Beiträge

Der Pekinger Zhihua-Tempel findet sich nicht in den Reiseführer TOP 10. Trotzdem sollte man in Erwägung ziehen, ihn sich anzusehen, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Denn interessant ist nicht nur der Tempel selbst, sondern auch die Umgebung, denn vom Zhihua-Tempel aus hat man einen interessanten Blick auf das Galaxy Soho. Hier kann man Symbole für traditionelles und modernes Peking zugleich in einem Bild einfangen.

Als ich den Tempel besucht habe, waren nur ganz wenige andere Besucher da, eindeutig kein Touristenhotspot. Es war ruhig, von der Großstadthektik nichts mehr zu spüren. 

Der Zhihua-Tempel

Der Tempel wurde 1444 während der Ming Dynastie als Familientempel von Wang Zheng gebaut, der der beliebteste Eunuch von Kaiser Yingzong gewesen sein soll. Hat der Tempel früher über fünf Courtyards verfügt, so sind heute nur noch die vier zentralen Hallen übrig. Der Zhihua-Tempel soll einer der größten hölzernen Gebäudekomplexe der Ming-Zeit sein. Außerdem finden sich hier viele Buddhastatuen, buddhistische Schriften, Wandgemälde – und „Musik“:

Es sind einige alte Instrumente ausgestellt, die sich in Details von den volkstümlichen Instrumenten unterscheiden, z.B. in der Anzahl der Löcher in einer Flöte. Zweimal am Tag (um 10:20 Uhr und um 15 Uhr) wird die traditionelle „Jing-Musik“ (Hauptstadt-Musik)  von Mönchen aufgeführt. Diese Musik, eine Kombination aus Hofmusik, buddhistischer Musik und Volksmusik, gilt als „lebendiges Fossil“ der chinesischen Musik. Leider habe ich die Aufführung verpasst,aber nun steht das auf meiner Peking-Wunschliste. Und die ist nach drei Jahren immer noch unglaublich lang. ;)

Der Tempel zählt zu den geschützten Denkmälern Chinas, die Jing-Musik zählt zum immateriellen Kulturerbe. Nichtsdestotrotz wurde ein Deckenelement nach Philadelphia verkauft und findet sich nun dort im Kunstmuseum…

Besonders beeindruckend fand ich die Wände der Hallen. Hunderte, wenn nicht Tausende kleiner Buddhas sitzen da in winzigen Schreinen – und alle Figuren sind verschieden.

Kontrastprogramm nach dem Tempelbesuch gewünscht?

Nach dem Tempelbesuch könnte man durch die Hutongs in Richtung Galaxy Soho schlendern und dort einen überteuerten Kaffee in einer Filiale einer großen amerikanischen Kaffeehauskette trinken. ;)

Informationen:

Offizielle Webseitezhihuatemple.com/ 

Eintritt: 20 RMB

Öffnungszeiten: Täglich außer Montag (!) 8:30 – 16:30 Uhr laut offizieller Webseite – laut Tripadvisor täglich 9-19 Uhr… Ich werde beim nächsten Besuch darauf achten!

Adresse: No.5 Lumicang Hutong, Dongcheng District

Seit Montag hat uns der Alltag wieder, der liebe Besuch ist zurück in Deutschland und wir stellen uns hier jetzt auf den möglicherweise kältesten Winter seit Jahren und die mit dem Winter (Inversionswetterlage plus Heizen) verbundene miese Luft ein. Heute Vormittag war ich noch mit der Fotogruppe unterwegs, im Laufe des Nachmittags konnte man dann zusehen, wie die Luft schlechter und schlechter wurde, inzwischen liegt der AQI bei 343, also über meiner persönlichen Schmerzgrenze. 

Sānlúnchē

Sānlúnchē

Ab einem AQI von ca. 300 geh ich keinen Schritt vor die Tür, wenn es nicht unbedingt sein muss. Bis zu diesem Wert bin ich relativ unempfindlich, aber ab dann gibt’s Hals- und Kopfschmerzen, die fast immer in einer dicken Erkältung enden – so die Erfahrung im ersten Winter hier, dieses Jahr bleib ich bei entsprechenden Werten halt zuhause auf meinem Luftfilter sitzen. Zum Glück sind die Kurzen robuster und die Luftfilteranlage der Schule taugt auch was.

