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Man könnte meinen, dass die Weihnachtszeit in China nur eine untergeordnete Rolle spielt. Vielleicht tut sie das grundsätzlich auch, aber man sieht es doch auf den großen Straßen und Malls, dass „weihnachtlich“ geschmückt wird. Und in der internationalen Community gibt es so viele Angebote, da wird es schon fast zuviel. Theateraufführungen, Konzerte, Basare und  Märkte, Aktionen für den guten Zweck. Von Organisationen, Schulen und privat. Dazu kommt, dass die Weihnachtszeit in Peking für viele schon zehn Tage bis zwei Wochen vor Weihnachten endet: Schulferien! Die allermeisten Ausländer fliehen dann aus dem Pekinger Winter, der nicht nur bitterkalt ist, sondern in dem die Luft im Jahresdurchschnitt auch am Schlechtesten ist. Die einen zieht es in die Heimat und zur Familie, die anderen nutzen die Ferien für Reiseziele in Asien und Ozeanien.

Alle Jahre wieder

Letztes Jahr habe ich schon über unsere Weihnachtszeit geschrieben, dieses Jahr – unser viertes Weihnachten, seit wir in China leben – heißt es erst recht:  Alle Jahre wieder. Im ersten Jahr, gerade mal vier Monate hier, war noch alles neu und aufregend. Wir kannten uns noch nicht so aus wie heute und kannten auch noch nicht so viele Leute, die man hätte fragen können, was man wo bekommt. Jetzt erleben wir die Weihnachtszeit hier zum vierten Mal und es fühlt sich nicht mehr fremd, sondern vertraut an.

Vorfreude

In unserem ersten Peking-Jahr sind wir hier geblieben, wollten die Kinder nicht so bald nach der Ankunft schon wieder herausreißen. Statt dessen sind unsere großen Kinder zu Besuch gekommen. Auch letztes  Jahr, unser drittes Peking-Jahr, hatten wir Besuch und waren hier. In unserem zweiten Pekingjahr sind wir nach Australien geflogen und hatten eine wundervolle, erholsame Zeit auf der Farm Bulwarra. Und weil das so schön war, fahren wir da dieses Jahr wieder hin.

In New South Wales ist dann Hochsommer, und so fühlten sich unsere Weihnachtsferien – auch wenn wir Weihnachten und Silvester mit unserer Gastgeberin zusammen gefeiert haben – mehr nach Sommerferien an. Uns hat das gefallen, Sehnsucht nach den typischen Hamburger Weihnachten mit 12 Grad und Nieselregen ist da so gar nicht aufgekommen. Die großen Kinder haben wir vermisst, aber die haben inzwischen eigene Weihnachtspläne – hatten wir vor einer gefühlten Ewigkeit in deren Alter ja auch schon. Jedenfalls freuen wir uns sehr auf Weihnachten in der Sonne.

Neue Traditionen (er-)finden

Köttbull

Köttbull

So erleben wir die Weihnachtszeit recht komprimiert und suchen uns aus dem großen Angebot das raus, was uns gefällt. Inzwischen sind zu alten Traditionen auch neue hinzugekommen. Neben den traditionellen Weihnachtssternen, die mir dieses Jahr eine liebe Freundin vom Blumenmarkt mitgebracht hat, steht auch Kollege „Köttbull“ wieder in der Leseecke.

Seit 2015 gibt es hier im Compound in der deutschen Gruppe auch die Möglichkeit, sich am „Plätzchentausch“ zu beteiligen. Statt selber 10 Sorten zu backen, backt man nur eine, aber davon so viel, dass man mit allen anderen tauschen kann. So viele verschiedene leckere Weihnachtsplätzchen würde ich alleine sonst nie backen, und die größere Menge ist tatsächlich deutlich weniger Aufwand als viele verschiedene Sorten in kleineren Mengen zu backen. Größere Mengen Eierlikör „muss“ ich allerdings herstellen. Dafür bring ich den Ansatzalkohol immer aus Deutschland mit.

In unserem internationalen Umfeld mischen sich die Traditionen und Bräuche aus aller Welt, und es ist eine Bereicherung, das alles Kennenlernen zu können. 

