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Weihnachten

Heiligabend war bei uns ruhig und entspannt, eigentlich wie immer. Wir sind Team Kartoffelsalat (norddeutsch mit Mayo!) und Würstchen… ;)

Am ersten Feiertag gab es eine Premiere: das erste Mal, seit ich Kinder habe, bin ich ohne diese auf eine Weihnachtsparty gegangen. Die Jungs wollten eh online gamen, und ob ich da nun direkt daneben oder eine Viertelstunde entfernt bin, ist bei Teenagern ja nun wirklich keine Frage mehr. Mit der Zusage habe ich trotzdem lange gerungen und hab mich auch komisch gefühlt, als wir losgefahren sind – und dann war es total genial. Die Jungs haben den Abend in unserer Abwesenheit genauso genossen wie wir. Sie werden ja so schnell groß… ;)

Am zweiten Feiertag (für uns ja Doppelfeiertag, weil der Große Geburtstag hat) gab es die traditionelle Weihnachtsgans mit Knödeln und Rotkohl, ansonsten wieder gemütlicher Familientag. Über die Festtage verteilt haben wir viel mit der Familie und Freunden geskyped und gechattet – man kann sich doch über 7 Stunden und 7000 km hinweg nah sein (auch wenn es wirklich allmählich Zeit wird für einen Heimaturlaub mit realer Nähe).

Die Tage zwischen den Jahren haben wir wie immer genossen, dieses Gefühl aus der Zeit gefallen zu sein, völlig egal, welcher Tag und welche Uhrzeit es ist, keine Termine, Verabredungen oder Verpflichtungen.

Endzeitstricken und Scooter schieben

An Silvester gab es dann doch eine Verabredung zum Kaffee trinken und Stricken – oder wie der Mann es nannte: Endzeitstricken. ;) Auf dem Weg dorthin komme ich am Wangjing-Panda vorbei, der modernisiert worden ist, wie der Beijinger berichtet hat, die Kamera hatte ich extra griffbereit. Aber dem Cyberpanda ist wohl kalt, denn er ist verhüllt.

Verhüllter Cyberpanda

Ein Stück weiter fiel mir dann die neue Beschilderung auf. Da kommt was auf uns zu.

Olympia kommt.

Auf dem Rückweg ist mir dann nach drei Jahren Scooterfahren zum zweiten Mal passiert, dass der Akku des Scooters nicht ausgereicht hat. Die Kälte verringert die Reichweite doch um einiges, die Anzeige ist von 14 Prozent Ladung (die ausgereicht hätten) auf Null gesprungen. Zum Glück waren es nur gut zwei Kilometer, es war sonnig und trocken, gibt Schlimmeres. Nur, dass man zum Spaziergang nicht unbedingt an so einer langweiligen Straße entlanggehen würde…

Silvesterabend

Statt Fondue oder Raclette stand wieder der Shabushabu-Grill auf dem Tisch, wie letztes Jahr fanden alle, dass wir das öfter machen sollten (mal sehen, ob wir das anders als im letzten Jahr tatsächlich tun). Traditionell haben wir dann Siedler gespielt, immerhin hat diesmal niemand geschummelt, lach. In der Glotze lief einmal der 90. Geburtstag und ansonsten Ekel Alfreds Silvesterpunsch in Dauerschleife, kurz nach 23 Uhr dann einmal durchs TV gezappt und bei Beijing TV hängengeblieben. Tja, die große Sause ist halt erst in einem Monat zum chinesischen Neujahrsfest. Nach dem Ausschlafen war dann auch Deutschland im Neuen Jahr angekommen und auf CNN haben sich traditionell die Moderatoren ins Neue Jahr gepichelt.

Ich mag es, wenn das Jahr noch so neu, unbenutzt und unverdorben vor mir liegt. Wie letztes Jahr habe ich die Hoffnung, dass die Pandemie dieses Jahr ein Ende hat, auch wenn diese Hoffnung nach dem letzten Jahr nicht gerade in den Himmel fliegt. Es sind weltweit so viele Menschen erkrankt und gestorben, das muss endlich aufhören. Und selbst nicht mehr durch Maßnahmen eingeschränkt zu sein, vor allem wieder unbesorgt reisen zu können, das hätte auch was.

Neujahrsspaziergang am Shichahai

Zum Neujahrsspaziergang haben sich meine Männer nicht aufraffen können, aber ich bin ja zum Glück gern solo unterwegs. Gelandet bin ich am Shichahai, wo es wie erwartet voll war. Da musste ich doch kurz daran denken, wie das früher war, als die Jungs noch klein waren und mitkommen mussten, und wie besorgt ich war, sie im Gewusel zu verlieren… Jetzt kann ich mich ganz entspannt treiben lassen.

Die Vorbereitungen für das „Eisvergnügen“ laufen schon. Wenn’s nach mir ginge, wäre zwar das ganze Jahr über Sommer, aber auf das Herumgeschlittere auf dem Eis freu ich mich schon.

