Da wir daran festhalten, dass immer ein Elternteil bei den Jungs bleibt, hatte ich erst gestern wieder Gelegenheit, länger durch die Stadt zu streifen. Luft ganz okay, Wetter traumhaft: 15 Grad und sonnig, es wird Frühling. Zuerst habe ich mein Glück am Shichahai versuchen wollen, aber: kein Zutritt.

Hier geht es eigentlich zum See…

Ich fahre weiter zum Jingshan-Park. Es ist tatsächlich deutlich mehr los als letzte Woche noch.

Kohlehügel in Sicht

Im Rückspiegel den Trommelturm.

Trommelturm

Wie gesagt, es ist deutlich mehr los, aber es ist immer noch weit entfernt von normalen Zeiten.

Tatsächlich Leute…

Der Jingshan-Park ist geöffnet. Der Zähler läuft (im Bild: weiße Schrift rechts oberhalb Ticketfensters), zu viele Leute gleichzeitig werden nicht in den Park gelassen. Aber es ist eh nicht viel los. Aufkleber auf dem Boden erinnern daran, Abstand zu halten.

Abstand halten

Mit behandschuhten Fingern nimmt eine Wächterin mein Ticket entgegen und hält es vor den Scanner, dann trete ich durchs Tor und habe gleich danach diesen Anblick – und ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie gut mir das gerade tut.

Im Jingshan-Park

Ich lasse mich kreuz und quer durch den Park treiben.

Großstadt-Spatzen

Pavillon

Natürlich geht es auch nach ganz oben. Nur die oberste Ebene des Wanchun-Pavillons ist weiterhin gesperrt. Wächter mit Megaphonen drehen ihre Runden. Trotzdem knuddelt es sich hier ein bisschen, so dass ich nur fix knipse und weitergehe.

Hallo, Schönheit!

Die Verbotene Stadt ist weiterhin geschlossen.

Nord-Tor der Verbotenen Stadt

Wanchun-Pavillon

Blick nach Norden

Entdeckt ihr das Megaphon? Hier leiert unaufhörlich eine Durchsage.

Peking 2020 – Handy und Maske

Noch mal Richtung Norden gucken: Trommelturm und dahinter die Olympia-Türme

Blick nach Osten: der Central Business District (CBD)

Frühling!

Auch von etwas weiter unten ist der Blick nach Norden schön.

Ich such mir eine abgelegene Ecke und nehme kurz die Maske ab, unter der es unangenehm warm ist und die mir so am Mund klebt, dass ich das Gefühl hab, keine Luft mehr zu kriegen. Mistdinger, aber muss hier leider sein.

Die Katz’ wohnt im Park, jedenfalls treffe ich sie jedes Mal.

Das hier will ich mir nächste Woche wieder angucken:

Frühlingsboten…

Bambi?

Blick zurück nach oben

Letzter Blick

Das hat echt gut getan. Nach meinem Spaziergang fahre ich weiter an der Verbotenen Stadt vorbei und stehe dann kurz vor dem Tian’anmen, habe aber nicht die Nerven, einfach an der Wächterin vorbei zu fahren. Ich dreh wieder um und fahre zur Wangfujing, um in der apm-Mall Schulmaterialien für die Jungs zu besorgen. Der Foreign-Language-Bookstore ist geschlossen, wenn ich das Schild richtig entziffert habe, aber nur diesen einen Tag. Auch hier ist mehr los als neulich, aber weiterhin weit entfernt von normalen Zeiten.

Wangfujing: Immer noch ziemlich wenig los

Für den Rückweg wähle ich eine andere Route und tuckere schließlich am 3. Ring entlang durch den CBD nach Hause.

CBD – rechts ein Bein der Langen Unterhose (CCTV-Headquarter)

Und sonst? Stand der Dinge

In Peking kommen aktuell wieder neue Kranke hinzu, die meisten sind nun “importierte” Fälle. Da aber mehr Menschen wieder gesund werden, sinkt die Zahl der aktuell noch Kranken: von 428 Gesamtfällen sind es “nur” noch 112 Kranke. 8 Menschen sind gestorben. Trotzdem bleiben die strikten Regelungen bestehen.

Nach Peking würde ich derzeit nicht reisen: Quarantäne droht,  und das nicht unbedingt in den eigenen vier Wänden (sofern vorhanden) oder im Hotelzimmer, sondern mit Pech in einer Einrichtung in Flughafennähe. Das “genießt” gerade ein ehemaliger Nachbar aus unserem alten Compound, der in einem der Flieger aus Moskau sass, in dem zwei kranke Mitreisende saßen.

Die Schule teilt mit, dass es am 16. März noch nicht wieder mit “richtiger” Schule losgehen wird. Wenn es bis Mitte März keine Mitteilung der Pekinger Behörden gibt, dass der Schulbetrieb wieder gestartet werden darf, wird es nicht vor den Osterferien wieder losgehen. Oder andersherum: Möglicherweise beginnt Schule erst am 20. April wieder. Weitere Informationen werden in der vor uns liegenden Woche folgen – ich bin gespannt.

Wird es tatsächlich erst der 20. April, dann haben wir jetzt gerade erst Halbzeit des Ausnahmezustands… Und dann gucke ich nach Deutschland und lese, dass selbst Schulen mit Corona-kranken Lehrkräften (Stade, Düsseldorf) nicht geschlossen werden. War also doch nicht falsch, in Peking zu bleiben. Unter den gegebenen Umständen geht es uns ja gut, auch wenn die Aussicht auf weitere sechs Wochen Ausnahmezustand gerade verflixt niederschmetternd sind.

 

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2 Kommentare
  1. Anni
    Anni sagte:

    Hallo Linni,
    ich hoffe es geht euch gut und die Lage normalisiert sich langsam wieder. Wie ist das mit der Schule, wisst ihr schon näheres wann sie wieder startet oder deutet sich an, wann überhaupt die Lage sich wieder normalisieren wird? die Seite von der DSP lässt sich seit einigen Tagen nicht mehr aufrufen…hier in Hannover ist an Home Schooling gar nicht zu denken, da die Ausrüstung fehlt etc…
    Bleibt gesund,
    Viele Grüße Anni

    Antworten
  2. Linni
    Linni sagte:

    Hallo Anni,

    danke, uns geht es abgesehen von gelegentlichen Budenkolleranfällen gut. :) Auch wenn auf den Straßen langsam mehr los ist, weil mehr Leute zur Arbeit müssen und mehr nach Peking zurückgekehrt sind und ihre zwei Wochen Quarantäne abgesessen haben: von Normalisierung keine Spur. Eher im Gegenteil, es wird an den Compoundtoren weiterhin streng kontrolliert, Regelungen für Restaurants wurden weiter verschärft: nur eine Person pro Tisch! Nicht gegenüber sitzen! Abstand halten! …

    Versuch es mal mit der Schulwebseite über diesen Link, auf die Startseite kann ich auch nicht zugreifen, aber darüber geht es: http://www.dspeking.cn/aktuell/video/index.asp

    Die Erziehungskommission hat gestern verlautbart, dass es weiterhin zu früh ist, einen Termin für die Öffnung der Schulen bekanntzugeben. Ich geh davon aus, dass es nun frühestens (!) nach den Osterferien am 20.4. losgehen könnte. Mal sehen, ob es auch so kommt wie in anderen Provinzen, Qinghai z.B., die nach einem Monat ohne neue Infizierte langsam öffnen.

    Aktuell kann man eh nur davon abraten, nach Peking zurückzukommen, die Einrichtungen für die obligatorische Quarantäne sind nicht besonders heimelig.

    LG Linni

    Antworten

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