Weihnachtsbäckerei mit Hindernissen

Für mich hat es sich bewährt, Lebkuchengewürz, Backpulver, Hirschhornsalz usw. aus Deutschland mitzubringen/mitbringen zu lassen. Aber fast alles bekommt man auch hier, wenn auch nicht immer in der gewünschten Qualität oder zu horrenden Preisen. Kein Puderzucker ohne Zusätze! Nach Sahne ohne Aroma oder Verdickungsmittel muss man suchen und findet das leider auch nicht immer. Ungesalzene Mandeln gibt es nicht im Supermarkt, zum Glück auf dem Gemüsemarkt. Die müssen dann für Zimtsterne und Co. eben selbst gemahlen werden. Kokosraspeln gibt es – allerdings nicht die getrockneten, die ich aus der deutschen Weihnachtsbäckerei kenne, sondern feuchte. Da musste ich halt ein bisschen experimentieren. 

Und dass man hier mit einem neuen Herd backen muss, macht es für fast alle auch nicht einfacher. Wenn man wie ich dann auch noch mit einem Gasbackofen ausgestattet ist, wo die Temperatureinstellungen eher auf Zufallszahlen beruhen und die obere Flamme alle drei Wochen mal auf voller Leistung brennt und sonst gar nicht – das macht es nicht einfacher, auch nicht im vierten Jahr.

Hübsche Papierförmchen, Ausstechformen, Backformen, Spritzbeutel und anderes Handwerkszeug und Zubehör bekommt man gut auf dem Hotelmarkt, soweit nicht im Supermarkt vorhanden. (Es laufen Gerüchte rum, dass der Hotelmarkt abgerissen/umgebaut/verkleinert wird – überraschend ist das nicht, ändert sich hier ja eh alles.)

Eigentlich kriegt man alles – sogar Weihnachtsbäume

Dieses Jahr geben wir kein Vermögen für einen echten Weihnachtsbaum aus, weil wir ja verreisen. Immerhin bekommt man welche, hier ist es nicht nur unter Amerikanern verbreitet, schon in der Vorweihnachtszeit den Baum aufzustellen. Kein Wunder, wenn die meisten Peking über Weihnachten verlassen, sei es nun in die Heimat oder in  den Urlaub. Ich habe aber beim Möbelschweden ein kleines künstliches Bäumchen gefunden, was nun auf dem Kaminsims weihnachtliche Stimmung verbreiten darf.

Beim Möbelschweden habe ich übrigens gedacht, wie witzig, die Chinesen werfen alle Feste durcheinander, jetzt gibt es Weihnachtshasen. Das hat sich aber nicht als chinesische Eigenart, sondern – ups – doch als neuer schwedisch-internationaler Dekotrend entpuppt. Naja, wer das mag. :)

Wer sich von den Phantasiepreisen für echte Bäume abschrecken lässt, hat die Auswahl zwischen unzähligen künstlichen Bäumen: geschmückt und ungeschmückt, in allen Farben und Stilen. Wenn einem das Angebot im Supermarkt nicht gefällt: bei Taobao gibt es mit Sicherheit etwas Passendes!

Lichterketten gibt es hier auch in allen Formen, Längen, Farben. Meine Sammlung wächst! :)

Eines Tages wird mein Haus in der Weihnachtszeit von der ISS aus zu sehen sein! Auch wenn ich mich dümmer anstelle beim Schmücken als Chevy Chase . ;)

Die direkt beim Umzug aus Deutschland mitgebrachten Adventskalender für die Jungs hängen wieder am Treppengeländer, diesmal auch mit mitgebrachten Weihnachtssüßigkeiten aus Deutschland gefüllt. Das ist schön, dass es diese vertrauten Dinge gibt. Am zweiten Adventswochenende verzichten wir auf die Compound-Weihnachtsparty, obwohl das sicher auch mal ein interessantes Erlebnis wäre. Stattdessen freuen wir uns auf eine private Weihnachtsparty, am Tag darauf gibt es ein kleines Gänsebraten-Essen bei uns. Vergangenes Wochenende fand der Weihnachtsbasar auf dem Botschaftsgelände statt, traditionell war die Luft auch wieder schlecht (wenn auch besser als in den Vorjahren).