Die Absperrung steht, die Dicke des Eises wird getestet. Im Hintergrund der Tempel des Feuergottes.

An immer mehr Orten in der Stadt gibt es jetzt diese kleinen Läden mit Olympia-Souvenirs.

Olympia wird immer sichtbarer in der Stadt

Es wird so langsam dunkel, also mache ich mich auf den Rückweg, denn mit Einbruch der Dunkelheit wird es schnell eisig. Durchgefroren, aber zufrieden komme ich zuhause an. Das war ein gelungener Start ins neue Jahr – ich hoffe, es wird für uns alle ein gutes 2022!

Shichahai – Fotogalerie

Anders als bei meinen Solo-Reisen mit viel Sightseeing gibt es diesmal nicht so viel zu erzählen und zu zeigen – das gibt unser wunderbares Nichtstun nicht her. Wobei – ein bisschen Erzählenswertes gibt es doch:

Kängurus gehen immer, oder? Die haben uns jeden Tag „Hallo“ gesagt.

Hallo, sagte das Känguru
„Hallo!“, sagte das Känguru…

Auf dem Weg zum Einkaufen sind wir gelegentlich Umwege gefahren. Das sah dann so aus:

Irgendwo bei Dubbo
Irgendwo bei Dubbo

Oder so:

Achtung!
Achtung!

Seht Ihr das tiefe Loch rechts? Und die Äste links?
Nicht? Wir auch nicht bzw. erst zu spät. Zum Glück hat sich der Fahrer, dessen Name nicht verraten wird, für links ausweichen entschieden. Die kleine Delle an der Beifahrertür ist zwar nicht schön, aber wenn die Karre aufgesetzt wäre und nicht hätte weiterfahren können, hätten wir ein Problem gehabt: kein Handyempfang und nur leere Pfandflaschen im Kofferraum – kein Wasser dabei…

Weihnachten light – Weihnachten perfekt?

Ganz australisch war für uns der 24.12. ein ganz normaler Tag, am 1. Feiertag haben wir ausgeschlafen (okay, das haben wir eh die ganzen Ferien über). Vor zwei Jahren hatte uns Judy zum Weihnachtsessen eingeladen, diesmal waren wir dran. Keine Überraschung: wir haben gegrillt. Rein äußerlich mag es alles ganz unweihnachtlich gewesen sein, kein Baum, keine Geschenkorgie, kein Küchenterror – und genau deshalb war es richtig schön weihnachtlich.

Am zweiten Feiertag – Boxing Day – sind wir in die Stadt gefahren und hatten Trubel erwartet, Geschenkeumtausch, Gutscheine und Geldgeschenke investierende Leute – aber nein, es war alles halb leer und entspannt, sehr angenehm.

In der Nähe von Wellington (nicht das in Neuseeland ;) ) haben wir zur Freude des Jüngsten die beiden Viecher gefunden:

Alpakas in der Nähe von Wellington
Alpakas in der Nähe von Wellington
Voll im Trend: Alpakas
Voll im Trend: Alpakas

Silvester – Sturm

Auch mit Faulenzen verging die Zeit viel zu schnell, und schon war Silvester. Tagsüber waren wir im Zoo – dazu wird es noch einen extra Blogartikel geben -, abends wollten wir Grillen und uns das Familienfeuerwerk von unserem Hügel aus ansehen. Irgendwann am frühen Abend gucke ich von meinem Buch hoch und sehe das:

Sandsturm im Anrollen!
Sandsturm im Anrollen!

Huch? Und das kam dichter….

Sandsturm in Dubbo
Sandsturm in Dubbo

Schnell haben wir noch alles, was wegzufliegen drohte, nach drinnen gebracht, und dann steckten wir mitten drin. Skandal, das waren ja Pekinger Feinstaubverhältnisse…

mitten im Sandsturm
Mitten im Sandsturm

Der Sandsturm hatte direkt noch ein kleines Gewitter im Schlepptau, keine eineinhalb Stunden vor dem Start wurde das Feuerwerk sicherheitshalber abgesagt. Nach etwa zwei Stunden war das Wetter-Spektakel vorbei, gegrillt wurde dann nur noch eine Kleinigkeit, Glotze angeworfen und die Silvesterparty der ARD von ABC „New Year’s Eve 2018 – The Night Is Yours“ nebenher laufen lassen. Das war der einzige Abend, an dem ich nicht bis zum Schlafengehen draußen war – der Sturm hat zahlreiche Singzikaden aus dem Bäumen geschüttelt. Und als es mir eines dieser fingerlangen Krabbelviecher auf die Schulter geweht hat, habe ich mich geschüttelt und bin mit den Kindern nach drinnen geflüchtet… Die Kinder haben sich dann auch ins Neue Jahr geschlafen. Für uns gab es dann doch noch Feuerwerk: Sydney – im TV! ;)