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Eigentlich würde ich dem Pekinger Winter gerne bei jeder Gelegenheit entfliehen. Okay, einer der Hauptgründe dafür – der Smog – gilt nicht mehr so stark wie in den Vorjahren, denn der heftigste Wintersmog ist doch deutlich weniger geworden. 

Aber es ist bitter-, bitterkalt. Selbst wenn das Thermometer mal über Null steht, lässt einen der eisige Wind frieren.

Und es ist trocken. Aber so richtig. Einerseits  ist das schön, wenn man da mal an die verregneten Hamburger Winter denkt. Über einen Mangel an Sonne, Licht und blauem Himmel können wir uns hier derzeit nicht beklagen. Andererseits ist es so trocken, dass hier beinah jeder über Hautprobleme klagen könnte. Jucken und spannen ist da noch das harmloseste, was sich mit regelmäßigem Cremen noch ganz gut in den Griff kriegen lässt. Wer da empfindlicher ist oder auch nur einmal zu lange nicht eincremt, hat womöglich aufgerissene, blutige Hände. Luftbefeuchter können etwas helfen – solange man drinnen ist.

Schnee?

Skifahren, ohne dass es schneit?

Weil es so trocken ist, ist Schnee auch die absolute Ausnahme, auch in den Bergen im Umland. Skigebiete gibt es trotzdem: mit technischem Schnee, also Kunstschnee. Nur eine Dreiviertelstunde von unserem Haus liegt das Skigebiet Nanshan. Letztes Jahr war ich zum ersten Mal mit der Patengruppe dort, und auch dieses Jahr ging es wieder dorthin. 

Auch wenn man nicht Skifahren oder Snowboarden kann oder möchte, lohnt sich ein Ausflug. Man kann auch Reifenrodeln, mit einer (Sommer-)Rodelbahn von oben den Berg herabsausen oder einfach nur ein bisschen Spazieren gehen und dann auf einer der Terrassen in der Sonne sitzen und den Skifahrenden auf den verschiedenen Pisten zusehen. Es gibt verschiedenen Restaurants und Imbissbuden, Trinkwasser und heißes Wasser findet sich natürlich auch, klar, wir sind in China.  

Lieber aufs Eis?

Die lange knackige Kälte lässt auch alle Seen einfrieren. Bei den großen Seen in der Stadt darf man da aber nicht einfach so drauf stiefeln, sondern es sind extra sichere Bereiche umzäunt, wofür man dann auch Eintritt zahlen muss. Am Beihai-See ist in den 80 RMB dann aber auch der Gebrauch sämtlicher Fahrzeuge enthalten: Schlitten, Eisfahrräder, „Bumper“, und das alles zeitlich unbegrenzt. Aber irgendwann wird es einem dann auch einfach zu kalt. Nur Schlittschuhe müsste man selbst mitbringen.

Auch am Houhai gibt es so eine Eisfläche. Den Kunming-See beim Sommerpalast würde ich gerne mal sehen, vor der Kulisse muss es einfach wunderschön sein. Vielleicht schaff ich das ja diesen Winter noch.

 

Seit Montag hat uns der Alltag wieder, der liebe Besuch ist zurück in Deutschland und wir stellen uns hier jetzt auf den möglicherweise kältesten Winter seit Jahren und die mit dem Winter (Inversionswetterlage plus Heizen) verbundene miese Luft ein. Heute Vormittag war ich noch mit der Fotogruppe unterwegs, im Laufe des Nachmittags konnte man dann zusehen, wie die Luft schlechter und schlechter wurde, inzwischen liegt der AQI bei 343, also über meiner persönlichen Schmerzgrenze. 

Sānlúnchē

Sānlúnchē

Ab einem AQI von ca. 300 geh ich keinen Schritt vor die Tür, wenn es nicht unbedingt sein muss. Bis zu diesem Wert bin ich relativ unempfindlich, aber ab dann gibt’s Hals- und Kopfschmerzen, die fast immer in einer dicken Erkältung enden – so die Erfahrung im ersten Winter hier, dieses Jahr bleib ich bei entsprechenden Werten halt zuhause auf meinem Luftfilter sitzen. Zum Glück sind die Kurzen robuster und die Luftfilteranlage der Schule taugt auch was.

Glückskeks

Ich denke ja oft, dass ich ein Glückskeks bin, dass ich dieses China-Abenteuer erleben darf. So konnte ich auch gar nicht ablehnen, als Jonna von den expatmamas.de gefragt hat, ob ich etwas für den November-Glückskeks beisteuern könnte. Dass sich mit Klebeband fast alles reparieren lässt, und dass es, wenn das Klebeband mal aus ist, auch mit einer Plastiktüte geht, erzähle ich hier: expatmamas.de. Oder kurz zusammengefasst: ich mag den chinesischen Pragmatismus. :) Es muss nicht immer gleich das teure Ersatzteil sein.

Glücklichmacher

Die Welt ist doch manchmal-oft echt zum Heulen. Ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer, Aleppo, Nazis in Deutschland, Trump in den USA (I’m with her!), Türkei, IS,… Kriege und Krisen, wohin man auch guckt. Und dann veröffentlicht heute Matt Harding sein neues Video: „Where the heck is Matt?“ Wie, Ihr kennt Matt Harding nicht? Der reist um die Welt und tanzt mit Menschen. Von Düsseldorf bis Dubai, von Peking bis Pjöngjang, von Robben Island bis Vancouver, im Nasa-Shuttle und beim Tauchen. Mehr zu Matt gibt es auf seiner Website oder auf Wikipedia.

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Diese Videos transportieren soviel Fröhlichkeit und bringen auch an dunklen Tagen den Optimismus zurück: Eine Welt für Alle. Das geht. Muss gehen.