Schule: Nikolaus, Wichteln, Weihnachtskonzert

Auch die Schule ist weihnachtlich dekoriert. Wie in Deutschland auch wird gemeinsam gebacken (Grundschule), es wird in den Klassen gewichtelt und es gibt Weihnachtsfeiern, bei den einen nachmittags mit Eltern, bei den anderen als Weihnachtsfrühstück während der Schulzeit, im Grunde die gleiche Bandbreite wie in Deutschland auch. Im Foyer ist ein Schrank mit vielen Fächern zum Adventskalender umfunktioniert, jede Klasse bereitet eine Überraschung für eine andere Klasse vor. Ein Höhepunkt zum Jahresabschluß ist sicher das Weihnachtskonzert, an dem nicht nur Schülerinnen und Schüler beteiligt sind. Auch die Schule hat eine eigene besondere Tradition zu Nikolaus: alle Kinder werden mit einer gefüllten Nikolausmütze beschenkt, anschließend wird auf dem Schulhof ein Foto mit allen gemacht. (Foto von der Schulwebseite)

Die 7. Klassen fahren zu Nikolaus bzw. kurz vorher zur Wanderarbeiterschule nach Daxing. 

Ich zitiere von der Webseite der Schule:

Für den 6. Dezember steht jährlich eine Weihnachtsfeier auf unserem Plan. Ausgestattet mit einem Weihnachtsbaum, Tannengrün, Kerzen, Plätzchen, Geschenken … fahren gutgelaunte Siebtklässler, Interessierte und engagierte Lehrer nach Daxing. Dort werden wir immer wieder freudig erwartet und herzlich empfangen. Nicht nur ein rot gekleideter Mann mit einem weißen Bart, sondern gleich fünf überraschen die Kinder der Grundschule mit kleinen Geschenken und erzählen ihnen die Geschichte vom „Heiligen Nicolaus“. Ein anschließendes Weihnachtsprogramm, gestaltet von beiden Schulen, hilft den Kindern fremde Bräuche und Traditionen kennenzulernen.

Ich wurde geblitzdingst

Steine. Steine sind okay!

Steine. Steine sind okay!

You've been tinseled!

You’ve been tinseled!

Nein, nicht geblitzdingst, sondern gelammetat: „You’ve been tinseled!“ Hach schön. Ich muss nur noch ergründen, aus welcher Ecke der Welt diese Idee stammt.

Eine Freundin hat sich gemerkt, dass ich Steine für optimale Haustiere halte: schmutzen und haaren nicht so, fressen einem nicht die Haare vom Kopf, hinten kommt nix Ekliges raus; wenn man keine Zeit hat, nehmen sie es einem nicht übel – aber streicheln und mögen kann man sie auch.

Jedenfalls gab es bei dieser schönen Advents-Überraschung nicht nur einen Weihnachtsstern, sondern auch diesen hübschen Stein! Auch wieder ein neuer Brauch, der mir noch besser als das „ge-boo-ed“ werden zu Halloween gefällt und den ich wohl ins eigene Repertoire übernehmen werde. 

Ja, ich mag Weihnachten und die Weihnachtszeit, und diese Mischung aus eigenen und vertrauten Traditionen mit neuen Eindrücken macht die Zeit noch lebendiger und bunter. 

Die letzten Wochen waren einerseits wie Advent in Deutschland auch, viele Weihnachtsfeiern, -essen, -basare, dazu aber (leider) auch einige Abschiedstreffen, es gehen wieder einige lieb gewonnene Leute nach Deutschland zurück. Insofern jedenfalls gefühlt noch stressiger und emotional aufgeladener als Advent in Deutschland. Bei den Abschieden ist mir wieder aufgegangen, wie gern ich hier bin, und dass es hier noch so viel zu entdecken und zu erleben gibt. Das war ganz gut, weil ich tatsächlich in die Reichweite eines Tiefausläufers geraten bin, aber wo ich hier zu dusselig für eine Internet-Bestellung bin, kommt in Deutschland der DHL-Bote nicht. Irgendwas ist doch immer. ;) Also Krönchen gerade richten und auf das nächste, vermutlich wieder spannende Jahr freuen!

Zwischendrin waren die Jungs und ich auch noch mal krank, so dass rückblickend gar nicht viel Weihnachtszeit war und die letzten Wochen gefühlt vorbeigerast sind.

Gestern war das Weihnachtskonzert in der Schule, hat mir unterm Strich wieder gut gefallen, und die Jungs waren engagiert und mit viel Spaß dabei – obwohl es am Ende echt spät geworden ist. Dass ausgerechnet die Jüngsten erst am Schluss dran waren (während ein Großteil der Teenies bereits in der Pause gegangen ist), ist schon unglücklich, zum Glück war heute nur noch ein kurzer Schultag, wo eigentlich auch nur noch gefeiert wurde.

