Beiträge

Die letzten Wochen waren einerseits wie Advent in Deutschland auch, viele Weihnachtsfeiern, -essen, -basare, dazu aber (leider) auch einige Abschiedstreffen, es gehen wieder einige lieb gewonnene Leute nach Deutschland zurück. Insofern jedenfalls gefühlt noch stressiger und emotional aufgeladener als Advent in Deutschland. Bei den Abschieden ist mir wieder aufgegangen, wie gern ich hier bin, und dass es hier noch so viel zu entdecken und zu erleben gibt. Das war ganz gut, weil ich tatsächlich in die Reichweite eines Tiefausläufers geraten bin, aber wo ich hier zu dusselig für eine Internet-Bestellung bin, kommt in Deutschland der DHL-Bote nicht. Irgendwas ist doch immer. ;) Also Krönchen gerade richten und auf das nächste, vermutlich wieder spannende Jahr freuen!

Zwischendrin waren die Jungs und ich auch noch mal krank, so dass rückblickend gar nicht viel Weihnachtszeit war und die letzten Wochen gefühlt vorbeigerast sind.

Gestern war das Weihnachtskonzert in der Schule, hat mir unterm Strich wieder gut gefallen, und die Jungs waren engagiert und mit viel Spaß dabei – obwohl es am Ende echt spät geworden ist. Dass ausgerechnet die Jüngsten erst am Schluss dran waren (während ein Großteil der Teenies bereits in der Pause gegangen ist), ist schon unglücklich, zum Glück war heute nur noch ein kurzer Schultag, wo eigentlich auch nur noch gefeiert wurde.

Aber nach so einem Konzert mit dem Gefühl nach Hause zu gehen, dass auch schulischer Musikunterricht wirklich Freude am Musik machen und Singen vermitteln kann, und dass die Jungs gerne noch mehr Musikunterricht hätten, das macht doch schon sehr zufrieden – die Musiklehrer können sich da jetzt gern gelobt fühlen! 

Jetzt rückt eine dicke Smogwolke näher, seit heute Abend gilt die höchste Alarmstufe – Red Alert – und das für voraussichtlich fünf lange Tage. Da sind wir echt ziemlich froh, dass es morgen in den Urlaub nach Australien geht. Hoffentlich wird der Smog nicht so dick, dass Flüge gecancelt werden müssen… Überhaupt, es lebt sich einfach besser ohne dicke Luft, wir hatten allerdings auch gerade ein paar schöne Tage mit auch aus deutscher Sicht normalen Werten. Und dann ist Peking noch mal so schön, wenn man in der Ferne die Berge sehen kann.

 

 

 

 

Konzert für die Grundschüler der DSP

Schade, dass unsere Jungs keine Grundschüler mehr sind, denn die Grundschüler der DSP (Deutsche Botschaftschule Peking) machen am kommenden Freitag in der Schulaula eine „Reise von Mozart bis Chopin“ mit Justus Frantz. Nur die Grundschulkinder, keine Eltern, keine älteren Schüler – ein Kinderkonzert halt. Das gefällt mir schon richtig gut an der Schule, dass außer dem normalen Unterricht nach Stundenplan fast immer was los ist (Grundschultreff, KinderUni, Lesungen, Projektvorstellungen…). 

Wintereinbruch

Heute Nacht hat es begonnen zu schneien, es ist glatt und windig und bitterkalt. Durch den Compound fuhr den ganzen Vormittag ein Tuktuk, ganz langsam, hinten drauf ein Berg Streusalz und zwei Arbeiter, die mit behandschuhten Händen und sonst keinem weiteren Werkzeug die Straßen und Wege abstreuten… Gutes Timing, morgen ist laut chinesischem Kalender 小雪, xiaoxue. :) Man könnte fast darüber nachdenken, heute Abend Glühwein zu machen…

Vier Wochen noch

Nur noch knapp vier Wochen, dann beginnen die Weihnachtsferien. Dieses Jahr flüchten wir aus dem Smog in die Sonne. Vorher heißt es zum Ferienbeginn leider schon wieder Abschied nehmen, denn einige liebe Menschen gehen nach Deutschland zurück.

Jedenfalls sind diese vier Wochen wie alle Jahre wieder proppevoll mit Weihnachtsfeiern, Weihnachtsbasaren, Basteln, Weihnachtsbäckerei, Weihnachtsessen… Zur großen Freude der Jungs und zu Männes Entsetzen habe ich am Wochenende schon mal dem Chevy Chase/Clark Griswold in mir Raum gegeben, und nun funkelt und blinkt und leuchtet es in fast allen Räumen. Schrecklich schön! 

 

Jetzt sind wir schon 100 Tage hier in Peking, höchste Zeit für ein Update – ich gelobe Besserung…

Der lange, schöne Sommer mit überwiegend guten Luftwerten hat uns das Ankommen leicht gemacht – mal gar nicht zu reden von den Menschen, sowohl Chinesen als auch der internationalen/deutschen Community. Man braucht nur anzudeuten, dass man eine Frage hat und schon gibt es Tipps und Hinweise und Hilfe zuhauf. Es gibt unzählige Möglichkeiten, nette Menschen kennenzulernen, da ist es manchmal schwer November-1zu entscheiden, wo man nun hingeht. :)

Ein neuer Lieblingsplatz zum Hingehen ist auf jeden Fall das „Maan Coffee“, direkt neben dem Worker’s Stadium. Da gibt es nicht nur die besten Waffeln der Welt, sondern auch noch einen Leihteddy – bis die Bestellung komplett da ist. Ich mag die Einrichtung, viel Holz, lauter unterschiedliche Sessel und Stühle, das Licht, die Atmosphäre – lebendig ohne zu nerven, viele Studenten, die Musik (internationaler Rock/Pop).

