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Heute Nachmittag hatte ich Zeit und bin spontan in Richtung Shichahai getuckert. Aber schon auf dem Weg gibt es viel zu gucken.

Zum Rauchen nach draußen…

Der Hund muss mit!

Am Shichahai

Heute ist nicht so viel los wie vor kurzem, die Rikschafahrer haben nichts zu tun.

Der Bootsverleih ist wieder geöffnet. Ich überlege kurz, denke aber, dass ich dafür gerne ein anderes Objektiv an der Kamera hätte, heute hab ich das 24 mm drauf. Wie so oft denke ich, dass das ein Luxus ist, den ich als Touri hier nicht hätte: ich kann halt unkompliziert jederzeit wiederkommen.

Bootsanleger am Westufer des Shichahai

Als sie sieht, dass ich sie fotografiere, wirft sie sich in Pose, Schirm kommt weg.

Tempel des Feuergottes

Wo ich schon in der Ecke bin, schau ich auch noch kurz in den Feuergott-Tempel hinein.

Die bunten Wimpel, die neulich noch hingen, sind weg. Schade, das war noch bunter. Dafür ist die Musik heute lauter.

Yandai Byway

Die Yandai Gasse ist zwar keine 250 Meter lang, aber wirklich hübsch. Klar, sie ist touristisch so aufgehübscht worden wie die Nanluoguxiang, mir gefällt’s trotzdem. “China Famous Historical Cultural Street” seit 2010, da müssen wohl chinesische Standards gewahrt werden.

Türklopfer mal anders

Vor der historischen Post wird fotografiert.

Hier findet sich die typisch chinesische Mischung von Handwerks- und Souvenirläden, Imbissbuden und Restaurants mit (nicht nur) lokalen Spezialitäten. Mich versetzt das kurz in eine Stimmung wie auf Reisen, fühle mich an solche Tourigassen in Dali, Xi’an, Luoyang erinnert (so unterschiedlich diese Orte auch sind). Ich sollte wohl doch wieder häufiger auf Sightseeing-Tour gehen.

Egal wie alt du bist, du bist hier nie zu alt für Haarschmuck aller Art!

Dieses plastische Stadtmodell ist das erste, dass ich hier bewusst wahrnehme (Oder es ist das einzige? Keine Ahnung!).

Fuhrpark

Meerjungfrau oder Hofdame?

Sieht man auch vielerorts in China: Kuscheltiere als Deko am Haus.

Ich werfe noch einen Blick zurück in die Gasse, bevor ich zu meinem Scooter zurücklaufe.

Mondfest in Sicht

Auf dem Rückweg stoppe ich noch am Jingkelong, wo viel los ist. Der Bao’an, der mir immer helfen will und mich immer ermahnt, langsam zu fahren, kommt extra angerannt, um ein Fahrrad zur Seite zu schieben, damit ich meinen Scooter abstellen kann. Das ist mir echt peinlich, ich will keine Sonderbehandlung.

Im Supermarkt gibt es zahlreiche Sonderstände: nächste Woche ist das Mondfest. Natürlich Mondkuchen, stückweise einzeln verpackt oder in bunten, aufwendigen Geschenkverpackungen. Diese Geschenkpackungen gibt es aber auch für ganz alltägliche Dinge wie Eier, Öl, Würzsaucen, Süßigkeiten, Nüsse … .

Vorhin klingelt es an der Tür – der Vermieter, der mir zwei große Geschenktüten entgegenhält. Mondkuchen und eine Massagepistole. Cool. :)

Ein traumhafter Sommertag, die Jungs sind mit Online-Unterricht und Hausaufgaben beschäftigt, nichts wie raus. Da sich das Leben und die Corona-Regeln hier ziemlich normalisiert haben, will ich Fotowalks für die Fotogruppe planen. Einen Ort, den die Gruppe in den vergangenen fünf Jahren noch nicht besucht hat und zu dem es mich selbst schon lange hinzieht: Die Residenz von Prinz Gong. Die soll so besonders schön sein, ein bisschen an die Verbotene Stadt erinnern und gleichzeitig mit schönem Garten, Teichen und Flüssen aufwarten. 

Bisher habe ich nur kein Glück gehabt! Entweder es war Montag (und montags sind fast alle Sehenswürdigkeiten geschlossen) oder es wurde gebaut. Prinz Gong und ich – das wird nix.

Es wurde auch länger gebaut als vorgesehen, und ich hab es dann aus den Augen verloren, dann kam Corona, aber heute! Heute versuch ich es. Es ist auch nicht Montag!

Tja.

Alles dicht. Zu. Geschlossen.

Ich spreche ein paar Männer an, die vor dem verschlossenen Tor stehen. Nein, diesen Monat nicht mehr. Nächsten Monat. So ist das halt, zum Glück bin ich ja für länger hier und kann es dann im September wieder versuchen (wenn ich das nicht wieder vergesse…). Der Tag ist auch viel zu schön, um sich darüber zu ärgern, ich fahre dann halt ein Stück um die Residenz herum. 

Rechts hinter der Mauer befindet sich Prinz Gongs Residenz. Aber die Straße ist auch schon ziemlich idyllisch, oder?

Es ist Waschtag. Ach so, deshalb darf man nicht zum Prinzen.

Wäsche vor dem Nebeneingang von Prince Gong’s Mansion.

Ich fahr noch mal am Haupteingang vorbei, aber kein Schild, nichts. Auch die Männer von vorhin sind verschwunden. 

Prince Gong’s Mansion. Geschlossen, wie immer, wenn ich da hinein möchte.

