Terror in Europa

Eigentlich wollte ich heute eher Fröhlich-Albernes vom Wochenende zeigen und schreiben, die leicht unanständigen Skulpturen im Parkview Green, ich Auge in Auge mit Darth Vader und Darth Maul – und dann sitze ich vorhin beim Kaffee trinken mit Freundinnen und auf einmal fangen die Smartphones an zu beepen und die Nachrichten aus Brüssel gingen ein. Da ist der Gedanke an belanglose Albernheiten verflogen.

IMG_1382Ich denke an die Menschen in Brüssel, wünsche den Verletzten und Hinterbliebenen viel Kraft und trauere um die mir unbekannten Toten, die so sinnlos, so gewalttätig aus dem Leben gerissen wurden.

Neben der Trauer empfinde ich auch Zorn gegenüber politisch Verwirrten, die jetzt schon versuchen, politisches Kapital aus den Anschlägen zu schlagen. Das ist einfach nur erbärmlich und respektlos auch den Opfern gegenüber.

Es wird die Wunden nicht heilen, aber ich hoffe, dass alle noch frei herumlaufenden Täter gefasst werden, ebenso wie die Hintermänner und dass sie hart für diese abscheulichen Verbrechen bestraft werden.

Und ich habe Angst.

Ist es jetzt vorbei? Oder geht das Morden noch weiter? Wann und wo wird es den nächsten Anschlag geben?
Mir ist total mulmig bei dem Gedanken, am Freitag (ausgerechnet Karfreitag!) mit meinen kleinen Jungs in den Flieger zu steigen und über Amsterdam nach Hamburg zu reisen. Ob das nicht zu gefährlich ist? Jetzt fühle ich mich ausgerechnet hier in Peking auf einmal viel sicherer. Es heißt, man dürfe den Terror nicht gewinnen lassen, man solle weiter sein Leben leben. Aber ich mag mein Leben und möchte, dass es noch eine lange Weile andauert, und das gilt natürlich erst recht für meine Kinder. Ich habe doch auch eine Verantwortung, sie nicht in offensichtliche, vermeidbare Gefährdungssituationen zu bringen. Ich weiß zuwenig, um einschätzen zu können: ist es jetzt gefährlich, nach Europa zu fliegen? Oder bin ich überängstlich und es ist meine bezwungen geglaubte Flugangst, die sich nun zurückmeldet? Wo ist die Grenze zwischen übertriebener Panik und angebrachter Vorsicht?

Ich fürchte, die Terroristen haben eins ihrer Ziele erreicht: Menschen Angst einzujagen. Sonst würde z.B. ich mir ja jetzt nicht solche Gedanken machen. Aber ich bin ein Mensch mit Gefühlen, ich darf Angst haben. Aber mein Land, d.h. Politik und Staat, darf und soll keine Angst haben und sollte nicht unter dem Druck des Terrors falsche Entscheidungen treffen.

5 Kommentare:

  1. Liebe Linni,

    lass Dich nicht unterkriegen! Ja, Angst wollen diese Kriminellen erzeugen. Aber warum solltest Du Angst haben? Ich denke, dass es sehr viel wahrscheinlicher ist, vor der eigenen Haustür von einem Auto überfahren zu werden, als irgendwo auf der Welt in einen Terroranschlag zu geraten.
    Wenn Du in Hamburg bist, hast Du dann eventuell mal einen kurzen Augenblick für ein Treffen?

    Liebe Grüße
    Ulrike

  2. Rein statistisch ist das Risiko für uns sicher minimal, trotzdem wird ein mulmiges Gefühl auf der Reise dabei sein. Unser Programm ist ziemlich vollgepackt, aber ein Kaffee mit Dir wäre echt nett, das wär schön, wenn’s klappt.

    • Liebe Gerlind,
      verstehe das Du Angst hast. Das wollen die Täter doch nur. Wir müssen darüber stehen und unsere Augen aufhalten. Auch ich habe immer wieder Angst wenn ich solche Nachrichten höre.
      Bin in Gedanken bei Euch.
      Nada

    • Melde Dich! Meistens kann ich auchkurzfristig
      Ich würde mich sehr freuen, wenn du das bei Deinem vollenProgramm schaffst.

      LG
      Ulrike

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