Schnipsel Nr. 22

Alltagsbeobachtungen, Anekdoten, Gedanken, die in wenigen Zeilen erzählt sind oder mit einem Bild ausgedrückt werden können – das sind meine “Peking-Schnipsel”.

Schnauze voll von Pandemie…

Aktuell sind wir in großer Sorge um Familienangehörige in Deutschland, die es erwischt hat. Durchgeimpft, maskentragend, abstandswahrend hat es sie nun trotzdem erwischt. Auch von hier: gute Besserung,  Daumen sind fest gedrückt, dass es ganz fix und ohne Folgen überstanden wird!

Für uns vier Pekinger Familienangehörige fühlt es sich ganz übel an, jetzt so weit weg zu sein. Nr. 4 hat Hühnersuppe gekocht und rübergebeamt. Okay, Hühnersuppe ist gelungen, am Beamen arbeiten wir noch.

Shanghai

Wir haben ja nicht nur die News, sondern auch Kontakte zu Freund:innen in Shanghai. Puh, das ist schon belastend. Wir hatten zwar schon Vorräte angelegt, haben den dringenden Rat aber befolgt und noch mal aufgestockt. Wenn die Versorgung läuft, hätten wir (auch unsere Nachwuchsnerds) solange das Internet stabil läuft, keine Probleme, auch mal länger in der Bude festzusitzen. Wobei es natürlich einen Unterschied macht, ob man will oder ob man muss. Weniger schön wäre eine zentralisierte, getrennte Isolation, wenn es einen von uns erwischt (wobei das Risiko hier in Peking nach wie vor klein ist), aber auch das würden wir alle vier überstehen können. Die „Minis“ sind ja nun schon lange nicht mehr klein. Aber wir würden sowas lieber nicht selbst erleben müssen, von daher hoffen wir, dass Peking von so drastischen Entwicklungen weiterhin verschont bleibt.

Die Beine in die Hand nehmen?

Natürlich frage ich mich als Mutter schon: was kann ich den Jungs zumuten? Wann wäre der Zeitpunkt, die Beine in die Hand zu nehmen? Wir reden hier immer wieder über die Situation, die Jungs sind fast 16/18, es ist also schon was anderes als mit kleineren Kindern. Wir sind uns aber einig, dass – derzeit – das Hierbleiben die viel bessere Alternative ist. Die Sorge um die Familie in Deutschland macht was mit den beiden (und uns Eltern). Naja, und näher an den Krieg in Europa wollen wir auch nicht – so wie die Pandemie gehandhabt wird (die gescheiterte Impflicht ist ja nur die Spitze des Eisbergs), macht das nicht gerade zuversichtlich in Bezug auf den Krieg…

Tatsächlich ernst zu erkranken, das wird uns hier wohl eher nicht passieren, alles andere wäre vorübergehend (Worst Case wäre für uns zentralisierte Isolation getrennt voneinander) – und aktuell können wir hoffen, dass es in Peking nicht so drastisch wie in Shanghai werden wird.

Wir beobachten die Situation ständig aufmerksam, aber aktuell ist es so, dass es für uns weiterhin am besten ist hierzubleiben. (Wäre die Pandemie nicht, wäre das eh keine Frage.)

(Pandemie-)Normales Pekingleben

Jetzt sind Osterferien, zwei Wochen lang. Ich hab Ausflüge geplant – innerhalb Pekings, Peking zu verlassen ist wegen der Pandemie-Regelungen problematisch. Wenn sich die „Minis“ anschließen wollen: schön, aber eigentlich rechne ich nicht damit. Da ist eher nächtliches Zocken mit Freunden in verschiedenen Zeitzonen angesagt, d.h. vor allem nachts.

Inzwischen ist es endlich wärmer, ich habe den ersten Abend auf der Terrasse von Schindlers Tankstelle verbracht. Auf dem Weg dahin hab ich den Wachwechsel gesehen – das ist schon irgendwie verrückt, wie sehr man sich an den Anblick von vielen Uniformierten in der Stadt gewöhnen kann.

Wachwechsel in Sanlitun

Aber irgendwas ist ja immer, aktuell sind die Luftwerte nicht so toll. Kein Vergleich mit früher, aber inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, dass die Luft so viel besser geworden ist, dass man kaum mehr auf die Luftwerte guckt.

Am Freitag habe ich mir im Garten einer Freundin den ersten Sonnenbrand des Jahres eingesammelt (keine Sorge, wie immer sind die Stellen nach gründlichem Eincremen am nächsten Tag braun dunkelweiß geworden). Die Luft an dem Tag war echt fies, dicke Peking-Suppe, aber das Gefühl von Sonne und Wärme auf der Haut hat so gut getan, dass wir das alle gut ausblenden konnten.

Hier ein Schnappschuss von der Rückfahrt.

Frühlings-Smog…

Schattenseite: Halskratzen am nächsten Tag. Wie gesagt, der Smog…

Für die nächste Woche habe ich nun schon ein Ticket für die Verbotene Stadt und schwanke noch, ob Yuyuantan Park, anderer Park oder Botanischer Garten (wobei letzterer in zwei Wochen mit der Fotogruppe geplant ist, aber es blüht ja jetzt jede Woche etwas anderes…), dazu spontanes Treibenlassen. Das macht endlich wieder Spaß, endlich T-Shirt Wetter! :)

 

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2 Kommentare
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Timoleon
1 Monat zuvor

Ich wünsche Deiner Familie unbekannterweise schnelle und gute Besserung, auf daß die Infektion gut überstanden wird! Ja, das ist ziemlich belastend, weit weg zu sein und nicht bei den Lieben sein zu können. Ich drücke alle Daumen, daß die Sorgen bald wieder verschwinden! Und, daß Peking von einem Lockdown verschont bleibt.