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Vor ein paar Tagen war ich mit der Fotogruppe in den Duftbergen. Wie das Leben so spielt, war in den Tagen vorher das Wetter schön und Luft und Sicht gut. Und in den Tagen danach auch. Nur an unserem Ausflugstag hatten wir mit Smog, schlechter Sicht und Regen zu kämpfen. Statt bunter Blätter dominierte Grau. Aber Jammern gilt nicht, dann gucken wir halt, was man mit den Umständen anstellen kann!

Herbst = Hochsaison

Die Duftberge in Peking sind ganzjährig ein tolles Ausflugsziel, doch besonders im vergleichsweise kurzen Herbst strömen hier Scharen von Ausflüglern hin. Nur zur Golden Week ist es noch viel voller. Zur Zeit der bunten Blätter ist hier Hochsaison, da kostet der Eintritt 15 statt 10 RMB; und wer die Aussicht vom Sessellift genießen (und sich den Aufstieg sparen) möchte, zahlt 100 statt 80 RMB one way.

Wir wollen natürlich die Aussicht genießen und fahren mit dem Sessellift. Es gibt einige Wege und Treppen bergauf/bergab, einer davon verläuft teilweise unterhalb des Sessellifts.

Herbst in den Duftbergen - Sessellift

Herbst in den Duftbergen – Sessellift

Angesichts des Wetters und der nicht so guten Luft sind es doch ziemlich viele Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben. Natürlich wird überall posiert. Da scheint es ganz egal, dass man Peking im Tal nur erahnen kann. Außer „Yi, er, san – qiezi!“ wird auch gesungen!

Posieren und Singen

Herbst in den Duftbergen – Posieren und Singen

 

Posieren in den Duftbergen

I am the king of the ….

 

Oben ist es deutlich windiger, gegen Mittag sogar so sehr, dass der Sessellift seinen Betrieb einstellen muss. 

Duftberge - Sessellift

Sessellift – Zwangspause

Fliegende Händler haben Getränke und Snacks den Berg hinauf getragen. Überall, wo etwas Platz ist, steht jemand. Unter einem Baum sitzt ein Mann, dem die Unterarme fehlen und der mit den Ellbogen Schriftzeichen malt. Als Souvenir werden vielfach gepresste laminierte Blätter – und Schmetterlinge – angeboten. An einer Ecke ist etwas mehr Platz, da stehen Tische und Bänke fürs Picknick und es gibt einige Buden, in denen frisch gekocht wird: Nudelsuppe mit frisch gezogenen Nudeln, Baozi und dicke Kartoffelchips am Spieß.

Bergab führen die Wege und Treppen oft so unter den Bäumen hindurch, dass man sich wie in einem Tunnel vorkommt. Dann fängt es an zu regnen, und es wird wirklich rutschig. Vor und hinter uns rutschen einige Menschen aus und fallen hin, zum Glück verletzt sich keiner. Zum Glück hört es bald wieder auf zu regnen. 

Es war ein toller Ausflug, auch wenn die Bedingungen zum Fotografieren vielleicht nicht so toll waren beziehungsweise unsere Erwartungen nicht erfüllt wurden  (ich hatte auf Panoramablick auf Peking gesetzt), so war es ein schöner Spaziergang mit vielen Eindrücken.

Fotos

Wer gucken möchte, was man für eine Wahnsinns-Aussicht bei gutem Wetter und guter Luft hat, kann das in Jochens Blog tun.

Sollte die gute Wetter- und Luftvorhersage für die nächsten Tage zutreffen, würde ich am liebsten direkt noch einmal dorthin fahren – aber sonst spätestens im nächsten Herbst! 

Wonach duftet der Duftberg?

Ergänzung am 28.10.2018

Ich bin gefragt worden, wonach der Duftberg duftet beziehungsweise, warum er so heißt. Nun, als wir da waren hat es nach vielem gerochen, vor allem nach Wald und nach Regen. Im Frühling soll es nach Aprikosenblüten duften. Der Name bezieht sich aber tatsächlich nicht auf einen Geruch sondern auf einen der Gipfel, den Xianglu Shan, der wie eine Weihrauchschale geformt sein soll. Die Silbe Xiang bezieht sich tatsächlich auf Weihrauch, nicht auf Duft. Nach Weihrauch hat es aber nicht gerochen. ;)