Aber nach so einem Konzert mit dem Gefühl nach Hause zu gehen, dass auch schulischer Musikunterricht wirklich Freude am Musik machen und Singen vermitteln kann, und dass die Jungs gerne noch mehr Musikunterricht hätten, das macht doch schon sehr zufrieden – die Musiklehrer können sich da jetzt gern gelobt fühlen! 

Jetzt rückt eine dicke Smogwolke näher, seit heute Abend gilt die höchste Alarmstufe – Red Alert – und das für voraussichtlich fünf lange Tage. Da sind wir echt ziemlich froh, dass es morgen in den Urlaub nach Australien geht. Hoffentlich wird der Smog nicht so dick, dass Flüge gecancelt werden müssen… Überhaupt, es lebt sich einfach besser ohne dicke Luft, wir hatten allerdings auch gerade ein paar schöne Tage mit auch aus deutscher Sicht normalen Werten. Und dann ist Peking noch mal so schön, wenn man in der Ferne die Berge sehen kann.

 

 

 

 

Konzert für die Grundschüler der DSP

Schade, dass unsere Jungs keine Grundschüler mehr sind, denn die Grundschüler der DSP (Deutsche Botschaftschule Peking) machen am kommenden Freitag in der Schulaula eine „Reise von Mozart bis Chopin“ mit Justus Frantz. Nur die Grundschulkinder, keine Eltern, keine älteren Schüler – ein Kinderkonzert halt. Das gefällt mir schon richtig gut an der Schule, dass außer dem normalen Unterricht nach Stundenplan fast immer was los ist (Grundschultreff, KinderUni, Lesungen, Projektvorstellungen…). 

Wintereinbruch

Heute Nacht hat es begonnen zu schneien, es ist glatt und windig und bitterkalt. Durch den Compound fuhr den ganzen Vormittag ein Tuktuk, ganz langsam, hinten drauf ein Berg Streusalz und zwei Arbeiter, die mit behandschuhten Händen und sonst keinem weiteren Werkzeug die Straßen und Wege abstreuten… Gutes Timing, morgen ist laut chinesischem Kalender 小雪, xiaoxue. :) Man könnte fast darüber nachdenken, heute Abend Glühwein zu machen…

Vier Wochen noch

Nur noch knapp vier Wochen, dann beginnen die Weihnachtsferien. Dieses Jahr flüchten wir aus dem Smog in die Sonne. Vorher heißt es zum Ferienbeginn leider schon wieder Abschied nehmen, denn einige liebe Menschen gehen nach Deutschland zurück.

Jedenfalls sind diese vier Wochen wie alle Jahre wieder proppevoll mit Weihnachtsfeiern, Weihnachtsbasaren, Basteln, Weihnachtsbäckerei, Weihnachtsessen… Zur großen Freude der Jungs und zu Männes Entsetzen habe ich am Wochenende schon mal dem Chevy Chase/Clark Griswold in mir Raum gegeben, und nun funkelt und blinkt und leuchtet es in fast allen Räumen. Schrecklich schön! 

 

Jetzt sind wir schon 100 Tage hier in Peking, höchste Zeit für ein Update – ich gelobe Besserung…

Der lange, schöne Sommer mit überwiegend guten Luftwerten hat uns das Ankommen leicht gemacht – mal gar nicht zu reden von den Menschen, sowohl Chinesen als auch der internationalen/deutschen Community. Man braucht nur anzudeuten, dass man eine Frage hat und schon gibt es Tipps und Hinweise und Hilfe zuhauf. Es gibt unzählige Möglichkeiten, nette Menschen kennenzulernen, da ist es manchmal schwer November-1zu entscheiden, wo man nun hingeht. :)

Ein neuer Lieblingsplatz zum Hingehen ist auf jeden Fall das „Maan Coffee“, direkt neben dem Worker’s Stadium. Da gibt es nicht nur die besten Waffeln der Welt, sondern auch noch einen Leihteddy – bis die Bestellung komplett da ist. Ich mag die Einrichtung, viel Holz, lauter unterschiedliche Sessel und Stühle, das Licht, die Atmosphäre – lebendig ohne zu nerven, viele Studenten, die Musik (internationaler Rock/Pop).

Wir vermissen unsere Freunde, aber es ist eben auch spannend, neue Leute kennenzulernen. Viele neue Bekanntschaften bleiben wohl Freundschaften auf Zeit: viele wissen schon, dass sie Peking bald verlassen werden. Das fühlt sich für mich komisch an, muss ich einfach auf mich zukommen lassen.