Wir vermissen unsere Freunde, aber es ist eben auch spannend, neue Leute kennenzulernen. Viele neue Bekanntschaften bleiben wohl Freundschaften auf Zeit: viele wissen schon, dass sie Peking bald verlassen werden. Das fühlt sich für mich komisch an, muss ich einfach auf mich zukommen lassen.

Mit den sinkenden Temperaturen und schlechter werdender Luft haben die Minis und ich uns hartnäckige on/off-Erkältungen eingefangen, nichts Wildes, nur immer wieder mal ein Tag, wo dann doch eher Bett als Schule angesagt ist. Und meine Stimme ist mal einen Tag weg, einen Tag da (aber klingt dann wie nach einem durchgegröhlten, äh, -gesungenem Abend in der Großen Freiheit…) Wir buchen die ganze Kränkelei mal unter Anlaufschwierigkeiten ab und hoffen, dass das nun auch bald überstanden ist.

November-2-2Und es ist wirklich ziemlich kalt geworden, nachts haben wir zweistellige Minusgrade. Dafür sind Taxen und Innenräume meist total überheizt… Und da ist es auch lästig, dass wir die Temperaturen nur stockwerksweise regeln können – Rasmus‘ Zimmer ist dann das wärmste, Justus‘ das kälteste, also renn ich ständig hinter den Kurzen her: „Du ziehst jetzt was über, du ziehst jetzt die Fleecejacke aus…“ – und trotzdem hustet und schnieft hier alles… Bis auf Thomas, der ist nie krank, der hat höchstens mal einen Tag (beinah) tödlichen Männerschnupfen und ist direkt wieder unanständig fit. Wenn die JNovember-2-3ungs so nicht immer wieder in der Schule fehlen würden, wäre das alles gar nicht der Rede wert.

Und dann geh ich am Liangma River entlang und muss mir die Augen reiben: da schwimmt tatsächlich jemand. Nix Neopren, nur Badehose. Aus der anfänglichen Faszination wird Betroffenheit, als ich sehe, wie der Mann zu einer Bank geht, auf der er offensichtlich seinen kompletten Besitz lagert.

Apropos Schule: Es gab die ersten „Zwischenmitteilungen“ (Rückmeldungen über den Leistungsstand). Sagen wir mal so: Nummer 4 und 5 meinen das offenbar ernst, wenn sie von sich sagen, sie seien Jonas 2.0 und Jonas 3.0…. (Familienmitglieder wissen, was ich meine! *grins*). Aber wenn man bedenkt, was das für eine Riesenleistung der Minimänner ist, sich hier in einem ganz anderen, neuen Leben einen Platz zu suchen und zu finden, dann finden wir es etwas ärgerlich, aber nicht so tragisch, wenn die Leistungen hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Das wird schon noch kommen, und das sag ich aus Erfahrung und nicht aus Zweckoptimismus. Und wenn Nr. 4 sich weigert, einen Fisch zu sezieren und dafür eine schlechte Note bekommt – damit kann ich nicht nur leben, da hat er meine volle Unterstützung. Hauptsache ist: die Jungs sind neugierig, aufgeschlossen, interessiert an vielen Themen, und vor allem: sie gehen gerne zur Schule.

November-2Wie bereits erwähnt, dauert hier „alles“ länger. Die Alltagsorganisation frisst viel mehr Zeit als ich das aus Hamburg gewohnt bin, nicht nur, aber vor allem weil die Wege weiter sind, aber auch weil es mehr Wege sind, Peking ist halt nicht Klein-Hamburg. Gefühlt braucht hier alles länger – gezwungenermaßen lerne ich doch noch Geduld… Naja, weil das alles so ist wie es ist, stecke ich (Mrs. Auf den letzten Drücker) schon eine Weile mitten in Advents-/Weihnachtsvorbereitungen, habe herausgefunden, wo ich einen echten (!) Weihnachtsbaum bekommen kann, wo ich Baumschmuck herbekomme, wo es Backutensilien gibt usw. Adventskalender sind bereits hier, müssen nur noch fertig gefüllt und aufgehängt werden. Vom Fröbelsterne basteln krieg ich Knoten in meinen beiden linken Händen, mal schauen, ob sich noch was Nettes beim Weihnachtsbasar der Deutschen Botschaft auftreiben lässt. Ansonsten ist weniger mehr, und Kerzen gibt es bei uns eh ganzjährig reichlich. Bisschen nett muss es für die zwei Kurzen ja doch sein – und für die vier Großen, die in gut drei Wochen hier ankommen auch!

Endlich mal Weiße Weihnachten – in Schweden, Smaland, Yttre Hätteboda!

01212