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Justus hatte sehr klare Vorstellungen, wie wir das Neujahrsfest begehen sollten – den Chinatagen der Schule sei Dank: jeder müsse sein Lieblingsgericht bekommen, Jiaozi müssten auch unbedingt dabei sein, auch mit jedermanns Lieblingsfüllung und jeder müsse dann drei Stück davon essen. Punkt Mitternacht sei Beginn des Festmahls, alle sollen möglichst lang aufbleiben…. Wir haben uns dann auf unsere eigene, angepasste Version geeinigt. Immerhin, selbstgemachte Jiaozi, wenn auch nur mit Einheitsfüllung, standen mit auf dem Buffet.

IMG_4202Die Jungs haben das Interesse an der Fernsehpflichtveranstaltung, der großen Neujahrsgala, rasch verloren. Für mich und Thomas war es aber ein unterhaltsamer Abend, nachdem wir den ganzen Tag schon die Vorberichterstattung gesehen hatten, waren wir entsprechend angefixt. Quietschbunt, hoffnungslos überladen die allermeisten Nummern. Für jeden (nicht nur chinesischen) Geschmack etwas dabei: Traditionelles, Klassisches, Pop und Rock, Tanznummern, Akrobatisches, Komiker, eine Anspielung auf die große Militärparade im Sommer…  – über 4 Stunden lang! Ich muss mal googlen, ob es wirklich über 10.000 Mitwirkende auf der Hauptbühne waren (und wie viele noch dazu bei den Außenwetten, öh, Liveschaltungen in andere chinesische Städte.) Deutsche Shows sind dagegen langweilige Billigproduktionen. ;) Während der Fernsehshow wurden per wechat noch virtuelle Hongbaos (Hongbao = roter Umschlag für Geldgeschenke) ausgetauscht – in einem Gruppenchat habe ich aus Neugier auf einen geklickt und „musste“ dann meinerseits einen versenden.

Angestoßen haben wir um Mitternacht nicht mit Reisschnaps, sondern Sekt und sind dann doch raus vor die Tür. Auch wenn in unserem Compound Feuerwerk verboten war, ringsrum war die Hölle los – und das ging bis in den Morgen weiter. Danach flaute es ab, wurde mit Einbruch der Dunkelheit wieder etwas mehr, heute ist es bislang ganz ruhig, aber noch ist es ja auch hell.

Natürlich haben wir Türen und Fenster geöffnet und das Licht die ganze Nacht angelassen, damit das Glück zu uns findet. Und damit es dableibt, darf es die nächsten Tage auch nicht wieder zur Tür hinausgefegt werden.

Zum Frühstück haben wir dann eine ganz andere Richtung eingeschlagen:  Superbowl. War auch mal klasse, dabei nicht die ganze Zeit dabei gegen den Schlaf ankämpfen zu müssen. Gratulation, Peyton Manning und Broncos! Aber die Halbzeitshow (ich fand Coldplay gar nicht so übel wie viele Kritiker nun tun), ist doch kein Vergleich zur chinesischen Neujahrsshow… *grins*

Passend zum Frühlingsfest präsentierte sich gestern das Pekinger Wetter: 12 Grad, strahlendblauer Himmel, gute Luft und klare Sicht: nichts wie raus! Mit Tausenden anderen haben wir die Houhai-Seen umrundet. Nasse Füße wollten wir nicht bekommen und haben vom Gang aufs Eis abgesehen, und auch den Eisschwimmern haben wir uns nicht angeschlossen… Dann ein kurzer Blick auf Trommel- und Glockenturm und nochmal eintauchen in die Hutongs, wo vereinzelt ein paar Kinder geböllert haben und dann hat es unseren Kindern auch gereicht – hatten ja in der Nacht nicht zu viel Schlaf.

Das Chinesische Neujahr und damit das Jahr das Feuer-Affen steht vor der Tür. Wenn überhaupt möglich, ist jetzt alles noch bunter und üppiger dekoriert als sowieso schon. Vor ein paar Tagen gingen Arbeiter durch den Compound und verteilten an jeden Haushalt gegen Unterschrift ein Merkblatt zum Umgang mit Feuerwerk („do not set off fireworks inside buildings“ usw., Verbot falls orange or red alert). Nun hängt seit gestern ein unübersehbares Schild am Eingang des Clubhauses: Feuerwerk im Compound verboten. Och, schade.

Letztes Jahr haben die Jungs und ich ja „nur“ das Ende der Feierlichkeiten mitbekommen und waren schon vom Laternenfest hinreichend beeindruckt. Diesmal wollen wir alles! ;) Es heißt ja, es würde tagelang geböllert, wobei der Höhepunkt wohl schon am 8.2. sein solle – wir sind gespannt.

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Spätestens Freitag ab Schulschluss (die DSP hat dann eine Woche Ferien, chinesische Schulen haben – teils? – schon Ferien, insgesamt 3 Wochen) droht der Wahnsinn auf den Straßen, Bahnhöfen und Flughäfen: die Expatgemeinde drängt es in die Sonne oder in die Heimat, der Großteil der Chinesen fährt in die Herkunftsorte zur Familie. Das ist wohl alle Jahre wieder die größte Völkerwanderung der Welt… Aber wenn alle weg sind, haben wir Peking für uns! ;)

China feiert das Frühlingsfest = Chinesisches Neujahrsfest. Männe lässt sich durch das etwas weniger volle Peking treiben, ruft immer wieder mal an und lässt uns mithören. Für feuerwerksbegeisterte Jungs dürfte das nächstes Jahr ein absoluter Höhepunkt werden. :)

Ist es nun das Jahr des Schafes oder der Ziege? Beides irgendwie, die beste Erklärung dazu habe ich bislang hier gefunden.

Hier geht es in den Endspurt der Urlaubsvorbereitungen: eine Woche nur noch! Wir sind alle drei ganz kribbelig vor Aufregung.