Glückskeks

Ich denke ja oft, dass ich ein Glückskeks bin, dass ich dieses China-Abenteuer erleben darf. So konnte ich auch gar nicht ablehnen, als Jonna von den expatmamas.de gefragt hat, ob ich etwas für den November-Glückskeks beisteuern könnte. Dass sich mit Klebeband fast alles reparieren lässt, und dass es, wenn das Klebeband mal aus ist, auch mit einer Plastiktüte geht, erzähle ich hier: expatmamas.de. Oder kurz zusammengefasst: ich mag den chinesischen Pragmatismus. :) Es muss nicht immer gleich das teure Ersatzteil sein.

Glücklichmacher

Die Welt ist doch manchmal-oft echt zum Heulen. Ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer, Aleppo, Nazis in Deutschland, Trump in den USA (I’m with her!), Türkei, IS,… Kriege und Krisen, wohin man auch guckt. Und dann veröffentlicht heute Matt Harding sein neues Video: „Where the heck is Matt?“ Wie, Ihr kennt Matt Harding nicht? Der reist um die Welt und tanzt mit Menschen. Von Düsseldorf bis Dubai, von Peking bis Pjöngjang, von Robben Island bis Vancouver, im Nasa-Shuttle und beim Tauchen. Mehr zu Matt gibt es auf seiner Website oder auf Wikipedia.

Diese Videos transportieren soviel Fröhlichkeit und bringen auch an dunklen Tagen den Optimismus zurück: Eine Welt für Alle. Das geht. Muss gehen. 

 

Letzte Woche war ich mit der Fotogruppe im NCPA. NCP-was? National Centre for the Performing Arts: ein riesiges Gebäude, in dem sich Opernhaus, Theater, Konzertsaal und „Multifunktionstheater“ sowie Cafés und Ausstellungsräume befinden. Mitten in Peking, unweit der Verbotenen Stadt gelegen.

Mir gefällt das Ei! Zunächst haben wir es umrundet, zusätzliches Augenfutter gab es durch die Fensterputzer, die sich ringsherum abseilten. Guckt man von der Längsseite, erkennt man durch die Spiegelung im Wasser das Yin und Yang Symbol. Insgesamt ist es ein sehr ruhiger Ort, trotz der zahlreichen Spaziergänger.

Für 30 RMB kann man das Gebäude auch von innen besichtigen. Der Eingangsbereich befindet sich tiefergelegt, unterhalb der Halle, unter der Wasserfläche. Je nach Blickwinkel, und abhängig von Sonne und Wolken schimmert das Licht und die Stahlkonstruktion und sieht das Wasser mal eher blau, mal grün aus.

Faszinierend auch, wie sich auch im Inneren das Oval als Motiv immer wieder findet, beispielsweise die Form eines Cafés oder die Anlage der Rolltreppen. Da es relativ leer war, wirkte das Gebäude vermutlich noch überwältigender als wenn dort viele Menschen gewesen wären. Aber das würde ich auch gerne mal erleben, dort möchte ich mir gern eine klassische Oper ansehen, die ausgestellten Kostüme und Bühnenbildelemente versprechen nichts vornehm reduziertes, sondern gewaltige Bilder. ;)

Ich bin mal gespannt, wie die Elbphilharmonie im Vergleich zu diesem wirklich spektakulären Bau sein wird. Lage und Blick dürfte Hamburg allerdings klar die Nase vorn haben!

Ich oute mich als Fan: gestern dank ESC mal wieder einen spassigen Abend gehabt. Glückwunsch nach Schweden an Måns Zelmerlöw! Dieses Jahr wurde erstmalig auch live in China übertragen, d.h. der große Lästerspass und der Abstimmungskrimi können mit (sehr) frühem Aufstehen dann auch 2016 live genossen werden.

Nur noch wenige Tage bis zum Abflug, und ich befinde mich in der Tat in einer Art „Beijing state of mind“… *kribbel* Das hier ist ein wirklich tolles Video, angucken lohnt sich!

Dank Tianwei Fu (Lehrer am Hamburger Konfuzius-Institut) hab ich nun einen Ohrwurm… „Kleiner Apfel“ von den Chopstick Bros. Soll in diesem Sommer überall in China in Endlosschleife gelaufen und viel, viel populärer als z.B. „Gangnam Style“ sein.

Mehr über den Song und dessen Verbreitung in China sowie die Lyrics auch in Englisch findet sich hier:
http://blogs.transparent.com/chinese/little-apple-song/

Sehr nett für mich dabei: mit dem bisher gelernten Chinesich kann ich schon einzelne komplette Sätze und den (Un-)Sinn des Textes verstehen. :)