Mit den sinkenden Temperaturen und schlechter werdender Luft haben die Minis und ich uns hartnäckige on/off-Erkältungen eingefangen, nichts Wildes, nur immer wieder mal ein Tag, wo dann doch eher Bett als Schule angesagt ist. Und meine Stimme ist mal einen Tag weg, einen Tag da (aber klingt dann wie nach einem durchgegröhlten, äh, -gesungenem Abend in der Großen Freiheit…) Wir buchen die ganze Kränkelei mal unter Anlaufschwierigkeiten ab und hoffen, dass das nun auch bald überstanden ist.

November-2-2Und es ist wirklich ziemlich kalt geworden, nachts haben wir zweistellige Minusgrade. Dafür sind Taxen und Innenräume meist total überheizt… Und da ist es auch lästig, dass wir die Temperaturen nur stockwerksweise regeln können – Rasmus‘ Zimmer ist dann das wärmste, Justus‘ das kälteste, also renn ich ständig hinter den Kurzen her: „Du ziehst jetzt was über, du ziehst jetzt die Fleecejacke aus…“ – und trotzdem hustet und schnieft hier alles… Bis auf Thomas, der ist nie krank, der hat höchstens mal einen Tag (beinah) tödlichen Männerschnupfen und ist direkt wieder unanständig fit. Wenn die JNovember-2-3ungs so nicht immer wieder in der Schule fehlen würden, wäre das alles gar nicht der Rede wert.

Und dann geh ich am Liangma River entlang und muss mir die Augen reiben: da schwimmt tatsächlich jemand. Nix Neopren, nur Badehose. Aus der anfänglichen Faszination wird Betroffenheit, als ich sehe, wie der Mann zu einer Bank geht, auf der er offensichtlich seinen kompletten Besitz lagert.

Apropos Schule: Es gab die ersten „Zwischenmitteilungen“ (Rückmeldungen über den Leistungsstand). Sagen wir mal so: Nummer 4 und 5 meinen das offenbar ernst, wenn sie von sich sagen, sie seien Jonas 2.0 und Jonas 3.0…. (Familienmitglieder wissen, was ich meine! *grins*). Aber wenn man bedenkt, was das für eine Riesenleistung der Minimänner ist, sich hier in einem ganz anderen, neuen Leben einen Platz zu suchen und zu finden, dann finden wir es etwas ärgerlich, aber nicht so tragisch, wenn die Leistungen hinter den Möglichkeiten zurückbleiben. Das wird schon noch kommen, und das sag ich aus Erfahrung und nicht aus Zweckoptimismus. Und wenn Nr. 4 sich weigert, einen Fisch zu sezieren und dafür eine schlechte Note bekommt – damit kann ich nicht nur leben, da hat er meine volle Unterstützung. Hauptsache ist: die Jungs sind neugierig, aufgeschlossen, interessiert an vielen Themen, und vor allem: sie gehen gerne zur Schule.

November-2Wie bereits erwähnt, dauert hier „alles“ länger. Die Alltagsorganisation frisst viel mehr Zeit als ich das aus Hamburg gewohnt bin, nicht nur, aber vor allem weil die Wege weiter sind, aber auch weil es mehr Wege sind, Peking ist halt nicht Klein-Hamburg. Gefühlt braucht hier alles länger – gezwungenermaßen lerne ich doch noch Geduld… Naja, weil das alles so ist wie es ist, stecke ich (Mrs. Auf den letzten Drücker) schon eine Weile mitten in Advents-/Weihnachtsvorbereitungen, habe herausgefunden, wo ich einen echten (!) Weihnachtsbaum bekommen kann, wo ich Baumschmuck herbekomme, wo es Backutensilien gibt usw. Adventskalender sind bereits hier, müssen nur noch fertig gefüllt und aufgehängt werden. Vom Fröbelsterne basteln krieg ich Knoten in meinen beiden linken Händen, mal schauen, ob sich noch was Nettes beim Weihnachtsbasar der Deutschen Botschaft auftreiben lässt. Ansonsten ist weniger mehr, und Kerzen gibt es bei uns eh ganzjährig reichlich. Bisschen nett muss es für die zwei Kurzen ja doch sein – und für die vier Großen, die in gut drei Wochen hier ankommen auch!

Endlich mal Weiße Weihnachten – in Schweden, Smaland, Yttre Hätteboda!

01212