Beiträge

Ein Friedhof als Ausflugsziel, das ist schon ein bisschen morbide, oder? Kurz nach dem Qingming-Fest (chinesisches Totenfest) schien das aber doch mal interessant. Und vielleicht könnte das auch was für die Fotogruppe sein? Zu dritt machen wir uns auf zum „location scouting“. Nicht irgendeinen Friedhof haben wir uns ausgesucht, sondern den „Babaoshan Revolutionsfriedhof“ (auch Märtyrerfriedhof), der wohl der wichtigste Friedhof in Peking sein soll. Hier liegen höchste Revolutionshelden, hohe Regierungsbeamte und in den letzten Jahren auch Personen, die aufgrund ihrer Verdienste um die Gesellschaft als besonders wichtig gelten. Die Grabstätten sind extrem teuer.

Zur Geschichte und zur Bedeutung des Friedhofs kann man auf dem Friedhofswelten-Blog mehr erfahren.

Zunächst vertun wir uns und landen am Babaoshan Volksfriedhof, wo wir freundlich, aber bestimmt abgewiesen werden. Vielleicht wegen der Pandemiepolitik?

Schließlich landen wir am Revolutionsfriedhof. Wir sind uns einig (nicht nur, aber auch wegen der Abweisung zuvor), nicht die Kameras herauszuholen und knipsen dann nur diskret mit den Handys. Wir orientieren uns an Wegweisern und machen uns auf den Weg nach oben, wo ein Denkmal stehen soll und stehen schon nach wenigen Minuten davor.

Wir sehen uns um. Oben auf dem Hügel sind Soldatengräber. In den Hecken, die das Gelände unterteilen, sind extra Sichtlücken, damit man die rote Fahne sehen kann.

Außer den Gräbern mit den schlichten Steinen gibt es auch solche, die mit Gewehren und Helmen dekoriert sind.

Das ist das Ergebnis von Krieg…

Das Qingming-Fest ist noch nicht lange her, einige  Gräber sind noch mit frischen Blumen geschmückt, der meiste Blumenschmuck ist künstlich, dazu liegt Plastik-Essen daneben.

Nicht willkommen

Wir wollen uns weiter unten noch umsehen, wo die „Prominenten“ liegen, merken aber, dass wir verfolgt werden: ein Wächter fährt langsam hinter uns her und behält uns genau im Auge. Und schließlich verwehrt er uns auch den Zutritt und macht deutlich, dass wir besser gehen sollten. Ob das nun individueller Übereifer war (passiert jetzt immer wieder mal) oder tatsächlich eine neue Regel, dass während der Pandemie der Zutritt zu Friedhöfen nicht gestattet ist? Der Friedhof war immer auch für Ausländer zugänglich, es gibt viele Berichte und Fotos im Netz, unser Verhalten war sicher kein Grund, uns abzuweisen.

Ein Friedhof ist aber nicht der richtige Ort für Diskussionen, wir haben uns dann zu weiteren Zielen aufgemacht (wo uns dann glücklicherweise auch wieder freundlich begegnet wurde).