Ich beschließe, dass der Fotogruppenausflug zum Dongyue-Tempel gehen soll. Auch das eine Location, wo die Gruppe in den vergangenen fünf Jahren nicht war. Aber um auf Nummer sicher zu gehen, will ich vorbeifahren und schauen, dass da nicht auch plötzlich Waschtag ist oder Bauarbeiten…

Am Shichahai

Vorher komme ich am Shichahai vorbei. Da muss ich auch unbedingt stoppen. Zuerst sehe ich zwei Arbeitern dabei zu, wie sie Müll rausfischen, der sich im Durchflussgitter Richtung Beihai verfangen hat. Als sie fertig sind, brausen sie los. Hach ja, aufs Wasser wäre jetzt eine feine Sache, aber der Bootsverleih hat geschlossen.

Shichahai

Ich bin an der Ecke vom See, wo sich der Lotosmarkt befindet. Der heißt so, weil…

Lotos. Blütezeit geht zu Ende.

Ist es ein Alien? Ist es verblühter Lotos?

Alt und neu – da kommt noch eine Blüte nach!

Auch verblüht immer noch schick.

Und dann kommt eine dieser Aussichten, wo man total vergisst, dass das hier mitten in der Großstadt ist.

Ist das nicht einfach unheimlich schön hier?

Die Sonne knallt ganz schön vom Himmel, mein Wasser ist alle, hier steht kein Verkaufswagen, die Shops sind geschlossen – ich mach mich auf den Weg zum Dongyue-Tempel.

Der Dongyue-Tempel

Okay, ich bin schon über fünf Jahre in Peking, aber die Stadt ist so riesig und mein Orientierungsvermögen so schlecht – und trotzdem finde ich den Weg ohne einmal aufs Handy zu gucken. Auch ein gutes Gefühl.

Das Ticketbüro ist nach draußen umgezogen. Ja, der Tempel ist geöffnet, keine Bauarbeiten oder Schließzeiten geplant. (Da wo mein Chinesisch nicht ausreicht, hilft die Übersetzungsapp!). Super, dem Fotogruppenausflug hierher steht also nichts im Weg. Wo ich schon mal da bin, will ich aber trotzdem rein.

Einen ersten Code mit WeChat-Pay scannen, um den Eintritt zu bezahlen. Einen zweiten Code mit der Beijing Health App scannen: damit bin ich zum einen registriert (und zwar nicht als Pippi Langstrumpf aus Bullerbü, wie manche weniger nette Menschen das in Deutschland wohl machen) und zum anderen wird mein grüner Code (nicht in Risikogebieten gewesen und wer weiß, was das Ding noch weiß) gesichtet: ich darf hinein.

Oh. Hier findet heute ein Event statt. Ich vermute, es hat mit dem chinesischen Valentinstag, Qixi zu tun. Das wurde hier aber nicht von darbenden Blumenhändlern erfunden, sondern geht auf eine alte Legende (Vom Kuhhirten und der Weberin) zurück.

Vorne am Eingang ist es relativ voll, also gehe ich erst einmal weiter.

Hauptachse

In Wahrheit zieht es mich auch zu den Nischen an den Außenseiten, wo 76 Departements aus dem daoistischen Jenseits dargestellt werden. Damit ich beim Fotogruppenausflug noch was zu tun und hinterher was zu erzählen habe, werde ich mir bis dahin mehr über diese Departements anlesen.

Dies scheint mir ein freundlicher Dämon…

Departement of Mord und Totschlag?

Hmm. Dies ist nicht das Department für unzüchtigen Lebenswandel. Aber welches dann?

Zwischen den vielen Gruselgestalten auch mal was Liebes!

Junger Mann, was haben Sie genommen?

Einerseits typischer Tempel: Ähnlicher Grundriss, rote Hallen mit Säulen und blau-grünen Verzierungen. Aber mehr Schrift – und halt die Department-Nischen (von denen viele übrigens Opferboxen vorne am Zäunchen haben).

Außer den Departments gibt es diese Stelen. Dazu muss ich mir auch noch mehr anlesen, ich glaube, diese hier haben mit den Tierkreiszeichen zu tun – und sie sollen aus der Geschichte der Umgebung erzählen.

Schildkröte! <3 Langlebig, weise… – Und zwei Dachreiter am Boden.

Innenhof. Mit Feuerlöschstation. Und so groß sehen die Dachreiter oben auf dem Dach jetzt gar nicht mehr aus, oder? Sind aber genauso groß wie die beiden goldenen am Boden.

Peking. Tradition und Moderne, Altes und Neues.

Kleine Säulen, große Säulen.

Fast vergessen: Dieser Tempel beherbergt zwar ein Museum (das Folkloremuseum, heute habe ich nur einen Blick auf ein paar sehr alte TCM-Fläschchen geworfen), aber es ein “aktiver” Tempel. Die Mönche passen auch gut auf, dass man bestimmte Buddhas nicht fotografiert.

Auch im Tempel geht ohne Handy nix.

Noch ein Department. Schlachten? Tier-Opfer? Ich muss mich da echt noch mehr einlesen.

Nun bin ich einmal rundherum durchgegangen. Die Sonne knallt immer noch, ich hab immer noch nichts zu trinken, aber vorne am Tor muss ich mir doch noch diese drei hübschen Tänzerinnen ansehen.

Tänzerinnen beim Event im Tempel.

Ja, das war mein Pekinger Sommertag. Anders als geplant, aber trotzdem schön und voller bleibender Eindrücke. Also schon irgendwie typisch.