Wir bräuchten dann bitte mal noch eine große Portion Geduld und Durchhaltevermögen: Es sieht nach weiteren vier Wochen Ausnahmezustand aus.

Schulöffnung voraussichtlich frühestens am 16. März

Die Schulleitung hat eben mitgeteilt, dass man nicht damit rechnet, dass die Schule vor dem 16.3. wiedereröffnet werden darf.

Wir gehen gegenwärtig davon aus, dass es keine Wiedereröffnung vor
dem 16.03. geben wird. Sollte die Schule wider Erwarten früher öffnen dürfen, werden wir für die in Peking anwesenden Schüler ein Präsenzangebot entwickeln und die abwesenden Schüler parallel online beschulen.

Falls doch, werde es parallel Präsenzunterricht für die Schüler geben, die bereits in Peking sind und weiteren Online-Unterricht für diejenigen, die noch anreisen müssen. Wer nach 14 Tagen außerhalb Chinas wieder über einen der Pekinger Flughäfen einreist, muss nicht in (Selbst-)Quarantäne. (Das steht auch in der gestrigen “Landsleute-Mail” der Botschaft.) Eigentlich – denn die Compounds/Nachbarschaften handhaben es unterschiedlich, wie mit Rückkehrern umgegangen wird und verlangen teils Wohnungs-Quarantäne. Und nicht vergessen: wir sind hier in China – da kann sich schon spontan mal alles wieder ändern. Also genau hingucken, was aktuell verlangt und gefordert wird!

Die Projektwoche im Mai wird entfallen und stattdessen Unterricht stattfinden. Durch den Online-Unterricht sei gewährleistet, dass das Schuljahr komplett anerkannt wird. Die Abiklausuren sollen Ende April nachgeschrieben werden.

Ich muss sagen, dass unsere Schule unter diesen Umständen einen guten Job macht. Zum Einen fühle ich mich gut informiert (auch und gerade, weil zum Teil entsprechend vorsichtig formuliert wird und Eventualitäten benannt werden), es gibt regelmäßig Informationen per Mail und auf der Schulwebseite. Zum Anderen läuft der Onlineunterricht. Es ist zum Glück kein Homeschooling (bäh, das klingt auch schon so nach Sekte…), ich muss also keine Lehrerinnenrolle übernehmen. Manche Lehrer machen das echt gut, setzen diverse Medien- und Onlineangebote ein und schöpfen aus dem Vollen. Andere schwächeln und beschränken sich auf “Lest Seite 45 im Buch und bearbeitet Aufgabe 1-4”. Also eigentlich nicht anders als im normalen Präsenzunterricht auch, da gibt es ja ebenfalls solche und solche. 

Spielchen mit der Statistik

Heute morgen habe ich als erstes gedacht, die Statistiken wären ermutigend, denn die Zahl der Neuansteckungen war kleiner als die der wieder gesunden Patienten. Aber nun lese ich, dass die Zählweise erneut geändert wurde und wieder nur im Labor nachgewiesene Erkrankungen mit erfasst werden, nicht mehr die, deren klinische Symptome auf Covid-19 hinwiesen. Welche Zählweise nun sinnvoller ist, das mögen Virologen und Epidemiologen entscheiden, die Vergleichbarkeit und die Möglichkeit auch als Laie Trends aus der Statistik herauslesen zu können, ist erstmal dahin.

Die Hoffnung, ab Anfang März könnte sich unser Leben hier wieder normalisieren, ist erstmal dahin. 

Bei Laune bleiben

Immer in der Bude hocken tut mir nicht gut, wenigstens für eine kurze Runde will ich nun doch wieder jeden Tag raus.  Nun ist die Luft heute wieder eher mies und das in Verbindung mit Dunst/Nebel, so dass ich bis zum späten Nachmittag mit mir gehadert habe, ob raus oder nicht raus… Da ich immer übellauniger wurde (die Verlängerung des Wohnungsknastes ist echt ein Tiefschlag), bin ich dann doch raus.

Liangma-Brücke. Das soll Berufsverkehr sein?

So richtig Spaß gemacht hat es leider nicht, denn Brille und Maske haben heute nicht gut harmoniert. Ständig beschlagene Brillengläser, selbst bei sowenig Verkehr auf den Straßen, das ist nicht ratsam. Nur schnell ein Glas Nutella für die Jungs erbeutet und wieder zurück getuckert. Eigentlich war ich genauso genervt wie vorher, als ich zuhause rein bin. Uneigentlich haben die Junioren sich über die Schokopampe so gefreut, dass auch meine Laune dann zum Glück doch wieder gestiegen ist. Pflegeleichte Kinder, die sich auch  mit solchen Kleinigkeiten bei Laune halten lassen. Die Beiden tragen den Wohnungsknast tatsächlich mit ganz viel Fassung, darüber bin ich unheimlich froh.  

Als gebürtige Nordlichter sind wir ausgemachte Faschingsmuffel, aber um etwas Abwechslung in den Wohnungsknast zu bringen, habe ich den Jungs angeboten, ein kleines, privates Fest zu feiern. Wir könnten uns ja auch maskieren… ;) Aber nein, da sind sie konsequent: Kein Karneval und Co. bei uns.

Nun gut, dann bereite ich für die Nacht von Sonntag auf Montag halt eine Mini-Wahlparty vor zur Bürgerschaftswahl in Hamburg. Wenn die #noAFD aus der Bürgerschaft fliegt, gäbe es wirklich was zu feiern. Nein, feiern ist nicht das richtige Wort, schon gar nicht heute nach den Hanauer Morden. Aber es wäre gut, wenn aus Hamburg das Signal kommt, dass Nazis in unseren Parlamenten nichts verloren haben.

 

 

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  1. […] berichtet in ihrem Blog Ombidombi.de von ihrem Leben mit ihrer Familie in Peking – unaufgeregt und ohne Panik beschreibt sie den […]

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