und heißes Wasser findet sich natürlich auch, klar, wir sind in China.  

Lieber aufs Eis?

Die lange knackige Kälte lässt auch alle Seen einfrieren. Bei den großen Seen in der Stadt darf man da aber nicht einfach so drauf stiefeln, sondern es sind extra sichere Bereiche umzäunt, wofür man dann auch Eintritt zahlen muss. Am Beihai-See ist in den 80 RMB dann aber auch der Gebrauch sämtlicher Fahrzeuge enthalten: Schlitten, Eisfahrräder, „Bumper“, und das alles zeitlich unbegrenzt. Aber irgendwann wird es einem dann auch einfach zu kalt. Nur Schlittschuhe müsste man selbst mitbringen.

Auch am Houhai gibt es so eine Eisfläche. Den Kunming-See beim Sommerpalast würde ich gerne mal sehen, vor der Kulisse muss es einfach wunderschön sein. Vielleicht schaff ich das ja diesen Winter noch.